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Thema: Gerüst

  1. #1

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    Frage Gerüst

    Wir hatten gestern einen Besuch eines Gerüstbauers.

    Da wir 20 cm Dämmung haben müsste er mit Ausleger arbeiten die nochmal ganzschön viel mehr kosten.
    Wenn er es anderst mach (50cm Wandabstand) wie ist es dann wenn kontrolliert wird?

    Kann auch der Bau eingestellt werden wenn nur der Bauherr auf dem Gerüst ist?


    MfG
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  2. Gerüst

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  3. #2
    Avatar von VolkerKugel (†)
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  4. #3
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    Versteh ich nicht. Die BG hat doch eigentlich nix mit dem Bauherr zu tun? Der ist doch nicht über die BG versichert?
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  5. #4

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    Aber Du bist als Bauherr ebenso für die Sicherheit und die Einhaltung der geltenden Sicherheitsvorschriften verantwortlich. Und sollte jemand da "privat" arbeiten, dann hast Du sehr wohl mit der BG zu tun. Dann zahlste nämlich.
    Was anderes ist es, wenn das Gerüst NUR für die Dämmarbeiten gestellt wird. Dann darf er 50cm von der Fassade weg.
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  6. #5

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    Zitat Zitat von Herr Nilsson Beitrag anzeigen
    Was anderes ist es, wenn das Gerüst NUR für die Dämmarbeiten gestellt wird. Dann darf er 50cm von der Fassade weg.
    Der Abstand des Gerüstes von der Wand darf im allgemeinen nicht größer als 30 cm sein. Bei Arbeiten, wie z.B. Fassadendämmung, ist es erforderlich den Abstand zusätzlich um die Dämmstärke zu erhöhen. Um zu verhindern, dass bei den 30+x cm jemand hindurchfällt sind zusätzliche Maßnahmen zu treffen z.B. zusätzliche Rückenlehnen (Seitenschutz) auf der Gerüstinnenseite oder eine Gerüstverbreiterung mittels Konsolen (meist 30 cm), Seitenschutz oder Konsolen werden im Zuge der Arbeiten wieder zurückgebaut. Es muss zu jedem Zeitpunkt (Bauzustand) sichergestellt sein, dass mindestens 30 cm eingehalten sind.

    Nochmal etwas zu den 30 cm. Wenn ich als Arbeitgeber einen dünnen Hering als Mitarbeiter habe, der ohne weiteres auch durch die 30 cm durchrutschen kann, so bin ich verpflichtet den Abstand zu verringern. Das geht ganz eindeutig aus einer zu erstellenden Gefährdungsbeurteilung hervor.

    Gruß
    damy
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  7. #6

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    Noch etwas zum Gerüstbauer, würde der Gerüstbauer das Gerüst entegegen den vom Hersteller vorgegebenen Aufbau- und Montageanleitung erstellen oder gegen die Vorgaben der BG verstoßen, wäre er im Falle eines Unfalles haftbar. Das gilt auch wenn "nur" der Bauherr auf dem Gerüst herumturnt. Im übrigen besteht für den Gerüstbauer selbst bei der Montage schon die Gefahr des Absturzes, er darf daher aufgrund seiner persöhnlichen Arbeitssicherheit schon keine 50 cm Abstand haben.
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  8. #7

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    .........angenommen, das anzubringende Element hat 40cm, wie sollte das denn gehen wenn ich nie mehr als 30cm haben darf? Natürlich darf ich dann nicht oben arbeiten (ohne Konsole), wenn ich es weiter weg stelle, aber es gibt auch immer einen Moment, in dem die 30cm überschritten werden. Es wäre ja demnach NIE möglich, ein Element zu befestigen, dass >25cm Stärke hat.
    Also sobald ich im EG gedämmt habe, habe ich im 1. OG meine 30cm zur Fassade eingehalten.
    Und der Gerüstbauer hat sogar unendlich (zur der Fassade abgewandten Seite) Abstand zu gar nix, wenn er noch kein Geländer dran hat.
    Ich hatt übrigens genau dieses Thema mit der BG vor ein paar Monaten, falls wir uns jetzt nicht falsch verstanden haben...........................
    Sollte es nicht auch ein Verbot geben für die alten Gerüste, deren Geländer nur von der jeweiligen Etage selbst aus angebracht werden können?
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  9. #8

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    Herr Nilsson, das läuft so:

    Auszug aus BGV A1 :
    § 2 Grundpflichten des Unternehmers(1) Der Unternehmer hat die erforderlichen Maßnahmen zur Verhütung von Arbeitsunfällen, Berufskrankheiten und arbeitsbedingten Gesundheitsgefahren sowie für eine wirksame Erste Hilfe zu treffen. Die zu treffenden Maßnahmen sind insbesondere in staatlichen Arbeitsschutzvorschriften (Anlage 1) dieser Unfallverhütungsvorschrift und in weiteren Unfallverhütungsvorschriften näher bestimmt.

    § 3 Beurteilung der Arbeitsbedingungen, Dokumentation, Auskunftspflichten(1) Der Unternehmer hat durch eine Beurteilung der für die Versicherten mit ihrer Arbeit verbundenen Gefährdungen entsprechend § 5 Abs. 2 und 3 Arbeitsschutzgesetz zu ermitteln, welche Maßnahmen nach § 2 Abs. 1 erforderlich sind.


    Die Vorschriften im Arbeitsschutz gehen seit einiger Zeit von den BG´s über in staatliche Gesetze und Verordnungen. z.B. wurden die BGR´s Gerüstbau (BGR165 und weiter) zurückgezogen. Dafür sind jetzt Vorgaben in der Betriebssicherheitsverordnung zu finden. Das Ergebniss ist, die Vorschriften werden weniger und es gibt in vielen Bereichen des Arbeitsschutzes keine genauen Vorgaben mehr. Wo mann früher in einer Vorschrift eine feste Zahl stand, steht jetzt drin "es sind geeignete Maßnahmen zu trefen". Die geeigneten Maßnahmen hat der Unternehmer festzulegen. Dafür muss er eine Gefährdungsanalyse des Arbeitsplatzes/Arbeitsmethode/Arbeitsgerätes durchführen. Der Unternehmer hat darin einen gewissen Spielraum um Entscheidungen über Maßnahmen zu treffen, die er dann bei einem Unfallereignis gegenüber Statsanwalt, Gewerbeaufsicht oder BG verteidigen muss. Hat er da geschlammt oder sich was schöngerechnet wird er gehängt.

    Zurück zu unserem Gerüst, der Gerüstbauer hat für die Tätigkeiten seine Mitarbeiter eine Gefährdungsbeurteilung zu erstellen. Er hat Maßnahmen zu treffen, dass keiner seiner Leute bei der Montage vom Gerüst fällt. Wie er das macht ist erst mal seine Sache. Die sicherste Möglichkeit ist eine Maßnahme die vom Gerüsthersteller vorgegeben/angeboten wird und eine Zulassung hat z.B. vorlaufender Seitenschutz. Er kann seine Mitarbeiter auch mit "Persöhnlicher Schutzausrüstung gegen Absturz" Sicherheitsgeschirr/Gurt sichern.
    Es gibt viele Möglichkeiten, nur der Unternehmer muß die wählen bei der das Risiko eines Schadens an Personen am geringsten ist. Weiterhin hat sich der Unternehmer bei der Außwahl von Maßnahmen an das TOP-Prinzip zu halten:

    T-Technische Maßnahmen z.B. Seitenschutz, Lärmreduzierte Maschinen, Hebebühne statt Leiter usw.
    O- Organisatorische Maßnahmen z.B. Lärmquelle vom Mensche trennen, Arbeitsweisen so wählen das keine Gefahren entstehen können.
    P- Persöhnliche Maßnahmen z.B. Gehörschutz, Anseilschutz usw.

    die Persöhnlichen Maßnahmen stehen an letzter Stell und dürfen nur angewand werden wenn O und T nicht machbar sind.

    Ich hab das ganze ein wenig abgekürzt.

    Bin erst am Samstag wieder erreichbar.

    Gruß damy
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  10. #9

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    "vorlaufender Seitenschutz", das wars!
    Angenommen der Gerüstbauer wird durch Gurte, vorlaufenden Seitenschutz etc. geschützt, warum darf das Gerüst dann nicht 50cm weg? Oder ich setze an die Fassadenseite auch 2 Querholme!?
    Der Maurer/Putzer sonstwas ist dann durch die 50cm doch nie gefährdet, da er die nächsthöhere Etage erst betritt, wenn der Spalt nur noch 30 cm hat!?
    Find ich total logisch. Dann geht es halt lediglich um die Gefährdung des Gerüstbauers beim Aufbau (Gurte, vorl. Seitenschutz).
    Dass es in der Praxis (sogar von mir) mit Auslegern gemacht wird ist klar!
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  11. #10

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    Zitat Zitat von Herr Nilsson Beitrag anzeigen
    Der Maurer/Putzer sonstwas ist dann durch die 50cm doch nie gefährdet, da er die nächsthöhere Etage erst betritt, wenn der Spalt nur noch 30 cm hat!?
    [/U]
    Der Maler wäscht (befreit sie von Algen) grundiert die Fassade (altbau) vorher auch manchmall. Fackt ist das die Bg den Bau einstellen kann wen das gerüst nicht ordnungsgemess aufgebaut ist. Aber die gefahr erwischt zu werden ist sehr gering. Und wenn dann kanns du ja die Ausleger arbeiten nachholen. Aber ehrlich gesagt ,mir persönlich wäre nicht wohl dabei sich ständig über 0,5 m drüber beugen zumüssen und wen doch etwas passiert was dan der Gerüste Bauer lässt es sich wen er schlau ist schriftlich von dir geben das du es so wolltest.
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  12. #11

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    in dem Fall ist das klar, ich beziehe das auch ausschliesslich auf den Fall Neubau, wo sich keiner in den oberen Geschossen aufhält bis die unteren Geschosse gedämmt sind.
    Sobald irgeneiner das Gerüst betreten muss, bevor die Dämmung dran ist, müssen natürlich Konsolen oder (wandseitig angeordnete) Geländer angebracht werden.
    Das die BG den Bau sofort stilllegen kann ist mir bekannt, hab die SiGeKo-Kurse samt Prüfung bei der BG auch gemacht.....................
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  13. #12

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    Zitat Zitat von Herr Nilsson Beitrag anzeigen
    ...ich beziehe das auch ausschliesslich auf den Fall Neubau, wo sich keiner in den oberen Geschossen aufhält bis die unteren Geschosse gedämmt sind..
    wie sieht es mit zimmermann und dachdecker aus?
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  14. #13

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    nee, NUR für den PUTZER. Ist natürlich ein Sonderfall, sobald irgendwer überhalb EG aussen arbeitet müssen natürlich Konsolen dran. Aber mal vorrausgesetzt dass es eben NICHT für Dachdecker o.Ä. wäre, sondern tatsächlich nur für den Putzer, oder der DD das Dach erst betritt wenn alles fertig ist!?!? Dannnnnnnnnn...................find ich müsste das gehen, sah der BG-Mann vor ca. 1/2 Jahr nach langer Diskussion und erklären zumindest auch..................
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  15. Schau dir mal das Bauherren-Handbuch an.. Sehr viele nützliche Infos!
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  16. #14

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    ...das ist aber alles ziemlich theoretisch.
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  17. #15

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    Ja, zugegebenermaßen sehr theoretisch. Kann auch verstehen, wenn sich ein Gerüstbauer weigert das Gerüst mit dem Abstand ohne Konsolen aufzubauen.
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