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Lastfall bei "mehrschichtigem" Boden

Diskutiere Lastfall bei "mehrschichtigem" Boden im Forum Abdichtungen im Kellerbereich auf Bauexpertenforum.de


  1. #1

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    Lastfall bei "mehrschichtigem" Boden

    Hallo,

    wir lassen zur Zeit über einen Bauträger unser Einfamilienreihenhaus errichten.

    Der Baugrund ist leicht abschüssig. Im Bodengutachten steht, dass der Boden bis zu einer Tiefe von 3,5 – 4 m aus bindigem Boden besteht. Darunter haben die Kiessande eine Durchlässigkeitsbeiwert von 1,6 *10-4 m/s. Im Bodengutachten steht, dass: „wenn beim den Aushubarbeiten bindige Bereiche angetroffen werden, sind diese bis zum Erreichen der Kiessande auszukoffern und gegen RC-Materialien oder Kiessand auszutauschen“ Ob dies gemacht wurde, weis ich nicht.

    Laut Auskunft des Architekten reicht unter diesen Bedingungen eine Abdichtung nach DIN 18195 Teil 4 ohne Drainage aus.

    In dem Haus (Dach, Fenster Putz etc ist fertig) ist am Freitag, zum zweiten Mal nach starken Regenfällen Wasser in den Keller eingedrungen. Der Keller war nach dem ersten Wassereinbruch (vor ca. 4 Wochen) bereits wieder vollständig getrocknet und stand am Freitagmorgen erneut mehrere Zentimeter unter Wasser. Der Keller wurde am Freitag oberflächlich trocken gelegt. Seit Montag dem 21.07.2008 sind im Keller zwei Bautrockner aufgestellt, um den Keller erneut vollständig zu trocknen.

    Wie wir wiederholt nach Regenfällen beobachtet haben, sammelt sich auf dem Baugrundstück das Wasser in den Senken des Baugeländes und war selbst nach einigen Tagen noch nicht vollständig versickert. Da das Baugelände leicht abschüssig ist, sammelte sich das Wasser besonders vor unserm Haus und den beiden Nachbarhäuser. In den nach unten abgehenden Entwässerungsrohren des Lichtschachtes (nicht in dem Lichtschacht selber) an der Vorderseite des Hauses konnte man sehen, dass das Wasser sich im Erdreich vor der Außenwand bis auf eine Höhe von ca. 1,50 m (über Baugrund) aufgestaut hatte. Die Lichtschächte waren durch Bretter abgedeckt und ansonsten trocken.

    Der Keller ist ein Betonfertigteilkeller (Bodenplatte WU-Beton, Elementwände mit Ortbeton (WU) vergossen, Fugenblech, Kehle, KMB auf den Wänden ganzflächig bis auf die auf die Bodenplattenstirnseite, elastisches Fugenband an den (Wand)Bauteilfugen, Perimeterdämmung bis unten). Das Regenwasser der Häuser (insgesammt 9) wird über Versickerungsschächte versickert. Von diesen Schächten liegen 7 oberhalb (leichte Hanglage) unseres Hauses.

    Ist die Aussage des Architekten „Abdichtung nach DIN 18195 Teil 4 reicht“ richtig. Nach meinem Verständnis liegt hier „aufstauendes Sickerwasser“ oder sogar „drückendes Wasser (wg Gründung bei ca 3,5 m )“ Oder hat der Architekt Recht und die Abdichtung ist richtig geplant aber möglicherweise falsch ausgeführt worden. Nach meinem Verständnis haben die schon mehr geplant als nach DIN 18195 Teil 4 notwendig gewesen wäre.

    Ich denke darüber nach, einen Gutachter zu beauftragen. Wäre aber auch über eine Rückmeldung von euch dankbar.

    Viele Grüße

    Axel

    Bilder:
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  2. Lastfall bei "mehrschichtigem" Boden

    Schau dir mal diesen Ratgeber an. Dort findet man Infos und Antworten.

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  3. #2
    Bauexpertenforum
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    Entscheidend ist hier:

    1: Welcher Lastfall liegt aufgrund der Baugrundverhältnisse tatsächlich vor?
    Nur wenn die bindigen Böden komplett entfernt wurden und überall das Wasser im verfüllten Arbeitsraum ohne aufstauen versickern kann wäre hier DIN 18195-4 maßgeblich.

    2: WU Beton alleine macht noch kein WU Bauteil, das nicht bei Bodenplatte, noch bei Wänden.

    3. Wie sieht es beim Lastfall der DIN 18195-6 aus? Lichtschächte (wie und welche), Öffnungen und Durchdringungen?

    4: Ebenso wären die höher gelegenen Versickerungsschächte zu prüfen ob hier in kiesigen Schichtungen (Schichtenwasser) eventuell Wasser dem verfüllten Arbeitsraum zugeführt wird.

    Müsste man vor Ort sehen.
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  4. #3
    Bauexpertenforum
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    Ergänzend

    Ist ein freies versickern nur anzunehmen wenn das Wasser mit dem anzunehmenden Versickerungsbeiwert nirgends in den Schichtungen aufstauen, sondern in den frei eingespiegelten Grundwasserstand versickern kann.

    Hier ist aber nach den Schilderungen eher etwas anderes im argen den das Konzept sollte eigentlich schon einer Abdichtung entsprechend Teil 6 entsprechen, wobei die Randparameter (s. 3.) vernachlässigt wurden.
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  5. #4
    Themenstarter

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    Bilder zur Situation auf der Baustelle

    Hallo,

    leider hat es mit dem Hochladen der Bilder nicht geklappt. Ich versuche mal die Bilder zu verlinken:


    Vor dem Haus:
    http://www.axel-dumschat.de/bilder/IMG_2896_kl.jpg

    Im Keller (vorm Trocknen):
    http://www.axel-dumschat.de/bilder/IMG_2904_kl.jpg

    Blick in den Lichtschacht:
    http://www.axel-dumschat.de/bilder/IMG_2931_kl.jpg

    Viele Grüße,

    Axel
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  6. #5
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    Na ich sehe da alles, schlecht Versickernden Boden, Geniales aufstauen, (ISt das vorne links aber NICHT der fertige Schacht hoffe ich)

    aufstauen in den Lichtschächten (wobei ich nur von hier vermuten kann das die falsch sind, zumindest die Entwässerung)


    Alles wie bereits oben erwähnt gefunden.
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  7. #6
    Avatar von jhd
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    Kann es evtl. auch sein, dass das Wasser irgendwo durch ein Fenster hineinläuft?
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  8. #7
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    L-Schacht und Oberflächenwasser
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  9. #8
    Themenstarter

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    Erneutes Eindringen in den getrockneten Keller // Lichtschächte // zum Thema Fenster

    Hallo,

    die Bautrockner sind bis Freitag 25.07.08 gelaufen. Der Keller war danach trocken. Seit gestern kann man an allen (!) Betonwänden im Keller sehen, wie sie (ausgehend von der Fuge zwischen Wand und Boden) wieder nass werden. Der Betonboden ist zur Zeit noch trocken, die Wände sind bis auf eine Höhe von 30 cm (Tendenz steigend) nass. Im Nachbarhaus (wo bis gestern keine Bautrockner liefen, waren die Wände bis fast zur Decke nass.

    Zu: JHD: Das Wasser läft nicht zum Fenster rein. Die Lichtschächte sind abgedeckt und die Fensterbänke der Fenster an den Lichtschächten sind staubtrocken. Es gibt keine Ablaufspuren unter den Fenstern.

    Zu Robbys Frage zu den Lichtschächten.

    Es handelt sich um MEA-Lichtschächte (mehr kann ich zur Zeit noch nicht sagen). Einbausituation siehe die beiden folgenden Bilder:

    http://www.axel-dumschat.de/bilder/l...acht_01_kl.jpg
    http://www.axel-dumschat.de/bilder/l...acht_02_kl.jpg

    Viele Grüße und schon mal einen ersten Dank für die vielen Antworten.

    Axel
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  10. #9
    Themenstarter

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    Versickerungsschächte auf den höher gelegenen Grundschichten

    Hallo,

    im Gutachten zur Versickerung wird die Tiefe der empfohlene Unterkante der Versickerungsschächte mit 0,5 - 1 m unter dem empfohlenen Gründungsniveau der Häuser (3,5 m) angegeben. Die Versickerungsschächte leiten das Regenwasser in die gleiche durchlässige Bodenschicht ein, auf die das Haus gegründet sein sollte.

    Der Grundwasserflurabstand wird mit > 7 Meter (sicher) angegeben, da auf dem Gelände ein Getreidespeicher mit einer Kellertiefe von 7 m gestanden hat. Angaben zum höchsten Grundwasserstand liegen nicht vor.

    Das Wasser, das sich bei starken Regenfällen vor der Außenwand der Keller aufstaut, kann nach meinem (zugegebenen laienhaften) Verständnis nur Oberflächenwasser sein, dass von oben in die verfüllten Arbeitsräume einsickert, oder es handelt sich um Schichtenwasser, das in der Versickerungsschicht (Kiessande mit einem Durchlässigkeitsbeiwert von 1,6 *10-4 m/s) bis unter das Haus läuft und sich dort aufstaut.


    Viele Grüße Axel
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  11. #10
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    Zum Thema freies Versickern

    Hallo,

    Zitat Robby: "Ist ein freies versickern nur anzunehmen wenn das Wasser mit dem anzunehmenden Versickerungsbeiwert nirgends in den Schichtungen aufstauen, sondern in den frei eingespiegelten Grundwasserstand versickern kann."

    Frage: Ist das ein Zitat? Wo finde ich es?

    Zitat Bodengutachten:

    "Unterhalb der Schluffe folgen kiesige Sande, die von Sanden und Kiesen unterlagert werden. Lokale geringmächtige Einschaltungen von schluffigen Horizonten konnten in den tieferen Sondierungen (Endteufe von max. 7 m) wiederholt festgestellt werden"

    Was bedeutet das für den anzunehmenden Lastfall ?? Hierzu, wie zu Fragen der notwendigen Abdichtung nach DIN 18195 steht im Bodengutachten gar nichts.

    Viele Grüße,

    Axel
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  12. #11

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    Den Bodengutachter anrufen und gaaaaanz lieb fragen
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  13. #12
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    Ich glaub erstmal nicht, dass das Wasser durch die Wande kommt.

    Wie ist denn der Zustand jetzt, mal nen Foto Übersicht vom Haus und verschiedene aus dem Keller.
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  14. #13
    Themenstarter

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    Wo zur Zeit dringt das Wasser ein ?

    Hallo

    Zitat: "Seit gestern kann man an allen (!) Betonwänden im Keller sehen, wie sie (ausgehend von der Fuge zwischen Wand und Boden) wieder nass werden"

    Anbei einige Bilder aus dem Keller:

    http://www.axel-dumschat.de/bilder/IMG_3134_kl.jpg
    http://www.axel-dumschat.de/bilder/IMG_3137_kl.jpg
    http://www.axel-dumschat.de/bilder/IMG_3138_kl.jpg

    Ich glaube auch nicht, dass das Wasser durch (!) die Wand kommt, sondern dass es trotz Fugenblech durch die Fuge zwischen Wand und Boden dringt. Und möglicherweise (von da) auch zwischen die beiden Sandsteinwände läuft, die die beiden Häuser trennt (siehe Bild 1)

    Ich habe für Freitag einen Termin mit einem Bausachverständigen auf der Baustelle vereinbart.

    Viele Grüße,

    Axel
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  15. Schau dir mal das Bauherren-Handbuch an.. Sehr viele nützliche Infos!
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  16. #14

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    Wenn das kein Kondensat ist, ist das NIE UND NIMMER WU Beton!!!
    Der dürfte nämlich von UNTEN nicht so hoch saugen!!!!
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  17. #15
    Avatar von jhd
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    Ist das da Gipsputz?

    Ich würde auch von Kondensat ausgehen, Beton mit KMB sollte so nicht aussehen, mal unabhängig ob wirklich weiße Wanne.
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