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  1. #1

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    Bewehrung im Fundament Holzrahmenbau

    Hallo, Ich baue gerade ein holzrahmenhaus, flachdach, 300mm wandaufbau,
    auf einem granit gespicktem boden. da reicht doch immer eine bewehrungsmatte A252 8mm 200/200 aus ( 300mm beton fundament ).
    oder muss ich da doch mal denn statiker zu rate ziehen?

    MfG Holzwolf
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  2. Bewehrung im Fundament Holzrahmenbau

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  3. #2

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    Ich schreibe mal etwas, damit der Beitrag nicht im Nirwana verschwindet, bis die Statikexperten ihn entdeckt haben:

    Generell muss etwas über die Lasten und ihre Verteilung bekannt sein. Handelt es sich z.B. um ein oder zwei Geschosse? In welchen Abständen gibt es tragende Wände oder Stützen?

    Die 300 mm können übertrieben viel Beton sein, aber je nachdem. Gibt es Streifenfundamente oder wird es eine selbsttragende Platte? Und was heißt "granitgespickt"? Ein zusammenhängender Felsen oder einzelne Findlinge? Und in welcher Erde? Ich vermute unproblematische Bodenverhältnisse, wie ich sie ähnlich aus Schweden kenne. Im Zweifel rate ich immer zu einem Fachmann, der sich die Verhältnisse vor Ort ansieht.
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  4. #3
    Avatar von Wilfried Kunze
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    Bewehrung immer!

    Hallo!

    Mich erstaunt immer wieder, wie man ein neues Haus auf unbewehrte oder zu gering bewehrte Fundamente baut. An die Fundamente kommt man später ohne riesigen Aufwand nie wieder dran, im Gegensatz zum Dach oder zu den Badezimmerfliesen. Hier zu sparen ist absolut am falschen Ende gespart! Ein Haus ohne ausreichend tragfähiges Fundament ist wie ein Auto mit abgelutschten Reifen im Schnee...

    Was ist mit "selbsttragender Platte" gemeint? Wenn das Haus z.B. 2-geschossig ist, kann die Platte mit einer Dicke von 30 cm (Betongüte mindestens C20/25) die Lasten aus dem aufstehenden Gebäude bei einem einigermaßen vernünftigen Grundriss problemlos abtragen. Voraussetzung ist dennoch ein gut tragfähiger Baugrund, außerdem muss vor der Bodenplatte eine Sauberkeitsschicht auf einer verdichteten Filterschicht eingebaut werden. Die Frostfreiheit muss ebenfalls sichergestellt werden, was bedeutet, dass außen umlaufend eine Frostschürze mit einer Mindesteinbindetiefe von 80 cm unter endgültiger Geländeoberkante hergestellt werden muss. Die Dicke der Bodenplatte kann eingerechnet werden. Die Frostschürze kann entweder aus Stahlbeton (sieht dann aus wie ein Streifenfundament) oder aus einem lagenweise eingebauten und verdichteten Schotterbett bestehen, auf die die Bodenplatte aufbetoniert wird.

    Wie gesagt, nicht an der Bewehrung sparen und die Bodenplatte oben und unten bewehren. Eine Bewehrung "A 252 8mm 200/200" ist mir in über 20 Berufsjahren noch nie untergekommen! Die neuen Mattenbezeichnungen (ab Januar 2008) sind z.B. Q 188A, Q 257 A, Q 335A, Q 424A usw. Die Größe der erforderlichen Bewehrung ergibt sich aus einer zugehörigen statischen Berechnung, wobei sich der "Statiker" vorher das Baugrundstück auch ansehen muss. Und zu jedem Haus gehört grundsätzlich eine statische Berechnung, die von einem Tragwerksplaner ("Statiker") erstellt wird. Falls dies hier nicht so ist, dann liegt wohl eher ein Fall von "Baumurks" vor. Und die daraus folgenden Mängel gehen zu Lasten des Bauherrn, der dann niemanden in die Pflicht nehmen kann! Gibt´s keinen Architekten, der müsste das doch auch wissen, dass hier ein "Sonderfachmann Statik" hinzugezogen werden muss (gilt im Prinzip für alle Bundesländer gleichermaßen, kann auch aus § 2 MBO abgeleitet werden)?

    Also nochmal: Fundamente grundsätzlich bewehren, Stahleinlagen richten sich nach der entsprechenden statischen Berechnung und den zugehörigen Bewehrungsplänen. Baugrundgutachten ist ebenfalls erforderlich, da Baugrundrisiko = Bauherrenrisiko! Wer hier spart, spart an der falschen Stelle (außer der Boden ist eindeutig und selbst für den Laien erkennbar sehr gut tragfähig wie z.B. Fels und Grund- oder Schichtenwasser ist ebenfalls nicht vorhanden).
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  5. #4
    Avatar von jhd
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    Wenn

    an dem Ort gebaut wird, der im Profil steht, dann befinden wir uns im Land der Kleeblätter und des schönen öligen Guinness
    Die haben 1. anderes bier und 2. vllt. auch andere Matten.
    +
    Wie dick ist denn der Granit?
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  6. #5
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    Bewehrung immer (öfters)?

    Zitat Zitat von Wilfried Kunze Beitrag anzeigen
    Hallo!
    ...
    Auch hallo.

    Mal ganz ruhig
    und hier ein wenig einlesen, bevor Sie in den Wald laufen.

    Die Mattenbezeichnung, die Ortsangabe, der Granitgespickte Boden
    erforderen eine angepaßte Betrachtung. Und dann noch der Beruf - d.h. da fragt ein ausführender Handwerker und kein Bauher nach.

    Zur Anfrage: mal mehr Infos siehe Beitrag Thorsten Stodenb
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  7. #6
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    in der tat

    in der tat ist dieses bauvorhaben in irland. habe gerade erst kürzlich bei einer holzbau firma angefangen, die mich mit allen mitteln überzeugen will das "mann" immer die gleiche bodenplatte benutzen kann ( wurde ja schon immer so praktiziert ).
    ich bin mir aber kanns und gar nicht sicher.
    aber ich bin ja bloss ein blöder zimmerermeister.
    deswegen meine frage kann man mit ein und derselben bodenplatte 30 cm, und eine bewehrungsmatte irische inch maße (A252) 8mm stahl 200/200 mm felder, nahezu alle holzhäuser bauen ( ausgenommen irgendwelche dreistöckigen häuser ).

    Ich würde nie ohne statiker einfach so losbauen, scheint hier aber gang und gebe zu sein.
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  8. #7
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    Wie dick ist denn der Granit?

    - der granit zieht sich durch das gesamte grundstück, aber ich traue dem frieden nicht, grundstück ist ziemlich nahe an der küste, und die baustelle ist mit echtem landeswetter ein echtes disaster. außerdem haben die zuerst versucht den granit mit chemikalien zu entfernen und danach wild rumgebaggert. jetzt wollen sie darauf einschalen. keine pläne, nichts. und ich soll dann mit meinem holzhaus kommen. die frage ist, kann mann das verantworten, nach deutschen standart bestimmt nicht, aber kommen die damit durch, ohne das was schlimmeres passiert?
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  9. #8

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    "kommen die damit durch, ohne das was schlimmeres passiert?"

    Wahrscheinlich, ist doch ein Holzhaus! Siehe auch folgendes Beispiel:
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  10. #9
    Bauexpertenforum Avatar von mls
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    die preisfrage ist doch, wie die verantwortung verteilt ist?
    ok - nach dt. recht muss wohl jeder unternehmer die vorgewerke
    auf tauglichkeit untersuchen ich denke jetzt nicht laut nach, wer auf solche geistesblitze kommt..
    das wird wohl nicht dazu entarten, dass der zimmerer das baugrundgutachten
    überprüfen muss?

    mit 30er bopl und ordentlicher bewehrung wäre schon viel kompensation
    schlechter baugrundverhältnisse möglich gewesen.
    ob man jetzt, bei nachhaltig gestörtem baugrund überhaupt noch e.
    minimalinvasive lösung finden, bezweifle ich - die chance ist vertan.
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  11. #10

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    Aber das muß eine Hausfrau ja nicht wissen!!
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    Bodenplatte

    Hallo!

    Da gbt es doch noch einen Strang, wo mein Vorschlag ausgiebig "betrachtet " wurde.

    Gruß

    pauline
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  12. #11

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    Verissen wäre wohl das etwas treffendere Wort - oder.
    MfG
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  13. #12

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    Von Baurecht habe ich keine Ahnung, möchte aber darauf hinweisen, dass anscheinend auch in Deutschland nicht überall eine detaillierte Statik gebraucht wird. Zumindest wird das auf www.canadahaus.info behauptet. Für die kanadische Holzrahmenbauart zb. sind genaue Berechnungen laut deren Homepage nicht mehr nötig.
    Ob es irgendwelche solchen Standardisierungen auch für Bodenplatten gibt, kann ich mir aber nicht vorstellen.
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  14. #13
    Bauexpertenforum Avatar von mls
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    das ist wunschdenken... sozusagen e. negative utopie.
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  15. Schau dir mal das Bauherren-Handbuch an.. Sehr viele nützliche Infos!
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  16. #14

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    So ist das in diesem Land: Alle schimpfen auf die Bürokratie. Wir sind doch schon groß und können alles alleine viel besser (meint meine 2j Tochter auch)!

    Wenn dann mal die Pflicht, etwas zur Kontrolle vorzulegen abgeschafft wird, dann denken alle, man müsse sich gar nicht mehr dran halten.

    Die Tatsache, dass die Statik in versch. Bundesländern von Amts wegen nicht mehr geprüft wird, heißt nicht, dass sie nicht existieren muss.

    Thomas
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  17. #15

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    Ich habe das anders verstanden.

    Und zwar so dass Berechnungen überhaupt nicht nötig sind und zwar solange man die genormten Werkstoffe im dafür bereits berechneten Raster verwendet. Dafür wurden die Berechnungen ja schon mal durchgeführt. Bleibt man nun in diesem "System" sind Berechnungen nicht nötig, weicht man davon ab jedoch sehr wohl.
    Für mich klingt das nur logisch. Es handelt sich hier ja um ein standardisiertes System für das die Berechnungen vorliegen. Wozu soll man dann das gleiche immer wieder berechnen?
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