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  1. #1

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    Keller im Grundwasser oder "Vergiss den Schwachsinn"

    Hallo Forenfreunde,

    vermutlich ist es eine "Glaubens"frage, aber ich möchte mich trotzdem mit der Bitte um einige gute Tipps an Euch wenden.

    Wir haben uns trotz dem Wissen um eventuell schlechte Bodenverhältnisse ein Grundstück für den Bau eines EFH gekauft. Größe des Grundstückes 950 qm, geplante Wohnfläche des Hauses 180 qm auf zwei Vollgeschossen plus zusätzlichem Keller. Ein nach dem Kauf durchgeführtes Bodengutachten erbrachte den Nachweis der erahnten Problematik. Auszug Gutachten: ...Das Grundwasser wurde im Juli 2006 bei 1,4 m unter Gelände angeschnitten. Während der Erkundungszeit lag das Grundwasser im Schwankungsbereich des langjährig beobachteten Niedrigwassers. Nach den Erfahrungen unseres Büros bildet sich in Nasszeiten ein höchster Grundwasserstand von HW = 0,3 m unter Gelände aus... Als Bodenschichten werden Mutterboden, Schwemmsand/-lehm bis 2,4m/3,4m, verwitterter Felszersatz bis 3,5m/5m. Zusätzlich ist wohl gefixt, dass bei einem Bausstart im Frühjahr 2007 eine geschlossene Wasserhaltung erforderlich ist.

    Also ist klar (und das eigentlich schon vorher), dass eine "Weiße Wanne" als Keller gesetzt ist. Damit haben wir noch nicht einmal ein Problem... Das Problem ergibt sich vielmehr aus den vielen und sicherlich ehrlichen Hinweisen aus unserer Umgebung. Der Architekt (verantwortlich HOAI LP 1-5) sagt: Kosten "Weiße Wanne" pi x Daumen 50k € + Wasserhaltung. Empfehlung Verzicht auf Keller und lieber Haus größer bauen. Unser Bauingenieur (verantwortlich HOAI LP 6-9) sagt: Wir schaffen den Keller inklusive Wasserhaltung für 30k € sicher.

    Die Frage, die ich aufgrund meiner mangelnden Bauerfahrung nicht beantworten kann und deshalb hier um Euren gutgemeinten Rat bitte ist diese: Lohnt sich unter den geschilderten Bodenbedingungen und damit Risiken tatsächlich der Bau eines Kellers ? Zumal der Keller aus architektonischen Gründen nicht über die Bodenoberkannte gehoben werden soll. Damit würden Lichtschächte, ev. Aussentreppe etc. in die Umfassung der Weißen Wanne integriert werden müssen. Ist der Bau einer solchen Wanne unter ortstypischen Baupreisen (Sachsen) überhaupt in dem Rahmen 30k € machbar ? Ich habe gestern in die kleine Grube der Medienzugänge auf dem Grundstück geschaut. Tatsächlich, das Grundwasser steht bei genau 1,20m unter Oberkante Boden und es hat in der letzten Zeit nicht übermäßig viel geregnet.... Gibt es Langzeiterfahrungen mit ständig im Wasser stehenden Weißen Wannen? Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass selbst eine zusätzlich mit Bitumen abgedichtete Weisse Wanne ohne Probleme 30 Jahre lang im Wasser "steht". Könnte es bei einem Verzicht auf den Keller trotzdem zu Problemen mit der Bodenplatte kommen ?

    Viele Fragen, viel Unsicherheit. Ich bin dankbar für jeden noch so kleinen fachlichen Tipp.

    Viele Grüße und Danke vorab

    Feuerstein
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  2. Keller im Grundwasser oder "Vergiss den Schwachsinn"

    Schau dir mal diesen Ratgeber an. Dort findet man Infos und Antworten.

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  3. #2
    Bauexpertenforum
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    1. Eine echte weiße Wanne, Richtig geplant und umgesetzt ist „Dauerhaft“ dicht.
    Dicht, im Sinne gegen tropfbares Wasser, über eine Standzeit von deutlich über 30 Jahre hinaus.
    Bitumenbahnen bräuchte es nur für eine Dampfbremse. Dieses auch nur dann, wenn dauernde Aufenthaltsräume geplant werden, oder der Boden mit Dampfdichten Belägen versehen werden soll.
    Das Konzept muss schlüssig sein und alle Randparameter (Lichtschächte, Rückstausichere und trotzdem Abfliesbahre Bodenabläufe in den Treppenhälsen) beinhalten.

    Ob dieses für 30 Kiloeuro Mehrkosten erwirtschaftbar ist, wage ich zu bezweifeln.
    Hierzu zählen ja auch Kleinigkeiten wie
    Kellerfenster – Lichtschächte.
    Kellertreppe nebst Geländer (innen + außen)
    Zusätzliche Decke
    Zusätzliche Elektro- Installationsarbeiten usw.
    Estrich, Putz, Bodenarbeiten
    Erdarbeiten
    Usw.

    Ach ja – die weiße Wanne nicht zu vergessen
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  4. #3
    Avatar von Bauherrchen
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    Hallo,

    ich habe eine ähnliche Konstallation. Maße 10*14m WW mit eingefasster Außentreppe und Außen mit Bitumen zusätlich abgedichtet. Wasser steht ständig ca 70-90cm über BoPla. Hat ohne Wasserhaltung gute 40k Euro gekostet. Alles vorort geschalt und gegossen, keine Sandwich bauweise. Gab bisher ( ca 3 Jahre) keine Probleme.
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  5. #4

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    Da gehen die Probleme...

    doch schon los.
    Kosten und Kosten sind nicht deckungsgleich.
    Vielleicht redet der eine über die Baukosten des Kellers bis OK Rohdecke und der andere über die Mehrkosten gegenüber einer Ausführung mit Sohlplatte.
    Sie vergleichen gerade Erdbeeren mit Runkelrüben.
    Lassen Sie sich die Kosten der beiden Varianten schriftlich gegenüberstellen, dann sehen Sie, was tatsächlich unterm Strich an Mehrkosten rauskommt.
    So ist das der Versuch, fliegende Fische bei Nebel zu keschern.
    MfG
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  6. #5
    planfix
    Gast
    hallo fred, ähm... feuerstein. von den kosten mal ganz abgesehen, du baust ja hoffentlich nicht im hochwassergebiet???
    ich würd eher auf den keller verzichten, wenn es nicht ganz zwingende gründe dafür gibt.
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  7. #6
    Themenstarter

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    Hochwassergebiet...

    ...nein, dass ist es nicht. Es ist Moritzburg im Dresdner Norden mit einer schönen Teichlandschaft. Diese Teiche werden nur durch Regenwasser gespeist und stellen keine echte Gefahr im Sinne Hochwasser dar. Selbst während der Jahrhundertflut 2002 war das Thema Hochwasser kein Thema. Aber Grundwasser ist in dem Ort allgemein immer ein Thema, wg. eben der Teiche, die einen der wichtigen Charakteristika des Ortes ausmachen. Was wäre eine Schlossinsel ohne Wasser ?

    Zum Thema Keller oder nicht, bewegen Sich Eure Kommentare schon in die Richtung, die mir weiterhelfen. Als Fakt stelle ich bislang fest, der komplette Keller wird wohl eher 40.000 € kosten als 20k. Wenn ich davon ausgehe, dass ich a.) nicht gern Gerümpel treppauf/treppab trage, b.) maximal 40 qm Stauraum brauche (und der Entwicklung als Messi die Basis entziehe) und c.) doch eher Risiken beim Hausbau meiden möchte, komme ich vermutlich günstiger (finanziell/Nerven) 30.000 € in zusätzliche Hausfläche zu investieren.

    Wer noch weitere gute Ratschläge hat, bitte nur zu. Weitere Details kann ich auch gern bereitstellen. Ich hab zum Spaß mal ein (Handy-)Foto zum Grundwasserspiegel beigefügt. Ein bischen haben sich mir schon die Nackenhaare aufgestellt.
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  8. #7
    Themenstarter

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    Wo war die Anlage ?

    Man muss lesen können... max. 550 x 550
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  9. Schau dir mal das Bauherren-Handbuch an.. Sehr viele nützliche Infos!
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  10. #8

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    hallo Fred,

    so hoch steht das grundwasser bei uns nicht. trotzdem empfielt der bebauungsplan den verzicht auf einen keller. unser archi hat uns auch dazu geraten: mehrkosten bei 13 x 8,50 m und ww hat er uns 50.000 in aussicht gestellt.
    da wir unseren keller eh nur als nutzkeller zum abstellen von überflüssigen dingen und als waschküche brauchen, haben wir darauf verzichtet.
    in jedem stockwerk ( 2 vollgeschosse plus großes dachgeschoß) haben wir -hoffentlich- ausreichend staufläche vorgesehen.

    viele grüße
    frib
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  11. #9
    Themenstarter

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    Vielen Dank...

    ...für Eure Hinweise. Wenn ich die einzelnen Pro- und Contra Argumente zum Thema Keller abwäge, dann ist es doch die sicherste Variante keinen Keller, sondern lieber zwei zusätzliche Räume (einen extern am Carport/Garage) und einen intern als HWR zu bauen.

    Mit einer nackten Weissen Wanne ist ja mit Sicherheit nicht getan. Die zusätzlichen Kosten machen das Kraut fett. Meine aktuellen Recherchen ergeben, dass eine reine Weisse Wanne (nur der Beton) tatsächlich nur 20.000 € kostet. Aber Wasserhaltung während des Baus, Integration Aussentreppe und Lichtschächte in die Wanne, Pumpensumpf der Aussentreppe, Überdachung Aussentreppe, Innentreppe, Innenwände etc. etc. - vermutlich sind die 40-50 k€ in Summe nicht mehr weit. Andererseits, wenn es das Grundstück von der Größe her hergibt - 30 qm mehr für die beiden Räume ist dann die günstigere und vor allem sicherere Lösung.

    Also besten Dank für Eure Infos und bei der nächten Frage melde ich mich bestimmt mal wieder. Ein Forum ist halt ein schön unparteiisches Antwortmedium

    Viele Grüße

    FRED
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