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Beurteilung Eisenträger Kappendecke

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  1. #1

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    Beurteilung Eisenträger Kappendecke

    Hallo,

    die Eisenträger der Kappendecke meines Kellers sehen an den Aufliegern ein bißchen aus wie "Blätterteig".

    Soweit ich vorsichtig mal dran gekratzt habe, sieht es aber schlimmer aus als es ist, das meiste "Fleisch" ist noch vorhanden.
    Der Steg - soweit man ihn sehen kann (an einigen Stellen geht das) - sieht noch seht gut aus.

    Aber wie ist das mit der Beurteilung von den Enden in der Wand selber? Schliesslich kann man nicht in die Wand reinschauen.

    Kann man davon ausgehen, daß die nicht stärker betroffen sind als die Stellen direkt an der Wand?

    Gruß,
    Martin
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  2. Beurteilung Eisenträger Kappendecke

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  3. #2

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    Aber das muß eine Hausfrau ja nicht wissen!!
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    Hallo,

    den Zustand kann man von hier noch weniger beurteilen!!!

    Aber solange noch kein Träger gebrochen ist kann man abwarten. Danach wird nur ein völliger Neubau der Decke weiterhelfen.

    Gruß

    pauline
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  4. #3
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    Das ist ja Unsinn. Es soll mir auch keiner auf die Entfernung bescheinigen, daß die Träger noch 100 Jahre halten.

    Und wenn die Träger eine signifikante Schwächung zeigen, muß das natürlich fachkundig begutachtet werden.

    Die Hauptfrage ist einfach, ob man davon ausgehen kann, daß die Träger in der Wand nicht schlechter sind als direkt vor dem Eintritt in die Wand - und in die Wand reingucken kann auch der Experte nicht...
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  5. #4

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    Zitat Zitat von Eumeltier Beitrag anzeigen
    Das ist ja Unsinn....
    Tja - pauline halt.
    Also. In der Wand ist der Rost meist das kleinste Problem.
    MfG
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  6. #5

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    Kappendecke & Rost: Suche auch Lösungsmöglichkeiten

    Auch bei uns sind die Träger ca. 100 Jahr alt und zumindest 2 Stück sind an den Auflagern wirklich fast durch (jahrelanger Wasserschaden; jetzt behoben). Decke ca. 4m x 4m. Bevor ich mit einem Unternehmer spreche, will ich mir einen Überblick über Lösungsmöglichkeiten verschaffen.

    1. Andere Träger drunterziehen? Die müsste man ja dann unter dem korrodierten Träger in die Wand einlassen. Muss man dazu die halbe Wand abreißen? Wie tief müssten die denn hinein? Ist das nicht sehr aufwändig?

    2. Stützen unter die betroffenen Auflager? In der Mitte und am anderen Ende scheinen I-Träger ja noch sehr ok (nur leichter Oberflächenrost), also könnte man doch Säulen unter die Auflager mauern, oder? Wäre das nicht billiger und sogar stabiler als 1?

    3. Entlang der Seite, in der die jetzigen Träger aufliegen, einen starken I-Träger so einziehen, dass er diese (90 Grad dazu) an deren Enden trägt. An den Enden in Wand einlassen und/oder mit Stützen unterbauen?

    Ein Superproblem, welches ich hier noch gar nicht unbedingt diskutieren will: Einer der "Problem-Träger" liegt auch noch auf einem Fenstersturz (ebenfalls I-Träger) auf, der ebenfalls stark angerostet ist.

    Klingen meine Vorschläge 1-3 oben realistisch?
    Gibt es weitere (bessere) Lösungsmöglichkeiten?
    Hat jemand Erfahrung hier und kann von angefallenen Kosten berichten?

    Vielen Dank
    s'Hermelin
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  7. #6

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    Ertüchtigung von Stahlträgern

    is Schlossersache. Natürlich kannste den Steg aufdoppeln und dann nen neuen Flansch dranschweissen. Musste die Kappe vorher abstützen, dass Trägerende freilegen, beidseitig auf den Steg nach statischer Berechnung z.B. 2St 8mm Flachstähle reinschweissen, dann darauf und darunter nen Flansch mit ner gerechneten Kehlnaht reinschweissen,die Auflager mit zugelassenem Mörtel unterstopfen und dich so von Träger zu Träger arbeiten.
    Hört sich jetzt schlimmer an , als et is.
    Aber brauchst halt nen Statiker, und nen zertifizierten Schweisser.
    Gruss Christian
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  8. #7
    Bauexpertenforum
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    die stahlträger von preussischen kappendecken sind am unsichtbaren steg meist am stärksten korrodiert. also vorsicht! am besten einen in der sanierung von solchen hütten versierten architekten oder tragwerksplaner einschalten! die jeweils beiden letzten felder sind mittels zugstangen miteinander verbunden, auch hierauf sollte man sein augenmerk legen (aussteifung).
    @ pauline: ob ein träger "gebrochen" ist, kann man von außen nicht sehen. wenn an sichtbaren stellen schon korrosion auftritt, ist der steg im feldbereich meist schon durchgerostet (deshalb ist das austauschen eines auflagers -@christian st- oft rausgeschmissenes geld).
    das ganze gebilde verliert durch die korrodierten stege natürlich extrem an tragfähigkeit.
    > also fachmann vor ort holen und an mehreren stellen bauteil öffnen.
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  9. #8

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    Schönes Beispiel:

    In der Altbau Mietwohnung eines Freundes waren die Träger durch den feuchten Keller ihres (tragenden) Untergurts nahezu beraubt. Lösung des Vermieters: KS Säulen auf eigenen Fundamenten erstellen, darüber verzinkte Stahlträger. Hohlräume mit Quellmörtel verschlossen. Halten wird's, ob's fachgerecht ist???

    Gruss, Dirk
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  10. #9

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    So, fertig! Hat lange gedauert, aber dafür gab es sogar eine richtige Statik. Also: Parallel zur Außenwand (also senkrecht zu den maroden Trägern) wurde pro Raum ein I-Träger auf Stahlsäulen montiert. Von diesem aus stoßen dann unter jedem Problem-Träger neue Träger in die Außenwand. Die Stahlsäulen stehen auf Punktfundamenten und Quellmörtel war auch im Einsatz.
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  12. #10

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    Jetzt Pleite?

    Da meine Kappendecke in einem Raum auch so "blättrig" ist würde mich mal der Preis der Sanierung interessieren. Und wie die Planung und die Ausführung, also der gesamte Ablauf der Aktion von statten lief.
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  13. #11

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    Zitat Zitat von Altbau1932 Beitrag anzeigen
    Da meine Kappendecke in einem Raum auch so "blättrig" ist würde mich mal der Preis der Sanierung interessieren. Und wie die Planung und die Ausführung, also der gesamte Ablauf der Aktion von statten lief.
    Der Preis nutzt nix, wenn ich nicht sage, was genau gemacht wurde. Also:

    Raum 1:
    1. 2 Säulen (70mm Rohr, dickwandig, mit Flanschen) hingestellt.
    2. Darauf ein Träger HEB120, 4,20m lang unter die Decke montiert.
    3. An den HEB120 wurden 5 Stück U-Träger (U140 bzw. U100), je 1,10m lang, festgeschraubt. Diese verlaufen nun genau unter den maroden alten Trägern.
    4. Am anderen Ende wurden diese U-Träger in die Außenwand eingelassen.


    Raum 2:
    Ganz ähnlich, aber der HEB120 1m kürzer und die Querträger (U140) waren 4 an der Zahl.

    Vorgehensweise:

    1. Statiker bewertet die Lage und sieht Handlungsbedarf (sonst hier stoppen).
    2. Statiker berechnet Lösung.
    3. Baufirma lässt von Stahlfirma die Bauteile erstellen und verzinken (fast 500kg).
    4. Baufirma hebt Punktfundamente 60x60x40 für die Säulen aus.
    5. Baufirma gießt Fundamente.
    6. Baufirma montiert Säulen und Querträger (dabei kam irgendwie Quellbeton oder sowas zum Einsatz, damit alles schön dicht unter der Decke liegt.
    7. Baufirma schraubt die U-Träger an den Querträger und lässt sie am anderen Ende in die Wand ein (erstellt Wandauflager).


    Der Spass hat etwa 5000 Euro gekostet. Sieht sehr solide aus und wurde bewusst überdimensioniert. Falls man z.B. mal nach der anderen Seite auch etwas unterbauen möchte wird das die Statik zulassen. Ist aber kein Handlungsbedarf.

    H.
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