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Welche Erdwärmepumpe?

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  1. #1

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    Welche Erdwärmepumpe?

    Hallo liebe Experten!
    Unser Haus hat eine Wohnfläche von ca. 183qm, im EG Fußbodenheizung und im OG Heizkörper nur im Badezimmer Fußbodenheizung über Vorlaufschlaufen.
    Bestellt wurde die Junkers TM 75-1 (7,5kw), geliefert wurde nun die kleinere TM 60-1 (6,0kw).
    Die Sanitär-Firma sagt nun, dass wir durchaus die kleinere Erdwärmepumpe behalten könnten, da unser Haus vom Energieverbrauch knapp zwischen diesen beiden Pumpen liegt, würde sich an sehr kalten Tagen bei der kleineren Erdwärmepumpe die elektrische Zusatzheizung öfters anschalten, das bedeutet, dass der Sromverbrauch sich ein wenig erhöhen würde (ca. 50 Euro). Dagegen rechnen muß man natürlich auch die niedrigeren Anschaffungskosten von ca. 2000,- Euro, die wir mit der kleineren Pumpe sparen würden!
    Was raten die Experten dazu? Lieber die größere Pumpe nehmen und auf Nummer sich gehen oder die kleinere und Geld sparen?
    Stimmt denn die Überlegung der Sanitär-Firma??
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  2. Welche Erdwärmepumpe?

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  3. #2

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    Hallo,

    dann sollte die Heizlast für Euer Gebäude also irgendwo zwischen 6kW und 7,5kW liegen. Genaueres müßte man der Berechnung entnehmen, die die Fachfirma (hoffentlich) gemacht hat.

    Unterstellt man jetzt, daß diese max. Leistung nur an den kältesten Tagen im Jahr gebraucht wird, dann würde ich mir keinen Kopf über die etwas geringere Leistung der gelieferten WP machen.

    Aber das hängt davon ab, wie Eure WP gerechnet wurde.
    (Bsp.: Bis zu welcher AußenTemperatur soll die WP ohne Heizstab auskommen usw.)

    Was mir persönlich an dieser Konstellation nicht gefällt sind die zusätzlichen Heizkörper im DG. Ich hab´ keine Ahnung warum das heute immer noch gemacht wird. Jeder weiß doch, daß die Vorlauftemperaturen von Heizkörpern immer höher sind als bei einer FBH, selbst wenn die Heizkörper großzügig ausgelegt werden, und gerade bei einer WP sind möglichst niedrige Vorlauftemperaturen nur von Vorteil.

    Wer weiß, bei schlechter Auslegung der Anlage muß der Heizstab sowieso immer anlaufen damit die benötigten Vorlauftemperaturen geschafft werden. Dann kommt´s auf die paar Stunden im Winter wegen der kleineren Leistung auch nicht mehr an.

    Fazit: Die etwas geringere Leistung bereitet mir keine Bauchschmerzen, zusammen mit einer schlechten Auslegung könnte es aber zur deutlich höheren Verbrauchskosten führen.

    Hoffen wir also daß die Anlage gut dimensioniert wurde.

    Gruß
    Ralf
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  4. #3
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    Hallo R.B.,

    Du glaubst also, dass das Problem an sich nicht bei der Größe der Erdwärmepumpe zu sehen ist sondern eher bei den Heizkörpern im OG!?
    Es könnte also sein, dass der Heizstab immer dann mit anläuft, wenn wir im OG die Heizköroer andrehen, weil die Vorlauftemperatur dieser höher ist als die einer FBH?
    Aber es ist doch so, dass man die Heizkörper in den Schlafzimmern (außer natürlich Kinderzimmer) eher selten anmacht und deswegen wurde mir von der FBH im OG abgeraten.
    Außerdem sei es ja auch so, dass die FBH, wenn es mal kalt ist, viel länger braucht bis sie auf Temp kommt als Heizkörper!
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  5. #4
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    Ehe ich es vergesse: bei der kleineren Erdwärmepumpe würde etwas tiefer gebohrt werden! Bringt das was?
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  6. #5

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    Hallo,

    Ich sehe kein Problem. Ich hatte nur geschrieben, daß mir diese Konstellation FBH+HK nicht ganz so gefällt.

    Hinter einer FBH in einem modernen Haus steckt eine andere Heizphilospohie. Ich möchte eine bestimmte Raumtemperatur erreichen, das möglichst konstant, und das war´s. Da wird nichts mehr hoch oder runtergedreht.

    Richtig ist, daß eine FBH träger ist als Heizkörper, aber braucht man wirklich das angeblich schnelle Aufheizen? Ein normaler Raum in einem gut gedämmten Haus verliert in einer Winternacht OHNE Heizung vielleicht 1K an Raumtemperatur. Damit ich also das Schlafzimmer tagsüber auf Temperatur habe und nachts um mehrere K absenken kann, muß ich schon die Fenster öffnen und den Raum "zwangskühlen".

    Es könnte also sein, dass der Heizstab immer dann mit anläuft, wenn wir im OG die Heizköroer andrehen, weil die Vorlauftemperatur dieser höher ist als die einer FBH?
    Das kann man nicht sagen ohne zu wissen wie Eure Heizung dimensioniert wurde.
    Die Junkers kann angeblich, ohne el. Zuheizung, eine Vorlauftemperatur von 65°C bereitstellen. Bei welcher Leistungszahl?
    Dann hängt die Leistung der Pumpe auch von der Quellentemperatur (Sonde) ab.

    Solange also Eure Heizlast unter 6-7kW (je nach Quellentemperatur) bleibt, dürfte der E-Stab aus bleiben. Bei hohen Vorlauftemperaturen wird jedoch die Leistungszahl unnötig verschlechtert.

    Gruß
    Ralf
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  7. #6

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    Zitat Zitat von bautante Beitrag anzeigen
    Ehe ich es vergesse: bei der kleineren Erdwärmepumpe würde etwas tiefer gebohrt werden! Bringt das was?
    Das ist der Punkt den ich mit Quellentemperatur gemeint hatte. Durch die dann höhere Quellentemperatur steigt wiederum die Leistung, so daß die Differenz zur größeren TM75 nicht mehr so gewaltig sein düfte. Dazu müßte man aber die Datenblätter im Detail studieren.

    Gruß
    Ralf
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  8. #7

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    Wie schon gesagt, je nach Auslegung ist eine Unterdimensionierung bei WP eher von Vorteil. Sie läuft dann länger durch und taktet weniger.

    "Es könnte also sein, dass der Heizstab immer dann mit anläuft, wenn wir im OG die Heizköroer andrehen, weil die Vorlauftemperatur dieser höher ist als die einer FBH?"

    Nein, aber du wirst die Einstellungen an deiner WP so verstellen, daß du eine höhere Vorlauftemperatur bekommst, damit dein Kinderzimmer warm wird. Und damit wird deine WP ineffektiv. Die anderern Zimmer wiederum werden dann mit der von der WP gelieferten Vorlauftemperatur zu warm und die Regler machen die Heizkreise zu, wodurch die Wärmepumpen das Takten anfängt, weil sie die Wärme nich los wird.

    mfg
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  9. #8

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    - eine kleinere WP,
    - eine tiefere Bohrung,
    - Heizkörper im Obergeschoss
    - keine genaue Benennung der Heizlast,
    Ich finde, dass das alles ein wenig nach Schätzung und nicht nach seriöser Planung klingt. Die Bohrtiefe muss konkret genehmigt werden; die Tiefe wird normalerweise exakt nach der Wärmeleitfähigkeit des Gesteins ausgelegt, und zwar so, dass keine Temperaturen unter 0 Grad zu erwarten sind. Die Bohrung kostet min 50-60 Euro pro Meter, da kann ich mir nicht vorstellen, dass jemand Dir 10 oder 20 m gratis spendiert.
    Auch wenn sich der Wirkungsgrad vielleicht etwas verbessert, ist nicht zu erwarten, dass deutlich mehr als die 6kW rauskommen.

    Vielleicht hat sich auch herausgestellt, dass die Bohrung nicht tief genug für die erforderliche Entzugsleistung ist und Vereisen der Sonde droht.

    Bevor du irgendetwas entscheidest: Unbedingt die Berechnungen und Planungsgrundlagen einsehen:
    - Heizlastberechnung
    - Festlegung des Bivalenzpunktes (die Temperatur, ab der das zweite Heizsystem - der Elektroheizstab - anspringt)
    - Berechnung des Anteils des Elektroheizstabs an der Gesamtwärmearbeit
    - Geologisches Profil an deinem Standort
    - Berechnung der Wärmeentzugsleistung
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  10. #9
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    Es ist kein Fehler die Bohrungen auf die Entzugsleistung des ursprünglichen (größeren) Geräts auszulegen.

    Gruß
    Achim Kaiser
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  11. #10

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    Zitat Zitat von Achim Kaiser Beitrag anzeigen
    Es ist kein Fehler die Bohrungen auf die Entzugsleistung des ursprünglichen (größeren) Geräts auszulegen.
    und schaden kann es auch nicht.
    s.o.

    Gruß
    Ralf
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  12. #11

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    Kleine WP und tiefere Bohrung? Versteh ich da was falsch? Die größere WP hat doch eine größere Entzugsleistung und braucht deshalb eine tiefere Bohrung. Klärt mich bitte auf!
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  13. #12
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    Fast richtig! aber eine größere WP hat auch einen größeren Kompressor und vielleicht auch größere Wärmetauscher.
    im Umkerschluß:
    kleine WP, kleinerer Kompressor, kleinere Wärmetauscher und bei der Konstellation der Fragestellerin ein bisschen mehr Wärme aus der Erde.
    Ob's gut geht, kommt drauf an wie gut und genau das Ganze vorher berechnet wurde, wieviel Angstzuschlag mit drinne war usw..
    Wenn viel Angstzuschlag kann's sogar besser so sein, war die Anlage knapp ausgerechnet, muß man eben der einen Heizstab zuschalten.
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  14. #13

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    Ein bisschen mehr Wärme kommt sicher dabei raus. Aber die Angaben in der Fragestellung deuten doch stark auf eine wenig fundierte Planung hin (ich hatte oben schon zusammengestellt, was mich so kritisch stimmt).
    Wenn man sich eine Erdsonde bohren lässt und in eine Wärmepumpe investiert, sollte das System gut geplant sein und die Komponenten gut aufeinander abgestimmt werden. Ob das der Fall ist, kann man zum Beispiel daran erkennen, dass die Firma die oben angeführten Unterlagen und Berechnungen bereits erstellt hat und bereitstellen kann.
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  15. Schau dir mal das Bauherren-Handbuch an.. Sehr viele nützliche Infos!
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  16. #14
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    @Schorsch,

    tiefere Bohrung bedeutet niedrigere Belastung des Erdwärmetauschers.
    Die mittlere Entzugstemperatur wird höher und die Wärmepumpe hat etwas weniger zu *arbeiten*.

    Ausserdem hats den Vorteil, das u.U. die größere WP im schlechtesten Fall nachgerüstet werden kann.

    Natürlich hats den Nachteil das eine tiefere Bohrung mehr kostet.

    Grundsätzlich kann man sagen je großzügiger die Wärmetauscherflächen vor und nach der WP-Anlage ausgeführt werden (können) desto weniger hat die WP zu arbeiten und desto besser wird die Leistungszahl der Anlage.

    Gruß
    Achim Kaiser
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  17. #15

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    Hallo,

    mir kommt die Wärmepumpe mit 6kw für ein Haus mit ca. 183qm ein bisschen zu klein vor! Wie tief ist denn die Gesamtbohrlänge? 120m?

    Ich baue im Moment eine EFH (KFW60) mit ca. 200qm und mein Heizungsingenieur der meine Heizung plant meinte, wir benötigen eine Heizleistung von 13,8kw (Kälteleistung 10,35kw). Somit brauchen wir eine Gesamtbohrlänge von ca. 220m (bei einer Entzugsleistung von 50W/m).
    Ist unsere Heizung evtl. überdimensioniert?

    Gruß,
    Thomas
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