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Welches System als Aufsparrendämmung?

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  1. #1
    schnellefrau
    Gast

    Welches System als Aufsparrendämmung?

    Hallo und guten Abend,

    so langsam drehen wir uns im Kreis (das ist zwar nett mit meinem Mann, bringt uns in der Sache aber nicht weiter. Fakten: Haus gekauft, Baujahr 1960, minimale Dämmung im Spitzbodenbereich, Wohnraum darunter ausgebaut, Wände nicht gedämmt. Wir wollen eine neue Dacheindeckung (Braas Tegalit Granit, da mir/uns ein Tonziegel im Eigenbau doch etwas zu empfindlich ist und ich mich später ärgere, wenn ich auf lauter rote "Tupfer" gucken muss) und gleichzeitig (weil es der Architekt empfohlen hat, der uns eine Bestandsberechnung des Hauses erstellt hat) eine Aufsparrendämmung von Linitherm PAL2UM von Linzmeier mit 20 cm Dicke erstellen ((alles im Eigenbau, mein Mann hat durchaus Erfahrung (aber noch keine mit einer Aufsparrendämmung!!!), da er schon unser erstes Haus/Dach mit großen Gauben selbst gemacht hat)). Jetzt hören wir schon des öfteren von Baustoffhändlern, dass Bauder das bessere System hat. Ist dem wirklich so? Ich habe mir heute noch die Beschreibung von Linitherm angesehen und verstehe eines gar nicht: Die Platte ist beidseitig mit Alufolie = Dampfsperre kaschiert und hat als Deckschicht eine diffusionsoffene Unterdeckbahn; wenn ich beidseitig etwas mit Alufolie beplanke, kann doch nichts mehr diffundieren, oder bin ich auf dem Holzweg?

    Schon jetzt vielen Dank für Eure Beiträge
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  2. Welches System als Aufsparrendämmung?

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  3. #2
    Avatar von alex2008
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    die Systeme bei den Anbietern von PUR Aufsparrendämmung sind sehr ähnlich. Zu den Unterschieden bei der praktischen Anwendung sollen die Fachleute was schreiben.
    Vielleicht empfehlen die auch Bauder weil sie da bessere Preise bekommen, es weniger Lieferschwierigkeiten etc. gibt
    und die anderen Verdächtigen Anbieter wären dann noch Puren und Bauser
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  4. #3
    Avatar von Ryker
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    wenn ich beidseitig etwas mit Alufolie beplanke, kann doch nichts mehr diffundieren, oder bin ich auf dem Holzweg?
    Wo nichts 'reindiffundiert, muss auch nichts 'rausdiffundieren - eine Unterdeckung ueber bewohntem Bereich ist aber Pflicht
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  5. #4

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    Die Frage ist berechtigt.
    Und der Kommentar : Wo nichts reindiffundiert,kann nichts rausdiffundieren stimmt nur in so fern,dass es keine Dampfdiffusion geben wird oder kann. Was aber wenn der Dachstuhl bewohnt und beheizt wird ? Das Kondensat sammelt sich auf der Kaschierung und läuft die Dachneigung hinunter ( Schwerkraft), oder tropst zurück auf die Dampfdiffusionsfolie, die damit überfordert und wirkungslos ist
    Dieses Problem ist bekannt und passiert auch bei nicht dichter Dampfdiffisonsbahn.
    Hierzu gibt es Spezialisten die Zwischenlüftung empfehlen.
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  6. #5
    schnellefrau
    Gast

    Aha

    vielen Dank an Ralfibo für seine Einschätzung. Um darauf einzugehen: lassen die bekannten Anbieter diesen Fakt also elegant unter den Tisch fallen? Da die "zweite" Etage (Dach) voll ausgebaut ist (bis auf den Spitzboden) und dort auch ein Badezimmer ist, sollte man sich um diesen Fakt doch kümmern? Und zu der angesprochenen Zwischenlüftung, wie habe ich mir das praktisch vorzustellen, wenn ich eine "fertige" Aufsparrendämmung verarbeite, gibst Du dazu noch einen Hinweis? Schon jetzt ein dickes DANKE
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  7. #6

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    Nachfrage:
    Es gibt ein altes Dach mit einer Sparrenhöhe von 12 - 14 cm. Von diesen sind nur 4 - 8 (??) gedämmt, der Rest nach oben ist Luft. Die wollt Ihr lassen oer auch rausnehmen und dann AUF die Sparren eine AUFsparrendämmung machen???
    Blöde Frage:
    Warum mache ich mir freiwillig einen unkontrollierten Hohlraum zwischen Innenverkleidung und Dämmung???
    Aufsparrendämmung macht NUR Sinn bei sichtbaren Sparren oder als ZUSATZdämmung, wenn der Sparrenzwischenraum vol ausgedämmt nicht genug Wirkung bringt.
    Im letzteren Fall reichen aber meist 8 - 10 cm.

    Bitte erläutern.

    MfG
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  8. #7
    Avatar von Ryker
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    Zitat Zitat von Ralfibo Beitrag anzeigen
    Und der Kommentar : Wo nichts reindiffundiert,kann nichts rausdiffundieren stimmt nur in so fern,dass es keine Dampfdiffusion geben wird oder kann. Was aber wenn der Dachstuhl bewohnt und beheizt wird ? Das Kondensat sammelt sich auf der Kaschierung und läuft die Dachneigung hinunter ( Schwerkraft), oder tropst zurück auf die Dampfdiffusionsfolie, die damit überfordert und wirkungslos ist
    Fuer all das muss es erstmal Tauwasserausfall unterhalb der Aufsparrendaemmung geben.
    Nur vorstellbar unter den Bedingungen, die von Ralf Dühlmeyer angedeutet wurden:
    Belassen von >20% der Gesamtdaemmwirkung unter der Aufsparrendaemmung.

    Und der Kommentar : Wo nichts reindiffundiert,kann nichts rausdiffundieren stimmt nur in so fern,dass es keine Dampfdiffusion geben wird
    Auch in dem Fall stimmt meine Aussage: Wasserdampf diffundiert nicht in die Aufsparrendaemmung,
    also muss auf der andern Seite auch nichts herausdiffundieren. Im nichtbeluefteten Flachdach gilt
    dasselbe Prinzip.
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  9. #8
    schnellefrau
    Gast

    Hallo Ralf

    so, mal tief Luft hole, da ich (als kleine Frau meines großen Mannes) ja nur der Baulaie bin und ihm in seiner Entscheidungsfindung mit Deiner/Eurer Hilfe weiterhelfen möchte:
    Vorschlag der Aufsparrendämmung Linitherm kam vom Architekten, da 14 cm Sparren z. T. im Spitzbodenbereich gedämmt sind und sich im restlichen Bereich erst bei Abnahme der Ziegel zeigen wird, was sich dahinter verbirgt. Mein Mann wollte ursprünglich die bestehenden Sparren aufdoppeln zur ausreichenden Dämmung in/zwischen den Sparren. Das Problem ist aber, dass die Heraklitplatten, die im Obergeschoss innen zum Wohnraum in den 60-er Jahren verbaut wurden, mit Gips ziemlich schluddrig eingebracht wurden, so dass von oben (außen) gesehen lauter "Zeug" in den zu dämmenden Bereich hineinreicht. Mein Mann meinte, dann kann er keine Folie aufbringen, die "sauber" verlegt ist (also ordentlich um die Sparren und in den Zwischenräumen liegt). Und uns wurde, wie gesagt, ob der Einfachheit und besseren Dämmwerte (EnEV) vom Architekten direkt zur Aufsparrendämmung geraten. Ich hoffe, meine Erklärungen waren nachvollziehbar...
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  10. #9

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    Ganz langsam zum Mitschreiben für angeblich ach so technikunverständige Frauen .
    Das System, so wie Ihr es plant hat einige Problemchen. Mag sein, dass diese lösbar sind, dazu müsste man/frau viel mehr wissen.
    Ich versuch mal, diese laienverständlich darzulegen:
    1) Um eine sicher funktionierende Konstruktion mit "In-Sparren" und Aufsparrendämmung hinzubekommen, gibt es eine Standardformel.(Siehe Ryker) Wenn unter der Dampfsperre (die hier an der Aufsparrendämmung sitzen würde/müsste) mehr als 20% des Dämmwertes sitzen, muss ein Einzelnachweis zur Tauwassersicherheit geführt werden.
    Bis 20 % geht ohne. Das wären bei Euch so 4 - 6 cm. (je nach WLG des PUR)
    2) Die alte Dämmung liegt auf dem Heraklit und wird keine Volldämmung sein.
    Es bliebe also zwischen alter Dämmung und Aufsparrendämmung ein Hohlraum, in dem die Luft ungehindert zirkulieren kann. Wenn es da auch nur kleine Undichtigkeiten gibt - insbesondere bei z.T. noch unbekanntem Aufbau - ist ein Großteil der Wirkung der Aufsparrendämmung wortwörtlich wie weggeblasen.
    3) Eine Aufsparrendämmung ist bei krummen Sparren (und das ist bei "alten Dingern" durchaus zu erwarten) schwer so zu verlegen, dass die Dampfsperrschicht überall dicht ist.
    4) Selbst im Neubau sind die Anschlüsse der Dampfsperre an die Wände bei einer Aufsparrendämmung nicht einfach herzustellen. Bei einem Altbau noch viel aufwändiger und damit schwachstellenanfälliger.
    5) Ihr schreibt von Betondachsteinen. Dann noch Aufsparrendämmung.
    Das gibt ordentlich Zusatzgewicht aufs Dach. Das wird deswegen wohl nicht einstürzen. Aber mit Rissen würd ich schon rechnen, weil sich die Sparren erheblich mehr durchbiegen.
    Spätestens nach dem ersten ordentlich Schneefall

    Meine ehrliche Meinung:
    ICH würds meinen Bauherren NICHT empfehlen.

    ***

    Das Heraklit ist auf rauhe Bretter genagelt, die Nagelspitzen schauen fleissig in die Dämmung. Altbekanntes Problem.
    Hier kann man aber Lösungen finden.
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  11. #10
    Avatar von VolkerKugel (†)
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    Wenn ...

    ... zwischen Innenverkleidung/-dämmung und Aufsparrendämmung die Luft frei zirkulieren kann,
    kann ich die Aufsparrendämmung auch gleich wieder vergessen. Sach ich mal
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  12. #11
    schnellefrau
    Gast

    Ein

    virtuelles Cremetörtchen hier an Ralf für den Beitrag, melde mich nach Beratschlagung mit meiner besseren Hälfte wieder...
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  13. #12
    schnellefrau
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    Noch eine Frage

    Erst einmal vielen Dank für die wirklich gute, fachliche Erläuterung. Jetzt schaltet sich mein Mann mal kurz dazu : ganz konkret die Frage, wenn ich jetzt doch auf eine Kombi Zwischen- und Aufsparrendämmung umschwenke, also sprich, ohne Luftschicht, wie löse ich Ihren Hinweis Das Heraklit ist auf rauhe Bretter genagelt, die Nagelspitzen schauen fleissig in die Dämmung. Altbekanntes Problem.
    Hier kann man aber Lösungen finden.
    in der Praxis? Mein Gedanke: abgesehen davon, dass ich nicht alle rausragenden Nägel sauber abzwicken kann und die Unsauberkeiten (Gips) glätten kann, werde ich spätestens beim Einbringen der vollflächigen
    Zwischensparrendämmung die Dampfsperre durchlöchern. Was schlagen Sie dazu vor? Das war übrigens einer der wichtigen Gründe, warum wir uns zu einer reinen Aufsparrendämmung haben raten lassen.
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  14. #13
    Avatar von VolkerKugel (†)
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    Ich schlage vor ...

    ... wenn das Dach sowieso neu gedeckt werden soll:
    - alte Innenverkleidung raus und entsorgen
    - alte Dachddeckung mit Lattung runter
    - diffusionsoffene Unterspannbahn drauf
    - neue Dachdeckung mit Konter- und Traglattung drauf
    - Zwischensparrendämmung als Vollsparrendämmung mit MiWo WLG 035 rein
    - diffusionsoffene Untersparrendämmung (z.B. Hallerplatten) drunter
    - Fläche luftdicht verspachteln.

    Alles andere ist - meiner bescheidenen Ansicht nach - Murks (und im Endeffekt teurer)
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  15. Schau dir mal das Bauherren-Handbuch an.. Sehr viele nützliche Infos!
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  16. #14
    Avatar von Kanzler
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    Hallo zusammen,

    je nach Produkt der Fa. Linzmeier sind die Aufsparrendämmsystem beidseitig mit Alufolie kaschiert, d. h. absolut dampfdicht. Sollten tatsächlich einige Nägel die Alufolie durchbohren sehe ich dort kein großes Problem (Bei Dampfbremsfolien müssen Tackerlöcher nicht abgeklebt werden).
    Zur Problematik mit dem Tauwasserausfall auf der Innenseite kann ich nur sagen, dass die Fa. Linzmeier vorgibt die ersten und letzten 50 cm der Zwischensparrendämmung zu entfernen damit diese Dämmung hinterlüftet wird. Somit fällt die Lufttemperatur bis zur Aufsparrendämmung nicht soweit ab das Kondenswasser anfallen kann.
    Sollte die Zwischensparrendämmung unter 20% der Gesamtdämmleistung liegen kann das entfernen meines wissens nach entfallen.
    Bei weiteren Fragen kann ich gerne mal ein Prospekt über diese Elemente zukommen lassen.

    Schönen Abend noch.
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  17. #15
    Avatar von Kanzler
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    Zitat Zitat von VolkerKugel Beitrag anzeigen
    ... wenn das Dach sowieso neu gedeckt werden soll:
    - alte Innenverkleidung raus und entsorgen
    - alte Dachddeckung mit Lattung runter
    - diffusionsoffene Unterspannbahn drauf
    - neue Dachdeckung mit Konter- und Traglattung drauf
    - Zwischensparrendämmung als Vollsparrendämmung mit MiWo WLG 035 rein
    - diffusionsoffene Untersparrendämmung (z.B. Hallerplatten) drunter
    - Fläche luftdicht verspachteln.

    Alles andere ist - meiner bescheidenen Ansicht nach - Murks (und im Endeffekt teurer)
    Das sehe ich nicht so. Diese Art der Dachsanierung ist sicherlich günstiger. Jedoch wird die Dämmschicht (Zwischensparrendämmung) ca. alle 65 cm von den Sparren unterbrochen. Dieser Nachteil entfällt bei der Aufsparrendämmung.
    Zudem fehlt bei der aufgeführten Beschreibung die flexible Luftdichteschicht (Dampfsperre o. Klimamembran). Ich glaube nicht das man jemandem empfehlen sollte die Innenverkleidung "Luftdicht" zu verspachteln.

    Gruß
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