Seite 1 von 3 123 LetzteLetzte
Ergebnis 1 bis 15 von 39

Dampfbremse

Diskutiere Dampfbremse im Forum Dach auf Bauexpertenforum.de


  1. #1

    Registriert seit
    09.2003
    Beiträge
    11

    Dampfbremse

    Hallo,

    auch auf die Gefahr hin, dass ich als blutiger Laie hier recht bald kapitulieren muß, wende ich mich heute an dieses Expertenforum:

    Ich bin Eigentümer einer DG-Wohnung in einer Wohnanlage die 81 errichtet wurde. Derzeit bin ich in Verkaufsverhandlungen, da ich ein neues Objekt erworben habe. Bisher gab es keinerlei Probleme bezüglich Dichtigkeit oder Feuchtigkeit.

    Nun hat ein Eigentümer einer anderen Wohnung offensichtlich derartige Probleme und hat einen Sachverständigen beauftragt, der folgendes gutachtlich feststellt:

    "Die vorhandene Konstruktion ist offensichtlich als Wärmedämmung zwischen den Sparren mit Luftschicht einzuordnen. Die Wärmedämmung besteht überwiegend aus Zwischensparren-Randleistenfilz mit aufkaschierter Alu-Folie. Die Matten sind lose verlegt, die Ränder wurden nicht umgeschlagen und angetackert. Durch den unsachgemäßen Einbau fehlt die erforderliche Dampfbremse und die Winddichte."

    Dies ist natürlich ein schwerer Mangel, der mir zum einen einen Verkauf unmöglich macht und der beseitigt werden muß.

    Zur Beseitigung sagt der Gutachter nur, dass " der gesamte Aufbau erneuert werden muß".

    Bei einer Eigentümergemeinschaft von 24 WE un der noch nicht geklärten Frage, wer und ob jemand für den Schaden noch heute haftbar gemacht werden kann, ist klar, dass es noch Jahre dauern kann (Rechtsstreit etc.) bis an den Dächern etwas geschieht.

    Meine Frage ist nun, ob -und wenn ja, wie - ich für meine Wohnung - unabhängig von den übrigen DG-Wohnungen -
    fachlich sinnvolle Maßnahmen ergreifen kann, um Mängelfreiheit herzustellen. Über die Kosten muß ich mich dann später streiten.
    Ich hätte dann aber zumindest die Möglichkeit, Arbeiten und Verkauf selbst zu terminieren.

    Rückfragen und weitere Zitate aus dem Gutachten jederzeit gerne.
    Gruß
    Frejo
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  2. Dampfbremse

    Schau dir mal diesen Ratgeber an. Dort findet man Infos und Antworten.

    Registrieren bzw. einloggen, um diese und auch andere Anzeigen zu deaktivieren
  3. #2

    Registriert seit
    01.2003
    Ort
    Umkreis Bonn
    Beruf
    GF eines Holzbauunternehmens
    Beiträge
    834

    Eine Möglichkeit

    festzustellen, inwiefern das Kaufobjekt betroffen ist, wäre die Durchführung eines zerstörungsfreien Blower-Door-Tests, evtl mit Thermografie.

    Anhand der ermittelten Werte wäre das weitere Vorgehen zu planen.

    Grundsätzlich könnte die vorhandene Dachschräge von innen mit einer Dampfsperre versehen werden; und anschließend eine neue Lage GKB eingebaut werden.

    Eine weitere Möglichkeit besteht in einer abschnittweisen Sanierung von außen. Dazu müßte das Dach abgedeckt, Dämmung entnommen, neue Dampfbremse (Klimamembran) feldweise eingebracht werden; sofern möglich die vorhandene Mineralwolle wieder eingebaut, USB und Dach neu eingedeckt.
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  4. #3

    Registriert seit
    07.2002
    Ort
    14822 Borkheide
    Beruf
    Dipl.-Physiker
    Benutzertitelzusatz
    Dipl-Physiker
    Beiträge
    675

    Vorsicht

    Sie schreiben nur von einem Gutachter. Wenn das ein öbuv ist, kann evtl. bei den späteren Kostenauseinandersetzungen das Gutachten eine Rolle spielen, zumindest die Tatsachenfeststellungen darin. Aber selbst das ist zweifelhaft. Hohe Beweiskraft in einem Prozeß haben nur Gutachten aus einem selbständigen Beweisverfahren, d.h. der Gutachter muß durch ein Gericht beauftragt werden. Andere Beweismittel haben in der Regel keine andere Aussagekraft als Ihre Aussagen und Ihre Fotos.
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  5. #4
    Themenstarter

    Registriert seit
    09.2003
    Beiträge
    11
    Ja, das ist ein wichtiger Hinweis. Es handelt sich um einen "vereidigten Bausachverständigen" - von "öffentlich bestellt" steht nichts im Kopfbogen. Dessen Kompetenz zweifel ich ohnehin aufgrund seiner diffusen Aussagen (mündlich) und seines Alters (über 70) an. Soll nicht heissen, dass das Alter ausschlaggebend ist, jedoch macht er nicht den Eindruck, dass er auf dem "Stand der Technik" ist.

    Danke
    Frejo
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  6. #5
    MB
    Gast

    Titel schützen nicht vor Dummheit

    Alter auch nicht. Die Kompetenz läßt sich sicherlich nicht aus der öffenlichen Bestellung ableiten. Auch nicht, wenn das Fachgebiet dazu genannt wird (IHK oder HWK, Zimmerer, Dachdecker etc.).

    Das Alter ist auch kein Beweis für den aktuellen Kenntnisstand.

    Aber die Tastache, daß aus diesen Beobachtungen ein "schwerer Mangel" ageleitet wird, gemahnt zur Vorsicht. Schwere Mängel gibt es nämlich nicht. Entweder Mangel oder eben nicht. Es entspricht nicht den Vorschriften der DIN 4108 wäre auch richtig. Dazu gehört aber auch eine Berechnung. Bei hinterlüfteter Konstruktion kann es durchaus sein, daß es nie zu einem Schaden kommt.

    Abriß ist jedenfalls die dümmste Lösung. Offensichtlich wurde nicht weitergedacht.

    Blower-Door-Test ( www.luftdicht.de ) ist aber sicherlich angebracht. Hätte ein seriöser Sachverständiger (egal ob öffentlich bestellt oder nicht) ohnehin zu geraten.
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  7. #6
    Rolfii
    Gast
    Wenn es sich um eine Wohnung aus dem Jahr 1981 handelt, dann muss diese nach der DIN 4108, die im Jahr 1981 gültig war, hinzugezogen werden.
    Darüberhinaus muss der gesamte Dachaufbau untersucht und bewertet werden. Eine Dampfbremse ist nicht zwingend erforderlich und die Windichtigkeit wird duch die Gipskartonschale gewährleistet.
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  8. #7

    Registriert seit
    01.2003
    Ort
    Umkreis Bonn
    Beruf
    GF eines Holzbauunternehmens
    Beiträge
    834

    @Rolffi

    Es geht unter dem Aspekt Feuchteschutz immer um Luftdichtigkeit !!

    Winddicht sollte die äußere Schicht vor der Dämmung sein.
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  9. #8

    Registriert seit
    01.2003
    Ort
    elsdorf
    Beruf
    Planer
    Beiträge
    109

    BD-Test

    @Nbasque,

    der Hinweis auf den BD-Test suggeriert möglicherweise eine Qualität, die 1981 weder aaRdT noch Stand der technik war!
    Richtig ist, dass auch damals nach DIN 4108 die notwendige Dampfdichtigkeit gefordert war.

    mfg Hajo Scholl
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  10. #9
    MB
    Gast

    Physik ändert sich nicht

    Auch die Luftdichtigkeit war schon gefordert. Oder um es anders auszudrücken: die Tauwasserfreiheit.

    Hier haben wir es wieder: anerkannte Regeln der Technik, DIN, Bauphysik und möglicher Schaden vs. Rechtsprechung.

    GUTACHTER SIND KEINE RICHTER!

    Auch nicht öffentlich bestellte und vereidigte. Das Gutachten würde ich gerne mal lesen. Vor allem, weil hier auch so ein "Gutachter" rumgeistert. Vielleicht isses derselbe. Dann hat der aus dem letzten Prozeß aber nichts gelernt.

    Wesentlich Frage bleibt aber: ist ein Schaden vorhanden?
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  11. #10
    Themenstarter

    Registriert seit
    09.2003
    Beiträge
    11

    Schaden ?

    Ja, das ist sicher eine entscheidende Frage. Ich lebe seit Errichtung der Wohnanlage - vor 22 Jahren - im DG. Weder ich noch andere der 8 DG-Eigentümer hatten bisher Probleme bzw. einen Schaden zu verzeichnen. Lediglich ein nunmehr neu hinzugekommener Eigentümer behaupten nun diesen Schaden ( nach dem Einbau einer Klimaanlage). Dieser wird übrigens in dem Gutachten auch nicht ausdrücklich bestätigt.

    Fax ist unterwegs!

    Gruß
    Frejo
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  12. #11
    MB
    Gast

    Erstaunlich

    Das scheint eine Parallele zu diesem Fall hier zu sein (und der wiederum parallel zu meiner Mietwohnung).

    Fakten:
    - Die Luftdichtigkeit ist weder gem. WSchVO / Enev noch nach DIN 4108 gegeben
    - Bj. 1981 (!)
    - keine Schäden, nicht mal Feuchte

    In den beiden Fällen hier ist des Rätsels Lösung eine gute Durchlüftung bzw. Hinterlüftung.

    Man könnte (!!!) ausrechnen, wie dadurch der Energieverbrauch steigt. Vorausgesetzt man definiert genau die Zeiten des Öffnens der Türe. Aber Energieverbrauch bemängeln und Klimaanlasge? Das paßt nicht zusammen.
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  13. #12
    MB
    Gast

    Und ich schreib noch....

    Gutachter sind keine Richter. Dieses Exemplar scheint das aber nicht zu wissen. Sie können den bei der zuständigen Handwerkskammer oder IHK wegen unerlaubter Rechtsberatung anzeigen. Eine Frechheit, was der da reinschreibt.

    Fehlende Luftdichtigkeit ohne Blower-Door-Test festzustellen grenzt an Spökenkiekerei (für Süddeutsche: Wahrsagerei).

    Behauptet Schäden, die gar nicht da sind. Und dann noch Arglist unterstellen ist megadreist!

    Übrigens will der wegen der nicht ausreichenden Belüftung der Dämmung bzw. der nicht "diffusionsoffenen" Unterspannbahn abreißen. Nicht wegen der fehlenden Luftdichtigkeit.

    By the way: was ist ein vereidigter (aber nicht öffentlich bestellter!) Sachverständiger für das Bauwesen? Hat davon schon mal jemand was gehört?

    Übrigens ist es ein Privatgutachten und somit ohne weitere Bearbeitung durch Rechtsanwalt wertlos.
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  14. #13

    Registriert seit
    07.2002
    Ort
    14822 Borkheide
    Beruf
    Dipl.-Physiker
    Benutzertitelzusatz
    Dipl-Physiker
    Beiträge
    675
    Habe das Gutachten noch nicht gründlich durchgearbeitet. Ich weiß zwar nicht, welche Klimaanlage vorhanden ist, gehe aber mal davon aus, daß die Zuluftmenge größer als die Abluftmenge ist - dann ist der Schaden erklärlich, da die feuchte Raumluft in die Umschließung gedrückt wird.
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  15. Schau dir mal das Bauherren-Handbuch an.. Sehr viele nützliche Infos!
    Registrieren bzw. einloggen, um diese und auch andere Anzeigen zu deaktivieren
  16. #14
    MB
    Gast

    Aber Aber, Herr Ebel

    So wie ich Klimaanlagen verstehe, dienen die der Kühlung. Im Sommer. Und wie soll da Tauwasser entstehen, wenn die kühle Luft erwärmt wird?

    Meine Klimaanlage hat übrigens eine getrennte Abluft durch das Dach. In diesem Rohr ist tatsächlich heiße Luft. Heißer als die Umgebung. Da fällt dann aber so oder so Tauwasser aus.

    Allerdings wäre das ein Ersatz für den Blower-Door-Test. Man braucht nur noch Rauch
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  17. #15

    Registriert seit
    07.2002
    Ort
    14822 Borkheide
    Beruf
    Dipl.-Physiker
    Benutzertitelzusatz
    Dipl-Physiker
    Beiträge
    675
    Ich habe ja geschrieben. ich weiß nicht welche Klimaanlage. Ich habe mehr an den Winter gedacht, wo vielleicht erwärmte Luft ins Zimmer geblasen werden soll. Wenn Luft aus dem Raum gesaugt wird, müßte wärmere feuchte Luft durch Undichtigkeiten angesaugt werden - und das kann bei der Klimaanlage, die Ihnen vorschwebt im Sommer passieren:

    Draußen schwülwarme Luft - sagen wir 30°C /80% rLF. Wegen der Wirkung der Klimaanlage im Zimmer 22°C. Warme Abluft wird nach draußen geblasen und deshalb die feuchte Luft angesaugt. Taupunkttemperatur 26°C.
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

Ähnliche Themen

  1. Dampfbremse zwischen Deckenzargen anbringen
    Von lupoletto im Forum Trockenbau
    Antworten: 11
    Letzter Beitrag: 09.05.2007, 15:01
  2. Dampfbremse
    Von Andreas77 im Forum Dach
    Antworten: 2
    Letzter Beitrag: 28.08.2005, 14:09
  3. Dampfsperre vs. Dampfbremse
    Von Turbo im Forum Trockenbau
    Antworten: 6
    Letzter Beitrag: 23.01.2005, 10:32
  4. Antworten: 1
    Letzter Beitrag: 07.01.2005, 12:25
  5. Dampfbremse Dach und Brandmauer
    Von lollorosso im Forum Holzrahmenbau / Holztafelbau
    Antworten: 10
    Letzter Beitrag: 16.07.2004, 23:15