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Nicht zugelassene Dämmung unter Bodenplatte, Haus steht bereits, Was ist zu tun ?

Diskutiere Nicht zugelassene Dämmung unter Bodenplatte, Haus steht bereits, Was ist zu tun ? im Forum Abdichtungen im Kellerbereich auf Bauexpertenforum.de


  1. #1
    Hr Kirschke
    Gast

    Nicht zugelassene Dämmung unter Bodenplatte, Haus steht bereits, Was ist zu tun ?

    Hallo zusammen,

    ich habe folgendes Problem.
    Die Hälfte meines Kellers wurde unter der Bodenplatte
    mit einer Perimeterdämmung gedämmt, die nicht
    für lastabtragende Bodenplatten zugelassen ist.

    Archi bereits rausgeschmissen. Rohbauerarbeiten
    noch nicht abgenommen, aber Haus steht bereits
    im Rohbau incl. Estrich und Innenputz, Fenster.

    Wer ist dafür verantwortlich, dass nur Baumaterialien
    eingebaut werden, für die eine Zulassung existiert ?

    Ist es der Archi oder muß auch der Rohbauer das
    wissen oder beide ?

    Wie kann ich prüfen lassen, daß die eingebaute
    Dämmung (insbesondere, da auch nur zur Hälfte eingebaut)
    auf Dauer (auch nicht nach 15 Jahren) nicht zu Setzungen des
    gesamten Hauses führen ?

    Gibt es Maßnahmen diese Setzungen zu vermeiden ?


    Für konstruktive Vorschläge dankbar,

    Ein Bauherr kurz vor dem Nervenzusammenbruch.

    Gruss Hartmund Kirschke
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  2. Nicht zugelassene Dämmung unter Bodenplatte, Haus steht bereits, Was ist zu tun ?

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  3. #2
    bauworsch
    Gast

    Beide müssen es wissen

    und der Architekt muß es prüfen.

    Wie haben Sie das festgestellt?
    Um welche Dämmung ( Hersteller, Typ ) handelt es sich?
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  4. #3
    Hr Kirschke
    Gast

    Dämmung

    Hallo Herr Worsch,

    ich habe bei der DIBT in deren Datenbank direkt nachgeschaut
    und die INteressenvertretung der XPS Hersteller nach den bisher
    erteilten Zertifizierungen für lastabtragende Bodenplatten gefragt.

    Dabei war unsere nicht enthalten, es existiert nur eine
    ZUlassung als Perimeterdämmung aber nicht für
    den Anwendungsfall lastabtragende Bodenplatte.

    Zudem sagt der Baustoffhändler, bei dem das Zeug bezogen
    worde ist, das Gleiche (keine Zulassung).

    Für mich ist das Kind bereits in den Brunnen gefallen und die
    Frage besteht, wie kann ich prüfen, ob die Dämmung trotzdem OK ist, oder zu Setzungen führt.

    Hierbei kann das ja auch erst nach ein paar Jahren geschehen.

    Eine Abnahme kann natürlich nicht erfolgen, aber wie ist
    zu verfahren ?


    Gruss
    Hartmund Kirschke
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  5. #4
    bauworsch
    Gast

    Sowas Ähnliches hatten wir hier vor kuzem

    Hier war es eine Dämmung von Isofoam.
    Hier der link zu diesem Beitrag

    Wenn Sie das Produkt schon ausfindig gemacht haben, gibt es sicherlich die entsprechenden technischen Daten, gerade bezüglich Druckfestigkeit und Steifigkeit, ich gehe davon aus, dass ein Statiker auf der Grundlage Ihrer Statik hier sicherlich zu einem Ergebnis kommen wird.

    Die Verweigerung der Abnahme war in diesem Fall ein erster richtiger Schritt. Der Bauunternehmer bleibt so vorerst in der Beweislast und Nachweispflicht.

    Wie weiter verfahren?

    Da die Kiste wohl schon ziemlich verfahren scheint, ist die Hinzuziehung eines Spezialisten für Baurecht m.E. unumgänglich. Schreit nach einem Beweisverfahren. Und geben Sie dem Rechtsanwalt einen guten Sachverstänigen an die Hand, RA sind Juristen und keine Baufachleute.
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  6. #5
    Bauexpertenforum Avatar von Bruno
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    mal ganz dumm gefragt

    Wo steht, dass XPS eine Zulassung unter lastabtragenden Bodenplatten braucht?

    Art. 19 BayBO:

    Bauprodukte dürfen ... verwendet werden, wenn sie für den Verwendungszweck von den nach Absatz 2 bekanntgemachten technischen Regeln nicht oder nicht wesentlich abweichen.

    in Absatz 2 steht:

    Das DIBt macht ... für Bauprodukte ... in der Bauregelliste A die technischen Regeln bekannt.

    in der Bauregelliste A steht:

    DIN 18164-1 : 1992.08 Schaumkunststoffe als Dämmstoffe für das Bauwesen; Dämmstoffe für die Wärmedämmung

    also:

    Hat das XPS ein Übereinstimmungszertifikat (ÜZ) für Dämmungen gemäß DIN 18164-1, ist eine weitere Zulassung nicht erforderlich. Das Produkt ist ein geregeltes Bauprodukt.

    hierzu ein Hersteller:

    XPS-Produktkennzeichnung
    Die Kennzeichnung sowie die Angaben über die wichtigsten Materialkenndaten sind entweder auf den einzelnen XPS-Dämmplatten aufgedruckt, oder auf einem Etikett an der Verpackung.


    Das Zertifikat kann auch im Ausland ausgestellt werden, hierzu BayBO Art. 27:

    Prüf-, Zertifizierungs- und Überwachungsergebnisse von Stellen, die nach Art. 16 Abs. 2 der Bauproduktenrichtlinie von einem anderen Mitgliedstaat der Europäischen Union oder von einem anderen Vertragsstaat des Abkommens über den Europäischen Wirtschaftsraum anerkannt worden sind, stehen den Ergebnissen der in Absatz 1 genannten Stellen gleich.

    Wenn Belastbarkeit und tatsächliche Belastung zusammenpassen, sollte alles paletti sein. Habe ich was übersehen?
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  7. #6
    Bauexpertenforum Avatar von Josef
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    *mmmh*

    das ich kein XPS unter der Bodenplatte leiden kann dürfte ja bekannt sein ... "klar" hat ich desöfteren diesbezüglich Anfragen ... hab´s aber dann doch immer wieder niederschmettern können ... "einmal" wär´s aber bald soweit gekommen und ich hab meinen Baustoffexperten kontaktiert und gefragt was ich preislich für des Zeug ansetzen müsste ... die Aussage (und des iss koa bläda) des Baustoffhändlers war "nimm des normale XPS von Isofoarm ich meld die Baustelle und die Stärke bei Isofoarm an" ... wie gesagt kann ich mich mit dem Zeug unter der Bodenplatte ned anfreunden und gleich dreimal ned wenn´s "nur" um Teildämmungen geht ... "ABER" vielleicht ist des der Schlüssel den "IHR" hier alle sucht ???

    MfG
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  8. #7
    Lebski
    Gast
    *auch mmmh*
    Dämmstoff...ok, wird aber hier Lastverteilend eingesetzt. Das ist bei Dämmstoffen sonst nicht der Fall. Erschwerend kommt hinzu: Es gibt XPS mit Zulassung: 1. Warum machen die anderen das? 2. Ist es dann nicht a.R.d.T.? 3. Nicht jeder baut in Bayern.
    @ Hr. Kirschke: Was sagt der Statiker???
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  9. #8
    Bauexpertenforum Avatar von Bruno
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    an Bayern liegts nicht

    Die von mir zitierten Artikel der BayBO finden sich wortgleich in der Musterbauordnung 2002 und in allen anderen Bauordnungen.

    Noch ein Argument:

    Gem. § 21 Musterbauordnung brauchen nur Bauarten, die von Technischen Baubestimmungen wesentlich abweichen oder für die es allgemein anerkannte Regeln der Technik nicht gibt (nicht geregelte Bauarten), eine allgemeine bauaufsichtliche Zulassung. Perimeterdämmungen aus XPS, auch unter Bodenplatten, sind a.R.d.T., sie werden seit langem in der DIN 4108-2 erwähnt und seit 20 Jahren im Erdreich eingesetzt. Dass Baustoffe, die eine Druckfestigkeit besitzen, entsprechend belastet werden können, ist für mich auch a.R.d.T.

    Dass einige Hersteller bauaufsichtliche Zulassungen beantragen, kann kein Argument sein, dass die Zulassungen tatsächlich erforderlich sind. Anscheinend beantragen einige Hersteller keine Zulassung, das wäre im Gegenzug das Argument dass keine nötig ist.
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  10. #9
    MB
    Gast

    Ähm, hallo?

    "Wie kann ich prüfen lassen, daß die eingebaute
    Dämmung (insbesondere, da auch nur zur Hälfte eingebaut) auf Dauer (auch nicht nach 15 Jahren) nicht zu Setzungen des gesamten Hauses führen ?"

    Das sind zwei Fragen:
    1. Wie kann ich prüfen lassen... (Verdacht?)

    2. ... nicht zu Setzungen des Hauses führt...

    Hallo Wach! Jedes Haus setzt sich. Das ist nun mal so die Natur des Bodens. Selbst Fels tut das (auch wenn es bei der Statik nicht berücksichtigt wird).

    Wenn überhaupt ist unterschiedliche Setzung das Problem. Die führt aber nicht nach 15 Jahren, sondern sofort zum Problem.

    Die Dämmung kann höchstens absaufen und nicht mehr dämmen. Das ist alles. Und ich bin KEIN Schweinchenerkenner.
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  11. #10
    Lebski
    Gast
    Die Frage war nicht, ob XPS ins Erdreich kann, sondern ob es als Lastverteilungsschicht einsetzbar ist. Also auch nach DIN 1045, und nicht nur so unter Bodenplatten.
    Isofoam ist ein ausländischer Hersteller, der Probleme mit den Treibgasen hat. Deshalb keine Zulassung (mein Kentnissstand) Die Musterbauordnung kenn ich nicht. Gibts da einen Link? Wäre nett.
    Bisher dachte ich immer, dass Produkte einzusetzen sind, für die es eine Zulassung gibt, Ausnahmen nur, wenn es keine zugelassenen Produkte gibt. Ich bin aber gerne Bereit dazuzulernen.
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  12. #11
    Bauexpertenforum Avatar von Bruno
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    MBO

    Die Musterbauordnung ist keine Verordnung. Sie ist nur das Dokument der Bauministerkonferenz der Länder, von dem alle Länder abschreiben wenn sie ihre Landesbauordnungen erstellen.
    http://www.is-argebau.de/asp/verzeic...&sid=165733648

    Die DIN 1045 gilt nur für Beton und Stahlbeton - Bemessung und Ausführung. Sie kann wohl kaum Regeln für XPS enthalten.

    Ich will auch niemand wegen der Zulassungen auf falsche Fährten führen. Unter meinem Beitrag steht nach wie vor "Habe ich was übersehen?"
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  13. #12
    Lebski
    Gast
    Ich frag ja auch nur Bruno.
    Danke für den Link.
    Die DIN 1045 stellt doch Anforderungen an den Untergrund, also auch an das XPS. Egal.
    Letztendlich muss es wohl doch der Statiker entscheiden. Denn zumindest der kann es Abnehmen.
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  14. #13
    Bauexpertenforum Avatar von Josef
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    von was

    ich "aber" dringenst abraten würde ... "wäre" solche Dämmung "nur" in Teilbereichen einzusetzen ... entweder "alles" oder nichts (!) ... denn mir wär des daraus resultierende sicherlich unterschiedliche Setzungsverhalten zu schwammig (!)
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  16. #14
    Mab
    Gast

    Quark

    Jetzt redet Ihr wieder aneinander vorbei. Ich versuche es mal zu ordnen_

    1. Nicht zulässig, aber zu spät. Wie hole ich da Geld raus?

    2. Nicht zulässig, was passiert? Das war die eigentliche Frage

    Der Statiker entscheidet und rechnet da gar nichts. Der nimmt das Bodengutachten als Grundlage und fertig. Den Bodengutachter interessiert die Zulassung nicht. Denn der untersucht en Boden, gibt das an den Statiker weiter. Mehr passiert da nicht.

    Man kann natürlich Gutachter einschalten. Viel Spaß! Und was soll der machen? Ausrechnen, welche Setzungen sich einstellen? Also Bodengutachten abschreiben und die Stauchung des XPS dazu rechnen.

    Er kann natürlich auch einen Wärmedämmverlust ausrechnen. Kommt dann auf üngefähr eine Tafel Schokolade in 10 Jahren.

    Dann bezahlen wir noch den Anwalt, den verlorenen Beweisprozess und die Nebenkosten.

    Und hier sind wir wieder bei der Beweislast...............
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  17. #15
    Avatar von JDB
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    @Lebski : "Lastverteilende Dämmung"
    Das ist wohl ein Witz.
    Lastdurchleitend oder lastaufnehmend gerne, aber nicht bestimmt nicht lastverteilend.

    Oder baust Du Einzelfundamente aus XPS-Klötzen ?


    @Fragesteller :
    "Nicht zugelassen" heißt nicht zwingend "nicht geeignet" bzw. "Gefahr in Verzug"

    Zulassungsprozeduren sind aufwendig und teuer.
    Nicht jeder macht das mit.
    (Hatten wir das hier nicht schon mal mit Jackodur?)
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