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Metalllackierung

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  1. #1

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    Metalllackierung

    Hallo liebe Maler,

    wenn ich eine Dachrinne aus Zinkblech streiche fällt nach einiger Zeit die Farbe wieder runter.
    Nun steht auf vielen Lackfarbendosen, man solle Zinkoberflächen mit einer Salmiaklösung abwaschen.

    Ist das wirklich ein zuverlässiges Mittel??

    Zweites Problem:

    Wenn ich Blechoberflächen lackiere soll man zumindest bei Autolacken bald den Decklack spritzen. Gilt das auch für Grundierungen wie sie gerade von ALDI angeboten werden.
    D. h. muß ich kurze Zeit später einen Lack darüber spritzen damit eine Haftung erreicht wird oder kann ich mir damit einige Tage oder sogar Wochen Zeit lassen???

    Ein erneutes Anschleifen wäre einfach zu mühselig bei den vielen Machinenteilen, die ich restaurieren will.

    Vielen Dank

    pauline
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  2. Metalllackierung

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  3. #2

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    1. Slamiak ist sehr gut geeignet um Zink für einen Anstrich zu reinigen. Die Nase und die Haut freut es nicht, aber es hilft
    2. Bei Zink würde ich nie ohne eine spezielle Zink-Grundierung streichen. Und die gibt's bestimmt nciht bei Aldi und wenn, würde ich sie da nicht holen.
    3. Wie lange man nach der Grundierung warten muss/darf sollte auf einer guten Grundierung drauf stehen.

    so sind jedenfalls meine Erfahrungen. Ein vor 10 Jahren so gestrichenes Geländer hält noch immer!

    Uwe
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  4. #3

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    Warum willst Du verzinktes Eisen überhaupt streichen???
    Das ist technischer Unfug! (auch wenn es öfters gemacht wird)

    Man setzt damit den kathodischen Korrosionsschutz außer Kraft.
    Jeder kleine Kratzer (der durch die Farb- und Zinkschicht geht) rostet danach genauso wie bei einem nicht verzinkten Material!!!
    Den Aufpreis für die Verzinkung hätte man sich also sparen können...
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  5. #4

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    Julius, Deine Aussage ist völliger Quatsch!!! An der Beschädigungsstelle liegen dann Eisen und Zink frei, wenn Feuchtigkeit eindringt, dann opfert sich da Zink.

    Hättest Du Recht:

    Wieso fahren dann noch alle Audi 80, aber kaum noch ein E-Kadett aus den 80-ern rum???

    Gruss, Dirk

    P.S.: Thema Grundierungen: Gründierungen sollten möglichst schnell endlackiert werden. Grund: Sie sind porös und enthalten reduzierende Inhaltsstoffe. Der Decklack sichert vor dem Eindringen von Wasser und Sauerstoff, die Grundierung bindet das, was trotzdem durchkommt.

    Aus diesem Grund sind "All in One" (Grundierung und Decklack) Schrott, da dies widersprückliche Anforderungen sind. (Siehe diverse Tests, u. a. Stiftung Warentest
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  6. #5
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    Zitat Zitat von Julius Beitrag anzeigen
    Warum willst Du verzinktes Eisen überhaupt streichen???
    Das ist technischer Unfug! (auch wenn es öfters gemacht wird)

    Man setzt damit den kathodischen Korrosionsschutz außer Kraft.
    Jeder kleine Kratzer (der durch die Farb- und Zinkschicht geht) rostet danach genauso wie bei einem nicht verzinkten Material!!!
    Den Aufpreis für die Verzinkung hätte man sich also sparen können...
    Hallo Julius,

    hier muß ich auch widersprechen. Aus der Vorlesung Stahlbau ist mir noch sehr gut in Erinnerung, daß Verzinkung plus farbe deutlich längere Lebensdauer als jede einzelne Schutzart ergibt.

    In der Industrie wird das Zink (verzinkt) mit "Glaskugeln" aufgeraut, damit die Farbe besser haftet. Das geht natürlich nicht im Hausgebrauch.

    Es ist daher schon sinnvoll verzinkte Gegenstände zu lakieren.

    Gruß

    pauline
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  7. #6

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    10L Wasser 1/2L Ammoniaklösung 25% und anbisschen spülemittel mischen dan hat man eine Ammoniak-Netzmittel-Lösung, gibt es aber schon fertig zu kaufen. Damit und mit einem Kunststoffvlies (keine Stahlwolle bitte) dan den Zink schleifen. Beim schleifen entsteht ein feiner Schaum, der etwa 10 Minuten auf der Fläche einwirken muss. Schleif solange bis der Schaum grau wird, danach musst du gründlich mit klarem Wasser nachwaschen. So sollte man die Zinksalze und Fettschicht entfernen danmit der nochfolgende Beschichtungsaufbau kein probleme bekommt
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  8. #7
    Avatar von dquadrat
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    wenn der lack "abfällt" wird nicht die reinigung daß problem sein sondern daß der lack auf der zinkoberfläche verseift und mit der zeit abblättert.
    also geeignete grundierung oder diverse (einkomponentige) wundermittel verwenden die je nach nutzung und optischen anspruch auch als endlackierung dienen könnten...http://bau.schekolin.ch/contento/por.../pdf/69507.pdf
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  9. #8

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    Liebe Hausfrau,
    dann hättest Du mal besser bis zu deren Ende in jener Vorlesung bleiben sollen!

    Denn diese Aussage gilt nur bei rein chemischer Belastung.
    Sobald mechanische Einwirkung in Form tiefer Kratzer hinzukommt, kehren sich die Verhältnisse um.

    Aber eigentlich mag ich mich deswegen mit Euch nicht streiten.
    Macht es, wie Ihr wollt.
    Aber hinterher dann nicht kommenen und jammern...

    Das gilt auch für den Auto-Statistiker.
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  10. #9

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    dquadrat Werden die Zinksalze von einer beschichtung überzogen, kann eindringender Wasserdampf kondensieren und das Salz lösen. Diser Vorgang läuft jedoch nur einseitig ab. Die flüssige Salzlösung kann die Beschichtung nicht durchdringen. Bei zunehmeder Lösung der Salze entwicket sich unter der Beschichtung ein steigender osmotischer Druck, bis die Beschichtung aufplatzt. Aber du hast recht auf die wundermittel kommt es an meisten an.
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  11. #10
    Avatar von dquadrat
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    verseifung: langölige alkydharze spalten beim trocknungsprozess freie fettsäuren ab. diese reagieren an der zinkoberfläche mit zinkionen/salzen. dadurch wird eine trennschicht gebildet und der lack verliert die haftung.

    mit wasserdampf, kondensation und osmotischem druck hat die ganze problematik eigentlich nix zu tun...
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  12. #11

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    Lächeln

    Hmm ich habe jetzt extra mein altes Buch Grund und Fachkenntnise für Maler und Lackirer ausgegraben und da steht genau das selbe was ich schon sagte. Das mit Netxmittelwäsche steht ihn deinen link auch bei Untergrundvorbehandlung / Untergrundbeschaffenheit und dan hal Zink. Ist schon anbisschen hin mit der Meisterschule oder ich habe jetzt was missverstanden dan nehme ich das zurück. Ich habe jetzt ihn Buch nochwas gefunden. Zink oxidiert schnell durch den Sauerstoff der Luft. In öligen Bindemittel wirkt das Zinkoxid wie ein Sikkativ. Es versprödet den Anstrich. Außerdem bildet Zink mit der Fettsäure von öligen Bindemitteln eine Zinkseife. Dise lagert sich als Trennschicht zwischen Untergrund und Anstrich an und führt zum Ablatzen der Beschichtung. Ölhaltige Anstrichstoffe eignen sich nicht auf Zinkuntergründe!!!!!!
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  13. #12
    Avatar von dquadrat
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    Zitat Zitat von Akula Beitrag anzeigen
    In öligen Bindemittel wirkt das behandlung / Zinkoxid wie ein Sikkativ. Es versprödet den Anstrich. Außerdem bildet Zink mit der Fettsäure von öligen Bindemitteln eine Zinkseife. Dise lagert sich als Trennschicht zwischen Untergrund und Anstrich an und führt zum Ablatzen der Beschichtung.
    genau das ist verseifung und ist die hauptursache für die beschriebenen probleme.
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  14. Schau dir mal das Bauherren-Handbuch an.. Sehr viele nützliche Infos!
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  15. #13
    Themenstarter

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    Hallo,

    zunächst mal recht herzlichen Dank für die vielen informativen Beiträge. Jetzt kann ich auch was mit "Verseifung" anfangen.

    Auf den Dosen der Lackfarben wird eben nur der Einsatz von Salmiak beschrieben und man bekommt den Eindruck, mit diesem "Wundermittel" wären alle Probleme gelöst.

    Aber noch eine Frage dazu:
    Könnten die heutigen Wasserlacke für Zinkanstriche besser geeignet sein?? oder enthalten sie auch ölige komponenten?

    Vielen Dank

    pauline

    @Julius
    Der Sinn der Lackierung ist es wohl, das Zink vor einem langsamen Abtrag zu schützen. Alte Dachrinnen sind durch diesen Abtrag ganz dünn und leicht wie Papier geworden.

    Warum sich die Verhältnisse bei einem Kratzer umkehren sollen ist mir nicht ganz verständlich. Das unedle Zink geht doch grundsätzlich in Lösung und schützt das "edle" Eisen als Kathode.
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  16. #14
    Avatar von dquadrat
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    mit der richtigen grundierung, die es schafft die durchdringung der fettsäuren des decklackes bis zum zink zu verhindern, sind auch kunstharzlacke geeignet. solche grundierungen sind in der regel 2komponentig, wie bspw. 2k-epoxid. aldi-zinkhaftgrund hat schafft das aber wahrscheinlich nicht.

    wasserlacke sollten aber schon unbedenklicher sein. eine aufs system abgestimmte wassergrundierung macht aber wahrscheinlich trotzdem sinn.
    theoretisch kann man zink i.ü. auch einfach mit dispersionsfarbe beschichten.
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