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DHH und Schallschutz

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  1. #1

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    DHH und Schallschutz

    Hallo allerseits

    werde mir demnächst ein Doppelhaus (Baujahr 2001) anschauen. Eigentlich bin ich eher lärmempfindlich und deshalb eher für den Kauf eines freistehenden Hauses. Nichtsdestotrotz möchte ich mir das Haus trotzdem anschauen, weil es sehr schön und gepflegt ist und eine sehr gute Lage hat.

    Was ich bisher so rausfinden konnte gehen die Meinungen zum Thema Schallschutz und Doppelhaus im Netz ja sehr weit auseinander dh manche sagen Sie hören vom Nachbar gar nix während andere sagen, dass man immer was hört, egal wie anspruchsvoll der Schallschutz.

    Ein Konsensus scheint aber immerhin zu sein, dass wenn die Dämmfuge mindestens 5cm breit ist, mit 4cm Mineralfaserplatten als Dämmung und jeweils ca. 17cm breite Steine (Kalksandstein) auf beiden Seiten, dann wäre das schon ein ziemlich guter Schallschutz.

    Ich bin absoluter Laie was das anbelangt. Vielleicht hat ja jemand eine Idee auf was ich achten sollte und ob das was ich zum Schallschutz geschrieben habe Sinn macht.

    Herzlichen Dank!
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  2. DHH und Schallschutz

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  3. #2

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    erster schritt - fachmann mitnehmen, unterlagen (werkplanung) anfragen.
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  4. #3
    Avatar von Wilfried Kunze
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    Wilfried Kunze
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    Unglücklich

    Ein Schallschutz hängt nicht nur von den verwendeten Baustoffen ab, sondern auch ganz erheblich von der tatsächlichen handwerklichen Ausführung! Kalksandstein ist auch nicht gleich Kalksandstein, es gibt unterschiedlich schwere Steine. Ein großer Lochanteil macht den Stein leichter, damit wird auch der Schallschutz schlechter. Die Vermauerung spielt ebenfalls eine große Rolle. Sind die Stoßfugen vermörtelt oder nicht? Sind Rohrleitungen, Elektroleitungen oder sogar Leerrohre in der Grenzwand verlegt oder nicht? Ich habe auch schon erlebt, dass die Elektroverteilung (kompletter Schrank) in einer Brandwand mit Wanddicke von 17,5 cm eingebaut war. Hier stimmen dann weder Schallschutz noch Brandschutz! Und dann: Wie bindet die Treppe in die Wand ein? Wurde diese komplett entkoppelt (d.h. mit Fuge zur Brandwand oder knirsch anliegend)? Wurde bei einer evtl. Einbindung mit Tronsolen gearbeitet? Sind beim vermauern der Steine Mörtelbatzen in die Fuge geraten und nicht wieder entfernt worden? Welchen Belag haben die Treppenläufe (auch beim Nachbarn) - harte Beläge (Natur- oder Kunststein, Fliesen) oder auch Holzstufen erzeugen beim Begehn mit harten Schuhen hohen Trittschall, der nicht immer vollständig gedämpft werden kann, insbesondere wenn Baumängel vorhanden sind.

    Es gibt also viele Möglichkeiten, den Schallschutz sehr ungünstig zu beeinflussen! Will man hier Gewissheit haben, sollte man eine Messung durchführen lassen, dies ist jedoch nur was für Spezialisten, die auch über die erforderliche Messtechnik verfügen. Wenn der Verkäufer und der Nachbar sich gegen eine solche Messung sperren, dann würde ich auf jeden Fall die Finger vom Haus lassen, wenn ich lärmeempfindlich wäre.

    Auch bei guter Dämmung werden bestimmte Frequenzen nicht abgeschirmt, so dass ggf. Lärm aus dem Nachbarhaus wahrgenommen werden kann. Es kommt also auch auf das Nutzerverhalten im Nachbarhaus an. Wohnt dort ein Musikus oder jemand, der gerne laute Musik hört, würde ich im Zweifel auf den Hauskauf verzichten. Und wer später dort einmal wohnen wird, weiß sowieso niemand...

    Also: Augen und Ohren auf beim Hauskauf! Am besten Schallexperten mitnehmen, kann im Zweifel viel Geld und Ärger ersparen, auch wenn dieser erst einmal ein Honorar verlangt!

    Viel Erfolg bei der Entscheidungsfindung wünscht

    Wilfried Kunze
    ö.b.u.v. Sachvertsändiger
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  5. #4
    Themenstarter

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    Vielen Dank für die prompten Antworten. Das ist sehr hilfreich. Wenn mir das Haus bei erster Ansicht gefällt wollte ich mit einem Baugutachter das Haus besichtigen. Gibt es Baugutachter, die sowohl Bausubstanz und Schall prüfen und welchen Kosten muss man da ca. rechnen?
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  6. #5
    Avatar von Wilfried Kunze
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    Wilfried Kunze
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    Blinzeln Sachverständige

    Hallo!

    Sachverständige gibt es zahlreichem insbesondere viele selbsternannte. Ich würde mir jemanden ins Boot holen, der zumindest eine gewisse Gewähr bietet, über fundierte Fachkenntnisse zu verfügen. Die öffentlich bestellten und vereidigten Sachverständigen mit den jeweiligen Fachgebieten findet man z.B. unter

    http://svv.ihk.de/

    Hier kann man sich einen "passenden" Sachverständigen heraussuchen. Das Honorar eines Sachverständigen hängt in erster Linie vom zeitlichen Aufwand ab, bei Einsatz von Messtechnik muss hierfür ggf. noch ein Zuschlag hingenommen werden. Die Höhe des Honorars muss mit dem Sachverständigen vereinbart werden, hierfür gibt es keine feste Honorarordnung.

    Nicht immer ist es möglich, einen ö.b.u.v. Sachverständigen zu finden, der 2 unterschiedliche Fachgebiete in gleich hoher Güte abdecken kann. In diesem Falle wird es sinnvoll sein, das Objekt zuerst mit einem ö.b.u.v. Sachverständigen für Schäden an Gebäuden zu begutachten, der dann ggf. die Hinzuziehung eines Schallexperten empfiehlt. Dies macht deshalb Sinn, weil damit zunächst erst einmal die allgemeine Bausubstanz aus fachmännischer Sicht beurteilt werden kann. Zeigen sich dabei Mängel, deren Beseitigung kostspielig wäre, dann macht es evtl. keinen Sinn, sich noch über den Schallschutz Gedanken zu machen. Und bevor man sich alles ansieht, sollte man den Käufer um (leihweise) Überlassung der Bestandsunterlagen des Objekts bitten (Baupläne, Baugenehmigung, Statik, Wärmeschutznachweis, Ausführungspläne), damit der Sachverständige sich bereits vorher einen Überblick verschaffen kann. Denkbar ist auch, dass der Sachverständige während der Besichtigung Einblick in diese Unterlagen nimmt, wenn der Verkäufer diese nicht direkt aushändigen möchte. Sind solche Unterlagen nicht vorhanden, ist bereits Vorsicht geboten, da in solchen Fällen das Objekt meist von einem Bauträger gekauft wurde, der aus bestimmten Gründen nicht wollte, dass der Käufer zu viele Informationen erhält...

    Noch ein Tipp: Das Objekt sollte man sich zu unterschiedlichen Tageszeiten (auch Abends!) und auch an verschiedenen Wochentagen ansehen. Dazu muss man nicht immer ins Haus reingehen, es genügt evtl. schon, sich einen Eindruck über evtl. Außenlärm und sonstige Belastungen (z.B. Flugschneise, Schule, Kindergarten, Straße usw.) vom Vorgarten aus zu machen. Dabei kann man auch die Lichtverhältnisse beobachten. Dies kostet nicht viel und kann auch ohne Sachverständigen erfolgen.

    Viele Grüße

    Wilfried Kunze
    ö.b.u.v. Sachverständiger
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  7. #6
    Themenstarter

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    Nochmals Danke Herr Kunze - zumindest konnte ich vom Verkäufer jetzt schon mal in Erfahrung bringen, dass der Schallschutz beim Hausbau ein 'wichtiges Thema' war und deshalb z.B. getrennte Fundamente gelegt wurden - mal sehen wie es mit dem Rest ausschaut....
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  8. #7
    Themenstarter

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    Hallo - habe jetzt noch als Zusatzinfo eher was ernüchterndes erfahren und zwar dass man im Bad des Hauses die Toilettenspülung des Nachbarn hören kann und das wenn im Haus die Kinder die Treppe runterspringen hört man das beim Nachbarn wohl auch. Klingt nicht wirklich ermutigend oder?
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  10. #8

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    Das hört sich nicht so an....

    ...als wäre die schalltechnische Entkopplung gelungen.

    Immerhin: das spart dann wiederum den Gutachter. Der könnte zwar messen wieviel Schall ankommt, wenn Ihr aber jetzt schon wißt, daß Euch der nachbarliche Schalleintrag wohl kaum gefallen wird, so ist die meßtechnisch exakte Stärke weniger interessant.

    Daher: Zurück auf Start, Suche neu beginnen.

    (Vorher aber dennoch mal hören was da so abgeht. Möglicherweise stammt die Info von einer sehr hellhörigen Person oder einem Menschen, der seine Lauscher gerne an die Wand drückt..?

    Thomas
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  11. #9
    Themenstarter

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    schalltechnische entkopplung ist gut...ich denke auch dass ich mir das zumindest mal live anhöre...mal lieber nicht zu voreingenommen sein..werde weiter berichten
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