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  1. #1

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    Ablaufrohr nach Nachbessern wieder kaputt

    Guten Morgen,

    ein kleines Problem an meinem Neubau und ich brauche eueren Rat wie ich weiter vorgehe. Die Baufirma hat bereits einmal nachgebessert, ohne Erfolg.
    Es geht um die Verbindung zwischen Regenfallrohr und der Ringdrainage mit dem Kontrollschacht von wo aus das Regenwasser/Drainagewasser in den städtischen Kanal gelangt.

    Diese verläuft (Bild 1) unterhalb der Garagentore, nicht allzu tief, in einem Schotterbett. Beim Überfahren mit dem Auto ging das Plastikrohr kaputt. Das habe ich bemerkt als bei Regen massenweise Wasser vor den Garagen war und auch noch nach Tagen ohne Regen die Drainage vor die Tore "evakuierte". Ich habe dann gefärbtes Wasser in die Regenrinne gekippt und es kam nie am Kontrollschacht an.
    Die Baufirma hat dann 3 Monate gebraucht, um die Nachbesserung in ihren Terminkalender zu bekommen.
    Dabei wurden die Rohre ersetzt, zusätzlich in ein Kiesbett gelegt und mit Geotextil abgedeckt (nicht umwickelt).

    Jetzt, zwei Wochen später, habe ich wieder verdächtig viel Feuchtigkeit im Schotter vor den Garagen und ich fürchte, die Rohre sind wieder futsch.

    Meine unfachmännische Idee: Der Kontrollschacht wurde ursprünglich bereits zu hoch gesetzt. Dadurch kommen auch die Rohre vor den Garage zu hoch, um sicher überfahren werden zu können.
    Die Firma hat nur die gebrochenen Rohre ersetzt, ohne die ganze Einheit tiefer und dadurch sicherer zu installieren. (Beim Nachbarhaus - selber Bauträger, anderer Subunternehmer - wurden diese Rohre wesentlich tiefer gesetzt.
    Wie gehe ich vor ? Ein Telefonanruf und hoffen, dass es weniger als 3 Monate sind bis der Subunternehmer wieder nachbessert? Oder soll ich gleich einen Sachverständigen bestellen, der die Sache neutral beschreibt und dies als Brief an den Bauunternehmer schicken ?
    Oder selber Hand anlegen ? Aber wenn ich den Kontrollschacht senken und bis zur Strasse buddeln muss ist das eine Menge Handarbeit.

    Wir würden demnächst gerne die Auffahrt zur Garage pflastern. Aber mit dem momentanen Wasserproblem können wir die Sache noch nicht angehen

    Anbei ein paar Skizzen der Situation.

    Schema


    Schnitt


    Draufsicht


    Was soll ich tun ? Ich freue mich über jeden Rat.
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  2. Ablaufrohr nach Nachbessern wieder kaputt

    Schau dir mal diesen Ratgeber an. Dort findet man Infos und Antworten.

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  3. #2
    Bauexpertenforum
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    um das ganze mal anders zu starten: habt Ihr Misch- oder Trennkanalisation, d.h. gibt es nur einen öffentlichen Kanal, an den Schmutz- und Regenwasser angeschlossen ist oder gibt es zwei öffentliche Kanäle und demzufolge jeweils separate Anschlüsse für Schmutz- bzw. Regenwasser?
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  4. #3
    Themenstarter

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    Hallo Manfred,

    zwei Kanäle. Genau wie Du beschreibst:

    Es gibt einen Kontrollschacht wo das gebrauchte Wasser (vom Hausinnern) ankommt und daneben einen zweiten wo das Regenwasser (aus Drainage und Regenrinne) angekommt. Beide gehen dann in unterschiedliche Anschlüsse an das öffentliche Netz.

    Grüsse
    Dirk
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  5. #4
    Bauexpertenforum
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    Hallo Dirk,
    o.k., erste Hürde genommen
    Zweite Prüfung: dürft Ihr euer Drainagewasser denn in den Regenwasserkanal einleiten, d.h. steht hierzu irgendwas in der örtlichen Entwässerungssatzung und/oder in einem gesonderten Dokument des Kanalnetzbetreibers?
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  6. #5
    Themenstarter

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    Hallo Manfred,

    ja, das ist so ok. Auf der Baugenehmigung sind diese zwei Kontrollschächte auch eingezeichnet.

    Eine durchgezogene Linie symbolisiert das Regenwasser aus der Regenrinne, eine gestrichelte Linie die Drainung. Und beide Striche münden in den Kontrollschacht "Regenwasser" von dem dann ein Strich ins Kanalnetz geht.

    Da uns die Baugenehmigung ja erteilt wurde, denke ich das ist alles soweit rechtlich ok.

    Grüsse
    Dirk
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  7. #6
    Bauexpertenforum
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    Hallo Dirk,
    o.k., das "France" war mir zwischenzeitlich entfallen, erst jetzt wieder erkannt. D.h. in rechtlichen Dingen kann ich das eh nicht bewerten.

    Aber folgende Grundinformationen:
    Auch Rohre kann man statisch berechnen. Statik der Rohre stellt aber ein Verbund von Rohrbettung und Rohr selbst dar, d.h. damit ein normal dimensioniertes Rohr hält, benötigt es eine korrekt ausgeführte Bettung: steinfrei, ausreichend tief, ausreichend verdichtet etc. Es wird mit Sicherheit für das eingebaute Rohr vom Hersteller zugelassene Einsatzgrenzen geben. Ich vermute mal, dass die Grenzen hier nicht eingehalten wurden und wahrscheinlich auch keinem Beteiligten bekannt sind.

    Übliche Kunststoffrohre werden bei geringer Überdeckung und Überfahrung nur per Zufall halten. Stabiler sind z.B. Gussrohre, aber natürlich gibt es auch für die die entsprechenden Einsatzgrenzen.

    Wenn der Anspruch da ist, dass es wirklich hält, muss folgender Weg eingehalten werden:
    a) Planung der Leitung mit Festlegung Verlegetiefe und Rohrtyp
    b) ggf. Vorstatik, z.B. vom Rohrhersteller
    c) Preisanfrage an Bauunternehmer, mit allen relevanten Angaben und incl. Anforderung an zu liefernde Statik, Auftrag
    d) Unternehmer prüft für die von ihm zum Einbau vorgesehenen Rohre, ob statische Rahmenbedingungen erfüllt und/oder lässt Statik rechnen
    e) Unternehmer reicht Nachweise ein und erhält Freigabe vom Bauherrn/Planer
    f) Unternehmer baut nach Einbauanleitung des Rohrherstellers ein.
    g) Vermessung und Dichtheitsprüfung zum Nachweis, evtl. sogar Verdichtungsnachweis

    So, dass wäre der m.E. einzige Weg, der wirklich Sicherheit gibt, kostet natürlich etwas mehr als im EFH-Bau üblich.

    Für deine derzeitige Fragestellung scheint das zugegebenermaßen etwas überzogen, aber wie du siehst, führen einfachere Wege zu Schäden oder zumindest zu einer Unsicherheit, ob das eingebaute Rohr wirklich dauerhaft hält.

    Zur akuten Frage: Ersatzvornahme würde ich nicht machen, denn wenn Anspruch gegen Bauunternehmer erhalten werden soll, muss dem Möglichkeit zur Nachbesserung gegeben werden. Frage geht daher ganz real bis auf den ursprünglichen Vertrag bzw. dessen Deutung zurück, welchen Anspruch du ganz konkret gegenüber dem Bauunternehmer hast.

    Ganz konkret würd ich Termin machen einem fachkundigem Bauleiter auf deiner Seite und dem Unternehmer.
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  8. #7
    Themenstarter

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    Danke, Manfred, für die ausführliche Antwort.
    Im Prinzip ist es ja so, dass ich noch 2 Monate "Garantie auf perfekte Ausführung" (Garantie du parfait achèvement) habe.

    Der Vertrag sieht vor: Alle Anschlüsse an das öffentliche Netz.

    Daher sollte ich ja dann davon ausgehen, dass bei unserem Haus (Standardmodell des Bauträgers, vier davon in unserem Baugebiet) die Ausführung auf "autosicheres Überfahren" ausgelegt sind und nicht einfach nur auf "irgendeine Art von Anschluss".

    Ich gehe mal einfach davon aus, der Subunternehmer hat bei unserem Haus geschlampt. Der Nachbar hat ein schwereres Auto und kein Wasser vor der Garage.
    Ich denke ich bitte den Bauleiter vorbeizuschauen und sich mittels Schaufel ein Bild von der Einbautiefe zu machen,,,,,
    Es kann doch nicht sein, dass ich auf einer Fehlinstallation sitzen bleiben muss

    Grüsse
    Dirk
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  9. #8
    Avatar von bemi
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    Die Rohre müssen auch Frostfrei verlegt sein dh .mind 80 cm Tief,und wenn dann richtig verdichtet ist kann normal nichts passieren.
    Überprüfe mal die Tiefe vor den Garagen,wenn die Tiefe nicht vorhanden ist Mangel anmelden,bei deinem Architekten schlau machen nach den DIN Normen.
    Einen SV kannst du immer noch einschalten.
    bemi
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  10. #9

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    @ bemi...

    Isch Bauschdelle in Fronkreisch!!
    Nix DIN - bestenfalls EN.
    MfG
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  11. #10
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    @Bemi: *ähem* ,,,,,, wie Ralf schrieb, das Ganze ist in Frankreich, die sehen manches etwas lockerer ,,,,,
    80 cm ,,,,,,,,davon kann mein Ablaufrohr nur träumen,,,,, wenn das mal 30-40 cm tief sitzt ,,,,,,,deshalb ist es ja wahrscheinlich auch kaputt
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  12. #11
    Avatar von bemi
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    Oh Das habe ich überlesen wie das in France aussieht habe ich keine Ahnung von
    bemi
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  13. Schau dir mal das Bauherren-Handbuch an.. Sehr viele nützliche Infos!
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  14. #12
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    ,,,,kann mir vielleicht jemand ein Beispiel geben wie der Aufbau (ungeachtet der Frostsicherheit) aussehen sollte, damit ich mit meinem Auto da drüberfahren kann?

    Manfreds Ausführungen

    Wenn der Anspruch da ist, dass es wirklich hält, muss folgender Weg eingehalten werden:
    a) Planung der Leitung mit Festlegung Verlegetiefe und Rohrtyp
    b) ggf. Vorstatik, z.B. vom Rohrhersteller
    c) Preisanfrage an Bauunternehmer, mit allen relevanten Angaben und incl. Anforderung an zu liefernde Statik, Auftrag
    d) Unternehmer prüft für die von ihm zum Einbau vorgesehenen Rohre, ob statische Rahmenbedingungen erfüllt und/oder lässt Statik rechnen
    e) Unternehmer reicht Nachweise ein und erhält Freigabe vom Bauherrn/Planer
    f) Unternehmer baut nach Einbauanleitung des Rohrherstellers ein.
    g) Vermessung und Dichtheitsprüfung zum Nachweis, evtl. sogar Verdichtungsnachweis


    macht natürlich Sinn (der perfekte Weg), aber ich brauche eine Argumentationshilfe wenn ich mit dem Bauunternehmer vor der Einfahrt stehe und ihm erklären muss, dass mein Auto nicht zerstörerischer ist als andere

    Danke und sonnige Grüsse,
    Dirk
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  15. #13
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    Hallo Dirk
    wenns denn unbedingt Plastik sein muss, findest du z.B. hier genaueres:

    http://content.wavin.com/WAXDE.NSF/pages/PLKanalDE/$FILE/Wavin_Abwasser_drucklos_0107.pdf

    Stabilität, der Reihe nach geordnet:
    1. billige KG-Rohre aus dem Baumarkt
    2. normale KG-Rohre vom Baustoffhandel, z.B. Wavin
    3. KG 2000 (die Grünen)
    4. gerippte KG-Rohre (Ultra-RIB)
    5. Gussrohre (mit Muffen, nicht muffenlose SML-Rohre)

    Statik hab ich griffbereit nur für Ultra-RIB, da fängts mit Überdeckungshöhen ab 75 cm an!
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