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  1. #1

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    Schimmel im Neubau???

    Hallo liebe Forenmitglieder,

    eine Sache bereitet mir schlaflose Nächte: Schwarze Punkte auf den Gipskartonplatten in unserem Neubau. Und so kam es dazu:

    Der Rohbauer wollte unbedingt vor dem Innenputz und dem Estrich bereits die Decke mit den Rigips-Platten zumachen; ich meldete Bedenken an wegen des noch ausstehenden Blower-Door-Tests (damit wird ja die Winddichtigekit der Dampfbremse untersucht), aber er nahm das Risiko auf seine Kappe.

    Nun haben wir den Kalkputz und den CA-Estrcih eingebracht und zwei Wochen aufgeheizt; trotz gekippter Fenster war es ein Klima wie im Urwald. Die Folge: Schwarze Punkte an den Rigipsplatten, besonders an den Bruchkanten. Die Platten sind auch total durchfeuchtet.

    Mein Architekt glaubt, dass das nicht schlimm sei, man könne die Pilzsporen oberflächlich abwischen; hauptsache, es werde weitergeheizt, damit die Platten trocknen könne. Meine Befürchtung aber ist, dass beim weiteren Aufheizen erst einmal noch mehr Feuchtigkeit in die Luft und damit auch in die Platten eindringt.

    Ich habe mal drei Bilder angehängt. Bevor ich auf den Putz haue und darauf bestehe, dass alles rausgerissen und neu gemacht wird, möchte ich mir halbwegs sicher sein, dass ein Gutachter das auch so sehen würde. Oder bin ich einfach nur übervorsichtig? Danke für eure Rückmeldungen!

    Viele Grüße
    Jürgen





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  2. Schimmel im Neubau???

    Schau dir mal diesen Ratgeber an. Dort findet man Infos und Antworten.

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  3. #2
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    Achja, die Bilder kann man durch Anklicken vergrößern ...
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  4. #3

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    Hallo Jürgen,

    bitte lassen Sie die Platten und Dämmung sofort ausbauen ,Schimmelpilzsporen (Fruchtkörper) lassen sich vielleicht abwischen jedoch nicht die Schimmelpilz-Myzele (der eigentliche Pilz).
    Auf nassen Gipskartonplatten (Cellulose der Papierummantelung) wächst sehr gerne ein Schimmelpilz mit dem Namen Stachybotrys chartarum , dieser Pilz ist in der Lage Mykotoxine (Pilzgifte) zu produzieren. Diese Pilzgifte sind höchst gesundheitsgefährdend und nicht nur im lebenden Zustand des Schimmelpilzes sonder auch im abgestorbenen Zustand. Also mit Tapete darüber und ich sehe nichts mehr ist es nicht getan. Sollte auch Mineralfaserdämmung durchfeuchtet sein kann es zu dem Schimmelpilzbefall auch noch zu einem mikrobiellen Befall kommen.

    Leider hat Ihr Architekt keine Ahnung. Mehr Informationen erhalten Sie bei Umweltbundes Amt unter http://www.umweltbundesamt.de. Hier finden Sie auch den Schimmelplzsanierungsleitfaden.
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  5. #4
    Themenstarter

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    Hallo Tom1099,

    ich habs mir eigentlich schon gedacht. Dann mal raus mit dem Zeug. Übrigens kommt über den Rigips-Platten (Lattung/Konterlattung) eine Dampfbremse und dann 24 cm Zellulosedämmung, darüber dann eine 6 cm dicke THD-Platte (Agepan), dann Dachbahnen und darauf (Lattung/Konterlattung) die Dachziegel. Ich nehme aber mal nicht an, dass die Feuchtigkeit schon der Zwischensparrendämmung geschadet hat (Zellulose), die mag es wohl anfangs sogar ein bisschen feuchter.

    Viele Grüße
    Jürgen
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  6. #5

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    Hallo Jürgen,

    auf die Ferne kann man den Sachverhalt leider nicht beurteilen. Wenn die Dampfbremse luftdicht verklebt ist dürfte sich dort kein Befall einstellen. Woher stammt den die Aussage das es Zellulose ein bisschen feuchter mag. Und was ist dann feucht ?

    Zellulose dient nicht nur Schimmelpilzen als Nahrunsgrundlage sonder auch dem Echten Hausschwamm . Wird wahrscheinlich im Neubau noch nicht vorkommen, aber man sollte schon wissen was man sich da zwischen die Sparren pumpt.
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  7. #6
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    Hallo Tom1099,

    hier die Antwort des Zellulosemenschen: Zellulose nimmt etwas Feuchtigkeit auf und verklumpt dann, bildet also ein festeres Gebilde, und das sei gut für die Wärmedämmung. Außerdem könne Zellulose besser die Feuchtigkeit vertragen, weil sie diese auch wieder leichter abgebe (von Hausschwamm etc. war keine Rede). Die Dampfbremse (nicht -sperre) ist übrigens luftdicht verklebt worden. Hoffentlich. Wir werden es beim Blower-Door-Test am 10. Apil sehen.

    Danke vorab für die schnelle Antwort!

    Viele Grüße
    Jürgen
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  8. #7

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    In der Regel sind den Zellulose-Dämmstoffen mittel gegen Befall von Schädlingen und Pilzen beigemischt.

    Grüße
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  9. #8

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    hatte erst vor kurzem das selbe problem: einbau der gk-platten vor estrich und innenputz - noch keine verspachtelung der platten - keine lüftung durch bauherren und dadurch schimmelbefall.
    schimmelproben am material und in der luft ergaben erhöhte werte. also alle gk-platten raus, dachlatten raus und folie mit alkohol abwischen und wieder einbauen.
    die dämmung hatte glücklicherweise nichts abbekommen - blowdoortest war in ordnung.
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  10. #9
    Avatar von Peeder
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    Stachybotrys chartarum
    Na ja, der sieht etwas anders aus

    http://www.trockenbauverein.de/trockenbau/schimmel.html

    Wenn ich mir die Bilder anschaue, so ist das doch noch nicht so schlimm, um gleich alles raus zu reissen.

    Wenn dem pilz die Grundlage entzogen werden, stirbt er so oder so.
    Eine der Grundlagen ist Feuchtigkeit und Wärme.

    Im übrigen gehe ich jede Wette ein, das sich Sporen schon auf der GK Platte befunden haben, sowie genügend Sporen in der Raumluft .

    Die Dinger sind immer da, gebt Ihm nee Grundlage, und er wächst.

    Und nicht gleich " der Architekt hat keine Ahnung. "

    Der Rohbauer wollte unbedingt vor dem Innenputz und dem Estrich bereits die Decke mit den Rigips-Platten zumachen
    nicht gerade die beste Lösung.

    Peeder
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  11. #10
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    Wir haben sie heute runtergerissen. Hintergrund war der: Ich habe dem Rohbauer angeboten, sollte er mir per Gutachter bestätigen können, dass der Schimmel harmlos sei, dann sollen die Platten drin bleiben. "So einen Gutachter gibt es nicht", war seine Antwort. Also kamen die Platten heute raus, ich habe mir angepackt.

    Es stank nach Keller und Moder! Die Rückseite der Platten war teilweise voller grüner Schimmelpilzflecken. Lattung und Konterlattung waren ganz feucht, und an der Dampfbremse waren Kondensattröpfchen. Das Wasser konnte dort nicht weg, trotz Lüftung.

    Daher mein Rat an alle: Niemals vor dem Trockenheizen die Decke mit Platten zubauen lassen. Ich wollte es auch nicht (wenn auch "nur" wegen dem Blower-Door).

    Viele Grüße
    Jürgen
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  12. #11

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    Der Fehler war an sich, das ihr geheizt habt!
    Schimmel braucht immer 3 Dinge um zu wachsen.
    Feuchtigkeit, Nahrung und Wärme.

    Laßt eine Sache weg, kein Schimmel.
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  13. #12
    Themenstarter

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    Zitat Zitat von C. Schwarze Beitrag anzeigen
    Der Fehler war an sich, das ihr geheizt habt!
    Das sah mein Rohbauer, mein Architekt und der Polier ganz anders. Die sagten, wir hätten Schimmel, weil wir nicht genug geheizt hätten. Dass das Unsinn ist, leuchtet mir ein. Je wärmer ich Estrich und Wand mache, umso schneller kommt die Feuchtigkeit auf einen Schlag raus.

    Nun gut, jetzt sind die Platten erst einmal raus, die Fenster alle auf Kipp, und dann sehen wir mal weiter.

    Viele Grüße
    Jürgen
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  14. #13

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    Zitat Zitat von Comenius Beitrag anzeigen
    Das sah mein Rohbauer, mein Architekt und der Polier ganz anders. Die sagten, wir hätten Schimmel, weil wir nicht genug geheizt hätten. Dass das Unsinn ist, leuchtet mir ein. Je wärmer ich Estrich und Wand mache, umso schneller kommt die Feuchtigkeit auf einen Schlag raus.
    Hattest du Schimmel oder nicht?
    Hattest du auf deinen Rohbauer, Architekt, und Polier gehört, oder nicht?

    Hättest du, alles auf gemacht, regensicher gemacht und einfach nur gewartet.
    Dann wäre nix passiert.

    Seit wann bist du für die Kalkulation und Zeitenplanung von deinen Rohbauer&Co. zuständig.
    Sieh zu was das Beste für den Bau ist. So wie es abgegangen wohl nicht, oder?
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  15. Schau dir mal das Bauherren-Handbuch an.. Sehr viele nützliche Infos!
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  16. #14

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    ich kann nur sagen, wir haben auch vor dem estrich alle gipskartonplatten raufgemacht (mit dampfbremse dahinter) hatten trotz heizen und feuchtigkeit keinen schimmel. bis jetzt nicht....

    wie oft habt ihr denn gelüftet? habt ihr euch da an die vorgaben gehalten?

    lg tal
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  17. #15
    Avatar von T9-Liebhaber
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    Zitat Zitat von Peeder Beitrag anzeigen
    Na ja, der sieht etwas anders aus

    http://www.trockenbauverein.de/trockenbau/schimmel.html

    Wenn ich mir die Bilder anschaue, so ist das doch noch nicht so schlimm, um gleich alles raus zu reissen.

    Wenn dem pilz die Grundlage entzogen werden, stirbt er so oder so.
    Eine der Grundlagen ist Feuchtigkeit und Wärme.

    Im übrigen gehe ich jede Wette ein, das sich Sporen schon auf der GK Platte befunden haben, sowie genügend Sporen in der Raumluft .

    Die Dinger sind immer da, gebt Ihm nee Grundlage, und er wächst.

    Und nicht gleich " der Architekt hat keine Ahnung. "


    nicht gerade die beste Lösung.

    Peeder
    Peeder...das war wohl ein tiefer Griff ins Klo!

    Stimmt schon das Thema Schimmelpilz wird oft etwas übertrieben...aber ein guter Trockenbauer sollte wissen das eine schimmelige GK-Platte rückseitig geprüft werden sollte. In vielen Fällen sieht sie nämlich so aus wie vom Bauherrn beschrieben.
    Willst du eine schimmelige GK-Platte in Deinem heutzutage fast unbezahlbaren Neubau?
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