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  1. #1

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    Berufsbild eines Bauleiters?

    Hallo Zusammen,

    ich möchte gerne Wissen, ob ein Bauleiter in NRW ein gewisses Berufsbild haben muss. Bei der Suche hier im Forum habe ich sogar etwas von "Bäckern" gelesen.

    Liebe Grüße

    Unilan
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  2. Berufsbild eines Bauleiters?

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  3. #2
    Bauexpertenforum
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    Bauleiter

    leiten in der Praxis den Bau so wie z.B. Zitronenfalter Zitronen falten oder Gabelstapler Gabeln stapeln... nicht immer, aber immer öfter
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  4. #3

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    § 59a BauO NRW

    1) Die Bauleiterin oder der Bauleiter hat darüber zu wachen, dass die Baumaßnahme dem öffentlichen Baurecht, insbesondere den allgemein anerkannten Regeln der Technik und den Bauvorlagen entsprechend durchgeführt wird, und die dafür erforderlichen Weisungen zu erteilen. Sie oder er hat im Rahmen dieser Aufgabe auf den sicheren bautechnischen Betrieb der Baustelle, insbesondere auf das gefahrlose Ineinandergreifen der Arbeiten der Unternehmerinnen oder der Unternehmer und auf die Einhaltung der Arbeitsschutzbestimmungen zu achten. Die Verantwortlichkeit der Unternehmerinnen oder Unternehmer bleibt unberührt.
    ....
    3) Die Bauleiterin oder der Bauleiter muss über die für ihre oder seine Aufgabe erforderliche Sachkunde und Erfahrung verfügen. Verfügt sie oder er auf einzelnen Teilgebieten nicht über die erforderliche Sachkunde und Erfahrung, so hat sie oder er dafür zu sorgen, dass Fachbauleiterinnen oder Fachbauleiter herangezogen werden. Diese treten insoweit an die Stelle der Bauleiterin oder des Bauleiters. Die Bauleiterin oder der Bauleiter hat die Tätigkeit der Fachbauleiterinnen oder Fachbauleiter und ihre oder seine Tätigkeit aufeinander abzustimmen.
    Ein gewisses Berufsbild ist also nicht erforderlich, "nur" viel Fachwissen.
    Ein guter Fliesenleger z.B. kann (i.d.R.) nicht beurteilen, ob sich der Zimmermann an die Statik gehalten hat oder ob das Dach einsturzgefährdet ist.
    Also wäre er als Bauleiter zumindest für diesen Bereich ungeeignet und müsste sich Hilfe, vielleicht einen Zimmerermeister, holen.
    MfG
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  5. #4

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    Ach ja...

    Macht die Bauleitung jemand, der das Fachwissen nicht hat - und diese Frage entscheidet im Zweifel der Richter - haftet er für die Mängel und Schäden mit, die entstanden sind.
    Hat er keine Versicherung, dann mit allem, was ihm gehört - auch dem Teil seinen Hauses, der nicht der Bank gehört. !!!
    MfG
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  6. #5
    Bauexpertenforum
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    Ich denke eher

    das hier der Bauleiter des AN gemeint war und nicht der Fachliche Bauleiter um Sinne der LBO
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  7. #6
    Avatar von VolkerKugel (†)
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    Hallo Unilan ...

    ... ehe wir weiter rumstochern:

    Was ist bitte der Hintergrund Deiner Frage?
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  8. #7
    Themenstarter

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    Hallo Volker, hallo Robby,

    damit ihr nicht weiter raten müßt, möchte ich euch den Hintergrund meiner Frage erklären.

    Ich möchte mein Elternhaus aufstocken (Drempelerhöhung um 80 cm, neues Dach mit Gauben, neues Treppenhaus vor das Haus gesetzt). Die Baugenehmigung habe ich bereits. Nun wollte ich die Baubeginnsanzeige versenden. Hierzu muß ich einen Bauleiter angeben. Hieraufhin habe ich den Sachbearbeiter der Baubehörde per Mail angefragt, ob er mich als Bauleiter anerkennt. Er sendete mir eine negative Antwort, die ich nicht akzeptieren kann.

    Vom Berufsbild her bin ich Dip.-Ing. Elektrotechnik. Seit meinem 14 Lebensjahr, bis zum Ende meines Studiums, war ich auf dem Bau beschäftigt. So habe ich zuerst für Firmen Diamantbohr- und Trenntechnik gemacht, Bauschlosserarbeiten, Heizung-Sanitär und Elektroinstallation. Später dann ohne die Firmen. In den letzten zehn Jahren habe ich ein 4 Familienmietshaus (ca. 70 Jahre alt) aufgestockt und komplett neu auf hohem Standard saniert (meine Mieter haben z.B. in ihren Wohnungen ein Belüftungssystem und im Bereich der Elektroinstallation ein Bussystem. Das Haus hat NEH-Standard). Alt sind eigentlich nur noch ein Teil der Außenmauern.
    Bauen ist für mich zum Hobby geworden und dient mir als Ausgleich zu meiner täglichen Büroarbeit.
    Das Verständnis der Bauphysik ist für mich kein Problem, und wenn ich mal Fragen habe, gibt es Internet, Herstellerfirmen und außerdem sind in meinem Bekanntenkreis viele selbstständige Handwerker.
    Da ich für mich selbst baue, lege ich natürlich einen sehr hohen Stellenwert auf die Ausführung, da Fehler später zu meinen Lasten gehen. Ungern mache ich Dinge zweimal.

    Trotz einer ähnlichen Schilderung bekam ich als Antwort, dass ich entweder Architekt, Hochbauing., Hochbautechniker oder Maurermeister sein müsste.

    Noch eine kleine Anmerkung:
    Unsere Baubehörde hier hat den Ruf einer Bauverhinderungsbehörde. Der Chef, hat schon Rückbauten angeordnet, die auf Gesetze von Kaiser Wilhelm beruhen und bei jedem normal denkenden Menschen nur Kopfschütteln hervorrufen.

    In der Erwartung Eurer Antworten verbleibe ich -

    mit lieben Grüßen

    Unilan
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  9. #8
    wasweissich
    Gast
    Zitat Zitat von unilan Beitrag anzeigen



    Noch eine kleine Anmerkung:
    Unsere Baubehörde hier hat den Ruf einer Bauverhinderungsbehörde. Der Chef, hat schon Rückbauten angeordnet, die auf Gesetze von Kaiser Wilhelm beruhen und bei jedem normal denkenden Menschen nur Kopfschütteln hervorrufen.

    In der Erwartung Eurer Antworten verbleibe ich -

    mit lieben Grüßen

    Unilan

    da fällt mir sofort s_________l ein , das bauamt geniest einen exellenten ruf
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  10. #9
    Themenstarter

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    Hallo wasweisich,

    nein, es ist nicht das Bauamt, was du meinst. Aber schön??? zu hören, dass noch mehr Leidensgenossen gibt. Man fühlt sich nicht so allein auf der Welt.

    Aber an den Rest der Forumsmitglieder, kann mir einer weiterhelfen?

    Gruß

    Unilan
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  11. #10

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    nein, es kann dir keiner helfen.
    die gemeinde hat das sagen und wenn du nicht die nachweisliche qualifikation hast, siehts halt schlecht aus.
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  12. #11

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    ....in meinem Bekanntenkreis viele selbstständige Handwerker.
    wenn ein maurer-oder zimmermeister dabei ist, könnts was werden
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  13. #12

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    Hallo Unilan,

    schon in deiner Bauanzeige konnte der Bauleiter benannt werden, bestätigt durch den Entwurfsverfasser und den Bauherren.

    Wie Ralf Dühlmeyer schon ausführt, gibt es kein eindeutiges Berufsbild eines Bauleiters und somit ist die Ablehnung durch das Bauordnungsamt bei deiner Qualifikation ( siehe analog Dipl.-Ing. gleichgestellt Meister bei Eintrag in die Handwerksrolle ) sicherlich ein Willkürakt ohne sachliche Grundlage.

    Um meine Ausführung abzukürzen kann ich nur empfehlen, Einsicht in das "Bauleiterhandbuch" von Prof.Dr.oec.Dipl.-Ing.Helbig u.A. (Verlag Rudolf Müller) zu nehmen.

    Nach meiner Teilnahme an mehreren Fachvorträgen von Prof.Helbig und dem intensiven Studium dieses Praxishandbuches kann ich sagen, daß ich eine einigermaßen große Rechtssicherheit erlangt habe.

    Es wird dir bei der Auseinandersetzung mit dem Bauordnungsamt eine große Hilfe sein.

    Zum Schluß ein praktischer Hinweis. Setze den Entwurfsverfasser ( Bauvorlageberechtigten) als Bauleiter ein, mache zu seiner Absicherung einen kleinen Bauleitervertrag und übernimm die Bauleitung selbst. Das kratzt zwar etwas am Selbstwertgefühl, erleichtert aber den Vorgang.

    Viel Erfolg!
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  14. #13
    Bauexpertenforum Avatar von Bruno
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    Zitat Zitat von hardyfree Beitrag anzeigen
    somit ist die Ablehnung durch das Bauordnungsamt bei deiner Qualifikation ( siehe analog Dipl.-Ing. gleichgestellt Meister bei Eintrag in die Handwerksrolle ) sicherlich ein Willkürakt ohne sachliche Grundlage.
    Andersrum ist es. Die Entscheidung liegt im Ermessen der Behörde. Diese trifft die Entscheidung sehr wohl auf der Basis einer sachlichen Grundlage und zieht die per Berufsausbildung erworbene Qualifikation heran. Alles andere wäre unsachlich, insbesondere die Würdigung von Aussagen wie "Bauen ist für mich zum Hobby geworden und dient mir als Ausgleich zu meiner täglichen Büroarbeit". Demnächst kommt jemand auf die Idee, den Anwaltszwang vor Gericht dadurch zu umgehen, dass er Juristerei als Hobby angibt und auf das Schauen von 200 Folgen Barbara Salesch verweist.
    Zum Schluß ein praktischer Hinweis. Setze den Entwurfsverfasser ( Bauvorlageberechtigten) als Bauleiter ein, mache zu seiner Absicherung einen kleinen Bauleitervertrag und übernimm die Bauleitung selbst.
    Jeder Entwurfsverfasser, der nur einen Funken Verstand hat, wird ein solches Ansinnen ablehnen. Ein "Bauleiterverträgle" kann ihm nicht die Last abnehmen, bei Verstößen gegen das Baurecht strafrechtlich und bußgeldmäßig herangezogen zu werden, für Versäumnisse, Verstöße, Unfälle usw., die er nicht einmal mitbekommen hat. Einfach mal die Paragrafen zur Ordnungswidrigkeit lesen. Abgesehen davon, dass ein solcher Vertrag, der nur zur Umgehung einer gesetzlichen Pflicht dient, sowieso in der Pfeife zu rauchen ist. Das Thema anerkannte Regeln der Bautechnik, zivilrechtliche Haftung, Inanspruchnahme der Berufshaftpflichtversicherung, Rabattrückstufung, Selbstbehalt usw. lasse ich mal ganz außen vor.
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  15. Schau dir mal das Bauherren-Handbuch an.. Sehr viele nützliche Infos!
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  16. #14

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    Hallo Bruno,
    ich stimme der Ausführung vollkommen zu. Von einem Bauleiter im Sinne der Tätigkeitsmerkmale seiner zu erbringenden Leistungen ist mit Sicherheit eine so hohe Qualifikation (Theorie und Praxis) zu erwarten, die erst nach vielen Berufsjahren erlangt werden kann.

    Leider sieht die Wirklichkeit in vielen Fällen anders aus.

    Die Anforderungen, die an einen Bauleiter größerer Bauvorhaben gestellt werden sind so hoch, daß sie von einer Einzelperson vielfach nicht erfüllt werden können - also Oberbauleiter/Fachbauleiter.

    Damit wir uns richtig verstehen, mein Beitrag bezog sich ausschließlich auf das Bauvorhaben von Unilan, der in seinen Ausführungen Sachkunde auswies.

    Er ist selbst Bauherr, sein Bauvorhaben ist überschaubar und er wird sich sicherlich von seinem Architekten und von den Gewerken kompetenten Rat einholen.

    Nicht umsonst habe ich eindringlich auf das Bauleiterhandbuch" von Prof.Helbig hingewiesen.
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  17. #15

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    Sorry....

    Zitat Zitat von hardyfree Beitrag anzeigen
    Setze den Entwurfsverfasser ( Bauvorlageberechtigten) als Bauleiter ein, mache zu seiner Absicherung einen kleinen Bauleitervertrag und übernimm die Bauleitung selbst. Das kratzt zwar etwas am Selbstwertgefühl, erleichtert aber den Vorgang.
    aber das klingt eher nach Anleitung zur Akquise eines Stempelaugusts.
    Und leider gibt es genug Dummis, die sowas auch noch machen - auf beiden Seiten.
    MfG
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