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Heizkurve höher stellen oder Heizung längere Zeit laufen lassen

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  1. #1

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    Heizkurve höher stellen oder Heizung längere Zeit laufen lassen

    Hallo alle zusammen,

    ich bin gerade dabei meine Heizkosten und Heizwärme zu optimieren.

    Nun habe ich festgestellen, dass es bei mir im Haus wärmer werden muss.

    Ich komme mit den jetzigen Einstellungen nicht über 19.5°C Raumtemperatur.

    Folgende Einstellungen habe ich:
    Es sind normale HK und im WoZi FBH.
    Heizkurve ist auf 1,0 eingestellt
    Vorlauftemperatur zur Zeit 48°C
    Heizung läuft von 12h bis 21h, sonst ist sie aus.

    Ist es besser die Heizung länger laufen zu lassen mit niedriger Vorlauftemperatur und niedriger Heizkurve oder ist es besser die Vorlauftemperatur und die Heizkurve anzuheben und die Heizungslaufzeit gleich zu lassen bzw. zu verkürzen?

    Was ist wirtschaftlicher bzw. bringt mehr Wärme

    Hoffe mir kann jemand weiterhelfen.

    Gruss Stef
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  2. Heizkurve höher stellen oder Heizung längere Zeit laufen lassen

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  3. #2

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    Es gibt Leute, die fahren ihre überdimensionierte Gasheizung lieber dreimal am Tag kurz hoch, weil die dann voll im Brennwert-Modus fährt, andere haben eine Gasheizung die gut moduliert und/oder in der Heizlast zu ihrem Haus passt (selten), die fahren durch...

    Da spielen aus meiner Sicht auch "Religionsfragen" rein. Ich denke, am besten ist, gut zu protokollieren (was hab ich eingestellt, was hab ich verbraucht, wie ist die Außentemperatur, wie die Windstärke) und dann verschiedene Varianten durchzutesten.

    Windstärke, weil ich immer wieder feststelle, dass die einzigen Tage, an denen meine Heizkurve nicht die perfekte Raumtemperatur schafft (Thermostete sind bei mir abgeschaltet), die sehr windigen Tage ohne Sonnenschein sind: da geht dem Haus einfach mehr Energie verloren und meine Heizungsanlage hat für Wind-Chill keinen Sensor.

    Gruß, Hendrik

    PS. für Details: welche Heizungsform? Welche Bauweise? Welches Heizmedium?
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  4. #3
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    Von was für einem Heizsystem reden wir hier ?
    Ohne Angaben zum Wärmeerzeuger kann nichts dazu gesagt werden.

    Ganz allgemein ist festzustellen, dass sich das Gebäude auf Grund der Betriebsweise ständig in einem Zustand des Wärmedefizits befindet.
    Ein Beharrungszustand wird nicht erreicht bzw liegt unter dem gewünschten Temperaturniveau.
    Die Oberflächentemperaturen der Aussenflächen dürften auch während der Heizzeit relativ nieder sein, so dass eine erhöhte Raumtemperatur von ca. 22 bis 23 Grad notwendig wird bis sich ein behagliches Raumklima einstellt.

    Von 24 Stunden befindet sich die Anlage 9 Stunden in Betrieb und 15 Stunden wird dem Gebäude keine Wärme zugeführt.

    Ausgehend von 100% Heizbedarf eines Tages bedeutet dies, dass die während der 15 Stunden nicht erbrachte Heizleistung in den 9 Stunden *Betrieb* nachgeschoben werden muss.
    Alleine diese Tatsache sorgt für einen Heizbedarf der ca. 160 % *Mehrleistung* erforderlich macht damit am Ende der Heizzeit das Defizit ausgeglichen ist, wobei zu Beginn des Heizbetriebes sicherlich 400% heizleistung notwendig ist und am Ende des Zeitfensters sich die Heizlast den *normalen* 100% nähert.

    Diese ca. 260% Heizleistung sind garantiert weder an den Heizflächen noch am Rohrleitungssystem berücksichtigt. Selbst am Wärmeerzeuger mache ich da mal je nach Heizsystem und Aussentemperatur ein Fragezeichen dran.

    Diese Betriebsweise führt mit Sicherheit zu unvorteilhaften Verbräuchen, da während der Betriebszeit der Anlage massiv zu hohe Temperaturen notwendig sind um das Gebäude auf eine entsprechende Nutzungstemperatur zu prügeln.
    Gelingt das nicht, so sind Komforteinbusen die Folge.

    Welche Betriebsweise sinnvoll ist, lässt sich nur mit mehr Angaben zur Anlage näher abschätzen. (Öl-, Gaskessel, stufiger oder modulierender Brenner, Gebäudegröße, Dämmstandard und Heizleistung, Raumtemperatur vor Heizbeginn etc.)

    Gruß
    Achim Kaiser
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  5. #4

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    Stef,
    wie Du siehst, war ich nicht der einzigste der nach Details gefragt hat.

    Aus HTD:

    Hallo,

    hilfreich wären noch ein paar Details zu Deiner Anlage.

    Aber zu Deiner Frage.

    Der Absenkzeitraum ist sehr lang. Momentan ist die Heizung die meiste Zeit des Tages im Absenkbetrieb, und dann kann es schon sein, daß die gewünschte Raumtemperatur nicht mehr rechtzeitig erreicht wird. Das bedeutet schlichtweg, daß die Heizung nicht genügend Energie in den Raum liefert (kWh).
    Also richtig erkannt, Leistung erhöhen (kW) oder Zeit erhöhen (h).
    Leistung erhöhen darf man hier aber nicht wörtlich nehmen, weil die Heizung selbst vermutlich sowieso taktet (genügend LEISTUNG hat), also die mögliche Energie garnicht erst in den Raum bringt.

    Es wäre also zu prüfen, ob die Heizung (Heizkessel) während der Heizzeit permanent läuft. Wenn nicht, dann muß man dafür sorgen, daß die erzeugte Energie auch in die Räume kommt. Wenn JA, dann müßte die Leistung erhöht werden.

    Man sollte auch einmal nach den Verlusten schauen, sprich, wie weit kühlt der Raum während der langen Absenkzeit aus, und wie schnell wird der Raum bei laufender Heizung wieder auf Temperatur gebracht.
    Ich habe bei mir morgens zwischen 04:00 Uhr und 07:00 Uhr noch eine Heizzeit programmiert. Danach schläft sie weiter und legt erst gegen Mittag 12:00 Uhr wieder los und geht dann erst gegen 23:00 Uhr wieder aus.

    Bevor ich also die Heizkurve hochdrehe, würde ich in diesem Fall die Heizzeiten verlängern.

    Gruß
    Ralf

    Gruß
    Ralf
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  6. #5

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    Yep, erst um 12 die Absenkung beenden halte ich für reichlich spät. Gerade morgens ist das Wärmebedürfnis noch am höchsten. Wer natürlich erst um 2 Mittags aufsteht, für den passts.
    Sonst würde ich mal um 7 oder 8 Uhr anfangen wieder aus der Nachtabsenkung hochzufahren.

    mfg
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  7. #6
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    Danke für eure Antworten.
    Also, es ist eine Rotex GSU 520 Gas-Heizung mit Solarunterstüzung für Warmwasser.

    Es sind 160qm Fläche zu beheizen, davon 60 mit FBH und der Rest mit Radiatoren. Es ist ein Zieglehaus mit 36,5er Ziegel und 1,1er Fenstern. Dämmung von aussen ist keine vorhanden.

    Warm sollte es im Haus abends ab ca 17h bis 22h sein.
    Die Heizung läuft in der Hauptzeit permanent.
    Die Räume kühlen in der Absenkphase so um ca. 2,5 °C aus. Zu Begin haben sie ca. 17°C und am Ende ca. 19,5°C.

    Hab gestern mal die Heizzeit auf 6-21 verlängert und es wurde gleich um einiges wärmer.
    Jedoch ist mir am Gaszähler aufgefallen, dass sich der Verbrauch gleich verdoppelt hat.
    Bin jetzt am überlegen, ob ich nicht die Heizung 24 Stunden am Tag laufen lasse und mit den Heizungsthermostaten die Temperatur regele.

    Gruss Stef
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  8. #7
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    Den Verbrauchsvergleich darfste erst nach einigen Tagen anstellen, wenn sich das Temperaturniveau angepasst hat.
    Im Moment haste jede Menge aufheizzuschlag im Verbrauch.

    Die Heizkurve kann ggf mit den geänderten Parametern gesenkt werden .... ausprobieren.

    Gruß
    Achim Kaiser
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  9. #8

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    Mal ganz vorsichtig gefragt, wie hoch ist Dein Gasverbrauch?

    Der Gasverbrauch während der Aufhzeiphase kann nicht repräsentativ sein, da hier ja nicht nur die Verluste des Gebäudes kompensiert werden müssen, sondern zusätzlich Heizleistung gebraucht wird um die Temperatur zu erhöhen (Aufheizzuschlag). Ist die Solltemperatur erst einmal erreicht, dann geht auch der Gasverbrauch zurück da ab diesem Zeitpunkt die Heizung nur noch die Temperatur halten (Verluste kompensieren) muss.

    Vergleich also erst wenn die Räume die Soll-Temp. erreicht haben.

    ....Bin jetzt am überlegen, ob ich nicht die Heizung 24 Stunden am Tag laufen lasse und mit den Heizungsthermostaten die Temperatur regele.....
    Ist die Anlage optimal abgeglichen, dann haben die Raumthermostate nicht mehr viel zu tun. Die Wärmeabgabe wird über den Durchfluß (einmalig) und dann über die Heizkurve (witterungsgeführt) gesteuert.

    Wenn ich mich richtig erinnerr, dann gibt es dafür 2 Regelungen...Alpha und Theta. Welche ist bei Dir montiert?
    Die Kiste kann auch einen 2. gemischten Heizkreis bedienen. Ist bei Dir die FBH an einem 2. Heizkreis angeschlossen?
    Und die nächste Frage wäre, arbeitest Du mit dem Außenfühler oder der Raumregelstation?

    Aber mal sehen, vielleicht ist Dein Gasverbrauch garnicht so hoch und wir machen uns hier Gedanken über ungelegte Eier.

    Gruß
    Ralf
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  10. #9
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    Die FBH hängt mit den normalen HK an einem Kreislauf. Ist ein FBH-System das 70°C Vorlauftemperatur aushält.

    Auf dem Dach sind ca. 5 qm Kollektoren drauf für Warmwasser.

    Hatte mit der kurzen Laufzeit einen Gas-Verbrauch von 8m³ pro Tag und mit der langen Laufzeit 16 m³, wobei die letzten Tage viel die Sonne gescheint hat (viele Fensterflächen).

    Hab die Theta-Regelung drin. Es ist nur ein Aussenfühler und die Thermostate an den Heizkörpern vorhanden.

    Sollen die HK-Thermostat immer voll aufgedreht sein? Hab sie jetzt auf ca. 20°C einreguliert.

    Gruss Stef
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  11. #10
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    Sollen die HK-Thermostat immer voll aufgedreht sein? Hab sie jetzt auf ca. 20°C einreguliert.
    Erst mal die passende Heizkurve finden ... passend = ca. 0,5 bis 1 Grad höher als die gewünschte Raumtemperatur bei ganz geöffneten Thermostatventilen ggf. die Voreinstellung an den Ventilen zur Voreinstellung nutzen (sofern welche vorhanden) .... nennt sich dann vornehm hydraulischer Abgleich.

    Anschliesend die Thermostatköpfe auf ~ Stellung 3 = 20 Grad.

    Gruß
    Achim Kaiser
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  12. #11

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    Ich dachte bislang Thermostate im wärmsten Raum ganz auf und dann die Vorlauftemperatur nur so hoch wie nötig...
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  13. #12

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    Der hydr. Abgleich soll sicherstellen, daß alle Heizkörper ausreichend versorgt werden.

    Lesestoff gibt´s hier:

    http://www.oventrop.de/DE/products/b..._hydraulik.pdf

    oder hier:

    http://www.bosy-online.de/hydraulischer_Abgleich.htm

    Im optimalen Fall könnte man die Thermostate in den Mülleimer werfen und jedem Raum würde durch die voreingestellte Durchflußmenge sowie der durch die Außentemperatur vorgegebenen Heizkreistemperatur immer nur soviel "Wärme" zugeführt, daß die gewünschte Raumtemperatur erreicht wird.

    Aber wie gesagt....soweit die Theorie. In der Praxis gibt es immer Faktoren die die Raumtemperatur beeinflussen, und für diesen "Notfall" soll der Raumthermostat dann die Wärmezufuhr unterbrechen um ein Überhitzen des Raums zu vermeiden.

    Gruß
    Ralf
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  15. #13
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    Danke für eure vielen Antworten.
    Ich werde nun an der Anlage spielen und vergleichen.
    Hatte gestern einen Verbrauch von 6m³. Das Haus war schön warm. Allerdings hatten wir gestern viel Sonnenschein.

    Eine Frage hätte ich noch:
    Hab gelesen, dass man den Pumpennachlauf so niedrig wie möglich einstellen sollte. Was haltet ihr davon?? Mein Pumpennachlauf ist gerade auf 3 min eingestellt.
    Was genau bedeutet der Pumpennachlauf??

    Gruss Stef
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  16. #14

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    Mit dem Pumpennachlauf wird verhindert, daß der Kessel überhitzt obwohl der Brenner abgeschaltet ist. Da kein Wasserdurchfluß mehr stattfindet, wird das "stehende" Wasser durch die Restwärme aufgeheizt. Das könnte im Extremfall dazu führen, daß die Temperatur so hoch wird, daß ein STB auslöst.

    Daher wird die Restwärme durch den Pumpennachlauf weiter in den Heizkreis befördert.

    Ob und wie man die Zeit verändern kann hängt davon ab, wie weit die Kesseltemperatur trotz abgeschaltetem Brenner noch ansteigt.

    Gruß
    Ralf
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