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Wasserführende Kamine: Ersparnisberechung, wie berechnet?

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  1. #1

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    Wasserführende Kamine: Ersparnisberechung, wie berechnet?

    Hallo Forum,

    wir haben eine Luftwärmepumpe und einen Wasserspeicher, an dem ein wasserführende Kamin angeschlossen werden kann. Zudem haben wir auch einen Kaminschacht.

    Leider fehlt mir der Überblick um eine Berechnung für die Kosten-Ersparnis eines theoretisch von uns gekauften wasserführednen Kamins (Schwedenofen) richtig durchzuführen. Das ist eine Gesamtbetrachtung.

    1) Es fängt schon da an, daß ich nicht genau weiß, ob ein Schornsteinpfeger bei einem solchen Ofen kommen muß oder nicht. Muß er Messungen am Kamin (Rauchabzug) machen , ab wann muß er Messungen und Reinigungen pro Jahr machen? Das würde ja auch in die Berechnung eingehen.

    2) Wie berechnet man das: der Schwedenofen gibt z.B. 6KW in das Wassersystem ab. Ich heize pro Jahr 4 Monate?? . wieviel erspare ich mir in der Zeit an Heizkosten bei der hauptheizung (Luftwärmepumpe)? Wie berechnet man das?

    3) Was muß ich noch berücksichtigen?
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  2. Wasserführende Kamine: Ersparnisberechung, wie berechnet?

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  3. #2

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    so einfach ist die Betrachtung auch nicht.

    Der Schornsteinfeger muss wegen eines wasserführenden Kamins nicht öfters kommen als bei einem normalen ...also einmal Fegen pro Jahr.

    Pro kg Holz gibts etwa 4kw, davon gehen 3,2kw in den Pufferspeicher und 0,8kw in den Raum. (ich hab hier mal unterstellt, es ist eine 80:20 Aufteilung)
    Falls das Holz nix kostet, erspart dir der Ofen pro eingespeicherten 10kw 1l Öl, also rd 60cent momentan.

    Bei Luftwärmepumpe ist es nicht ganz so einfach. Unterstellt sie müsste 10000kw pro Heizsaison( incl WW) bringen kann dich das zwischen 500 und 1000Euro p.a. kosten, je nachdem wie hoch oder niedrig der Zugewinn ist.
    (gerechnet mit 20cent/kwh).
    D.h. wenn es dir also gelingt mit einmal richtig Feuern pro Tag der WP die Warmwasserbereitung zu ersparen, zieht das die Leistungszahl schon gut nach oben. Wenn es dir weiterhin gelingt die WP an besonders kalten Tagen/Nächten auch bei der Heizung zu unterstützen, um so besser.

    Die Effektivität und damit Einsparung hängt aber auch von noch anderen Faktoren ab. Trockenes Holz, richtige Ofenbedienung sind Einflussfaktoren.
    Darüberhinaus darf auch der Kamin, wenn er aufgeheizt ist, nicht zu stark ziehen (Zugbegrenzer, die Drosselklappe im Abgasrohr reicht da oft nicht aus)
    gruss bernix
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  4. #3
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    Hallo Bernix,
    ok, klar, wichtiger Tip deinerseits, ca. 4KW aus 1kg Holz.
    Das wasserführend nicht mehr Reinigung kostet als ein anderer Kamin war mir klar, nur habe ich eher grundsätzlich die Frage gestellt, kommt der Kaminkehrer zum Messen und Fegen nur wegen eines Kamins? (Im Hinterkopf habe ich eine Regel, daß er bei Pelletheizungen nicht kommen muß, wenn diese gewisse Grenzwerte an Emmissionen und KW-Leistungen nicht überschreiten). Die Pellettregelung oder so was gibts nicht für keline Kamine/Schwedenöfen?
    Also, wir haben einen Wärmebedarf pro Jahr von ca. 21.000 kWh errechnet bekommen.
    Die Gesamtheizlast ist ca. 10KW, die Transmission zw. 5-6KW. Unsere Luftwärmepumpe im ersten Jahr ca. 850€ Heiz-Betriebskosten.
    Aber man sollte glaube ich den Ersparnisberechung nur auf die Heizleistungs rechnen, da z.B. Deine obige Angabe der Kosten für die kwh zu hoch ist (da ich Wärmepumpentarif habe und der billiger ist als DU mit 20ct angegeben hast).
    Irgentwie sehe ich die Zahlen, klingt alles ganz logisch, ich bekomme aber die Rechung trotzdem nicht hin.
    Du sagtest 1kg Holz 4KW, davon 3,2KW ins Wasser. Wie rechne ich die kwh in Bezug zu KW Heizlast der in unserer Berechung drin steht?
    Oh Jammer, helft dem Dummen mit dem Knoten im Kopf!
    Gruß
    Stefan
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  5. #4

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    Hallo Stefan

    ...er kommt zum Fegen des Kamins! Kostenpunkt 30 euro plus minus
    und das ist auch gut so, denn im Unterschied zu Gas, Öl oder Pellets bleibt auch bei korrekter Nutzung immer etwas Ruß im Kamin...

    Abgasmessung vermutlich nicht, da keine Hauptheizung...

    21000kwh für Heizung p.a. wäre für ein EFH normaler Grösse mE nicht mehr zeitgemäss, da aber keine Angaben zur beheizten Fläche vorhanden sind, kann es natürlich auch i.O. sein.
    Bei 850 euro Kosten p.a. und einem Strompreis (angenommen) von 12 bis 15 cent/kwh und einem tatsächlichen Bedarf von 21000kwh läuft die Pumpe in einem recht guten Bereich(für eine LWP, über den breiten Daumen gerechnet)

    Theoretisch könnte der Kaminofen die komplette Heizung übernehmen, denn die Gesamtheizlast fällt nur bei -12, -15 °C an.
    Praktisch steht dem schon bei normalen Wintertemperaturen (bei uns um 0° plus-minus) der enorme Aufwand entgegen. Im Gegensatz zu einem Pelletofen oder Hackschnitzelofen mit automatischer Bestückung oder einem Scheitholzofen, in den du 25kg (und mehr) auf einmal reinräumst und abbrennen läßt, darf in meinen Kaminofen zB nicht mehr als zwei Kilo auf einmal rein (sonst glüht die obere Wand des Brennraums). Selbst bei effektivem Abbrand (den ich momentan noch nicht habe, Kaminzug noch zu hoch) ist das Material in zwei bis drei Stunden komplett durchgebrannt.
    In diesen zwei -drei Stunden ist (ohne Nachlegen) nur in der Anfangs- und Mittelphase das Abgasrohr richtig heiß, in der Endphase der Ofen noch gut warm und das Abgasrohr ebenfalls.
    D.h. ohne (ständiges) Nachlegen kann diese Nennleistung von 3,2kwpro Stunde für den Pufferspeicher nicht gehalten werden.
    Deine Berechnung muss also davon ausgehen was der Ofen kann und zu was du bereit bist. zB so?
    1x ordentlich Anfeuern am Morgen (ca 5kwh für den Pufferspeicher) und drei Stunden am Abend mit Nachlegen (ca 10-15kwh)? Plus der Energie, die direkt in den Raum geht
    Diese 20kwh +x durch Holz erbracht, würden (falls ich mich nicht verrechnet habe) an der Wärmepumpe zu einem Minderverbrauch von 7kwh (plus/minus)führen..
    In Geld also rd ein euro/tag , zumindest an den Tagen die mehr als 30kw pro Tag benötigen.
    Und natürlich kann die Ersparnis im Einzelfall höher sein (besoners kalter Tag, Abbrand "rund um die Uhr").
    Was am Ende rüberkommt, abhängig von Nutzerverhalten, Wetter und Anlage, wird wohl erst im realen Betrieb mittels eine Wärmemengenzählers genau bestimmbar sein.
    gruss bernhard
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  6. #5

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    Nur kurz zur Info.

    kW nicht mit kWh verwechseln. Einmal Leistung, einmal Arbeit.

    1kg ergibt ca. 4kWh. Um daraus eine Leistung zu rechnen, muß man den Zeitfaktor berücksichtigen.

    Gruß
    Ralf
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  7. #6

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    Nun die Berechnung bei solchen Anlagen mußt du w. oben schon gesagt von deinen Absichten ableiten.
    Wenn du z. Bsp. nur Abends in der Lage bist einzufeuern, dann rechne halt mal für 100 Tage dass du dort für 3 Stunden voll heizt.
    D. h. für 3 Stunden 6kw macht 18kwh pro Tag, bei 100 Tagen also 1800 KWH die du "erzeugst". Nicht viel, daher sollten solche Öfen zumindest im tiefern Winter den ganzen TAg brennen. Wenn du jetzt rechnen könntest, daß du 8h am Tag während der 100 Tage feuerst, dann sinds schon mal 4800 KWH Da gibts dann eher eine Einsparung. Aber durch die WP sparst du in Wirklichkeit ja nur die Hälfte oder ein Drittel ein. Den Rest gibts ja umsonst.

    Bei WP wird sich so ein Ofen lange Zeit nicht rechnen, wenn überhaupt.
    Dazu kommt ein meist wenig überzeugender Wirkungsgrad. Wie bei den anderen Schwedenöfen oder Kachelöfen auch. D. h. um die 1800 KWH zu erzeugen ist theoretisch nciht mal ein Raumeter HOlz nötig. In der Praxis wird es wohl deutlich mehr werden.

    mfg
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  8. #7

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    Rücklaufanhebung nicht vergessen

    Ergänzung zu Uli1:

    Der Kamin muss erstmal aufgeheizt werden, bevor es in den Speicher geht. I.d.R. soll die Vorlauftemperatur bei 60 Grad liegen (damit will man die Kondensation im Kamin verhindern). D.h. dass der Kamin mit dem Wasser drin erstmal auf diese Temperatur aufgeheizt werden muss. Die Steuerung für den Kaminofen wird erst dann das Wasser in den Speicher schicken. Sinkt die Wassertemperatur im Kamin wieder unter 60 Grad, wird der Speicher nicht mehr geladen. Für dieses Aufheizen gehen bei mir schon mal 5 Kg Holz drauf.

    Zum Einsparpotential gehört natürlich auch noch der Preis, den Du für Dein Holz bezahlst. Im Baumarkt ist es sehr teuer, damit zahlst Du wahrscheinlich drauf....
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  9. #8

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    blueflying, kannst du mal ein paar genauere Angaben zu deiner Anlage machen?

    Danke+grüsse
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  10. #9
    Themenstarter

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    Hallo Forum,

    blueflying:
    Guter Hinweis, ist wohl auch so, das das Aufheizen 1kg Holz frist.
    Ich weiß nicht, ob wir es schaffen, den Ofen im Winter immer anzuhaben, aber sicher öfters. Im Gegensatz zum verschlechterten Wirkungsgrad der Luftwärmepumpe im Winter könnte der Ofen dazu beitragen, den Wirkungsgrad zu verbessern. Dagegen müssen natürlich erhöhter Anschaffungspreis (wasserführenden Kamin) Gegenhalten.
    Uli1:
    Du schriebst:D. h. für 3 Stunden 6kw macht 18kwh pro Tag, bei 100 Tagen also 1800 KWH die du "erzeugst".
    Da rechnest Du die 6KW ins Heizwasser rein. Daskann der offen sicher nicht. Klar auch das was im Raum an Heizlast rein geht, heizt das Haus. Aber ich sehe das eher so, daß bei einer Berechnung nur die Abgabe in die Heizung zählt? Oder? Naja, wie auch immer.
    1800KWH * 0,12€ = 212€ Strom bzw. Heizung gespart. Abzüglich Preis für Holz (Das sind 450kg? So der Raummeter hat auch ne Kilogrammangabe, aber der RM kostet billig 45€). Das ist schwierig.
    Bernix:
    In Geld also rd ein euro/tag , zumindest an den Tagen die mehr als 30kw pro Tag benötigen. Rechnest Du da den Holzpreis ab?!?

    gruß
    Stefan
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  11. Schau dir mal das Bauherren-Handbuch an.. Sehr viele nützliche Infos!
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  12. #10

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    Zitat Zitat von Peach Beitrag anzeigen
    Hallo Forum,

    ...1800KWH * 0,12€ = 212€ Strom bzw. Heizung gespart. ...gruß
    Stefan
    DAs ist nicht korrekt.
    Deine LWP braucht zum Erzeugen der 1800 KWH nur die Hälfte oder ein Drittel Strom.
    Also 900 oder 600KWH macht dann gerade mal noch 108 bwz. 72€.

    Drum sag ich ja, bei WP kannst du Holz vergessen.

    wElchen Wasserführenden Ofen hast du denn. Die haben doch meist so 6KW Wasser und 2KW Luft oder sogar noch mehr Gesamtleistung.

    mfg
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  13. #11
    Avatar von Theo Kern
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    Zitat Zitat von Uli1 Beitrag anzeigen
    Bei WP wird sich so ein Ofen lange Zeit nicht rechnen, wenn überhaupt.
    Dazu kommt ein meist wenig überzeugender Wirkungsgrad. Wie bei den anderen Schwedenöfen oder Kachelöfen auch. D. h. um die 1800 KWH zu erzeugen ist theoretisch nciht mal ein Raumeter HOlz nötig. In der Praxis wird es wohl deutlich mehr werden.
    mfg
    Unsere Grundöfen haben um die 85% Wirkungsgrad. Ich halte das für ziemlich überzeugend.
    Das bedeutet 1800 kWh = rund 530kg Holz entspricht rund 50€ Brennstoffkosten.
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