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Thema: Fertighaus Bj. 1974 sanieren oder abreißen?

  1. #1

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    Fertighaus Bj. 1974 sanieren oder abreißen?

    Hallo,
    ich bin neu hier und habe einiges zu erzählen

    Ich habe das Haus meiner Eltern geerbt. Bei dem Haus handelt es sich um ein Fertighaus in Holzständerbauweise der Firma S****f (darf man das hier schreiben?) aus den 70er Jahren. Da meine Eltern doch recht früh verstorben sind habe ich mir so meine Gedanken über evt. vorhandene Schadstoffbelastungen in dem Haus gemacht – schließlich lässt sich im Internet einiges darüber finden. Um meine Vermutungen zu untermauern habe ich kurzerhand eine Schadstoffmessung der Raumluft durchführen lassen. Das Ergebnis (es wurde jeweils im EG und DG gemessen, ich gebe hier jeweils den höchsten Wert an):

    Formaldehyd:
    0.19ppm (korrigiert auf 23°C, 45% Luftfeuchte)
    Der sog. „Eingreifwert“ liegt hier bei 0.1ppm, also fast Faktor 2 drüber

    Chloranisole (sorgen für unangenehmen korkig-muffigen Geruch):
    Es gibt mehrere Wert, Gesamtwertung im Abschlussbericht: deutliche Konzentration)

    Holzschutzmittel (untersucht wurde nach PCP, Lindan, Dichlofluanid):
    Spitzenreiter: Lindan mit 185 ng/m³
    Grenzwert hier: 100 ng/m³, also wieder fast Faktor 2 drüber

    Kurzum wurde Formaldehyd und Lindan in erheblichen Konzentrationen festgestellt. Die Quelle des Formaldehyd liegt wohl überwiegend bei den verbauten Spanplatten, die des Lindans mehr im verbauten Holzständerwerk.

    Das Haus ist vollunterkellert. Seit Fertigstellung des Hauses gibt es arge Probleme mit Wassereintritt in den Keller. Sobald es länger regnet scheint sich mehr oder weniger viel Wasser rund um das Haus aufzustauen und es kommt definitiv zu einer zeitweisen Druckwasserbelastung. Der Keller wurde nicht gegen Druckwasser abgedichtet, die äußere Abdichtung wurde falsch ausgeführt und die Fundamentplatte ist in einer Ecke durchgebrochen (1-2mm Spaltgröße). Infolgedessen läuft zeitweise literweise Wasser in den Keller. Wird das Wasser nicht regelmäßig abgepumpt läuft der Keller voll.
    Das Wasser tritt durch die Fundamentplatte und durch das Mauerwert (ich glaube die Steine heißen „Hohlbetonblocksteine“, Innenwände allerdings aus Kalksandstein) ein. In der Vergangenheit sind mehrere Abdichtungsversuche durch verkieseln und/oder Harz usw. ausprobiert worden. Nichts davon wurde durchgängig durchgeführt (eine Wand so, die andere mal so ).

    So, jetzt habe ich hoffentlich genug von meinem Leid geklagt . Eins ist klar, wir würden gerne in dieses Haus oder in ein Neues (auf dem vorhandenen Grundstück) einziehen, aber dann bitte ohne Schadstoffbelastungen! Jetzt hätte ich gerne ein paar unabhängige Meinungen von euch ob eine Sanierung sinnvoll oder überhaupt machbar ist oder ob ein Neubau die bessere Lösung ist. Persönlich tendiere ich mittlerweile zu Lösung 2….

    Angebotsanfragen über Sanierung, Abriss und Neubau habe ich schon gestartet - Anntworten stehen hier aber noch aus.

    Gruß
    René
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  2. #2
    Avatar von VolkerKugel (†)
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    Ich denke mal ...

    ... wenn die Lage des Grundstücks einigermaßen ist:
    Abriss einschl. Bodenplatte und neu Bauen.

    Selbst wenn der Keller (mit hohem Aufwand) vielleicht saniert werden kann,
    die Schadstoffe aus dem über 30 Jahre alten Fertighaus darüber kriegt man nicht raus.
    Und die Restlebensdauer dieses Teils dürfte auch nicht mehr so berauschend sein .

    Die Finanzierung eines Neubaus dürfte auch leichter sein als die aufwändige Sanierung mit ungewissem Erfolg.
    Freundliche Grüße . Volker
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  3. #3

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    Zitat Zitat von Rene Beitrag anzeigen

    Ich habe das Haus meiner Eltern geerbt. Bei dem Haus handelt es sich um ein Fertighaus in Holzständerbauweise der Firma ....
    Es hätte vermutlich gereicht zu schreiben dass du ein Fertighaus einer bekannten deutschen Firma hast....

    Rückbau des (fast?) kompletten Hauses und Neubau ...Die Kosten werden dich vermutlich nicht sehr erfreuen.

    Für dieses Projekt ist Fachhilfe vor Ort unabdingbar!

    Als mögliche (Zwischen)-Lösung (fürs Haus) bietet sich vielleicht der Einbau einer einfachen Lüftungsanlage an. So geplant, dass sie auch fürs evtl neue Haus genutzt werden kann. Sollte sich damit die Schadstoffbelastung auf ein akzeptables Maß senken lassen, kann man dann über den Keller nachdenken.

    Der Neubau ist natürlich die elegantere Lösung...

    gruss
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  4. #4

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    Hi Rene,

    ich denke ich würde abreissen und neu bauen. Das ist aber nur das Bauchgefühl eines Bauherrn. Ich habe bei unserem Bau auch ein bischen auf das Thema Schadstoffe geachtet ( http://hendrik42.twoday.net/stories/1084464/ ) und auch Tests durchgeführt ( VOC / Drexler/Fecher).

    Wie hast Du getestet?

    Zu dem traurigen Kapitel Holzschutzmittelskandal gibt es das sehr gute Buch "Von Menschen und Ratten" von einem der damaligen Staatsanwälte aus FFM.

    Gruß, Hendrik
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  5. #5
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    Wow, das mit den Antworten geht ja flott hier

    Zitat Zitat von VolkerKugel Beitrag anzeigen
    Abriss einschl. Bodenplatte und neu Bauen.
    Tja, eben zu diesem Resultat bin ich nach langem hin und her auch gekommen.

    Zitat Zitat von bernix Beitrag anzeigen
    Rückbau des (fast?) kompletten Hauses und Neubau ...Die Kosten werden dich vermutlich nicht sehr erfreuen.
    Ja, sowas kam mir auch schon zu Ohren. Angebot ist angefragt, leider lässt der Unternehmer seit 3 Wo. nichts mehr von sich hören. Wenn ich heute noch was Zeit habe werde ich ein paar Briefe verschicken und weitere Angebote anfragen.
    Da wir das Haus z.Zt. nicht bewohnen kommt eigentlich keine Zwischenlösung in Frage. Wenn dann richtig (Stein auf Stein) und für die nächsten 100 Jahre

    Zitat Zitat von Hendrik42 Beitrag anzeigen
    ...ich denke ich würde abreissen und neu bauen....Wie hast Du getestet?
    Ich habe testen lassen, und zwar damit.

    Hier übrigens mal ein Aufruf an alle Fertighausbesitzer aus den 70er Jahren (gibt es hier im Forum welche?), bei Beschwerden, Bedenken oder muffigem Geruch -> Unbedingt Messen lassen! Kosten zwar ein bisschen, aber man hat Gewissheit.

    Ich denke die Spanplatten von heute sind nicht mehr so hoch belastet. Ausschalggebend ist wohl die Spanplattenfläche im Verhältnis zur Raumgröße. Bei meinem Haus sind Decke, Böden und Wände aus (hoch belasteten) Spanplatten. Naja, ich bin geheilt von diesen Dingern. Allerhöchstens Möbel aus dem Zeug kommen mir noch ins Haus und davon auch nicht zu viele.

    Tja, jetzt steht es...3:0 für den Abriss.

    Gruß
    René
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  6. #6
    Bauexpertenforum Avatar von mls
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    3:0?
    4:0!
    wäre der keller im grünen (finanziellen bereich) sanierbar .. könnte man nachdenken, obwohl die massnahmen am holzbau schon happig viel geld oder eigeninitiative erfordern.

    was ich (in meinen wenigen konfrontationen damit) aus statisch-konstruktiver sicht (das wird eine fast-entkernung!) feststellen durfte, war teuer.

    um etwaige restzuversicht zu reduzieren:
    - bdt
    - feuchte in 1 oder 2 gefachen messen
    - (dezentrale) LA rein und dann nochmal schadstoff-screening.
    5 sekunden vor 12 - klimakatastrophe verhindern - energieverbrauch senken - besser bauen - besser planen .. gilt nur für die anderen.
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  7. #7
    Avatar von VolkerKugel (†)
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    Naja ...

    Zitat Zitat von Rene Beitrag anzeigen
    Angebot ist angefragt, leider lässt der Unternehmer seit 3 Wo. nichts mehr von sich hören.
    ... gescheiter wäre es, Du würdest Dich mit einem Architekten zusammentun und den anfragen lassen.

    Was hast Du denn angefragt?
    Freundliche Grüße . Volker
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  8. #8

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    Zitat Zitat von Rene Beitrag anzeigen
    Ich habe testen lassen, und zwar damit.

    [...]

    Ich denke die Spanplatten von heute sind nicht mehr so hoch belastet. Ausschalggebend ist wohl die Spanplattenfläche im Verhältnis zur Raumgröße.
    Spanplatten sind im besten Fall überhaupt nicht belastet, meine im Dachboden habe ich getestet: nix.

    Danke für den Link und dann viel Erfolg beim Neubau! ;-)

    Gruß, Hendrik
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  9. #9
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    Zitat Zitat von mls Beitrag anzeigen
    4:0!
    [...]
    - bdt
    - feuchte in 1 oder 2 gefachen messen
    - (dezentrale) LA rein und dann nochmal schadstoff-screening.
    Nicht schön...4:0! Und Erklärungsbedarf...bdt?...LA?...rumstata?

    Zitat Zitat von VolkerKugel Beitrag anzeigen
    ...einem Architekten zusammentun und den anfragen lassen.

    Was hast Du denn angefragt?
    Ja, einen Architekten werde ich auf jeden Fall noch konsultieren
    Bin mir zwar noch nicht im klaren mit wem (GÜ/GU/Baubetreuer) ich bauen möchten,
    aber der Archi wirds schon richten.
    Ich habe ein Abrissunternehmen kommen lassen, der hat sich alles vor Ort angesehen und wollte (eigentlich) ein Angebot erstellen....
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  10. #10
    Bauexpertenforum Avatar von mls
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    bdt .. blower door test
    LA .. lüftungsanlage
    .. erübrigt sich, wenn sowieso abgerissen wird
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  11. #11
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    @mls: Ah , alles klar.
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  12. #12

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    Bin zwar ein Freund alter Häuser,

    aber das scheint weder richtig alt noch ein brauchbares Haus zu sein.
    Da würde ich keinen Cent mehr hineinstecken.
    Also Abriß! (5:0)
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  13. #13

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    Dito

    Hallo Rene,

    bist Du schon weiter gekommen ?
    Bei mir ist zwar der Keller dicht, aber das Haus ist der reinste Schweizer Käse.
    Ich möchte jetzt auch abreissen und neu Bauen, da es schnell gehen muß, tendiere ich wieder zu einem Fertighaus. Leider weiß ich auch noch nicht was so ein Abriss kostet. Und ob man einfach ein Haus findet was auf den Keller passt.
    Oder ob das Haus auch etwas kleiner sein kann als der Keller, stecke da auch erst in der Anfangsplanung.

    Viel Glück

    Katja
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  14. #14
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    Hallo Katja,

    ja, wir sind weiter gekommen. Wir haben das Haus tatsächlich komplett abgerissen (incl. Keller) und ein neues gebaut. Klingt hart - war unserer Meinung nach aber die richtige Entscheidung. Die meinungen hier im Forum sprechen ja auch für sich.
    Wir wohnen jetzt in dem Haus und sind zufrieden. Wir haben übrigens mit einem GÜ gebaut. Ging zwar, war aber eine sehr "ereignisreiche" Zeit.

    Was hast Du denn für ein Haus? Auch eins der "bekannten deutschen Firma"? Baujahr? Was genau meinst Du mit schweizer Käse? Wie kommst Du zu dem Entschluss, dass Du es Abreißen möchtest?

    Der Abriss eines Fertighauses kostet wesentlich(!) mehr als der Abriss eines Massivbaus. Alles muss sortiert und einzeln entsorgt werden. Hol Dir so viele Angebote wie möglich dafür ein. Bei uns waren die Preisspannen dabei riesig.

    Ich würde nie mehr ein "Fertighaus" nehmen. Die Bauweise gefällt mir nicht und die verarbeiteten Materialien sind heutzutage bestimmt auch nicht frei von Schadstoffen. Meiner Erfahrung nach sind Fertighäuser auch nicht unbedingt günstiger als ein Massivbau.

    Theoretisch kann man bestimmt ein kleineres Haus auf den Keller setzen. Alles muss bloß irgendwer Planen. Lass Dir dabei helfen.
    Besorg Dir bei Bau unbedingt eine externe Bauüberwachung. Klar, die kostet - aber wer soll sonst kontrollieren ob alles ordentlich ausgeführt wird?

    Rene
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  15. #15

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    Danke

    Hallo Rene,

    danke für die schnelle Antwort, hab erst jetzt gesehen das Dein Beitrag von 2007 ist

    Ich habe ein XXX Haus Bj. 76 Und durch die innenliegenden Regenrinnen läuft laufend Wasser ins Haus.
    Die Zwischendecke ist schon völlig morsch, und ich habe überall Löcher in der Decke, da wir das Faule Holz rausgeschnitten haben.

    Bin momentan echt am verzweifeln, da es ja noch nicht mal zur hälfte abbezahlt ist.
    Aber so ist das kein Zustand mehr, ich muß jetzt handeln bevor mir der Kasten noch völlig verrottet.

    LG aus Berlin
    Katja
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