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  1. #1

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    Sauberkeitsschicht - etwas speziell

    Ich habe nochmal eine Frage zum vieldiskutierten Thema Sauberkeitsschicht.
    Bei mir stellt sich die Situation im Moment folgendermaßen dar: durch einen erforderlichen Bodenaustausch wurden 50cm Mineralbeton 0-32 eingebracht und in 3 Schichten verdichtet. Die Höhe ist nun Unterkante Bodenplatte, d.h. es soll direkt darauf eine PE-Folie, Abstandshalter und Bewehrung. Haus hat keinen Keller und die Bodenplatte ist 25cm dick mit 2 Lagen Bewehrung.
    Ich habe hier viel zum Thema Sauberkeitsschicht gelesen. Es leuchtet mir auch ein, dass bei Sand oder Kies unter der Folie die Lage der Bewehrung nicht gesichert ist. Allerdings ist nun meine Frage, wie verhält es sich, wenn ich einen sehr gut verdichteten Untergrund habe? Der Statiker hat ja die erforderliche Betondeckung für die Bewehrung ermittelt, danach werden die Abstandshalter bemessen. Eine kapillarbrechende Schicht brauche ich nicht, da abgedichtet werden muss. Wenn also sichergestellt ist, dass die Abstandshalter nicht einsinken können, bräuchte ich die Sauberkeitsschicht doch eigentlich nicht.
    Es geht mir nur darum zu wissen, ob ich, bevor es zu spät ist, eingreifen muss, oder ob die, von der Baufirma vorgeschlagene Lösung, in diesem Fall eine praktikable Lösung wäre. GU und Sauberkeitsschicht ist halt so ein Thema...
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  2. Sauberkeitsschicht - etwas speziell

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  3. #2
    Bauexpertenforum
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    Wie fest ist der Untergrund denn? Kann man das als gleichwertig ansehen auch bezüclich Ebenheit, Grate usw. damit eine Zwangarme Lagerung gewährleistet ist?
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  4. #3
    Themenstarter

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    Die Ebenheit wäre für mich eigentlich das einzige Argument für eine zusätzliche Sauberkeitsschicht. Auf den mm genau bekommt man das mit dem Rüttler natürlich nicht hin, wobei sehr genau gearbeitet wurde. Aber wenn ich überlege, wie die meisten Sauberkeitsschichten aussahen, die ich gesehen habe. Eben ist was anderes. Da ist mein Mineralbeton besser.
    Bzgl. Festigkeit würde ich sagen: mehr verdichten geht nicht. Bevor hier ein Abstandshalter einsinken kann geht er wahrscheinlich eher kaputt.
    Das ist auch mein Problem, wenn ich der Baufirma sage, ich brauche da Beton drunter weil sonst die Lage der Bewehrung nicht gesichert ist, lachen die mich aus.
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  5. #4
    Bauexpertenforum
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    Der Einwand der Zwangsarmen Lagerung auf Mineralbeton oder Schotter zieht bei mir auch nicht. (Der Sohlenbeton nimmt die Betonsauberkeitsschicht mit, von wegen Reibung mit dem Baugrund, es sein denn hier kommt eine "ECHTE" Gleitschicht zum tragen..... aber das ist ein anderes Thema)

    Einsinken tun die AbSta hier sicherlich auch nicht ................ aber....#
    Soll ein bewehrtes Bauteil ohne Sauberkeitsschicht auf den Baugrund betoniert werden, so ist die Unebenheit Δ des Baugrunds zu ermitteln.
    Dieser ist dann um ein Vorhaltemaß von 50 mm zu erhöhen:
    Δcuneben ≥ + 50 mm.
    Fehlende Sauberkeitsschichten und/oder fehlende Erhöhungen des Vorhaltemaßes sind regelmäßig ein Verstoß gegen die Fachregeln.

    Zudem gibt es noch die Grenzabmaße für die Tragsicherheit.
    Zur Sicherstellung der Tragfähigkeit dürfen nach DIN 1045-3, Absatz 10 folgende Maßabweichungen nicht überschritten werden.
    Hier gilt z.B.:

    l > 150 mm = Δl = ± 10 mm
    l ≤ 400 mm = Δl = ± 15 mm

    gilt für die Querschnittsabmessungen:
    · Gesamtdicke eines Balkens oder einer Platte
    · Breite eines Balkens oder Stegs
    · seitliche Abmessung einer Stütze
    Zwischenwerte dürfen interpoliert werden.

    Das will ich sehen, wie das unter den genannten Bedingungen zu gewährleisten ist.
    Alles extra in Word geschrieben und kopiert um die Zeichen hinzubekommen
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  6. #5
    Themenstarter

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    Danke für die ausführliche Antwort inklusive Sonderzeichen! Hab ich das richtig verstanden: ich müsste die Unebenheit des Baugrunds wissen und den Abstand der unteren Bewehrung dann um diesen Wert + 50mm erhöhen. Gleichzeitig darf die Platte insgesamt aber nur maximal 10mm dicker werden, damit die Berechnung des Statikers noch stimmt. Schwierig, das sehe ich ein.
    Was wäre eine echte Gleitschicht?
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  7. #6
    Bauexpertenforum Avatar von mls
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    "echte" gleitschicht ist weit weg vom kernthema - und nur mit sehr (!)
    hohem aufwand herstellbar, zudem - s. mark - nicht zwingend nötig.
    wenn durch "böse" reibung pro m2 um 3 kilo mehr bewehrung
    erforderlich werden würden, wäre das jedenfalls günstiger, als eine
    "echte" gleitschicht.
    btw, 2 lagen pe-folie machen keine gleichtschicht ..

    "GU und Sauberkeitsschicht ist halt so ein Thema" .. das seh ich anders:
    man muss halt vereinbaren, was man will, dann spart man sich in der
    folge mühsame diskussionen. wenns um e. GU geht, müsste ja vorher e.
    vollständige planung als lv- und vergabegrundlage vorhanden sein ..
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