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  1. #1

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    Fragen zu Dämmung der Außenfassade + evtl. Keller

    Hallo an alle,

    ich lese hier schon recht lange mit, nun habe ich ein paar konkrete Fragen, die ich gerne diskutieren würde.

    Ich habe ein EFH, dass ich von innen komplett saniert habe. Unter anderem auch die Fenster. Nun soll im Frühjahr der Außenteil drankommen.

    Nun meine Fragen:

    Ich möchte die Außenfassade unbedingt dämmen, habe mir da so ungefähr 12cm Styropor-Platten vorgestellt, auf die dann der Außenputz drauf soll.

    Problem 1: Wo fange ich an und wo höre ich auf?

    - soll ich rund ums Haus aufgraben und dann noch möglichst weit nach unten mitdämmen? Ich halte es für eine schlechte Lösung, die Styroporplatten jetzt einfach auf den bestehenden Pflasterbelag draufzustellen und gut.

    - wie mache ich es im Dachanschlussbereich? Ich habe ein Walmdach, d.h. die Styroporplatten würden gegen die Holzbretter auf der Unterseite meines Dachüberstandes stoßen. Hier wäre es sicherlich auch besser, erstmal das Holz wegzureißen, um dann möglichst weit nach oben zu dämmen.

    Problem 2: Dichtigkeit des Kellers:

    Der Keller ist momentan augenscheinlich dicht; das Haus ist 50 Jahre alt. Soll ich da irgendetwas unternehmen? Wenn ich evtl. sowieso aufgrabe nach unten hin?

    Ich freue mich auf eine rege Diskussion,

    Jürgen
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  2. Fragen zu Dämmung der Außenfassade + evtl. Keller

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  3. #2
    Avatar von VolkerKugel (†)
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    Am sinnvollsten wäre es ...

    ... wenn sich ein fachkundiger Energieberater das anschauen und rechnen würde.
    Außer den von Dir angesprochenen gibt es sicherlich noch weitere "Problem"bereiche.

    Kellerwanddämmung als Perimeterdämmung ist sicherlich sinnvoll (aber dann bitte mit Styrodur). Wie weit herunter sinnvoll ist, kann man von hier schlecht beurteilen.

    Die Dachunterschalung sollte in Dämmstoffbreite aufgeschnitten werden (ist in der Regel kein Problem).

    Bei den Fenstern wäre zu prüfen, inwieweit eine Leibungsdämmung möglich ist oder ob sinnvollerweise die Leibungen links und rechts 4-6cm abgeschlagen werden sollten (hört sich schlimmer an, als es ist).
    Die Fensterbänke müssen (da dann zu kurz) ja auch erneuert werden; sinnvoll wären dann wahrscheinlich Alubänke.

    Aber wie gesagt: von hier aus schlecht zu beurteilen.

    Zu den Kosten der Energieberatung:
    Die KfW fördert jetzt (unabhängig von einem Kredit) bei Ein- und Zwei-FH 50 % der Kosten einer Beratung, wenn der Berater dann auch den Auftrag zur Baubegleitung erhält - bis zu € 1.000 je Wohneinheit.
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  4. #3
    Themenstarter

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    Hallo Volker,

    die Fenster habe ich natürlich gleich bündig mit der jetzigen Außenfassade gesetzt, um das Problem der Laibungsdämmung zu vermeiden. Da muss ich also hoffentlich nichts mehr rumschlagen, Platte drüberkleben und gut. Die Fensterbretter habe ich noch nicht montiert, die wollte ich erst montieren, wenn ich die Dämmstärke bzw. die Systemaufbaustärke genau weiß.

    Was genau rechnet ein Energieberater denn alles?


    Jürgen
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  5. #4
    Avatar von VolkerKugel (†)
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    Also erstmal ...

    Zitat Zitat von Ripperius Beitrag anzeigen
    ... die Fenster habe ich natürlich gleich bündig mit der jetzigen Außenfassade gesetzt ...
    ...

    Der Energieberater ermittelt die IST-Werte der Gebäudehülle (Wand/Fenster/Dach/Kellerdecke) um einen vernünftigen und wirtschaftlich sinnvollen Verbesserungsvorschlag machen zu können (die Anlagentechnik lassen wir jetzt erstmal weg).

    Beispiel:
    Deine Außenwand hat jetzt schon einen U-Wert von etwa 0,60.
    Dann reichen z.B. schon 80mm WLG 032, um auf etwa 0,24 zu kommen,
    es sei denn, Du willst mehr.

    Aber das wird er dann schon mit Dir besprechen.
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  6. #5
    Themenstarter

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    Bin da halt eher der Praktiker, habe im Moment alles für eine 12cm starke Dämmung vorbereitet (Befüllkästchen Öl etc.), wenn mehr Dämmung nicht schadet. Aber ich werde mich mal nach einem Energieberater hier in der Gegend umsehen. Habe halt so meine Aversionen gegen Theoretiker (v.a. Architekten), wo dann meist die Handwerker die eigentlich schlaueren sind.... nur meine Erfahrungen, nicht böse sein bitte, falls sich wer angesprochen fühlt.

    Jürgen
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  7. #6
    Avatar von VolkerKugel (†)
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    Nee ...

    ... hier ist keiner böse :Roll .

    Nur - ohne ein bisschen theoretisches Wissen nützt auch die Praxis nix .
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  8. #7

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    Die Qualität mancher Energieberater ist nicht so toll...

    Da werden teilweise die interessantesten Dinge empfohlen (Fenster 1.4-er Glas - weil einbruchshemmend), keine Montage nach RAL (... ist den Mehrpreis nicht wert...), Deckendämmung in 1,95 hohen Kellerräumen (Bewohner ist knapp 2m!!!!!!!!!!!!!!!!!!)

    Der interessierte Laie ist oft besser.

    Zuviel Dämmung gibt es eigentlich nie. Der Materialpreis ist bei einem WDVS auch nicht so unterschiedlich... Wichtiger sind Details (Einbauposition der Fenster, etc...)

    Glaser muss auch passen (und hier kann gerade bei zuwenig Dämmung einiges schieflaufen!)

    Um mögliche Sanierungen durchzuspielen, eignet sich das Passivhaus Vorprojektierungspaket sehr gut (kostenloser Download!).

    Leider sieht das Ergebnis oft so aus: Für den Preis der Fassadendämmung kann ich viele Jahre (teuer) heizen

    Energetische Sanierungen sind besonders dann sinnvoll, wenn sowieso Arbeiten anstehen.

    Nix fur ungut, Dirk
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  9. #8

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    ... Für die Istwerte gibt es gute Grössen bei energiesparhaus.at...
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  10. #9
    Avatar von VolkerKugel (†)
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    Ich ...

    ... geb´s mal wieder auf. Macht halt mal .
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  12. #10
    Themenstarter

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    @Isolierglas:

    Ich habe bei der Renovierung Stufe 1 alle Fenster getauscht (Holz-Aluminium, 3-fach Isolierglas, 0,7er Glas, gesamte Konstruktion mit Rahmen irgendwo bei 1,0), deswegen stehen jetzt auch die Fassadenarbeiten an. Gegen eine RAL-Montage der Fenster habe ich mich bewusst entschieden. Im Innenbereich hätte ich viele Zusatzarbeiten durchführen müssen, im Außenbereich kann ich es mir jetzt im Zuge der Außenarbeiten noch überlegen.
    Zusätzlich zum Fenstertausch habe ich als größte Energiesparmaßnahme eine Neuinstallation der Heizung vorgenommen. Den Brenner habe ich zwar behalten, der war erst 1,5 Jahre alt, aber das gesamte Rohrsystem sowie alle Heizkörper erneuert. Diese habe ich auch entsprechend kleiner dimensioniert (25%); deswegen möchte ich die Fassade jetzt möglichst bald machen, da die Heizung - zumindest meiner Meinung nach - jetzt schon ziemlich am Limit läuft, ich muss zumindest die Vorlauftemperatur mindestens auf 65 Grad stellen, sonst wirds zu kalt.

    Soviel zur Gebäudegeschichte.

    Mir gehts jetzt in der Hauptsache drum, ob es so sinnvoll ist, um das gesamte Haus rum aufzugraben, um den Keller möglichst weit mitzudämmen. Diese Grabbarbeiten werden nämlich mit die größten Kosten verursachen.

    Jürgen
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  13. #11
    Avatar von Hundertwasser
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    Auch von mir nochmal der Verweis auf den Energieberater.

    Ansonsten macht es meistens Sinn, in den Boden hinein zu dämmen, wenn es was bringen soll Minimum 30 cm. Wenn du schon einiges auf 12 cm Dämmstoffstärke ausgerichtet hast kannst du ja etwas hin und her rechnen. Die Dämmplatten gibt es in unterschiedlichen Wärmeleitgruppen von 0,28 bis 0,40. Je besser die Leitgruppe desto teurer die Platte (0,28 ist schgon fast unanständig teuer). Preislicher Knackpunkt sind Dämmstoffstärken über 10 cm. Darüber musst du zusätzliche Brandschutzmaßnahmen in Form von Brandschutzriegeln anbringen, die kosten Geld.

    Alternative wäre entweder besser isolierende Dämmplatten damit du auf </=10 cm kommst oder die sog. Neowall-Dämmplatte mit WLG 035, da ist der Brandschutz durch einfachere Maßnahmen zu realisieren. Klarheit bringen dann aber nur Angebote der Fachhandwerker.
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