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Holzbalkendecke: Dürftige Schallisolierung nach Brandschaden

Diskutiere Holzbalkendecke: Dürftige Schallisolierung nach Brandschaden im Forum Bauphysik allgemein auf Bauexpertenforum.de


  1. #1

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    Holzbalkendecke: Dürftige Schallisolierung nach Brandschaden

    Hallo!

    In einer vor einigen Monaten gekauften, selbstbewohnten Eigentumwohnung stellt sich heraus, dass die Schallisolierung zwischen den Etagen ziemlich dürftig ist. Dies betrifft insb. den Trittschall (Schritte, knarrende Dielen), aber auch Stimmen sind zu hören und sogar zu verstehen, sobald da oben etwas lauter gesprochen wird.

    Es handelt sich um einen Altbau, Baujahr ca 1900, mit Holzbalkendecken. Dem Bewohner wie auch manchen seiner Besucher erscheint die Schallisolierung aber deutlich schlechter als üblich in vergleichbaren Häusern. Nach Angaben der Bewohner der oberen Wohnung ist die Schallisolierung in der Tat schlechter geworden nach einem Brandschaden und der darauffolgenden Sanierung vor etwa 4 Jahren.

    Die Sanierungsarbeiten wurden von der Eigentümergemeinschaft bzw. vom Verwalter in Auftrag gegeben, die Abnahme erfolgte im Frühling 2004.

    Es stellt sich die Frage: kann man in so einem Fall Mängelansprüche geltend machen? Ist irgendwie Abhilfe zu leisten?

    Und konkreter:

    1) sind solche Mängel wahrscheinlich?

    2) Gibt es bei solchen Sanierungsarbeiten verbindliche Normen, die eingehalten werden müssen? Oder können die Werte anderer, vom Brand nicht betroffenen Wohnungen im Hause oder in vergleichbaren Häusern zum Vergleich gezogen werden?

    3) Kann man ohne aufwendigen Messungen durch einen Sachverständiger sich vergewissern, dass die Lärmbelästigung nicht normal ist und Mängelansprüche gerechtfertigt wären? Gibt es da irgendwelche klare Kriterien zu einer ersten Orientierung?

    3) Wer haftet ggf. für die Mängel? Bauunternehmer? Bauleiter? Voriger Eigentümer? Eigentümergemeinschaft? Der vorige Eigentümer hat nicht unbedingt von dem Problem gewusst, da er selber nicht in der Wohnung wohnte. Ist eine Haftung vom Bauunternehmer bzw. Bauleiter nach so langer Zeit und Eigentümerwechsel noch durchsetzbar?

    4) Ist eine Nachbesserung möglich, und wie aufwendig? Von unten? von oben?

    5) Wie soll man vorgehen, um Mangelansprüche geltend zu machen? Soll man selber Messungen durchführen lassen, oder erstmals klagen?

    Für jegliche Tipps und Informationen zu diesen verschiedenen Punkten wäre ich dankbar.
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  2. Holzbalkendecke: Dürftige Schallisolierung nach Brandschaden

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  3. #2

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    hallo,

    ja das leidige thema holzbalkendecken und altbauten. ich weiß wovon sie reden, habe selbst einige zeit in einem mehrfamilienhaus baujahr 1890 gewohnt. schön sind sie ja die wohnungen in den alten häusern, wenn nur die nachbarn nicht wären...
    holzbalkendecken fehlt gegenüber stahlbetondecken einfach die masse.

    die schallisolierung soll schlechter geworden sein? wie wollen sie die aussage der bewohner (subjektives empfinden) untermauern? es liegen ja keine werte über schallmeßungen vor der sanierung vor, nehme ich an.

    Als Wohnungseigentümer eines Altbaues können sie m.E. nur den Schallschutz beanspruchen, der zum Zeitpunkt des Erwerbs des Wohneigentums bestand.
    Vorderungen darüber hinaus werden sehr schwer durchsetzbar sein.

    ich tippe mal die holzbalkendecke ist von unten mit rigips verkleidet. durch den brand und die sanierungsmaßnahme hat sie ihre ursprünglich masse in vorm von sand,schlacke o.ä.als schüttfüllung zwischen den balken verloren. wäre diese masse im zuge der sanierungsarbeiten nicht durch geignete dämmung "ersetzt" worden, wäre dies in der tat ein mangel.
    um dies nachzuprüfen müßten sie aber ihre decke aufreißen.

    erst mal klagen bringt gar nichts, das wäre rausgeschmißenes geld.
    sie sollten schon einen gutachter beauftragen der messungen durchführt und die sind sehr aufwendig, sollen sie evt. vor gericht bestand haben.

    tipp für den nächsten wohnungskauf: den schlüssel vom makler aushändigen lassen und erst mal einen abend und eine nacht in der wohnung verbringen und dann kaufen.
    mit einem neuwagen darf man auch erst mal probe fahren...
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  4. #3

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    hab ich noch vergessen
    4) eine nachbesserung ist natürlich möglich. die frage von unten oder oben erübrigt sich, oder was würde ihr nachbar über ihnen dazu sagen daß sich seine wohnung in eine baustelle verwandelt..

    durch geeignete maßnahmen, vom fachmann geplant kann ihr wohneigentum einen für sie akzeptablen schallschutz erreichen. der standart eines neubaus wird natürlich nicht erreicht.
    aber auch das gehört zum flair eines altbaus.
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  5. #4
    Bauexpertenforum Avatar von mls
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    Zitat Zitat von Baumal Beitrag anzeigen
    .. die schallisolierung soll schlechter geworden sein? ..
    alles schon erlebt
    schlacke raus, glaswolle rein, schallschutz ade
    (was man bei dem baujahr so schallschutz nennt )
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  6. #5

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    Allerdings

    Und das gleich doppelt:
    Die dämpfende Masse ist weg und die Gefahr von Luftschallbrücken erheblich vergrößert.
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  7. #6

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    und jetzt, rennt nich alle gegen die
    ich habe nur eine vermutung geschrieben.
    istela sollte uns über den sachverhalt aufklären....
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  8. #7

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    Daumen runter Richtig:

    Aber das sollte sich anhand der Rechnungen/Unterlagen der Sanierung doch herausfinden lassen.
    Also ran an die Hausverwaltung!
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  9. #8
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    Zur Gewährleistung gegen den BU und BL fällt mir ein, daß Istela keine hat, weil ja erst vor einigen Monaten gekauft wurde und der Brand nebst Sanierung 3 Jahre vorher war. Es fehlt also an einem eigenen vertraglichen Anspruch gegen diejenigen, die es saniert haben, es sei denn im Kaufvertrag wurden etwaige Gewährleistungsansprüche des Verkäufers an Istela abgetreten.

    Alle weiteren Fragen sind nur mit Glaskugel zu beantworten und meine ist zur Zeit leider wieder in Reparatur.

    Vorschlag: Wie Julius und wenn das nichts bringt an einer Stelle öffnen. Nach der laienhaften Fragestellung sollte das aber ein Fachmann machen, der auch nach der Probeöffnung den Deckenaufbau beurteilen kann. Wenn allerdings keine Gipskartondecke, sondern eine verputzte Holzspalierdecke vorhanden sein sollte, die Öffnung unbedingt sein lassen, weil das eine riesen Sauerei gibt. In dem Fall wäre an ein Bohrloch und Endoskopie zu denken.
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  10. #9
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    Nur mal zur Näherung: Habe vor 2 Wochen eine Holzbalkendecke messen lassen mit folgendem Aubau von oben nach unten: 2 cm Holdielen, Balken, 5 cm Lehmfüllung zwischen den Balken auf Einschubbrettern, unterseitig verputze Spalierlatten.

    Ergebnis: Luftschalldämmung 44 db, Trittschalldämmung 71 dB. Mindestanforderungen nur mit Maßnahme von oben allein nicht zu erreichen, da aus Gewichtsgründen nur Trockenestrich verwandt werden kann. Mindestschallschutz wird auch mit einer zusätzlichen Unterdecke auf Federschiene noch verfehlt. Empfelung insofern, nur Teppichboden und auf keinen Fall Laminat oder Parkett.

    Hat der Nutzer oben drüber den Brandschaden vielleicht zum Anlaß genommen, Parkett/Laminat statt zuvor Teppichboden zu verlegen?
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  11. #10

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    Idee

    Umrüstung auf Holz-Beton-Verbund prüfen!
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  12. #11

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    @ eric
    auch wenn der nutzer oben den brandsschaden zum anlaß genommen hat um laminat zu verlegen stellt sich die frage: kann der wohnungsbesitzer eines altbaus im nachhinein einen höheren schallschutz fordern, als welcher zum zeitpunkt des erwerbs bestand?
    m.E. sehr schwer durchsetzbar.
    gibt es überhaupt einen
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  13. #12

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    ups zu schnell.
    gibt es überhaupt einen mindestschallschutz für altbauten dieser kategorie?
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  14. #13
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    kann der wohnungsbesitzer eines altbaus im nachhinein einen höheren schallschutz fordern, als welcher zum zeitpunkt des erwerbs bestand?
    In der hier vorliegenden Konstellation eine schwierige Frage.

    Ich vertrete den Standpunkt, daß kein Wohnungseigentümer berechtigt ist, den zum Zeitpunkt der Entstehung des Wohnungseigentums vorhandenen Schallschutz zu verschlechtern. Dazu gibts inzwischen auch Entscheidungen. Wenn im Altbau zunächst Teppichboden und kein schwimmender Estrich vorhanden war und der Teppichboden durch Parkett oder Laminat mit oder ohne die üblichen Etafoam- oder auch Gummigranulatmatten ersetzt wird, wird der Trittschallschutz eindeutig verschlechtert. Mithin wäre das Parkett/Laminat zu beseitigen.

    Die Frage ist nur: Was gilt, wenn ein neuer Erwerber hinzukommt und der Zustand bereits vor dem Kauf verschlechtert worden ist? Kann dann auch der Erwerber die Verschlechterung vor Kauf noch geltend machen. Ich denke, es gilt auch für ihn der Entstehung des Wohnungseigentums. Die Alteigentümer könnten wohl in jedem Fall den Rückbau fordern, wenn sie auch beeinträchtigt werden.
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  16. #14

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    @eric
    interessanter ansatz.
    aber was war zum zeitpunkt der entstehung des wohneigentums (1900) standart?
    teppichböden nicht, oder?

    der istela sollte seinem beruf gerecht werden und unsere fragen übersetzen.
    ansonsten kann es keine antworten geben..
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  17. #15
    Avatar von Lukas
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    Entscheidend dürfte sein, daß damals mit schweren Schüttungen in der Balkenlage gearbeitet wurde.

    Die genagelten Dielen oder das auf Blindboden genagelte Parkett ham jedenfalls nahezu keinen Einfluss. Ob der Mieter einen Teppich drauf gelegt hat oder nicht, dürfte belanglos sein.

    Gruß Lukas
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