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Erdwärme, Ängste und Fragen

Diskutiere Erdwärme, Ängste und Fragen im Forum Regenerative Energien auf Bauexpertenforum.de


  1. #1

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    Erdwärme, Ängste und Fragen

    Hallo zusammen,

    wir haben vor ein Haus zu bauen und haben von unserem Häuslebauer die Erdwärmeanlage mit Testsiegerpotential angeboten bekommen. Sie hat 8kw und es sind 2 Bohrungen a 80 Meter geplant. Jetzt habe ich von Bekannten gehört, dass bei 2 verschiedenen Bekannten die Erdwärmebohrungen nicht mehr das hergeben was sie hergeben sollten und das schon nach 6 Jahren!

    Jetzt meine Frage, ist das wirklich so kritisch und eine Gefahr das die Bohrungen versagen?

    (Ich habe keine Lust eine Anlage die sich nach 10 Jahren amortisiert, schon nach 6 Jahren zu erneuern, bzw. neu zubohren zumalen man ja kein Gasanschluß ins Haus legen lässt....)

    Hat jemand Erfahrungen mit Erdwärmeanlagen und kann uns einen Praxisbericht geben?
    (Wir haben bisher keinen gefunden der uns wirklich etwas aussagekräftiges über den Verbrauch geben konnte)

    Ganz vielen Dank und Grüße
    die Pogis
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  2. Erdwärme, Ängste und Fragen

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  3. #2
    planfix
    Gast
    Auf Deine frage gibts viele schöne Antworten.
    Ich nehm mal die plausibelste:

    Eine kleine WP (wenig KW) läuft immer sehr lange.
    Es wird der knapp dimensinierten Bohrung, konsequent, fast pausenlos, Energie entzogen. Damit sinkt die Temperatur in der Sonde und die Anlage lässt im Wirkungsgrad nach.
    Abhilfe:
    1. Bohrung überdimensionieren (kostet richtig Geld)
    2. außerdem WP größer wählen, damit sich in den Arbeitspausen die Sonde generieren kann
    3. Eine Taktung, durch eine intelligente Steuerung, beschränken.
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  4. #3

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    Zitat Zitat von planfix Beitrag anzeigen
    1. Bohrung überdimensionieren (kostet richtig Geld)
    2. außerdem WP größer wählen, damit sich in den Arbeitspausen die Sonde generieren kann
    2. ist - wenn überhaupt - nur in verbindung mit 1. sinnvoll. Es wird eine bestimmte Wärmemenge entzogen, die muss von der Sonde aufgenommen werden.

    a) Großzügig dimensionierte Bohrung mit kleiner WP heisst, dass die Sondentemperatur nicht so stark sinkt, besserer Wirkungsgrad.

    b) Normale Bohrung mit großer WP heisst, dass der Sonde zu schnell Wärme entzogen wird, die Sondentemperatur stärker sinkt und die WP uneffizienter wird. Außerdem wird mehr Strom verbraucht.

    c) Großzügig dimensionierte Bohrung mit großer WP heisst, dass immer ausreichend Wärme zur Verfügung steht. Aber die WP verbaucht an sich schon mehr Strom.

    Man sollte mal überlegen, was ist sinnvoller: Sonde mit großer WP leerzutschen, und dann wieder regenerieren lassen => Effizienz sinkt.
    Sonde mehr oder weniger kontinuierlich Wärme entnehmen, dafür die Temperatur an der Sonde nicht so stark senken => bessere Effizenz.
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  5. #4
    Avatar von fmw6502
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    Hallo Pogi,

    Meinung eines anderen Häuslebauer zur WP.
    WPs müssen sauber mit Sachverstand geplant werden. Fachleute gibt es in unterschiedlicher Qualität, vom Heizungsbauer, der eine fixundfertig WP 0815-mäßig wie einen Ölbrenner einsetzt, bis hin zum Kältebauer, der eine maßgefertigte WP baut.

    Wir haben uns für einen Kältebauer entschieden, der uns eine handelsübliche WP optimal für unser Haus ausgeplant hat. So entfällt z.B. der übliche aber effizienzvermindernde Pufferspeicher, Estrich ist genug Speicher...
    Bohrung haben wir nicht, da genug Platz im Garten für Erdkollektor.

    Falls Du genug Zeit hast, lies mal dort genügend Themen: http://www.haustechnikdialog.de/Foru...rmepumpen&s=30

    Gruß
    fmw6502
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  6. #5

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    Zitat Zitat von pogi Beitrag anzeigen
    Jetzt meine Frage, ist das wirklich so kritisch und eine Gefahr das die Bohrungen versagen?
    Mich würde zuerst einmal interessieren, ob die 2 Bohrungen bei Deinen Bekannten für eine Wasser/Wasser-WP waren, oder für eine Sole-WP. Landläufig wird immer von Bohrung gesprochen, aber es macht eben doch einen kleinen Unterschied.

    Bei Dir sind mit 2x80m Solebohrungen geplant. Entzugsleistung also etwa 40W/Bohrmeter. Ob diese Entzugsleistung erreicht wird, hängt primär mal von der Bodenbeschaffenheit ab. Wird hier zu knapp kalkuliert (jeder Bohrmeter kostet Geld), dann kann es passieren, daß die Bohrung vereist (noch kein Problem) und sich irgendwann nicht mehr ausreichend regenerieren kann (das wird zum Problem).

    Bei Dimensionierung der Bohrung also immer die Bodenbeschaffenheit berücksichtigen, und lieber etwas mehr bohren als zu wenig.

    Alternativ würde ich über einen Flächenkollektor nachdenken. Das setzt aber ausreichend freie Grundstücksflache voraus. Hier ist Vereisung kein Problem, da über Regen und Sonne genügend Wärme eingetragen wird die dafür sorgt, daß der Kollektor wieder regeneriert wird.

    Richtig geplant und nach Plan betrieben, hält so ein Kollektor ewig.

    Gruß
    Ralf
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  7. #6
    planfix
    Gast
    mal rechnen:
    2*80m*40W/m = 6400W
    WP = 8kW > 6,4kW

    Welche Heizlast liegt vor?
    Wenn der Energiebedarf größer ist als der Bohrung hergibt, produzierst Du im Laufe der Zeit einen Eisblock um die Sonde. Taut der wieder auf, können sich Hohlräume bilden. Wenn das so ein paar Jährchen geht, dann ist die Sonde nicht mehr richtig ummantelt und die Leistung lässt nach.
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  8. #7

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    Zitat Zitat von planfix Beitrag anzeigen
    mal rechnen:
    2*80m*40W/m = 6400W
    WP = 8kW > 6,4kW
    Passt doch....oder willste den COP (el. Leistung) unterschlagen?
    (ab und zu denke ich auch mit...)

    Gruß
    Ralf
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  9. #8
    planfix
    Gast
    RALFFFFFFFFFFFFFFFFFFFFFFF!!!!

    Ich glaub, wir beide sollten uns mal zusammen setzen und Eisfwürfelmaschinen bauen.
    Mit denen kann man dann auch heizen, aba vorher ermittel wir den Wärmebedarf nach der EnEV und die Heizlast.
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  10. #9
    Avatar von fmw6502
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    Bevor Ihr zwei eiswürfelt, meine Glaskugel trübt sich stark ein bei dem vorausgesetzten COP bei Eurer Rechnung
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  11. #10
    planfix
    Gast
    ICH WILLL!
    Bauherr: wenig Kosten in Anschaffung und wenig laufende Kosten
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    Industrie: Umsatz!!!
    Energieversorger: Eure Kröten

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  12. #11

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    Zitat Zitat von planfix Beitrag anzeigen
    Ich glaub, wir beide sollten uns mal zusammen setzen und Eisfwürfelmaschinen bauen.
    Aber nur wenn´s Erdbeereis gibt.
    Sonst ist mir der Weg zu weit.

    Gruß
    Ralf
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  13. #12
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    ist das wirklich so kritisch und eine Gefahr das die Bohrungen versagen
    Die Bohrungen werden wohl nicht versagt haben, sondern wurden durch eine zu knappe Auslegung im tatsächlichen Betrieb dann überlastet.

    Am Anfang des Problems stehen meistens solche Überlegungen.

    Werden die Sonden unter Berücksichtigung der Jahresentzugsleistung dimensioniert besteht ein solches Problem in der Regel nicht .... aber die Bohrungen fallen dann auch nicht so *optimal* kurz und billig aus....dafür kippen sie dann allerdings auch nicht nach einigen Jahren aus den Latschen.

    Gruß
    Achim Kaiser
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  14. #13
    Bauexpertenforum Avatar von mls
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    Zitat Zitat von fmw6502 Beitrag anzeigen
    .. meine Glaskugel trübt sich ..
    bei 6,4 : 1,6 trübt sich bei mir
    noch was anderes - bei dir auch, oder?
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  16. #14
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    ...ähm ich bin zwar nicht ganz dumm, aber einige Bemerkungen sagen mir so als Laie gar nix ;-)

    Was kann ich zum Haus sagen:
    Es soll ein KFW60 Haus, nach der Berechnung mit einem 57,2 er Wert werden. 143 qm ohne Keller (Meine Frau würde sagen es ist gelb)

    Hmm, könnt Ihr mit den Werten etwas anfangen?

    Ich habe verstanden:
    Anlage zu überdimensoniert, die Bohrung zu flach = negativ
    Anlage zu unterdemensioniert, Bohrung zu tief = negativ
    Anlage korrekt = Bohrung zu tief (gibt es nicht!?)

    IST DAS SO KORREKT?
    Was ist bloß das richtige für einen Laien wie mich? Der Häuslebauer stellt dir da was hin, aber stimmt das auch so?

    Erstmal vielen lieben Dank schon für die tollten Antworten und die Rege Beteiligung, ist anscheinden ein klasse Forum wo einem Newbie noch geolfen wird !
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  17. #15

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    Zitat Zitat von pogi Beitrag anzeigen
    IST DAS SO KORREKT?
    Ziemlich in´s Schwarze getroffen.
    Die WP (oder besser gesagt der Geldbeutel) verzeiht keine Dimensionierungsfehler. Die 8kW könnten zu Deinen Angaben (ca. 150qm, KfW60) passen. Die Sonde(n) mit 2x80m könnte auch passen, aber ohne die Bodenverhältnisse zu kennen, würde ich mich da nie zu einer Aussage hinreissen lassen.

    Was denkst Du über meinen Vorschlag mit dem Flächenkollektor? Hat´s genügend Platz auf dem Grundstück? Hast Du auch schon einmal über eine DV nachgedacht?

    Gruß
    Ralf
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