Seite 1 von 2 12 LetzteLetzte
Ergebnis 1 bis 15 von 24

Bauvertrag kündigen wegen unvorhersehbarer Zusatzkosten

Diskutiere Bauvertrag kündigen wegen unvorhersehbarer Zusatzkosten im Forum Bauvertrag auf Bauexpertenforum.de


  1. #1

    Registriert seit
    12.2006
    Ort
    Berlin
    Beruf
    Schlosser
    Beiträge
    5

    Bauvertrag kündigen wegen unvorhersehbarer Zusatzkosten

    Hallo, bitten dringend um Hilfe.
    Meine Frau und ich haben folgendes Problem. Wir haben ein eigendlich schönes Grundstück erworben und wollten ein Einfamilienhaus mit halbhohen Keller darauf bauen lassen. Nach mündlicher Auskunft des Marklers und des Verkäufers auf unsere Nachfrage nach dem Grundwasser würde es keine Probleme mit einem halbhohen Keller geben. Im folgenden haben wir einen Vertrag mit einem Bauunternehmer geschlossen. Haben bei der Ausarbeitung der Pläne feststellen müssen, das wir unseren halbhohen Keller nicht bauen können, da sonst das Haus zu hoch wird und wir die Abstandsgrenzen zum Nachbarn nicht einhalten. Laut Bauamt ist es uns auch nicht gestattet das Haus weiter hinten auf dem Grundstück zu bauen (§34 Umgebungsbebauung). Also Haus nur 2,5 Meter von der Straße und Keller ganz in den Boden. Baumappe fertiggemacht und zum Bauamt. Während des wartens auf die Baugenehmigung erhielten wir das Bodengutachten. Nun kommt unser Problem.Das Gutachten besagt, das wir nicht ohne weiteres einen Keller bauen können. Wegen des Untergrundes und des Grundwassers muß der Grundwasserspiegel wärend der Bauphase einen halben Meter unter Bodenplattenniveau gesenkt werden (Nachbargrundstück mit Haus recht Nah) und die Baugrube tiefer ausgeschachtet werden um den Boden mit Material zum festigen des Untergrundes zu füllen. Desweiteren muß der Keller mit einer Wanne versehen werden. Nun ist unser Finanzplan schon äußerst ausgereizt und die nun dazukommenden Kosten können wir nicht tragen. Falls der Bauunternehmer nicht damit einverstanden ist das Haus auf einem anderen Grundstück zu bauen, was ja nicht sofort zu Verfügung steht, wäre es denn möglich den Vertrag aus "wichtigen Gründen" (gilt das überhaupt als wichtiger Grund) zu kündigen?
    Am liebsten würden wir natürlich aus der ganzen Sache aussteigen. Hat jemand Erfahrung mit solch einer Katastrophe.
    Wir hoffen auf eine schnelle Antwort, da wir am 14.12. einen Termin beim Bauunternehmer haben.
    Danke
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  2. Bauvertrag kündigen wegen unvorhersehbarer Zusatzkosten

    Schau dir mal diesen Ratgeber an. Dort findet man Infos und Antworten.

    Registrieren bzw. einloggen, um diese und auch andere Anzeigen zu deaktivieren
  3. #2

    Registriert seit
    10.2005
    Ort
    S-H
    Beruf
    Mann
    Beiträge
    1,410
    aber was ist mit dem bereits erworbenen grundstück, wenn der BU woanders das vertraglich vereinbarte haus bauen soll? den sachverhalt verstehe ich nicht ganz.
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  4. #3
    Baufuchs
    Gast

    Da

    ist einiges falsch gelaufen.

    1.) Man fragt nicht einen Makler oder den Verkäufer ob eine bestimmte Bauweise zulässig ist, sondern jemanden, der davon etwas versteht.
    2.) Ein Bodengutachten holt man VOR Bauantragsplanung ein

    Das Baugrundrisiko liegt beim Bauherren.

    Ob Finanzierungsprobleme ein "wichtiger Kündigungsgrund" sind wage ich zu bezweifeln.
    Unabhängig davon wird der BU bei Vertragskündigung die volle vereinbarte Vergütung abzüglich der ersparten Aufwendungen verlangen. Das wird teuer.
    Ob/wie anderes gilt, richtet sich nach den vertraglichen Vereinbarungen, die Sie mit dem BU haben.

    Der einzig sinnvolle Tipp:
    Mit allen Unterlagen zum Fachanwalt für Baurecht.
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  5. #4
    Themenstarter

    Registriert seit
    12.2006
    Ort
    Berlin
    Beruf
    Schlosser
    Beiträge
    5

    zur näheren Info

    Unser Sachverhalt ist im Grunde der, das wir die unvorhersehbaren Kosten nicht in diesem Leben bezahlen können. Wir sind davon ausgegangen, das wir wie der Nachbar auch einen halbhohen Keller bauen können (laut Bodengutachten wäre das ohne weiteren Aufwand auch möglich). Nun wurde aber vom Bauamt eingewändet, das unser Grundstück dafür zu schmal (16m) ist und Bauvorschriften dies verbieten. Die Zusatzkosten die für den tiefen Keller anfallen ( z.B. Grundwasserabsenkung,Schutzmaßnahme des Nachbarhauses,spezielle Verdichtung des Bodens plus Extramaterial, sowie weiße Wanne) waren in der Finanzierung nicht eingeplant und können von uns nicht getragen werden. Mit dem BU haben wir einen Vertrag mit Zahlung für einzelne Bauabschnitte geschlossen. Wobei bis jetzt nur die Baumappe erstellt wurden, die wir schon bezahlt haben. Die Baugenehmigung liegt noch nicht vor, so das unseres Wissens für den BU noch keine weiteren Kosten entstanden sind. Ist es denn üblich das der BU schon vor erhalt der Baugenehmigung die nächsten Schritte einleitet?
    Das Grundstück würden wir ja wieder verkaufen, falls wir aus der Sache rauskommen.
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  6. #5

    Registriert seit
    06.2005
    Ort
    Pforzheim
    Beruf
    Programmierer
    Beiträge
    295
    Wir haben damals vor Vertragsabschluss eine Klausel einbauen lassen, die bei Finanzierungsproblemen einen Rücktritt zuließ und eine Abrechnung nach entstandenen Kosten vorgesehen hat. Das war für beide Seiten fair, solche Sachen muss man sich natürlich vorher überlegen.

    Sie haben aber schon den Vertrag abgeschlossen. Sprich, der Unternehmer kalkuliert auch mit Ihrem Bauvorhaben und hat vielleicht einen anderen Bauherren nicht mehr angenommen. Alles Spekulation, aber hier hilft vielleicht auch mal ein klärendes Gespräch mit dem BU.

    Ist vielleicht ne dumme Fragen: Das Grundstück gehört ihnen doch schon. Mit dem Bau auf einem anderen Grundstück könnte dass dann ja wohl ne Weile dauern, oder? Schon mal an eine Planung ohne Keller gedacht?
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  7. #6
    Baufuchs
    Gast

    Es kommt

    nicht daruf an, welche weiteren Schritte der BU schon unternommen hat.

    VOB/B §8

    Der Auftraggeber kann bis zur Vollendung der Leistung jederzeit den Vertrag kündigen.
    (2) Dem Auftragnehmer steht die vereinbarte Vergütung zu. Er muss sich jedoch anrechnen lassen, was er infolge der Aufhebung des Vertrags an Kosten erspart oder durch anderweitige Verwendung seiner Arbeitskraft und seines Betriebs erwirbt oder zu erwerben böswillig unterlässt (§ 649 BGB).
    Daraus geht hervor wie es läuft. "Dem Unternehmer steht die vereinbarte Vergütung zu."

    Also erst mal alles.

    Dann muss er sich jedoch anrechnen lassen, was er an Kosten erspart.

    Vereinfachtes Beispiel:
    Er hat für ein bestimmtes Gewerk 10.000.- € kalkuliert, eigener Kostenaufwand von 9.000.- € muss er abziehen, die 1.000.- € Differenz kann er in Rechnung stellen.
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  8. #7

    Registriert seit
    02.2006
    Ort
    Wetterau
    Beruf
    Bauherrin und Hausfrau ;-)
    Beiträge
    214
    hi du,

    blöd gelaufen, vor dem kauf sollte man sich informieren, was das bauamt gestattet.
    bevor wir unser grundstück gekauft haben, hatten wir erst ein anderes grundstück im auge, wo sich aber aber gleich bei einem ersten besuch auf dem bauamt herausstellte, dass trotz EINES zurückgesetzen nachbarhauses nur der bau direkt an der straße ( und auf der somit auf südseite des grundstücks) gestattet werden würde.
    damit war das grunstück für uns gleich "untendurch".

    vielleicht ist es eine möglichkeit, auf den keller ganz zu verzichten? wir haben auch so gemacht, weil das nahe gelegene flüsschen incl. hohem grundwasserspiegel einfach zugefährlich war ( in unseren diversen miethäusern hatten wir IMMER nasse keller). von den zusätzlichen kosten ganz abgesehen.
    in jedem stockwerk haben wir ausreichend abstellfläche eingeplant, ordentliche abstellmöglichkeiten im garten gibts für für gartenmöbel, fahrräder und co., und freue ich mich regelrecht auf das wohnen ohne keller :-)

    so schnell würde ich die flinte nicht ins korn werfen. du bleibst ansonsten mit sicherheit auf einer menge kosten sitzen und hast am ende gar kein haus aber ein grundstück, was dir keiner abkaufen möchte.

    viele grüße von frib
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  9. #8
    Avatar von VolkerKugel (†)
    Registriert seit
    01.2006
    Ort
    63110 Rodgau
    Beruf
    Architekt
    Benutzertitelzusatz
    Architekt . Nachweisberechtigter für Wärmeschutz
    Beiträge
    6,966

    Mal was ganz Anderes ...

    Zitat Zitat von bayernwolke Beitrag anzeigen
    Wobei bis jetzt nur die Baumappe erstellt wurden, die wir schon bezahlt haben.
    ... heißt das, der BU hat die Baumappe erstellt und ist in Wirklichkeit ein GÜ (Generalübernehmer für Planung und Ausführung)?
    Kann´s dann vielleicht nicht auch ein Planungsfehler sein ?
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  10. #9
    Baufuchs
    Gast

    @Volker

    Das denke ich nicht, denn:

    Zitat Zitat von bayernwolke
    Haben bei der Ausarbeitung der Pläne feststellen müssen
    d.h. die tatsächliche Situation ist in den Bauantragsplänen berücksichtigt. Das Dumme in solchen Fällen ist ja, dass der Planungsauftrag erst mit Unterschrift unter den Bauvertrag erteilt wird, weil im Preis enthalten.
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  11. #10
    Bauexpertenforum Avatar von Bruno
    Registriert seit
    02.2003
    Ort
    86167 Augsburg
    Beruf
    Architekt
    Benutzertitelzusatz
    Architekt
    Beiträge
    3,943
    Es muss möglich sein, auf einem 16 m breiten Grundstück ein Haus mit Erdgeschoss und ausgebautem Dach abstandsflächenregelkonform unterzubringen, trotz angehobenem Keller. Stehen die Giebel Richtung Nachbarn?
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  12. #11
    Avatar von VolkerKugel (†)
    Registriert seit
    01.2006
    Ort
    63110 Rodgau
    Beruf
    Architekt
    Benutzertitelzusatz
    Architekt . Nachweisberechtigter für Wärmeschutz
    Beiträge
    6,966

    Es ist wie immer ...

    ... hier fehlt der eigene Architekt - sach ich mal so .

    Es wäre interessant zu wissen, wann welcher Planungsauftrag mit welchem Inhalt an wen vergeben wurde.
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  13. #12
    Themenstarter

    Registriert seit
    12.2006
    Ort
    Berlin
    Beruf
    Schlosser
    Beiträge
    5

    und weiterer Sachverhalt

    Sorry, hatte nicht gewußt, das es auch einen GU gibt. Nehme an wir haben einen GU. Architekt - Planung vom Haus - Vollmacht für Dinge wie Bodengutachten und Vermesser, beim Bau Beauftragung von ortsansäßigen Firmen usw. Alles mit bei. Rund Um Sorglospaket eben -HA-HA.
    Man kann doch nicht vom Bauherren verlangen, das er Bauwissenschaft studiert hat. Wir waren unter Zeitdruck: Grundstück angesehen - gut. Dann zur Baufirma (Gu oder BU, was es auch immer ist) Haus grob geplant - wie eigendlich gewünscht. Dann Grundstück gekauft. Zurück zur Baufirma und Feinplanung gemacht und unterschrieben. Der dortige Architekt kontaktierte dann das Bauamt. Wie schon gesagt - Keller darf nicht halbhoch, da sonst das Haus angeblich zu hoch ist. Erster Schock. Dann geändert auf tiefen Keller. Baumappe unterschrieben und ab zum Bauamt.Wie gesagt nur durch Zusage vom Markler und Vorbesitzer des Grundstückes - kein Problem mit Grundwasser. Wurde in der Baumappe mit angegeben.
    Danach hat der Architekt die Bodenuntersuchung veranlast. Nach Bodengutachten eben das riesige Dilemma mit weißer Wanne und alles drum und dran. Für uns nun mal unfinanzierbar, nach dem das ganze drum herrum auch teurer wurde als und gesagt wurde. Und auf einen Keller können wir leider aus tierpflegerischen Maßnahmen nicht verzichten.
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  14. #13

    Registriert seit
    10.2005
    Ort
    S-H
    Beruf
    Mann
    Beiträge
    1,410
    einen tod muss man sterben heißt es dann so schön.
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  15. Schau dir mal das Bauherren-Handbuch an.. Sehr viele nützliche Infos!
    Registrieren bzw. einloggen, um diese und auch andere Anzeigen zu deaktivieren
  16. #14

    Registriert seit
    06.2005
    Ort
    Hannover
    Beruf
    Architekt
    Beiträge
    34,325

    Also irgendwie...

    begreif ichs noch nicht so ganz.
    Wenns nur um Abstandsflächen geht, kann man/frau die KellerausderErderHöhe oben wieder reinholen - ist halt ein bissel Planungsaufwand.
    Oder ist der halbhohe Keller per se verboten.
    Warum wird nicht erstmal versucht eine geänderte Planung auf dem Grundstück hinzukriegen.
    Und warum verhandeln Sie nicht mal mit dem GU/GÜ, wie DER sich denn einen Vertragsrücktritt (so überhaupt nötig) so vorstellen könnte.
    Was sagen denn Makler und Verkäufer zu den falschen Angaben? Kein Haftung?
    Irgendwie hab ich das Gefühl, da gibt es noch andere Gründe als die hier benannten den Vertrag loswerden zu wollen.
    MfG
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  17. #15
    Baufuchs
    Gast

    @Ralf

    Wofür soll der Makler/Verkäufer haften?
    Aussage war "mit Grundwasser bei halbhohem Keller keine Probleme".

    In Beitrag #4 schreibt der Fragesteller
    Zitat Zitat von bayernwolke
    einen halbhohen Keller bauen können (laut Bodengutachten wäre das ohne weiteren Aufwand auch möglich)
    Aber Du hast Recht:
    Fragesteller schreibt "Probleme mit Abstandsflächen zum Nachbarn wegen Gebäudehöhe". Also erst mal prüfen, ob durch Umplanung dieses Problem gelöst werden kann.
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen