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Dämmung nicht begehbare Geschoßdecke

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  1. #1

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    Dämmung nicht begehbare Geschoßdecke

    Hallo,
    nach dem Lesen vieler Beiträge habe ich mir jetzt eine Meinung zu dem Thema gebildet und wollte euch bitten, diese zu kommentieren.

    Wunsch:
    Ich will meine Geschossdecke des Dachbodens, der nicht ausgebaut ist und bei dem die Schrägen nicht gedämmt sind, vom Dachboden aus mit Isover Topdec 2 dämmen.
    Die Holzbalkendecke besteht aus 20cm hohen Balken im 60cm Abstand. Im Zwischenraum befindet sich ca. 10cm Schlacke als "Dämmung". Es sind keine Dielen oder Bretter angebracht, ausser ein paar Dohlen als "Gehwege". Auf der Unterseite, also zu den Wohnräumen hin, ist die Decke mit Strohmatten versehen. In den Wohnräumen selbst sind Rigipsplatten auf Latten angebracht.
    Das Haus ist Baujahr 1928.

    Geplante Maßnahmen:
    1. ich will auf die Schlacke Perlite oder Zellulose aufschütten, bis die Höhe der Balken erreicht ist, um somit eine einigermaßen ebene Fläche zu erreichen. Frage: soll ich die Schlacke entfernen?
    2. ich will keine Dampfsperre oder -bremse unter die Dämmung legen, weder unter die Schlacke (die ich dann ja entfernen müsste), noch unter das Topdec 2.
    Frage: haltet ihr eine Dampfsperre für notwendig? Wenn ja, wo?
    3. ich will das Topdec 2 dann auf die ebene Fläche legen. Die Tragfläche für das Topdec wäre somit die Aufschüttung mit z.B. Perlite.
    Frage: ist die Tragfläche geeignet?
    4. Ich will das Topdec 2 mit 100 mm Dicke verlegen.
    Frage: reicht die Dicke?
    5. Ich will auf das Topdec 2 keine diffusionsoffene Folie o.ä. legen, da das Dach gut belüftet ist und ich davon ausgehe, daß Kondenswasser, welches vom Dach auf die Dämmung runterfallen könnte, wieder verdampft.
    Frage: ist die Annahme richtig?

    Danke im Voraus für eure Kommentare.

    Gruß, M.
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  2. Dämmung nicht begehbare Geschoßdecke

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  3. #2

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    1

    Dämmung des Dachs - vielleicht ein bißchen anders

    Auch ich habe ein Haus Bj. 28, mein Dachboden sieht vom Aufbau identisch aus, nur habe ich keine Gipsplatten in den Wohnräumen sondern Putz auf dem Stuckträger (Matte aus Holzstäbchen oder Stroh).

    Folgende Anmerkungen, die meinen Kenntnisstand repräsentieren:

    Wunsch:
    Ich will meine Geschossdecke des Dachbodens, der nicht ausgebaut ist und bei dem die Schrägen nicht gedämmt sind, vom Dachboden aus mit Isover Topdec 2 dämmen.


    Topdec DP2 scheint mir nach Prospekt Prospekt das falsche Material zu sein (zum Dämmen von Decken von unten geeignet), eher scheint schon Topdec Loft geeignet, das aber erlaubt nur eine untergeordnete Nutzung, keine Nutzung als Wohnraum. Grund scheint die mangelnde Festigkeit zu sein. Da sind wir auch schon beim grundsätzlichen Problem: Will man den Dachboden irgendwann mal ausbauen oder nicht oder will man schwere Gegenstände lagern ? Die beschrieben Decke von Häusern dieser Baujahre ist nicht tragend, da die Schlacke in der Regel auf Brettern aufliegt, die nur auf Leisten aufliegen, die wiederum seitlich an die Balken genagelt sind. Das heißt bei Belastung der Schlacke besteht die theoretische Gefahr des Durchbrechen wenn nur die Last hoch und punktuell genug ist. Will man den Dachboden zu Wohnzwecken nutzen muß eine tragfähige Konstruktion gefunden werden. die die Last auf die Träger einleitet. Bei flächiger Auflage, sei es durch Perlite, oder durch eine relativ weiche und nur oberflächlich verstärkte Isolationsmatte wie Topdec wird die Schlacke nun immer noch belastet, bei theoretisch gleicher Flächenpressung auf Schlacke und Balken anteilig der belasteten Oberfläche, wenn die Schlacke nachgibt, folgt die Matte.

    Ich denke, eigentlich müsste man auf die Träger eine (Quer-)Lattung aufbringen, die Zwischenräume mit Isolationsmaterial füllen und dann auf die Lattung eine begehbare Decke legen (2 Lagen OSB Platten o.ä.). Mein Problem ist: Um eine hinreichende Höhe für die Isolierung zu erhalten müssen die Latten ganz schön hoch sein (120 - 140 mm?). Schnell hat man wieder eine Tonne Holz im Dach liegen. Wäre Hartschaumstoff ohne Lattung eine Alternative ?


    1. ich will auf die Schlacke Perlite oder Zellulose aufschütten, bis die Höhe der Balken erreicht ist, um somit eine einigermaßen ebene Fläche zu erreichen. Frage: soll ich die Schlacke entfernen?


    Ohne weiter Prüfung der Details: Entfernen würde ich bei alten Häusern im Zweifelsfall möglichst nichts, was noch intakt ist. Man handelt sich nur neue Probleme ein.


    2. ich will keine Dampfsperre oder -bremse unter die Dämmung legen, weder unter die Schlacke (die ich dann ja entfernen müsste), noch unter das Topdec
    Frage: haltet ihr eine Dampfsperre für notwendig? Wenn ja, wo?


    Dampfsperre muss meine Erachtens sein um Kondensation und anschließenden Schimmel in der Isolation zu vermeiden. Gerade Glasfasermatten nehmen gerne Wasser auf. Ich würde die Dampfsperre auf den jetzt existenten glatten Boden legen, unter jede weitere Schicht. Unebenheiten stören die Dampfsperrfolie wenig.

    3. ich will das Topdec 2 dann auf die ebene Fläche legen. Die Tragfläche für das Topdec wäre somit die Aufschüttung mit z.B. Perlite.
    Frage: ist die Tragfläche geeignet?


    Perlite sollen durch flächige Auflageplatten verdichtet werden, geht nicht mit Topdec. Auch ist Topdec Loft auf der Unterseite weich, setzt sich also unter Belastung bei körnigen Perliten vermutlich, d.h. verliert Höhe.

    4. Ich will das Topdec 2 mit 100 mm Dicke verlegen.
    Frage: reicht die Dicke?


    Im Prospekt wird 120 mm als hinreichend für EnEV bezeichnet. Hängt aber sicher im Detail vom Wärmedurchgangskoeffizienten der Holzdecke ab (der ja gar nicht so schlecht ist). Wichtig wäre meine Erachtens, dass der Taupunkt nicht in der Decke sondern im Isomaterial liegt. Damit passiert dann nichts, wenn die Dampfsperre den Wasserdampf als Dampf in der Decke hält und kein Wasser(dampf) zum Kondensieren in die Isolation kommt. Wie man das ohne viel Geld und Aufwand berechnen kann ? Weiß ich auch nicht und ich habe auch noch keine Faustfomeln für Holzbalkendecken gefunden.

    5. Ich will auf das Topdec 2 keine diffusionsoffene Folie o.ä. legen, da das Dach gut belüftet ist und ich davon ausgehe, daß Kondenswasser, welches vom Dach auf die Dämmung runterfallen könnte, wieder verdampft.
    Frage: ist die Annahme richtig?


    Halte zu viele Folien auch für nicht notwendig, würde aber eine begehbare Abdeckung schaffen (z.Bsp. OSB Platten). Das Dachgeschoss ist dann zu nutzen und eventuelle Feuchtigkeit (Tropfen) von oben kommt nicht direkt mit der Isolation in Berührung.

    Grüße

    Andreas
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  4. #3

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    Guten Abend.
    Unser Haus ist 1900 erbaut und ich habe auch einen nicht genutzten Boden mit 300er Isover Glasmatten gedämmt.
    Einfach ausgerollt fertig. Wozu zwischen den Balken reinstopfen wenn kein Boden begehbar gemacht werden soll. Eventuel für den Schorni einen festen Weg bauen und sonst nur Matten ausrollen. Wichtig ohne Alukaschierung die bremst Belüftung.
    gruß
    willi
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  5. #4

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    Hallo @all,

    sicher kann man über Wärmedämmschichten und Dampfsperren stundenlang philosophieren ... Fakt ist jedoch wohl: Solange die beheizte Gebäudehülle nicht allseitig dauerhaft luftdicht abgeschlossen ist, zieht die warme, feuchte Luft größtenteils lustig "an der Wärmedämmung vorbei" ... oder?

    KPS
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  6. #5

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    Hallo mapl99!

    Dein Vorhaben ist teuer, schadensträchtig und wenig effizient.

    Richtig wäre:

    - Schlacke entfernen.
    - Mit Dampfbremse auslegen (einzelne Gefache). So kann evtl. nachströmende Warmluft nichts durchfeuchten
    - Als Dämmung Glas oder Steinwolle nehmen (Steinwolle: Höhere Dichte, besserer sommerlicher Wärmeschutz!)
    - Volle 20cm dämmen
    - Spanplatten oder OSBplatten als Abschluss drauf. Keine Folie darunter.

    Viel Erfolg,

    Gruss, Dirk
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  7. #6

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    Wenn die sichtbare raumseitige Bekleidung unverändert bestehen bleiben soll, ist

    Zitat Zitat von Isolierglas Beitrag anzeigen
    ... - Mit Dampfbremse auslegen (einzelne Gefache) ...
    ... "auslegen" allein wohl nicht ausreichend.

    Dann sollte die Dampfsperre gegebenenfalls gefachweise mit den diesem Anwendungszweck entsprechenden Materialien umlaufend an die begrenzenden Deckenbalken und Wandputzflächen angeschlossen (verklebt) werden! Dies gilt insbesondere natürlich auch für alle Durchdringungen der luftdichten Hülle (Bodenluke, Dunstrohre, etc.).

    KPS
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