Seite 1 von 2 12 LetzteLetzte
Ergebnis 1 bis 15 von 20

Thema: Schlichter

  1. #1
    Avatar von Tetris L
    Registriert seit
    06.2008
    Ort
    Meerbusch
    Beruf
    Inschenör (Masch.bau)
    Beiträge
    26

    Schlichter

    Da ich naiver Laie bin, an das Gute im Menschen im Allgemeinen und im Bauunternehmer im Speziellen glaube, und eine natürliche Abneigung gegen Gerichte und Anwälte habe, würde ich als Bauherr mit meinem GÜ gern einen "neutralen" Sachverständigen vertraglich vereinbaren, der jede förmliche Abnahme begleitet. Dieser Sachverständige soll Mängelfreiheit oder Mängel feststellen und bewerten, und seinem Schlichtungsvorschlag sollen sich beide Parteien freiwillig (zumindest bis zu einem gewissen Streitwert) unterwerfen, nach dem Motto "Wenn die Sache vor Gericht geht, haben BEIDE verloren."

    Die Suche brachte mir diese beiden Treffer:

    http://www.bauexpertenforum.de/showthread.php?t=7971
    http://www.bauexpertenforum.de/showthread.php?t=15060

    In beiden beurteilt Eric Schlichtungsverfahren und Schlichtungsklauseln in Verträgen sehr negativ. (Das nehme ich erstmal so hin. Er scheint ja Ahnung zu haben. Aber offenbar ist er Anwalt; hat also naturgemäß nicht unbedingt ein Interesse an außergerichtlichen Einigungen. ) Da beide Threads schon etwas älter sind, von mir nochmal die Frage, ob sich zwischenzeitlich neue Aspekte ergeben haben oder ob jemand Erfahrungen gemacht hat die Erics negative Meinung unterstützen oder entkräften.

    Ist die Vorstellung einer Schlichtung naiv oder praktikabel? Besteht eine realistische Chance, daß sich der GÜ darauf einlässt, und wenn ja: Wie hoch ist das Risiko, daß er dann im Streitfall den Schlichtervorschlag ignoriert und die Sache vor Gericht zerrt?

    Geld für den neutralen Sachverständigen sparen und lieber gleich einen technisch versierten Baubegleiter und einen Fachanwalt für Baurecht engagieren? (Autsch, mein Portemonnaie! Ja, ja, ich weiss, sonst wird es später doppelt teuer. Denn nur was teuer ist, kann auch gut sein. )
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  2. Schlichter

    Schau dir mal diesen Ratgeber an. Dort findet man Infos und Antworten.

    Registrieren bzw. einloggen, um diese und auch andere Anzeigen zu deaktivieren
  3. #2
    Avatar von VolkerKugel (†)
    Registriert seit
    01.2006
    Ort
    63110 Rodgau
    Beruf
    Architekt
    Benutzertitelzusatz
    Architekt . Nachweisberechtigter für Wärmeschutz
    Beiträge
    6,966

    Mein Vorschlag ...

    Zitat Zitat von Tetris L Beitrag anzeigen
    Geld für den neutralen Sachverständigen sparen und lieber gleich einen technisch versierten Baubegleiter ... engagieren?
    ... dann brauchste den Fachanwalt nur im äußersten Notfall.

    Und das braucht auch nicht im Vertrag zu stehen; Du solltest es dem GÜ nur mitteilen.
    In der Regel gibt´s dann (fast) keine Probleme. Und für die unlösbaren bleibt dann immer noch der Fachanwalt (was willst Du eigentlich bauen lassen?).
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  4. #3

    Registriert seit
    02.2008
    Ort
    Hessen / Taunus
    Beruf
    Systemtester
    Beiträge
    29
    Wir haben von Anfang an einen Baugutachter vom Bauherrenschutzbund e.V.
    dabei, das ist sicherlich ein guter Indikator für den GU/BT und gewisse
    Absicherung für den BH - wir sind sehr froh, daß er das fachlich absichert
    und auch einige Dinge entdeckt hat, die der BT nach langen Gezerre zwar
    nicht mündlich eingesehen aber wundersameer Weise doch geändert hat.

    Allerdings kommt es bei uns langsam hart auf hart, sprich der Gutachter
    bemängelt etwas im Protokoll und der BT/GU ignoriert es, so daß der BH
    wieder am Zuge bist - u.U. den Mangel /.beseitigung in einer weitern Stufe anzugehen.
    Fachliche Begleitung schließt also im schlimmsten Fall rechtliche
    Schritte nicht aus.

    Wir lassen seit Okt 07 bauen, haben einige (heftige) Klippen umschifft und nun
    gehts bei den 'kleinen' Gewerken wie Fliesen und Elektro in den "Streit" wer
    wer was zahlen muss bspw. und aufeinmal - wenn es nachteilig für den BT is,
    ist die Baubeschreibungnicht mehr so bindend, wie wenn es nachteilig für den
    BH ist.


    Zusammengefaßt, ein Hausbau ist so komplex, daß es m.E. nie ohne
    Reibereien abgeht und man sich immer in den Bereichen mindestens
    fachlich absichern sollte, wo man keine Ahnung und keine Zeit hat, sich zu
    kümmern.
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  5. #4
    Themenstarter
    Avatar von Tetris L
    Registriert seit
    06.2008
    Ort
    Meerbusch
    Beruf
    Inschenör (Masch.bau)
    Beiträge
    26
    Zitat Zitat von VolkerKugel Beitrag anzeigen
    [Baubetreuer] ... dann brauchste den Fachanwalt nur im äußersten Notfall. [...] In der Regel gibt´s dann (fast) keine Probleme. [...] Und für die unlösbaren bleibt dann immer noch der Fachanwalt
    Na hoffentlich (Klopf auf Holz); denn nach allem was ich bisher so gelesen habe, tendiere ich mehr und mehr zu dieser Lösung.
    Zitat Zitat von VolkerKugel Beitrag anzeigen
    (was willst Du eigentlich bauen lassen?)
    Freistehendes EFH, warum, spielt das 'ne Rolle?
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  6. #5
    Avatar von VolkerKugel (†)
    Registriert seit
    01.2006
    Ort
    63110 Rodgau
    Beruf
    Architekt
    Benutzertitelzusatz
    Architekt . Nachweisberechtigter für Wärmeschutz
    Beiträge
    6,966

    Na ja ...

    ... der Umfang der Baumaßnahme steht schon in einem gewissen Verhältnis zum Umfang der angemessenen und erforderlichen (bau)rechtlichen Absicherungen .

    Auf Deutsch: Man kann´s auch übertreiben .
    Und sich von Anfang an "Minuspunkte" beim Baupartner einhandeln.
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  7. #6
    Bauexpertenforum
    Registriert seit
    04.2006
    Ort
    Kempen / NRW
    Beruf
    Maurermeister, öbuv Sachverständiger
    Beiträge
    10,901
    Das hier angesprochene Verfahren wäre dann ein Schiedsverfahren.

    Dem "Urteil" (Der SV spricht eigentlich ja keines) des SV unterwerfen sich beide Parteien endgültig. Auch ein gerichtliches vorgehen gegen den Schiedspruch ist nahezu ausgeschlossen. (Es sei denn der SV hat absoluten Humbug erzählt, Befangenheit usw.)

    Wenn der Baubegleitende SV hier schiedsen sollte dürfte er das nur unter gewissen Umständen, da er das BVH ja bereits kennt.

    Ergänzend sollte man noch darauf achten das ein eigener SV auch für seine Aussagen haftet.
    Die diversen "Überwachungsverein" bestellen freie Mitarbeiter und die anderen eigene. Bei den ersteren auf eine umfängliche Haftung für die Aussagen (Berufshaftpflicht) und bei 2. und sowieso immer darauf achten das die "Vereine" ihre HAftung nicht nur auf Höhe des Honorares beschränken.
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  8. #7
    Themenstarter
    Avatar von Tetris L
    Registriert seit
    06.2008
    Ort
    Meerbusch
    Beruf
    Inschenör (Masch.bau)
    Beiträge
    26
    Zitat Zitat von VolkerKugel Beitrag anzeigen
    ... der Umfang der Baumaßnahme steht schon in einem gewissen Verhältnis zum Umfang der angemessenen und erforderlichen (bau)rechtlichen Absicherungen .

    Auf Deutsch: Man kann´s auch übertreiben .
    Und sich von Anfang an "Minuspunkte" beim Baupartner einhandeln.
    Bei einem EFH für eine halbe Mio (inkl. Grundstück) ist etwas Vorsicht doch angebracht, oder? Ich streite mich lieber jetzt, vor Vertragsunterzeichnung, mit meinem Bau-"partner", um zu testen, wie es später wird, wenn aus dem Partner ein Gegner werden sollte.

    Zitat Zitat von Robby Beitrag anzeigen
    Das hier angesprochene Verfahren wäre dann ein Schiedsverfahren. Dem "Urteil" [...] des SV unterwerfen sich beide Parteien endgültig. Auch ein gerichtliches vorgehen gegen den Schiedspruch ist nahezu ausgeschlossen. [...] Wenn der Baubegleitende SV hier schiedsen sollte dürfte er das nur unter gewissen Umständen, da er das BVH ja bereits kennt.
    Nee, der neutrale Sachverständige, so wie ich ihn im Sinne habe/hatte, wäre kein echter Schiedsrichter, nur Schlichter, und sein "Urteil" wäre nicht zwingend verbindlich, nur wenn beide Parteien den Schlichtungsvorschlag annehmen.

    http://www.mdsg.de/index.php?menuid=24
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  9. #8
    Bauexpertenforum
    Registriert seit
    04.2006
    Ort
    Kempen / NRW
    Beruf
    Maurermeister, öbuv Sachverständiger
    Beiträge
    10,901
    warum sollten die Parteien das machen?

    A sagt = Richtig

    B sagt = falsch

    SV sagt richtig oder falsch und dann ... hat einer Recht.. oder beide? Aus Erfahrung weiß ich das das meist NICHT funktioniert

    Reden könnte man im Falle "optische Beeinträchtigung" (= optischer Mangel) und im Falle von Minderung und weniger bei Fehlleistungen gröberen Ausmaßes.

    In allem anderen würde bei Uneinigkeit und Rechtsunverbindlichkeit doch alles so laufen als wenn es seine Tätigkeit nie gegeben hätte. (Selbständiges Beweisverfahren)

    Und ob beide Seiten ihn Anerkennen steht auf einem 3. Blatt...

    Weiter wäre dann noch die Möglichkeit das vereinbart wird, dass der AN eine "Fertigstellungsbescheinigung" beibringt...

    Dazu jemanden zu finden wird seeeehr schwer und nicht umsonst würde ich das auch nuuur sehr ungern machen...
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  10. #9
    Themenstarter
    Avatar von Tetris L
    Registriert seit
    06.2008
    Ort
    Meerbusch
    Beruf
    Inschenör (Masch.bau)
    Beiträge
    26
    Okay, ich lasse die Idee fallen, spare das Geld und stecke es lieber in eine Mitgliedschaft beim Bauherrenschutzbund, einen kompetenten Baubegleiter, der ausschließlich meine Seite vertritt und (bei Bedarf) einen auf Baurecht spezialisierten Anwalt.

    Danke nochmal für die Meinungen und Tips.
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  11. #10

    Registriert seit
    05.2008
    Ort
    Nordrhein-Westfalen
    Beruf
    Dipl.-Betriebswirtin
    Beiträge
    48
    Hallo Tetris L,

    wir haben uns auch für einen Bausachverständigen entschieden, der unsere Interessen vertritt und bei allen Abnahmen begutachten wird. Dieser hat uns bereits während der Verhandlungsphase begleitet und wir haben gemeinsam, glaube ich, auch ein recht ordentliches Verhandlungsergebnis erzielt.

    Ich würde Dir auch raten, eher jemanden zu nehmen, den Du bezahlst und der Deine Interessen vertritt.

    Viele Grüße
    Christina
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  12. #11

    Registriert seit
    07.2008
    Ort
    59514 Welver
    Beruf
    Dipl.Ing. Maurermeister
    Beiträge
    340
    Der TÜV oder die DEKRA bietet das an! Von A wie Architektenpläne bis A wie ABNAHME aller Baugewerke. http://www.bauexpertenforum.de/images/editor/winken.gif
    http://www.bauexpertenforum.de/images/editor/winken.gif
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  13. #12

    Registriert seit
    09.2006
    Ort
    Hannover
    Beruf
    Bauingenieur
    Beiträge
    2,522
    genau, die beiden Verbände, super, und wenn das Geld stimmt, erhält das Bauherrenauto auch noch die Plakette ?

    einem gewieften Unternehmer kann nichts besseres passieren, wie einen solchen "Gutachter" asl Baubegleiter zu bekommen, dann hat er schon gewonnen

    das ist zwar eine von mir so gehasste Pauschalierung und nicht ganz fair, das gebe ich zu, aber wozu gibt es Baufachleute??

    Schuster, bleib bei deinen Leisten
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  14. #13
    Bauexpertenforum
    Registriert seit
    04.2006
    Ort
    Kempen / NRW
    Beruf
    Maurermeister, öbuv Sachverständiger
    Beiträge
    10,901
    Tuen sie...

    Aber nicht vergessen das "Vereine" ihre Haftung (meist) auf Höhe ihres Honorares begrenzen...
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  15. Schau dir mal das Bauherren-Handbuch an.. Sehr viele nützliche Infos!
    Registrieren bzw. einloggen, um diese und auch andere Anzeigen zu deaktivieren
  16. #14

    Registriert seit
    09.2006
    Ort
    Hannover
    Beruf
    Bauingenieur
    Beiträge
    2,522
    2 Seelen, ein Gedanke
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  17. #15
    Bauexpertenforum
    Registriert seit
    04.2006
    Ort
    Kempen / NRW
    Beruf
    Maurermeister, öbuv Sachverständiger
    Beiträge
    10,901
    Beispiel eines "Plakettenversehenen" Neubaus

    Keller mit Außentreppe, Lastfall aufstauendes Sickerwasser (heftigster lehmiger Schluffboden)

    Abdichtung des Gebäudes mit KMB

    Kellerabgang? Keine

    Bodenplatte am Kellerabgang? keine sondern Platten in Splittbett ohne Ablauf oder sonstiges

    Kyrill hat es geschafft den Kellerabgang ( Gefällegebung noch zum Abgang)über1,5 m hoch zu Fluten...

    Die Plakette hat das Wasser leider nicht abgehalten
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen