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Holzfaserdämmplatten - Phasenverschiebung ein Märchen?

Diskutiere Holzfaserdämmplatten - Phasenverschiebung ein Märchen? im Forum Bauphysik allgemein auf Bauexpertenforum.de


  1. #1

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    Holzfaserdämmplatten - Phasenverschiebung ein Märchen?

    Hallo,

    oft zitiert wird die Phasenverschiebung bei Wärmedämmplatten wie z.B. einer DWD-Platte/Holzfaserdämmplatte für die Aufsparrendämmung.

    Auf der Webseite eines EPS-/XPS-/PUR-Herstellers bin ich nun auf eine Untersuchung des Forschungsinstitut für Wärmeschutz München (FIW) aufmerksam geworden in der es als Fazit heist:

    Wärmedämmstoffe begrenzen den Wärmedurchgang von der warmen zur kalten Seite - im Winter wie im Sommer. Der Unterschied liegt lediglich darin, dass der Wärmefluss in der warmen Jahreszeit von außen nach innen, in der kalten von innen nach außen erfolgt. Hochleistungsdämmstoffe aus Polyurethan-Hartschaum, die sich durch eine sehr niedrige Wärmeleitfähigkeit und damit hohe Dämmleistung auszeichnen, sind auch im Sommer besonders wirksam.

    Hier der Link: http://www.bachl.de/uploads/media/IV...ermeschutz.pdf

    Ist das Lobby-Arbeit oder tatsächlich korrekt?

    Beim gesamten Versuchsaufbau fällt mir folgendes auf: Es wurde eine einheitliche Dämmdicke verwendet - nämmlich 40 mm. Das PUR hat eine WLRG von 025, die Holzfaserdämmplatte aber natürlich nur ca. 038 oder höher. (siehe Seite 5)

    Nun stellt sich die Frage, welches Material wir bei unserem EFH verwenden sollen? Das Ziel ist ein U-Wert von ca. 0,16 - 0,18. Somit müssten wir entweder
    1) ca. 20 - 22 cm. Holzfaserdämmplatten 038 (Homatherm HolzFlex Protect)
    ODER
    2) ca. 12 - 14 cm. PUR024

    -> WELCHES MATERIAL bietet nun den besseren Überhitzungsschutz? Oder ist dies eigentlich egal?

    Viele Grüsse
    Martin.
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  2. Holzfaserdämmplatten - Phasenverschiebung ein Märchen?

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  3. #2

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    Ist nicht ganz die Wahrheit eine Lüge??
    Natürlich braucht mehr Masse auch mehr Zeit zum Erwärmen. Da aber die Masseunterschiede der einzelnen Dämmstoffe im Vergleich zum Energieeintrag recht gering sind, stimmt eigentlich keine der Werbeaussagen der Hersteller wirklich - im Bezug auf die gebaute Realität

    Wer Wärmeschutz will, kriegt den nur über Masse.

    Und kauft sich mit dem Vor- auch gleich wieder einen Nachteil ein.

    Ist die Masse nach einer Hitzeperiode erstmal warm, braucht sie ebensolange zum Auskühlen (leider aber nicht bis zum Winter ).
    Egal wie mans macht, man machts verkehrt.

    Der einzig wirkungsvolle sommerliche Wärmeschutz heisst Schatten.
    Leider wachsen Bäume so langsam und stören auf den heutigen Neubaugrundstücken meist auch ob der fehenden Grösse

    MfG
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  4. #3

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    Jede Dämmmassnahme zusammen mit Masse bewirkt eine "Phasenverschiebung". Man kann mit jedem Material bei geeignetem Aufbau hier optimieren. Wobei ein Dämmstoff mit höherem c (bei gleichem Lamda) grundsätzlich für eine längere Verschiebung sorgt.
    Das ist wie bei einer geneigten Regenrinne. Irgendwann kommt alles Wasser am Fallrohr an, aber bei einer steileren Neigung geht es schneller.
    Da das ganze etwas komplizierter zu berechnen ist (aber machbar), macht das halt kaum einer.

    Thomas
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  5. #4

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    Hi,

    völlig ideologiefrei wäre folgender Aufbau ideal:

    Vakuumpaneele auf Schwerbeton. Die gehypte Holzfaserplatte ist Quatsch. Teurer Quatsch. Billiger und besser wäre: Möglichst dicke Dämmung, darunter Massivdach. Notfalls Rigips 2-Lagig. Verbessert auch den Schallschutz. PUR ist prinzipiell zu teuer, wenn die Aufbauhöhe nicht entscheidend ist

    Gruss, Dirk
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  6. #5

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    Nur mal so zum Nachdenken: Dämmung-Masse ist analog zu Widerstand-Kondensator. So kann dann auch der Temperaturanstieg berechnet werden.
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  7. #6

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    Dämmung-Masse ist analog zu Widerstand-Kondensator. So kann dann auch der Temperaturanstieg berechnet werden.
    Ja, nur hat auch die Dämmung eine Wärmespeicherkapzität und eine Masse. Und die ist gerade bei den etwas schwereren Dämmstoffen nicht vernachlässigbar. Das ist dann eine Ansammlung von n mal RC-Glied mit R/n und C/n mit n gegen unendlich. Da braucht's dann schon etwas mehr Hirnschmalz um die DGL bei einer nichttrivialen Anregung zu berechnen.
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  8. #7

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    Hi Bauwahn,

    das stimmt schon. Nur: Wenn ich mit Glaswolle + doppelt Rigips einen besseren Effekt bekomme als mit Holzweichfaser??? ;-)

    Gruss, Dirk
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  9. #8
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    Hey Dirk, eine persönliche Anmerkung zu den Kosten:

    ... na ja - PUR würde als Aufsparrendämmung verwendet werden - Glawolle ist super als Zwischensparrendämmung ... Wenn man die Kostenseite betrachtet, ist's aber garnicht so trivial, denn: Ein eingespieltes Zimmererteam "nagelt" Dir in windeseile die fix-fertigen PUR-Verbundplatten auf's Dach. Wenn man die Zimmerer / Gipser etc. für die Dämmung zwischen jeden einzelnen Sparren bezahlen muss, dann kostet das schon auch ein paar Euronen und die eingesparten Materialkosten sind schnell aufgefressen ...

    Interessant ist es hingegen, die Zwischensparrendämmung in Eigenleistung durchzuführen - für mich wäre das kein Problem, aber diese Arbeit liegt auch nicht jedem und es hat auch nicht jeder einen Meisterbetrieb der notfalls immer mal hilft falls es Probleme gibt ...

    was hast Du denn verwendet Isolierglas ...

    @ Ralf / Thomas: Danke für die Info's ... Wenn ihr die Wahl bei eurem KFW40-EFH hättet - was würde ihr denn verwenden oder tun?
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  10. #9

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    Hi Acensai,

    Dein Argument der Arbeitskosten habe ich gar nicht bedacht... Meine Lösung existiert noch nicht, wird dann aber mit Sicherheit so aussehen:

    Betondecke als Abschluss, Kaltdach, obere Geschossdecke gedämmt.

    Der Nachteil: Relativ teuer, dafür aber sicher und dauerhaft luftdicht...

    Gruss, Dirk

    P.S.: Macht natürlich nur bei Vollgeschossen Sinn...
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  11. #10
    Bauexpertenforum Avatar von mls
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    Zitat Zitat von Isolierglas Beitrag anzeigen
    .. Wenn ich mit Glaswolle + doppelt Rigips einen besseren Effekt bekomme als mit Holzweichfaser??? ;-)
    hinter die aussage würde ich auch drei fragezeichen
    machen .. ach ja, das war doch enid blyton?
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  12. #11
    Avatar von MaMa
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    Mit Acryl und Schaum kann man ganze Häuser baun.
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    Off topic: ???

    Die drei Fragezeichen sind von unterschiedlichen Autoren geschrieben worden!
    Die Anfänge der Serie werden häufig Alfred Hitchcock zugeschrieben, was aber nicht stimmt.
    Von Enid Blyton stammt:
    Fünf Freunde
    Geheimnis um...
    Rätsel um...
    und diverser Mädchenkram.
    Grüße
    MaMa
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  13. #12

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    @MLS:

    Sobald die Masse vergleichbar mit der Holzweichfaserplatte geworden ist, gibt es Vorteile:

    Die Holzweichfaserplatte hat als Modell eine "unendliche" Anreihung von RC Gliedern, Diese verhalten sich bzgl. Dämpfung und Phasendrehung ungünstiger...

    Ist die Holzweichfaserplatte wesentlich schwerer als Glaswolle und 2-fach Rigips, kontere ich mit Steinwolle.. ;-)

    Gruss, Dirk
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  14. Schau dir mal das Bauherren-Handbuch an.. Sehr viele nützliche Infos!
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  15. #13

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    @Bawahn: Hast Du PSPICE zur Hand? Ein verhleichendes Beispiel wäre:

    1. Fall R=1K, C=1000uF
    2. Fall: Reihenschaltung aus R1=0,5K, C1=500uF, R2=0,5K, C2=500uF

    Gruss, Dirk

    P.S.: Ich denke, man muss keine Sprungantwort simulieren, man könnte auch die Dämpfung des anregenden Sinus als Mass nehmen, und die auftretende Phasenverschiebung. Für den Laien wäre aber die Reaktion Rechteckfunktion anschaulicher...

    P.P.S.: Oder ich muss nohmal in meinen EX Physik Unterlagen suchen, wie der komplexe Ansatz aussehen sollte... ;-)
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  16. #14

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    PSPICE? Ach Gott. Gibt's das noch? Das hatte ich zuletzt während des Studiums, das ist schon ein paar Jährchen her.
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