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Thema: Abwasserkanal

  1. #1

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    Abwasserkanal

    Hallo,

    wir haben ein Grundstück mit einer Baulast zugunsten der Stadtwerke gekauft.
    Auf dem Grundstück verläuft ein Abwasserkanal, so das den Stadtwerken ein Abwasserleitungsrecht eingeräumt ist.
    Soweit so gut.
    Bei der Bauplanung habe ich festgestellt, dass der 30 cm Betonrohr-Kanal in einem Abstand von 2,80m - 3,30m von der Grundstücksgrenze verlegt ist.
    Das Baufenster des Bebauungsplanes geht bis 3m an die Grenze.
    Da das Grundstück 18,50m breit ist und unser Haus 12,30m ist liegt unser Fundament teilweise auf dem Kanal. Der Kanal wurde letztes Jahr neu verlegt und der Bereich bis zu 4,50m von der Grenze wurde bis in eine Tiefe von 3m nur zugefüllt und nicht verdichtet.
    Nun haben wir das Problem, dass wir keinen Halt für das Fundament im Boden bekommen und stellenweise auf dem Kanal bauen, was nicht erlaubt ist.
    In dem Bebauungsplan ist der Kanal 1,50m von der Grenze eingezeichnet, dass wäre auch in Ordnung.
    Gibt es Vorschriften welchen Abstand ein parallel mit der Grundstücksgrenze verlaufender Kanal von der Grenze haben muss?

    Mein Architekt meint der Kanal müsse nur innerhalb des 3m breiten Streifen liegen in dem die Stadt das Abwasserleitungsrecht hat.

    Wie kann ich mich mit dem Betreiber des Kanals über die entstehenden Mehrkosten bei der Fundamentgründung einigen?

    Gruß
    Uwe
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  2. Abwasserkanal

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  3. #2
    Avatar von ISYBAU
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    Grundsätzlich gibt es keine Regel, in welchem Abstand der Fremdkanal verlegt werden darf bzw. durfte. Entscheidend ist die sachliche Grundlage (Plan, und ggf. schriftliche Festlegungen) für dingliche Sicherung im Grundbuch.

    Bevor du auf oder in der Nähe des Kanals baust, sollte eine Beweissicherung durchgeführt werden, um später Nachweisen zu können, dass z.B. Schäden schon vorher vorhanden waren bzw. Du nicht durch unsachgemässe Bauweise deines Bauunternehmers ein Ei, sprich Schaden gelegt bekommen hast. Also auch danach untersuchen lassen. Besprich das am besten mit den Stadtwerken. Dadurch entstehen natürlich Mehrkosten. Solltest Du später Bäume pflanzen, die in den Kanal einwachsen wirst auch Du dafür Schadensersatzpflichtig sein. Ein Durchleitungsrecht ist leider eine unangenehme Last.
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  4. #3
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    Zitat Zitat von uwe.e.r. Beitrag anzeigen
    Hallo,

    wir haben ein Grundstück mit einer Baulast zugunsten der Stadtwerke gekauft.
    Auf dem Grundstück verläuft ein Abwasserkanal, so das den Stadtwerken ein Abwasserleitungsrecht eingeräumt ist.
    Soweit so gut.


    Bei der Bauplanung habe ich festgestellt, dass der 30 cm Betonrohr-Kanal in einem Abstand von 2,80m - 3,30m von der Grundstücksgrenze verlegt ist.
    Das Baufenster des Bebauungsplanes geht bis 3m an die Grenze.

    Pech bzw. verkauft

    Da das Grundstück 18,50m breit ist und unser Haus 12,30m ist liegt unser Fundament teilweise auf dem Kanal. Der Kanal wurde letztes Jahr neu verlegt und der Bereich bis zu 4,50m von der Grenze wurde bis in eine Tiefe von 3m nur zugefüllt und nicht verdichtet.

    Ist nicht, anders planen

    Nun haben wir das Problem, dass wir keinen Halt für das Fundament im Boden bekommen und stellenweise auf dem Kanal bauen, was nicht erlaubt ist.

    Klar

    In dem Bebauungsplan ist der Kanal 1,50m von der Grenze eingezeichnet, dass wäre auch in Ordnung.
    Gibt es Vorschriften welchen Abstand ein parallel mit der Grundstücksgrenze verlaufender Kanal von der Grenze haben muss?

    Mein Architekt meint der Kanal müsse nur innerhalb des 3m breiten Streifen liegen in dem die Stadt das Abwasserleitungsrecht hat.

    a: Kann er das belegen? Dann ab zum Anwalt.

    Wie kann ich mich mit dem Betreiber des Kanals über die entstehenden Mehrkosten bei der Fundamentgründung einigen?

    b: Baulast -> sie haben das Recht auf den Kanal mit Nebenrechten abgetreten (da das Grundstück mit Baulast gekauft)

    Gruß
    Uwe
    wenn a zutrifft, dann müssen Sie einen Anwalt einschalten der das aufdröselt. Und dann Ihr Vorgehen mit dem Anwalt abstimmen. Dann wird die Wertminderung bestimmt und abgegolten oder der Kanal in die "verkaufte" Zone verlegt.

    b: Prinzipiell haben Sie den Kanal so zu dulden wie in der Baulast geregelt. Dabei haben sie auch die dauerhafte Funktion nicht einzuschränken und jetzt der Klops:
    Sie müssen den Kanal auch zugänglich halten, d.h. z.B. für Reparaturen.
    es darf kein unzumutbarer Aufwand entstehen.
    -> Sie dürfen ohne Zustimmung nicht überbauen
    -> Sie müssen einen Kanalgraben für Reparaturen/Erneuerung ermöglich. Da gibt es ein Merkblatt für Grabenverbau, das ihnen der Leitungsträger gerne zur Verfügung stellt.

    Klartext: Sie müssen einen Abstand für eine Verbaumaßnahme zum Kanal halten und Ihre Gründung muß so erfolgen, das man den Kanal freilegen kann. Und zwar so, dass ein machbarer Aufwand entsteht - keine Unterfangung des Gebäudes. -> Die Gründungsohle ist mind. 30 cm unter die Kanalsohle zu legen. (Erfahrungswert, hängt von den geometrischen Verhältnissen ab)

    Hab einen ähnlichen Fall letztes Jahr bei einem Gewerbebau gehabt.
    Da war der Regenüberlaufkanal (D=1m) aber nicht eingetragen und während der Planung entdeckt worden.
    Riesenzirkus.
    Endergebnis: alle genervt, UG der Halle ist weggelassen worden, Tiefergründung mit Bohrpfahlwand (konnte gebaggert werden), Verteilerbalken ca. 5m tief entlang des Kanals, statische Ergänzungen, damit die Bodenplatte und die Hallenstützen über die Bohrpfahlwand bis 50cm auskragen können.

    Thema ist nicht ohne ...
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  5. #4
    Avatar von ISYBAU
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    wie PEMU auch schreibt ! zuerst die grundlagen beschaffen, lesen und ggf. mit juristischer unterstützung bewerten ... lose meinungen und vermutungen, wie die deines architekten helfen nicht sehr viel weiter.

    Zur Grundlagenbeschaffung gehört auch die Abstimmung mit dem Leitungsrechteträger
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  6. #5
    Avatar von VolkerKugel (†)
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    Ich hab´ da aber auch eine ...

    ... "lose Architektenmeinung" .

    Hier geht´s erst mal um ne Baulast und keine Grunddienstbarkeit. Im Baulastenverzeichnis gibt´s dazu eine vermaßte Skizze, die man sich erst mal besorgen sollte.
    Und wenn die Gemeinde als Eigentümerin der Stadtwerke den Kanalverlauf im B-Plan festgeschrieben hat, dann hat sie sich auch gefälligst daran zu halten (sonst sind die B-Pläne ja auch sakrosankt).

    In Einem gebe ich meinen Vorschreibern Recht: Hier geht nix ohne einen Fachanwalt für Baurecht. Gemeinden können unheimlich stur sein, auch wenn sie im Unrecht sind.
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  7. #6
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    [QUOTE=VolkerKugel;131438]... "lose Architektenmeinung" .

    Hier geht´s erst mal um ne Baulast und keine Grunddienstbarkeit. Im Baulastenverzeichnis gibt´s dazu eine vermaßte Skizze, die man sich erst mal besorgen sollte.
    Und wenn die Gemeinde als Eigentümerin der Stadtwerke den Kanalverlauf im B-Plan festgeschrieben hat, dann hat sie sich auch gefälligst daran zu halten (sonst sind die B-Pläne ja auch sakrosankt).

    Hallo Volker,

    die Skizze im Maßstab 1.250 habe ich mir besorgt.
    Der Kanal ist in einem Abstand von 1,5m von der Grenze eingezeichnet.
    Ich sehe es genauso, auch die Kanalbauer müssen sich an die Maße des Bebauungsplanes halten.
    Wichtig erscheint mir dabei, dass der Bebauungsplan Grundlage für den Bau des Abwasserkanals war.
    Ich werde jetzt als Erstes einen Ortstermin mit dem Kanalbauer und dem Vorbesitzer des Grundstückes vereinbaren. Der Vorbesitzer ist der Auftraggeber für die Erschließung der gesamten Fläche im Rahmen des Bebauungsplanes.
    Den Fehler hat offensichtlich der Kanalbauer gemacht. Der Bereich bis zur Grenze ist Wiese und deshalb war es kein Problem den Kanal nach den Maßen des Bebauungsplans zu verlegen.
    Der Kanalbauer muss dazu Stellung nehmen weshalb der Kanal nicht an der vorgesehenen Linie verlegt wurde und soll dann einen Vorschlag zur Lösung des Problems machen.
    Gruß
    Uwe
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  8. #7
    Avatar von VolkerKugel (†)
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    Na also ...

    ... aber lass´ Dich dabei nicht über den Tisch ziehen. Hör´ Dir den Vorschlag an und verlange Bedenkzeit .
    Du kannst ihn ja hier dann reinstellen.

    Du hast gute Karten: Die 1,50 m stehen sowohl im B-Plan als auch im Baulastenverzeichnis!
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  9. #8
    Themenstarter

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    [QUOTE=PeMu;131433]wenn a zutrifft, dann müssen Sie einen Anwalt einschalten der das aufdröselt. Und dann Ihr Vorgehen mit dem Anwalt abstimmen. Dann wird die Wertminderung bestimmt und abgegolten oder der Kanal in die "verkaufte" Zone verlegt.

    Was soll ich unter verkaufte Zone verstehen?
    Wir haben uns beim Grundstückskauf nicht verkauft, da das Grundstück an unser vorhandenes Grundstück grenzt.
    Das eingetragene Abwasserleitungsrecht bezieht sich auf den im Bebauungsplan festgelegten Bereich um den eingezeichneten Kanal.
    Der Kanalbauer hat den Kanal nicht nach dem Bebauungsplan verlegt.

    "Prinzipiell haben Sie den Kanal so zu dulden wie in der Baulast geregelt. Dabei haben sie auch die dauerhafte Funktion nicht einzuschränken ".

    Ich habe auch keinen Einwand gegen die eingetragene Baulast.
    Die daraus entstehenden Auflagen machen mir keine Sorgen.
    Tatsache ist aber, das der Kanal nicht dort liegt wo er eingezeichnet ist.
    Der Bebauungsplan war Vertragsgrundlage beim Kauf des Grundstücks.
    Ich bin der Meinung, dass sich alle Parteien an den Bebauungsplan halten müssen.
    Wenn ich den Inhalt der Antworten zusammenfasse komme zu dem Ergebnis, der Kanal muss wieder raus und entlang der einegezeichneten Kanallinie verlegt werden.

    Gruß
    Uwe
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  10. #9
    Avatar von ISYBAU
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    wie lange liegt der kanal denn schon ? länger als 30 jahre ?
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  11. Schau dir mal das Bauherren-Handbuch an.. Sehr viele nützliche Infos!
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  12. #10
    Bauexpertenforum Avatar von Bruno
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    Wenn ich den Inhalt der Antworten zusammenfasse komme zu dem Ergebnis, der Kanal muss wieder raus und entlang der einegezeichneten Kanallinie verlegt werden.
    Genauso sehe ich das auch. Früher haben wir das auf dem Bau so geregelt: mit großem Gerät ausheben, richtig reingreifen und erst mal den nicht dort vermuteten Kanal abreißen. Erst dann fragen. Achtung: das war keine Anleitung
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  13. #11
    Avatar von ISYBAU
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    das nennt man tatsachen schaffen ... das wird auch heute manchmal noch so gemacht ... mal das kabel reisen und schauen wer sich meldet ... kann aber teuer werden der spass ! und kann nicht empfohlen werden
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