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  1. #1

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    Dampfsperre oder Dampfbremse

    Ich würde gern mein Altbau-Dach von innen zwischen den Sparren mit 12 cm starker Mineralwolle dämmen. Es gibt bereits eine 8 cm starke Aufdachdämmung aus PUR-Schaum, der alubeschichtet, also vermutlich völlig diffusionsdicht ist. Brauche ich für diesen Fall unter der Mineralwolle eine Dampfsperre (wie es mein Architekt aufgrund einer Taupunktberechnung empfiehlt) oder ist eine eher "atmende" Konstruktion mit einer Dampfbremse hier besser?

    Bin ins Grübeln geraten, da das Fraunhofer-Institut für Bauphysik den Fall eines zwischen den Sparren gedämmten Blechdaches untersucht hat und in dem Bericht eine Dampfbremse empfiehlt.
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  2. Dampfsperre oder Dampfbremse

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  3. #2
    Bauexpertenforum
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    Und wieso wird dem Architekten nicht das Glaserdiagramm nit Berechnung des Tauwasserausfalles geglaubt???
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  4. #3
    Avatar von VolkerKugel (†)
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    Weil ...

    ... Redakteure nur das glauben, was sie selbst geschrieben haben .

    Dampfsperre ist hier richtig.
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  5. #4
    Themenstarter

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    Hier die Gründe

    Die Berechnung meines Architekten ist eben nur einer von mehreren Gesichtspunkten.

    Als erstes hat mir ein Berater beim Baustoffhändler, wo ich die Dampfsperre und den Rest bestellen wollte, die Untersuchung vom Fraunhofer-Institut geschickt, in der z.B. steht: "Da die Polyamidfolie unter sommerlichen Bedingungen von den drei Dampfbremsen den geringsten sd-Wert besitzt, trocknen Schalung und Sparren in diesem Feld schneller aus als in den anderen beiden Versuchsfeldern, in denen eiher eine Umverteilung der Feuchte von der Schalung in die Sparren stattgefunden hat."

    Und:
    "Die Ergebnisse der Untersuchung zeigen, dass unbelüftete Blechdächer bei starker Einstrahlung, wie z.B. auf der Südseite unabhängig von der Art der Dampfbremse, rasch austrocknen. Kritisch sind nur Dachseiten mit relativ geringer Einstrahlung wie z.B. nordorientiert, stark geneigt Flächen. Dort kann nur bei Verwendung der feuchteadaptiven Dampfbremsfolie eine ausreichende Trocknung garantiert werden."

    Das Fraunhofer-Institut empfiehlt hier also indirekt die Verwendung von Dampfbremsfolien beim nach außen hin dichten Blechdach, zumindest verstehe ich das so, lasse mich aber gern eines besseren belehren, dazu wage ich mich als Laie ja ins "Expertenforum".

    Außerdem denke ich, dass es sehr schwer ist, die Dampfsperre wirklich dicht zu einzubauen und dicht zu halten. Und wenn dann mal irgendwo Feuchtigkeit eindringt, kommt sie eben nie wieder raus - oder liege ich da völlig falsch?

    Danke schon mal für die Antworten!
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  6. #5
    Avatar von VolkerKugel (†)
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    Ein Blechdach ...

    ... ist keine beidseitig alubeschichtete Dämmplatte. Insofern ist das Fraunhofer-Beispiel hier nicht zutreffend .
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  7. #6
    Bauexpertenforum
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    Außerdem denke ich, dass es sehr schwer ist, die Dampfsperre wirklich dicht zu einzubauen und dicht zu halten. Und wenn dann mal irgendwo Feuchtigkeit eindringt, kommt sie eben nie wieder raus - oder liege ich da völlig falsch?
    Die vom Frauenhofer Institut ( Künzel ) empfohlene feuchteadaptive Folie für Blechdächer müssen Sie selbstverständlich auch wie ein Uhrmacher " luftdicht " anbringen. Der Unterschied zwischen Dampfsperre und Dampfbremse ist der Diffusionsgrad ( sd-Wert ), also das Ausmaß der Feuchtigkeitsdurchlässigkeit der jeweiligen Folie in der Fläche. Verarbeitungsfehler an den Überlappungen und an den Anschlüssen führen bei beiden Folien zur weit schadensträchtigeren Konvektion.

    Eine Dampfsperre ( Alufolie ) ist aufgrund ihrer Steifigkeit eher besser als eine Dampfbremse anzubringen. Aus den von Künzel genannten Gründen wird aber wohl den feuchteadaptiven Folien die Zukunft gehören, sofern sie sich denn als dauerhaft funktionsfähig erweisen, was derzeit noch nicht abschließend zu beurteilen ist. Es fehlt noch die Langzeitbewährung.

    Insofern Glaubensfrage und hierauf werden auch die unterschiedlichen Meinungen beruhen.

    Hier ist Ihre Dachkonstruktion offenbar schon mehrere Jahre vorhanden. Das ( eine ) Argument von Künzel, nämlich die uU zu hohe Restfeuchte bei neuem Dachgebälk, zählt also wahrscheinlich nicht. Sollte man allerdings vor Ort messen.
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