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Bauverträge

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  1. #1
    MB
    Gast

    Bauverträge

    Ich habs mit Absicht hier reingestellt.
    Wie ist denn die übliche Situation beim Bauherrn, speziell bei Bauträgern? Ist es nicht so, daß Bauherren sich mehr oder weniger erpressen lassen? Ich habe jedenfalls den Eindruck. Bei den Verträgen, die ich fast täglich sehe, sträuben sich sogar mir als Nichtjuristen die Nackenhaare.
    Da werden keine vertragsstrafen vereinbart, keine Unterlagen ausgehändigt, baustellenverbote ausgesprochen, Abnahmen erzwungen ohne daß der bauherr weiß was geschuldet wird usw. usw.
    Warum lassen sich dieseleben Bauherren, die beim popeligen VW Golf für 30 Kilomark in stundenlangen Verhandlungen ein Radio oder nen Spoiler "raushandeln", beim Hausbau so übers Ohr hauen?
    ich kapiers ehrlich nicht
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  2. Bauverträge

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  3. #2

    Registriert seit
    05.2002
    Ort
    Niedersachsen
    Beruf
    Bauingenieur / Tragwerksplanung
    Beiträge
    78
    Das ist der psychologische Effekt. Schliesslich versteht JEDER Mann ganz automatisch etwas vom Bauen (und natürlich auch vom Recht, das geht besonders einfach, so wie man denkt so ist es)und zuzugeben, das dies nicht oder nur begrenzt der Fall ist entspricht einer Aussage wie "Ich bin impotent und Autofahren kann ich auch nicht". Naja, da muss man schon mal zu Dingen schweigen die man nicht versteht. Das war jetzt die bösartige Variante (als Folge permanenter Verärgerung über - sie ahnen es schon). Aber mal Hand aufs Herz. Wenn ich ein Auto kaufe, dann kaufe ich es ja schon fertig, vielleicht mit nem Spoiler zusätzlich. Aber am Vertrag muckel ich auch nicht rum, habe auch (früher) nie gesagt: Was nur ein Jahr Garantie? Doch gravierender ist doch: Ich muss beim Herstellungsprozess nicht so richtig dabei sein. Ich laufe nicht durch die Produktion und muss erkennen dass die Dichtung so nicht funktionieren kann, dass die Batterie schadhaft ist etc. Und dann kommen auch wenige die sagen: Bei meinem Auto ist das aber so und so gemacht worden, bei Dir ist es bestimmt Pfusch. Also vielleicht sollte man nicht zu hart sein mit der Naivität der Bauherrn. Interessant finde ich allerdings die Mischung aus eben jene Naivität bei gleichzeitigem Dauermisstrauen.
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  4. #3
    uwem
    Gast
    Hi,
    das ist einfach so weil....in Deutschland gibt es kein Haus mit Baumängeln!!!
    Es ist kurios, jeder Bauträger den man Anfragt erklärt, dass sie die Besten sind!! Mängel.. bei uns doch nicht.. ok die Konkurenz, die pfuscht... aber wir doch nicht!!!
    Das Problem ist doch, die meisten haben überhaupt keine Ahnung was sie unterschreiben. Kaum einer versteht die Baubeschreibung und den Vertrag. Dazu die Werbung von 20.000 zufriedenen Kunden.
    Mir ging es doch ähnlich ... bis ich euch getroffen haben. Erst heute verstehe ich( wenigstens etwas), dank eurer Hilfe, was die mir vorlegen und wodrauf ich achten muss... bzw. was ich bei euch fragen sollte.
    Ich bin impo... äh neee.. das nicht aber ich habe keine Ahnung vom Bauen, bin kein Handwerker und völlig ungeschickt!!! Ja und was nun?..
    Das Problem ist aber doch auch der Zeitaufwand... wer plant denn schon monatelang und nimmt sich die NÖTIGE!! Zeit.
    Dazu die "Lockangebote". Mir liegt zur Zeit vor: "Nur für 14 Tage... unterschreiben sie bis.. erhalten Sie den Erker im Werte von 3000€ kostenlos dazu!!" Weiteres Angebot: Vertrag bis... = kostenlose Solaranlage!! Na dann doch schnell unterschreiben... ich bin doch ein Sparfuchs!

    Das nächste Problem.. ja wo soll man denn Fragen??? Der Bekanntheitsgrat eines Forums ist unter "Otto Normalverbraucher" einfach nicht gegeben. (Für Martin: ändert sich mit nem Forumshaus ;-) )

    Vergleich zum Autokauf.. hier gibt es ams, Autobild, ADAC usw. Informationen überall. Sicher hat jeder einen Bekannten der auch seinen "senf" dazugibt. Ich habe eine Preisliste und kann verschiedene Händler besuchen. Das Produkt ist vergleichbar.. überall. Aber ein Haus??? Wo gibt es Informationen? Rechtsanwalt??? kostet geld..Bauleiter/Baubegleitung.. hä was is das denn??? Und Bauleiter stellt doch der BT....
    Natürlich sind viele Bauherren naiv. War ich doch auch. Hier fehlt in vielen Fällen einfach information und Aufklärung.
    Dazu kommt....es ist einfach so... jeder glaubt der Bauträger ist einfacher, schneller und Billiger als Archi und Eigenplanung. Desweiteren Festpreis!! Ein Hausbau ist einfach, wenn ich viel Geld habe. Der BT gibt mir nen Festpreis- klare Kalkulation für mich , einfache Antwort kann ich es mir leisten oder nicht.
    Verkalkuliere ich mich bei der Eigen- oder ARchi-Planung, kann das meine Existenz bedrohen. Diese Angst treibt doch auch die Leute zum BT.
    So.. ich hätte noch mehr.. wird aber dann doch zuviel.. abschließend...
    Holt den Bauherrn da ab wo er steht.... (meist) ist er ist naiv und hat keine Ahnung.. bitte berücksichtigt das!
    Uwe
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  5. #4
    MB
    Gast

    Viel Stoff zum Nachdenken

    Also zunächst mal hat doch hoffentlich jeder verstanden, daß ich naiv nicht negativ belegen wollte. Es sollte keinesfalls Dummheit, sondern UNWISSENHEIT ausdrücken.
    Beide Beiträge regen zum Nachdenken an, weil Sie auch aus verschiedener Sicht geschrieben sind. Vergeßt bitte nicht: ich wohne zur Miete und käme nie auf die Idee, ein haus zu bauen. Daher kann ich mich auch in Bauherren so schlecht reinversetzen. Eher schon in Statiker, Architekten (nur ausgesuchte!), Handwerker und Tragwerksplaner.
    Ich sollte mal Helmuth Plecker zu dieser Diskussion einladen, aus Sicht der (wenigen guten!) Bauträger mal ein statement.
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  6. #5

    Registriert seit
    05.2002
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    Beruf
    Bauingenieur / Tragwerksplanung
    Beiträge
    78
    Ja, das hatte ich nie so aufgefasst. Und mein kleiner Seitenhieb auf Möchte-gerne-Bauwissen bezog sich mehr auf die zunehmenden teilweise völlig unsachgemäßen Beiträge die man neuerdings in bau.de lesen kann. Ich hoffe auch aus meinem Beitrag kam heraus, dass ich meinte der Bauherr ist mit der an ihn gestellten Aufgabe überfordert (so wie ich wenn ich beim Autokauf mir Gedanken über den Kaufvertrag und die Konstruktionsdetails des Autos machen müsste....). Ich stelle mir bei den Verträgen die Frage (und habe sie für mich noch nicht beantwortet), ob es nicht erforderlich wäre einige "Vertragsklopfer" durch gesetzliche Regelungen zu ändern.
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  8. #6
    MB
    Gast

    Darüber knacke ich auch

    Ich habe gerade einen aktuellen Fall, wo völlig blödsinnige Raten bezahlt werden. 35 % bei Beginn (!) der Erdarbeiten. Da stell ich mir doch einen Bagger hin, nehme auf 20 verschiedenen Grundstücken ne Schaufel voll und kassiere überall meine 30 %. Danach weitermachen? Wozu? Da bin ich längst pleite.
    Und jetzt zur gesetzlichen Regelung: Null Chancen, dagegen anzugehen, ist ja unterschrieben.
    Es ist in der tat Gesetzgebung und Rechtsprechung (bitte die fundamentalen Unterschiede beachten) die hier im Argen liegen. Betrügern sind am Bau Tür und Tor geöffnet, ohne daß ein bauherr, der im Allgemeinen keine Millionen unterm Kopfkissen hat, eine reale rechtliche Chance hat.
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  9. #7
    holzauge
    Gast
    nee mb,gesetzgebung ist meistens vollkommen ausreichend und die rechtsprechung muss sich halt dran orientieren. das problem ist die unwissenheit auf allen seiten. zuerst beim bauher##,der sich über den tisch ziehen lässt. danach beim richter der vom prob (baumängel u.a.probs und deren entstehung) keine oder zuwenig ahnung hat und i.z. auch nur so tut als würde er den sv verstehen. dann der staatsanwalt,der betrug am bau als kavaliersdelikt versteht(?!) und dementsprechend geringe strafen fordert. der ra,der sich aus ignoranz schlecht vorbereitet und dementsprechend den gutachter oder die argumente der gegenseite nicht zerpflücken kann. sowie zuletzt der betrügerische bu o.ä. der sich für superschlau gehalten,zu dreist vorgegangen und doch noch vom mahlstein der justiz plattgemacht wird. ich gebe noch nicht die hoffnung auf,das es besser wird. mfg holzauge :-)
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