Seite 1 von 2 12 LetzteLetzte
Ergebnis 1 bis 15 von 22

Wieviel Strom braucht eine Außenluft-Wärmepumpe?

Diskutiere Wieviel Strom braucht eine Außenluft-Wärmepumpe? im Forum Heizung 1 auf Bauexpertenforum.de


  1. #1

    Registriert seit
    06.2008
    Ort
    Ulm
    Beruf
    Kraftfahrer
    Beiträge
    73

    Wieviel Strom braucht eine Außenluft-Wärmepumpe?

    Hallo in die Runde,

    ich plane, wohl im Jahre 2009 (vielleicht aber auch noch 2008) ein Fertighaus zu bauen (oder besser: bauen zu lassen). Es soll sich um ein KfW40 Haus handeln (das ist mir wichtig).
    Ich stehe noch ganz am Anfang - mal näher angeschaut habe ich mir das "Haus Potsdam" (Stadtvilla - Wohnfläche 117 qm) und das "Haus Würzburg" (klassisches 1 1/2 geschossiges EFH ggf. mit Wintergarten - Wohnfläche 127 qm) von Kampa.

    Soweit ich das richtig sehe, soll dabei eine Außenluft-Wärmepumpe (ist das das selbe wie eine Luft-Wasser-Wärmepumpe?) eingesetzt werden.

    1)
    Trotz einiger Suche konnte ich zum Thema noch nichts passendes finden: Ich habe etwas Angst davor, dass gerade im Winter hohe Stromkosten für die Beheizung des Hauses auf mich zukommen. Gibt es irgendwelche Erfahrungswerte / Richtwerte / Schätzungen, wie hoch wohl der Stromverbrauch für so eine Außenluft-Wärme in einem EFH dieser Größenordnung im Jahr so ungefähr ist?
    Und: Muss im Winter intensiv/viel mit Strom zugeheizt werden oder nur an extrem kalten Tagen bei Außentemperaturen < ?°C?

    2)
    Ist es vor dem Hintergrund eines hohen (?) Stromverbruachs und steigender Stromkosten ratsam, zusätzlich einen offenen Kamin einzubauen oder ist die Amortisierungszeit für die zusätzlichen Kosten im Allgemeinen Jahrzehnte lang?

    3)
    Sollte man besser ganz auf eine andere Heiztechnik vertrauen (ist also eine Außenluft-Wärmepumpe eine Billigversion einer Heizung die nur dann eingesetzt wird, wenn der Bauherr nicht so viel Geld auf den Tisch legen kann)?

    4)
    Häufig habe ich hier jetzt schon gelesen, dass so eine Außenluft-Wärmepumpe recht laut ist (und man daher Probleme mit den Nachbarn bekommen könnte). Gibt es hier Hersteller/Modelle, die besonders empfehlenswert sind, da leise und effizient?

    5)
    Gibt es sonst noch Nachteile einer Außenluft-Wärmepumpe?
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  2. Wieviel Strom braucht eine Außenluft-Wärmepumpe?

    Schau dir mal diesen Ratgeber an. Dort findet man Infos und Antworten.

    Registrieren bzw. einloggen, um diese und auch andere Anzeigen zu deaktivieren
  3. #2

    Registriert seit
    08.2005
    Ort
    BW
    Beruf
    Dipl.Ing. NT
    Beiträge
    48,841
    1.) Der Strombedarf hängt von der Heizlast des Gebäudes, den Außentemperaturen, den Raumtemperaturen und der Leistungszahl (COP) der Pumpe ab. Das kann niemand vorhersagen, ohne die Details zum Haus (Heizlastermittlung etc.) zu kennen.

    Pi * Daumen macht die Luft-WP über´s Jahr betrachtet aus 1kWh Strom 3kWh "Wärme".

    2.) Ein Kamiofen ist immer so eine Sache. Woher kommt das Holz? Zu welchem Preis? Dazu braucht´s dann auch noch einen Schornstein (Investitionskosten) und einen Schornsteinfeger (laufende Kosten).

    Bei einem Gebäude mit geringem Wärmebedarf "rechnet" sich so etwas nicht, zumal wenn man das Holz kiloweise im Baumarkt kaufen muss.

    3.) Eine Wärmepumpe ist keine schlechte Lösung.
    Aber auch hier gilt -> Heizkonzept muss passen.
    Sonst habt Ihr keine Freude daran.

    4.) Der Schallpegel hängt von der Größe der Wärmepumpe ab. JA, man hört so ein Teil. Ob´s störend ist? Da hat jeder eine andere Meinung.
    Durch geschickte Standortwahl und schalldämmende Maßnahmen kann ma ndas "Problem" aber deutlich entschärfen. Ich würde mir so ein Teil nicht unter´s Schlafzimmerfenster stellen, aber bereits in ein paar Metern Entfernung sieht die Sache wieder ganz anders aus.

    5.) Eine Luft-WP hat eine schlechtere Leistungszahl als beispielsweise eine Sole-WP oder DV. Dafür sind die Investitionskosten geringer. Man sollte hier ein wenig rechnen, denn in vielen Fällen lohnt der Mehraufwand für Bohrungen oder Flächenkollektor nicht. Ist der Wärmebedarf für das Gebäude gering, dann macht sich die schlechtere Leistungszahl "in Euro" nicht so sehr bemerkbar.

    Kurz gesagt, JA eine WP benötigt Strom, aber Öl und Gas sind auch nicht umsonst. Von den Verbrauchskosten liegt eine WP fast immer günstiger als eine vergleichbare Lösung. Jetzt muß man nur noch die Invesitionskosten vergleichen, dann weiß man mehr.

    Gruß
    Ralf
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  4. #3
    Themenstarter

    Registriert seit
    06.2008
    Ort
    Ulm
    Beruf
    Kraftfahrer
    Beiträge
    73
    Vielen leiben Dank für diese ausführliche Antwort.
    Da ich erst ganz am Anfang stehe, kann ich leider keine konkreteren Zahlen beibringen - aber falls jemand Erfahrungswerte mit diesen oder vielleicht vergleichbaren Häusern hat, wäre ich sehr dankbar (geht mir ja nur darum, eine Vorstellung zu bekommen - sind das 1.000 kWh/Jahr, die dieses Teil verschlingt, sind das 5.000 kWh/Jahr oder sind das 10.000 kWh/Jahr oder noch mehr).
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  5. #4

    Registriert seit
    08.2005
    Ort
    BW
    Beruf
    Dipl.Ing. NT
    Beiträge
    48,841
    Du darfst Dich nicht an den Stromkosten hochziehen, sondern mußt vergleichen, was die gleiche "Wärmemenge" in Form von Öl oder Gas kosten würde.

    Nehmen wir einmal an, das Haus würde 1.000 Liter Öl (oder 1.000cbm Gas) benötigen. Davon kommen effektiv 9.000kWh der Beheizung zugute (der Rest sind Verluste). Dann kommst Du mit einer LWP auf etwa 3.000kWh Strombedarf, den Rest steuert die Außenluft bei.

    Was kostet nu n1 Liter Öl? Was kostet die kWh Gas? Was kostet die kWh Strom (Wärmepumpentarif)?
    Erst dann kann man anfangen zu vergleichen.

    Das ist aber nur eine sehr grobe Betrachtung. In der Realität kommen bei den jährl. Verbrauchskosten noch Grundgebühren (Stromzähler, Gaszähler, Schornsteinfeger, Wartung) hinzu.

    Gruß
    Ralf
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  6. #5
    Themenstarter

    Registriert seit
    06.2008
    Ort
    Ulm
    Beruf
    Kraftfahrer
    Beiträge
    73
    Danke, dass du dir die Zeit nimmst, mir das alles so genau zu erklären.

    Darf ich das als Laie wie folgt verstehen: Bei einem KfW40 Haus liegt der Jahresprimärenergiebedarf ja bei 4 Litern pro qm (Heizenergie liegt bei 1,5 - 3 Litern).
    Bei einem 127 qm Wohnflächenhaus würde dies also rund 508 Liter betragen (ich gehe jetzt einfach mal vom größeren Jahresprimärenergiebedarf aus).

    Wenn ich deine Ausführungen richtig verstanden habe, würde dies also einem Strombedarf einer LWP in einer Größenordnung von etwa 1.500 kWh entsprechen (wenn es dann 2.000 kWh sind, wäre es für mich auch noch völlig OK - ich will nur nicht mit einem Verbrauch von 10.000 oder 20.000 kWh nach einem Jahr konfrontiert werden).
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  7. #6

    Registriert seit
    08.2005
    Ort
    BW
    Beruf
    Dipl.Ing. NT
    Beiträge
    48,841
    Jahresprimärenergiebedarf ist wieder etwas anderes. Damit kann man höchstens schätzen.

    Dein Ansatz ist aber korrekt. Nehmen wir die 500 Liter für den Rechenweg, dann wären das 5.000kWh und die Wärmepumpe benötigt bei einer JAZ von 3 in etwa 1.666kWh Strom (WP Tarif im Schnitt 12Ct./kwh) macht 200,- € zzgl. Zählergrundgebühr, dann liegst Du bei etwa 260,- Stromkosten im Jahr für die Heizung.

    Man sollte aber nicht vergessen, daß auch die Warmwasser-Aufbereitung Energie erfordert.

    Gruß
    Ralf
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  8. #7

    Registriert seit
    02.2008
    Ort
    Berlin
    Beruf
    Dipl.-Ing Umwelttechnik
    Beiträge
    110
    Ohne mich jetzt zu tief mit der Materie beschäftigt zu haben kann ich als Umwelttechniker natürlich sagen, halte ich Außenluftwärmepumpen prinzipiell für ungünstig, schlichtweg weil im Winter, also genau dann wenn die Wärme benötigt wird, auch die Außenluft am kältesten ist. Und damit sinkt der Wirkungsgrad. d.h. je größere Leistung benötigt wird, desto schlechter ist der Wirkungsgrad wg. zunehmender Temperaturdifferenz! Solche Systeme kann ich daher aus ökologischen Gesichtspunkten natürlich nicht wirklich empfehlen, auch wenn es vielleicht etwas überspitzt dargestellt ist.
    Grundsätzlich ist bei Wärmepumpen immer eine Fußboden (oder Wandheizung) zu empfehlen (35/28). Das kommt aufgrund der geringen Vorlauftemperaturen auch der Leistungszahl zugute.

    Gibt es denn beim Gedanken an KfW40 noch gar keine Überlegung an Solarthermie???

    Soviel mal als Stichpunkte zum Überlegen.
    Gruß
    Primut
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  9. #8
    Avatar von Lukas
    Registriert seit
    03.2005
    Ort
    B, NVP, IN, St Trop
    Beruf
    Bodenleger
    Beiträge
    11,785
    Zitat Zitat von Primut Beitrag anzeigen
    ... halte ich Außenluftwärmepumpen prinzipiell für ungünstig, schlichtweg weil im Winter, also genau dann wenn die Wärme benötigt wird, auch die Außenluft am kältesten ist....

    Gibt es denn beim Gedanken an KfW40 noch gar keine Überlegung an Solarthermie???
    ???
    Deine Solarthermiesonne scheint aber im Winter, oder wie?

    Gruß Lukas
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  10. #9
    wasweissich
    Gast
    lukas , genau das wäre meine frage gewesen, im sommer weisst du nicht wohin mit der wärme , und im trüben winter heizt du mit strom...........

    j.p.
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  11. #10

    Registriert seit
    02.2008
    Ort
    Berlin
    Beruf
    Dipl.-Ing Umwelttechnik
    Beiträge
    110
    Deine Solarthermiesonne scheint aber im Winter, oder wie?
    Logisch, - wenn auch öfters auf der falschen Seite. Versteht sich natürlich, dass ich in diesem Kontext eine ordentliche Fachplanung voraussetze.

    Eigentlicher Hintergrund war ja:
    KfW40
    Eine Solarthermieanlage wirkt sich in der EnEV-Berechnung für KfW40 wesentlich günstiger als eine Wärmepumpe aus, weil bei der Wärmepumpe der Stromanteil mit dem Primärenergiefaktor 2,7 eingeht und damit den heizenergetischen Vorteil primärenergetisch wieder zunichte macht.

    Im übrigen ist der Warmwasserbedarf übers Jahr konstant und man hat eine gute Kalkulationsgrundlage.
    Prinzipiell ließe sich im Winter das Heizungswasser sicher solarthermisch vorerwärmen etc.

    Im übrigen will ich meine Hinweise nur als Gedankenanregung / Diskussionsgrundlage verstanden wissen. Eine ordentliche Fachplanung ist natürlich unerläßlich.
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  12. #11
    Bauexpertenforum Avatar von Jonny
    Registriert seit
    05.2006
    Ort
    84104 Tegernbach
    Beruf
    Elektroinstallateur
    Beiträge
    4,343
    Jetzt lasst doch mal die Solarthermie karte weg, ist doch schön wenn sein Fertighaushersteller KFW40 mit Luftpumpe ohne Solar schafft.

    Ein umsatteln auf Sole-Wasser oder sogar Wasser-Wasser mit in die gedanken aufnehmen, natürlich um einiges höher Investitionskosten aber niedrigerer Heizkosten.
    Um wieviel kann hier keiner sagen, kommt auf die genauen Werte deines (noch nicht genau) geplanten Hauses an und auf die Aufpreise des Fertighausherstellers.

    Genauso kann aber auch eine ordentlich geplante Luft-Wasser Pumpe das optimale für eine KFW40 Hütte sein.

    Grüsse
    Jonny
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  13. #12
    Themenstarter

    Registriert seit
    06.2008
    Ort
    Ulm
    Beruf
    Kraftfahrer
    Beiträge
    73
    Danke für all die anderen Aussagen.
    Wenn ich die Unterlagen korrekt lese, dann würde das Haus als KfW40-Haus ohne Solaranlage und ohne sonstige konventionelle konventionelle Heizung auskommen (wird wohl durch die (angeblich) sehr gute Dämmung von Hauswand, Scheiben und Dach erreicht sowie Wärmerückgewinnung der Lüftungswärme).

    Es heißt dort ausdrücklich:
    "Solarheizung mit Pelletsofen alternativ"
    "Ganz ohne konventionelle Heizung"
    "Wärmepumpentechnik zum Heizen und für Warmwasser"

    (ob ich eine Solaranlage zur Stromerzeugung installieren lassen würde/lasse steht auf einem anderen Blatt)


    Hinsichtlich Warmwasser (vor allem für den Winter) - hat hierfür jemand eine Schätzung, wieviel Strom das mit so einer Luft-Wäre-Pumpe für eine 3köpfige Familie "frisst" über das Jahr gesehen?
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  14. #13

    Registriert seit
    08.2005
    Ort
    BW
    Beruf
    Dipl.Ing. NT
    Beiträge
    48,841
    Zitat Zitat von neulingwillbaue Beitrag anzeigen
    Hinsichtlich Warmwasser (vor allem für den Winter) - hat hierfür jemand eine Schätzung, wieviel Strom das mit so einer Luft-Wäre-Pumpe für eine 3köpfige Familie "frisst" über das Jahr gesehen?
    Wie oft wird geduscht?

    Das kann man kaum vorhersagen. Gehen wir mal von 50 Litern pro Person aus, dann reden wir über etwa 2kWh el. Strom pro Tag.
    Aber wie gesagt, Pi*Daumen*Wetterlage.

    Gruß
    Ralf
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  15. Schau dir mal das Bauherren-Handbuch an.. Sehr viele nützliche Infos!
    Registrieren bzw. einloggen, um diese und auch andere Anzeigen zu deaktivieren
  16. #14
    Themenstarter

    Registriert seit
    06.2008
    Ort
    Ulm
    Beruf
    Kraftfahrer
    Beiträge
    73
    Danke, das hilft mir schon sehr.
    Es geht/ging mir wirklich absolut nur um eine ungefähre pi x Daumen x Wetterlage Größenhausnummer.

    Also könnte man insgesamt als Hausnummer mal 2.500 kWh (1500 + 1000) andenken.
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  17. #15

    Registriert seit
    08.2005
    Ort
    BW
    Beruf
    Dipl.Ing. NT
    Beiträge
    48,841
    Zitat Zitat von neulingwillbaue Beitrag anzeigen
    Also könnte man insgesamt als Hausnummer mal 2.500 kWh (1500 + 1000) andenken.
    Man beachte den Konjunktiv. Könnte !

    Wie´s letztendlich bei Euch aussehen wird, das sagt mir meine Glaskugel leider nicht. Es gibt Leute, die verheizen in einem KfW40 Haus mehr als Andere in einem Altbau. Und die in dem obigen Beitrag genannten 5.000kWh für das Heizen waren ja auch höchst spekulativ.
    Es gibt leider sehr viele Faktoren die hier eine Rolle spielen, und die sich teilweise extrem auswirken. So kann der Strombedarf für´s Heizen auch doppelt so hoch liegen, wer weiß das schon (höhere Raumtemperaturen, höhere Verluste, schlechtere JAZ als errechnet usw.). Aber selbst dann reden wir von insgesamt gerade einmal 4.000kWh p.a. für Heizen und Warmwasser.

    Gruß
    Ralf
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen