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  1. #1
    martin.k
    Gast

    Dachgeschßausbau Dampfsperre

    Hallo,
    habe folgende Frage. Muß beim Dachgeschoßausbau in Maisonette Stil (unten Wohnraum/Spitzboden ist beheizt und wird Schlafraum) die Dampfbremse von unten bis oben durchgezogen werden, oder ist es auch zulässig eine untere Luftdichte und obere Luftdichte Ebene herzustellen sodaß die Kehlbalkenlage quasi hinterlüftet ist. Bei mir hat der Bauträger letztere Variante verbaut, und meint wäre so unproblematisch, habe jetzt aber einen blower Door Test machen lassen, war von den Werten her OK, allerdings hat der Ingeneur der den Test gemacht hat Bedenken mit der Hinterlüfteten Kehlbalkenlage.
    Wie ist die Meinung hier im Forum? Zulassig oder nicht ?
    Danke im Voraus
    Martin K.
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  2. Dachgeschßausbau Dampfsperre

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  3. #2
    Avatar von Ryker
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    Ich verstehe das beschriebene Detail nicht:
    Wie ist die Kehlbalkenlage hinterlüftet (oder: be-), die ist in Deiner Maisonette
    doch das geographische Zentrum des umbauten Raumes - wo kommt da die Lüftung her?
    Aus den Sparrenfeldern?
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  4. #3

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    Hallo,

    auch ich bekomme bei solchen Konstruktionen immer Bauchschmerzen, insbesondere aber dann, wenn bereits in der Planungsphase ein freies Durchströmen der Geschossdecken in Kauf genommen wird ... (z.B. bei einem recht bekannten Fertighausanbeiter mit 5 Buchstaben). Auch hier ist vorgesehen, die Luftdichtheit geschossweise herzustellen (das erledigt bei Ausbauhäusern natürlich der Bauherr selbst, ... mit Hilfe einer Montageanweisung des Herstellers ... ).

    Über die dauerhaft luftdicht herzustellenden Einbindungen von Innenwänden in die Geschossdecke bzw. die luftdichte Ausführung der Innenwände gibt es nur bei Feuchträumen einen entsprechenden Hinweis ...

    Es gibt dafür aber eine Vielzahl zusätzlicher nützlicher Hinweise vom Bauleiter der Hausbaufirma (der durch Inaugenscheinnahme die Wirksamkeit der Dampfbremse/Luftdichtheitsschicht auch ohne Blower-Door-Messung einschätzen muss, da die Hausbaufirma diesbezüglich eventuellen Gewährleistungsproblemen vorbeugen möchte ... :

    Hier ein Beispiel dazu, was uns bei der Beantwortung der Eingangsfrage dann wohl doch zu denken geben sollte ...

    "Beachten Sie bitte beim Einbringen der Zwischensparrendämmung, dass die Dämmstofflage nicht bis in den Dachkasten geführt werden sollte, da sich ansonsten dort in der kalten Jahreszeit Eiszapfen bilden könnten ... !

    Auf meine kurze Anmerkung dazu, dass es in solchen Fällen der Bauherr wohl nicht geschafft hatte, trotz detaillierter schriftlicher Verlegerichtlinie , zusätzlicher mündlicher Hinweise und Kontrolle durch die Hausbaufirma die Geschossdecken luftdicht auszubilden hatte jedoch nach Ansicht des verantwortlichen Bauleiters damit überhaupt nichts zu tun ...

    Die aus seiner Sicht dafür verantwortlichen Ursachen wollte er wohl einem Laien nicht in allen Einzelheiten erklären ... er war an diesem Tag auch auf Grund anderer Konrtrolltermine sehr in Eile.

    Kein Wunder, wenn es auf den vielen gleichzeig laufenden Baustellen seiner Firma so viele Baulaien gibt, die ihm mit den unmöglichsten Fragen die eh schon knappbemessene Zeit stehlen, weil sie elementarsten bauphysikalischen Gesetzmäßigkeiten nicht kennen und einfach irgendwelche Bedenken auf Grund angeblich vorhandener Baumängel äußern, nur um vielleicht den Kaufpreis zu drücken ...

    Aber zurück zur Eingangsfrage. Auch dazu meine persönliche Meinung:
    Ein bestandener Blower-Door-Test (auch mit guten Werten bezüglich der nachgewiesenen Luftwechselrate) bietet natürlich keine Garantie für das dauerhafte Funktionieren Ihrer Luftdichtheitsschicht. Aus meiner Sicht bietet die geschilderte Konstruktion im Allgemeinen mehr Schwachstellen, als das bei einer über beide Geschosseinheiten bis zum First durchgängig angeordneten Luftdichtheitsschicht der Fall wäre. Die ausgeführte Variante ist aus meiner Sicht unter Berücksichtigung aller baulicher Randbedingungen, einer sorgfältigen Planung der Luftdichtheitsschicht und deren fach- und projektgerechten Ausführung jedoch technisch durchaus realisierbar, scheitert in der Praxis jedoch oft, weil bereits die kleinste Nichtbeachtung aller dafür relevanten Detailausbildungen das dauerhafte Funktionieren der Gesamthülle in Frage stellen kann. Da beim BDT oftmals die Durchbildung der Gesamtkonstruktion dieser Hülle optisch nicht mehr auf eventuelle Schwachstellen hin überprüft werden kann, erscheint der offensichtlich geäußerte Hinweis auf die Kompliziertheit der Konstruktion aus Sicht des Prüfenden durchaus angebracht.


    Mit freundlichem Gruß aus Erfurt

    KPS
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  5. #4
    Bauexpertenforum
    Registriert seit
    07.2003
    Beiträge
    5,056
    Muß beim Dachgeschoßausbau in Maisonette Stil (unten Wohnraum/Spitzboden ist beheizt und wird Schlafraum) die Dampfbremse von unten bis oben durchgezogen werden, oder ist es auch zulässig eine untere Luftdichte und obere Luftdichte Ebene herzustellen sodaß die ( Zusatz: vollständig gedämmte ) Kehlbalkenlage quasi hinterlüftet ist?
    Die Frage habe ich mir auch schon mehrfach gestellt und darauf bislang noch keine Antwort erhalten.

    Wird die Dampfbremse vom DG bis zum Spitzboden " durchgezogen ", dann muß sie an den Kehlbalken vorbeigeführt und dort jeweils luftdicht ( pro Kehlbalken 4 luftdicht auszuführende Anschlußpunkte ) angeschlossen werden. Das ist eine Arbeit für einen Uhrmacher und ich behaupte, daß das schon wegen der am Dach zu erwartenden Bewegungen nie im Leben dauerhaft funktioniert.

    Behandele ich demgegenüber DG und Spitzboden als getrennte, luftdicht auszuführende Ebenen ( insbesondere, wenn der Spitzboden erst nachträglich ausgebaut wird ) habe ich für die Luftdichtheit keine Schnippelei und keinen völlig unzumutbaren Bastelaufwand an jedem einzelnen Kehlbalken. Ausführung wäre dann: DG: Von der DG-Decke über die Dachschräge und über die Unterseite der Kehlbalkenlage auf der anderen Seite der Dachrägen wieder runter bis zur DG-Decke. Spitzboden: Dreiecksförmig über die Oberseite der Kehlbalkenlage und über beide Dachschrägen zum First.

    Klar, die Kehlbalkenlage ist dann hinterlüftet, aber wegen der Dämmung und der winddicht verlegten Unterspannbahn doch wohl ( ? ) nur im Anschluß an die Außendachhaut oder muß man sich dann vorstellen, daß der gesamte Kehlbalkenquerschnitt hinterlüftet wird??? Wenns denn so sein sollte: Welche Folgen/Schadensrisiken hat das bei einer an der Unterseite und der Oberseite der Kehlbalkenlage ordnungsgemäß angebrachten Dampfbremse? Bringt eine feuchteadaptive Dampfbremse dann Vorteile gegenüber einer konventionellen Dampfbremse? Wenns Probleme geben sollte: Warum gibts die dann nicht, wenn der Spitzboden nicht gedämmt wird und demgemäß nur das DG luftdicht durch Anbringung eine Dampfbremse an der Unterseite der Kehlbalkenlage hergestellt wird und im Spitzboden auf den gedämmten Kehlbalken OSB-Platten verlegt werden?

    Im Praxishandbuch Gebäudedichtheit, herausgegeben von der VEW Energie AG, August 1999, S. 27 f, wird die angefragte Lösung nicht besprochen. Warum ???

    Dort wird ( alternativ ) vorgeschlagen:

    1. Kehlbalkendecke aus Stahlbeton, um Duchstoßungen in der luftdichten Schicht von vornherein zu verhindern.

    2. Sparrendach statt Kehlbalkendach.

    3. Kehlbalkendach mit Aufsparrendämmung.

    Möglich wäre vielleicht noch, daß die Kehlbalken bereits mit einer an den Kehlbalkenköpfen angebrachten feuchteadaptiven Dampfbremse eingebaut werden und hieran dann beim Ausbau die Dampfbremse angeklebt wird. Bei der heutigen Qualität von Handwerkern ist allerdings zu befürchten, daß die Dampfbremse um die Sparrenköpfe schon beim Transport und beim Einbau zerfetzt wird.

    Eine einfache Lösung würde auch mich interessieren!
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  6. #5
    martin.k
    Gast
    Danke für die Antworten, gehe also davon aus das von Technischer Seite die Konstruktion OK, aber trotzdem nicht Optimal ist, ich es aber im Grunde genommen so akzeptieren muß, da ich ja Schlüsselfertig kaufe. Um auf der sicheren Seite zu sein habe ich mir jetzt sagen lassen, ich solle mir die unbedenklichkeit der Konstruktion von dem Sachverständigen bestätigen lassen der den Energiebedarfsausweis nach EnEV erstellt hat, um auf der sicheren Seite zu sein und dies auch im Abnahmeprotokoll bestätigen zu lassen.Wäre über weitere Meinungen und Tips dankbar.
    Gruß Martin K
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