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... wer zahlt den Sachverständigen???

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  1. #1

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    ... wer zahlt den Sachverständigen???

    Hallo zusammen,

    ich habe mir eine ETW gekauft und stehe kurz vor der Abhnahme.

    Für die Abnahme möchte ich einen Sachverständigen hinzuziehen.

    Angenommen es kommt am einvernehmlich und rechtsverbindlichen Abnahmetermin nicht zu einer Abnahme, da noch Mängel vorliegen.

    Wer zahlt die Kosten für den Zweittermin (zur hoffentlich erfolgreichen Abnahme) mit dem Sachverständigen?

    Können diese Kosten auf den Bauträger (bei dem ich kaufe) übertragen werden, da es ja nicht mein verschulden ist, dass es nicht zur Abnahme kam und dadurch höhere Kosten entstehen.

    Gibt es dafür eine gesetzliche Grundlage?

    Vielen Dank und viele Grüß
    Andi_B
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  2. ... wer zahlt den Sachverständigen???

    Schau dir mal diesen Ratgeber an. Dort findet man Infos und Antworten.

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  3. #2
    Avatar von VolkerKugel (†)
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    Wenn da ...

    ... nix vertraglich dazu vereinbart ist, wirst Du schlechte Karten haben.

    Der BT hat einen Vertrag nur mit Dir. Nur Du kannst/darfst abnehmen. Wenn Du Dich zur Abnahme - sinnvollerweise - professioneller Hilfe bedienst, ist das im Prinzip erstmal Dein Privatvergnügen.
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  4. #3

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    achtung juralaie!
    wenn ein privat beauftragter sachverständiger einen mangel feststellt und ein mangelbeseitigungsanspruch berechtigt ist, können die kosten des privatgutachters als mangelfolgekosten dem verursacher auferlegt werden.

    hierzu mal urteile suchen!
    http://www.baurechtsurteile.de/index.php
    suchwort privatgutachten
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  5. #4
    Avatar von VolkerKugel (†)
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    Na ...

    ... da bin ich mal gespannt, was die Rechtsexperten hier dazu sagen .
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  6. #5
    Bauexpertenforum Avatar von Bruno
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    Mein Geschäftsmodell dazu hatte ich schon mal vorgestellt. Ich lasse mir die Leistungsphase 8 "Objektüberwachung" nicht beauftragen, sondern komme immer als Gutachter. Da ich bei jedem Termin eine Kleinigkeit finde und sei es auch nur eine halbfertige Leistung, müssen die Firmen die ganze Objektüberwachung zahlen. Natürlich auch die Nachtermine zur Beseitigung der behaupteten Abnahmemängel. Wir kommen übrigens immer mindestens zu zweit, denn vier Augen sehen mehr. So kann der arbeitslose Kollege mitverdienen und es wird doppelt so teuer für die Firmen.

    Die Bauherren kommen zur Abnahme mit vier Sänftenträgern weil sie nicht selbst laufen können, und einem Vorleser weil sie nicht selbst lesen können. Deren Kosten müssen dann auch übernommen werden.

    Die Firmen haben allerdings inzwischen reagiert. Sie kommen jetzt immer mit 20 Gutachtern und 4 Kriegselefanten. Wehe, es wird dann ein Mangel zu unrecht behauptet. Die Rechnungen zur Abwehr ungerechtfertigter Mängel fallen dann höher aus als die zur eigentlichen Bauleistung.

    Die Folge: wir müssen uns inzwischen leider gut überlegen, ob wir weiter Mängel ins Blaue hinein behaupten nach dem Motto "mal schauen wie der GU reagiert".
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  7. #6

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    Zitat Zitat von Bruno Beitrag anzeigen
    Die Bauherren kommen zur Abnahme mit vier Sänftenträgern weil sie nicht selbst laufen können, und einem Vorleser weil sie nicht selbst lesen können. Deren Kosten müssen dann auch übernommen werden.
    so ähnlich hat mal ein sv auf seiner homepage geworben.
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  8. #7

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    hier mal von ganz oben, damit man auch die zusammenhänge beachtet.

    BGH, Urteil vom 27.02.2003 - VII ZR 338/01

    Gerne schalten Auftraggeber schon bei geringen Mängeln Sachverständige ein und es zeigt
    sich am Ende, daß der Sachverständige keine Mängel feststellen kann.
    Selbst wenn er Mängel feststellt, fragt er sich, ob bzw. wann der Auftragnehmer zusätzlich
    zur Mangelbeseitigung auch die Gutachterkosten übernehmen muß.

    Der BGH hat festgestellt, daß
    die Kosten eines Privatgutachtens zu Ursache und Ausmaß von Mängeln als
    Mangelfolgeschäden zu betrachten sind mit dem Ergebnis, daß der Auftragnehmer auch
    verpflichtet ist, in dem Fall, daß der Gutachter Mängel feststellt, auch die Gutachterkosten zu
    bezahlen. Dieser Schadenersatzanspruch entsteht neben dem Nachbesserungsanspruch.
    Eine Verzugslage des Auftragnehmers, also eine fruchtlos abgelaufene Frist zur
    Nachbesserung ist zur Begründung dieses Zahlungsanspruches nicht zusätzlich erforderlich.
    Voraussetzung ist lediglich, daß der Auftragnehmer den Mangel schuldhaft verursacht hat.
    Stellt der Gutachter fest, daß keine Mängel vorliegen, so hat der Auftraggeber die Kosten
    alleine zu tragen.

    Quelle: www.vob-kartell.de

    Anmerkung:
    Es ist anzumerken, dass das Gutachten im Rahmen eines selbständigen Beweisverfahren erfolgte
    und der Beklagten unmittelbar der Streit verkündet wurde. Erstattungsfähig sind nach bisheriger Rechtssprechung Gutachten, wenn sie in unmittelbarer Beziehung zum Rechtsstreit stehen und damit prozessbezogen sind.

    ich würde mich trotzdem nicht darauf einlassen zu glauben, ich bekäme die kosten in jedem fall ersetzt
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  9. #8
    Avatar von VolkerKugel (†)
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    Nachtrach vom Juralaien ...

    ... mit der Bitte, die Kriegselefanten und Beweissicherungsgutachten wieder einzupacken.

    Hier geht´s doch um viel kleinere Brötchen.
    Andi_B hat vom BT einne ETW gekauft und muss sie jetzt irgendwann mal abnehmen.
    Andi_B hat aber von der Materie keine Ahnung (dafür kann der BT nix) und holt sich Hilfe.
    Die Hilfe stellt jetzt Mängel fest, die der BT beseitigen lässt.
    Andi_B traut sich nicht zu, die ordnungsgemäße Beseitigung selbst zu überprüfen (dafür kann der BT auch wieder nix) und holt sich wieder Hilfe.

    Warum soll in diesem Fall der BT für Andi_Bs Unvermögen (mal etwas drastisch formuliert) bezahlen?
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  10. #9
    Avatar von ISYBAU
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    Ich schliesse mich volker und sepp an:

    Zitat Zitat von sepp Beitrag anzeigen
    Erstattungsfähig sind nach bisheriger Rechtssprechung Gutachten, wenn sie in unmittelbarer Beziehung zum Rechtsstreit stehen und damit prozessbezogen sind.
    WENN ... PROZESSBEZOGEN

    Objektüberwachung ist zwar auch ein Prozess für sich .... aber doch etwas anderes ...
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  11. #10
    Bauexpertenforum Avatar von Bruno
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    Dann sind wir uns ja einig *Kriegselefanten einpack*. Ich wollte mit meinem Beitrag nur klarstellen, dass nicht alles, was ein Sachverständiger von sich gibt, automatisch ein erstattungsfähiges Gutachten ist. Und die Sänftenträger und Vorleser waren nur Symbole für diverse Unfähigkeiten des Bauherrn, für die der Auftragnehmer nun mal nichts kann.
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  12. #11
    Avatar von ISYBAU
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    @bruno ... ich hab dich schon verstanden ... finde deinen Beitrag klasse !

    Manchmal würde ich aber schon gerne so agieren, wie du skizziert hast. Es gibt ja auch Unternehmen die einem einfach nur lästig viel Zeit kosten --- ein vielfaches vom normalen für nix und wieder nix. Das sind meist die, die dann trotz aller Interventionen eine suboptimale leistung hinterlassen und dann ihre meisterschaft im schreiben von unbegründeten forderungen und rechnungen beweisen.

    (unnötige mängel und ärger verhalten sich direktproportional zu dreist unnötigen forderungen)
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  13. #12
    Bauexpertenforum Avatar von Bruno
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    Wort zum Sonntag

    Ich finde es schade, dass viele Menschen mit der Einstellung leben: "Wem kann ich eine Rechnung dafür stellen, dass ich heute morgen vergeblich aufgestanden bin".

    Wenn man eine Wohnung kauft, auf die man eventuell viele Jahre hingespart hat, und es kommt endlich der spannende Moment der Übergabe, dann sollte die Vorfreude auf einen neuen Lebensabschnitt dominieren und nicht die Frage, wer einem Gutachter 50 Euro bezahlt, falls der nochmal hin muss weil ein Fensterbeschlag geklemmt hat.

    Positiv denken!
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  14. Schau dir mal das Bauherren-Handbuch an.. Sehr viele nützliche Infos!
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  15. #13
    Avatar von VolkerKugel (†)
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    Amen ...

    ... nur schade, dass Andi_B das Alles nicht gelesen hat .
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  16. #14
    Bauexpertenforum Avatar von Bruno
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    Er liest nur unter der Woche. Sonntagszuschläge sind teuer

    PS: die des Vorlesers - bei ungeklärter Kostenübernahme - meinte ich
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