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  1. #1

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    Zusammenhang zwischen GRZ-Terrasse-Terrassenüberdachung

    Hallo zusammen!

    Ich würde gerne meine Terrasse mit einer Glaskonstruktion überdachen und habe Probleme den damit verbundenen rechtlichen Dschungel zu durchblicken.

    Es handelt sich um ein Mittelreihenhaus eines Vierspänners in München.

    Mir ist bekannt, dass eine Terrasse als befestigte Fläche gilt und damit der Grundflächenzahl unterliegt. Weiter ist mir bekannt, dass die zulässige GRZ laut Bebauungsplan überschritten werden kann.

    Meine Fragen:
    1. Wo steht die zulässige Überschreitung der GRZ für Nebenanlagen in Bayern?
    2. Wie ändert sich der rechtliche Charakter der Terrasse wenn Sie überdacht wird?
    3. Wie spielt in diesem Zusammenhang die Nähe zu den Nachbarn links und rechts hinein?
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  2. Zusammenhang zwischen GRZ-Terrasse-Terrassenüberdachung

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  3. #2
    Baufuchs
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    Das

    Zitat Zitat von HMR80
    Mir ist bekannt, dass eine Terrasse als befestigte Fläche gilt und damit der Grundflächenzahl unterliegt.
    ist nicht korrekt.

    Nach § 19 4 (1) BauNVO gehören "Garagen und Stellplätzen und deren Zufahrten" zu den befestigten Flächen, die in die GRZ Berechnung einfliessen. Von Terrassen ist da keine Rede.

    Wird die Terrasse überdacht, ist diese jedoch eine bauliche Anlage bzw. Gebäude (überdeckte bauliche Anlage die zum Betreten u. Aufenthalt von Personen vorgesehen ist) und wird mitgerechnet. Nähe zu Nachbarn ?? Nähe zu den Grundstücksgrenzen ergibt sich aus §6 Bayerische Bauordnung (Abstandsflächen), hat jedoch mit GRZ nix zu tun.
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  4. #3

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    Sorry - aber da irrt der Fuchs.

    Garagen und ihre Zufahrten dürfen mit 50 % angesetzt werden, ALLE anderen BAULICHEN ANLAGEN (nicht nur BauWERKE) sind zu 100 % anzusetzen.
    Es sind sogar fiktive Flächen anzusetzen, wenn der Bauherr WIRKLICH keine Terrasse anlegen will, sondern nur Rasen.

    Da Terrassen aber nicht dem 50% Bonus unterliegen, gibts nur zwei Möglichkeiten:
    1) Die Terrasse ist in der "normalen" GRZ mit drin - dann macht das Dach in DER Hinsicht kein Problem
    2) Die GRZ ist OHNE Terrasse bereits ausgereizt - dann gips kein Dach nich
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  5. #4
    Baufuchs
    Gast

    Ich

    glaube ich bin urlaubsreif

    @Ralf
    Da nach BauONW auch Spielflächen bauliche Anlagen sind werden wir demnächst -sofern Kinder in der Familie leben- den gesamten Garten mit einberechnen müssen.
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  6. #5
    Themenstarter

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    Da Terrassen aber nicht dem 50% Bonus unterliegen, gibts nur zwei Möglichkeiten:
    1) Die Terrasse ist in der "normalen" GRZ mit drin - dann macht das Dach in DER Hinsicht kein Problem
    2) Die GRZ ist OHNE Terrasse bereits ausgereizt - dann gips kein Dach nich


    Danke für die Antworten.
    Angenommen, die Terrasse ist in der "normalen"GRZ mit drin.
    Wie ändert ein Dach darüber den rechtlichen Status der Terrasse, vor allem in Bezug auf seine Genehmigungsfähigkeit?
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  7. #6

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    Zitat Zitat von Ralf Dühlmeyer Beitrag anzeigen
    Garagen und ihre Zufahrten dürfen mit 50 % angesetzt werden, ALLE anderen BAULICHEN ANLAGEN (nicht nur BauWERKE) sind zu 100 % anzusetzen.
    Wir sind gerade immer noch an den Planungen unseres EFH in Ba-Wü. Bei uns könntes es aufgrund des kleinen Grundstückes auch zu schwierigkeinten mit der GRZ kommen.
    Ist die oben zitierte Regelung das Garagen und Zufahrten mit 50% angesetzt werden bundesweit gültig? Im Bebauungsplan steht bei uns garnichts darüber. Nur das "die GRZ nach Planeintragung differenziert festgestellt wird".!?
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  8. #7

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    BauNVO ist BUNDESrecht. Gilt also unabhängig vom Bundesland.
    Ja - da kann es eng werden auf den heutigen Neubaugebieten mit der GRZ.
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  9. #8

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    Zitat Zitat von Ralf Dühlmeyer Beitrag anzeigen
    BauNVO ist BUNDESrecht. Gilt also unabhängig vom Bundesland.
    Danke für die schnelle Antwort.


    Zitat Zitat von Ralf Dühlmeyer Beitrag anzeigen
    Ja - da kann es eng werden auf den heutigen Neubaugebieten mit der GRZ.
    Könnte Danke der 50% Regelung aber doch reichen.

    Grundstück: 384qm
    GRZ: 0,35 ---> somit kann 134,4qm bebauen!?

    95,20qm Haus (ohne Dachüberstand)
    12,00qm Terrasse
    24,50qm (50% v. 49qm Garage plus Zufahrt)
    _________
    131,70qm


    Ist die Berechnung so richtig?
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  10. #9

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    Zuweg zum Haus, Gartenhaus, Mülltonnenstellplatz, Weg ums Haus, Dachüberstand (Ist der wirklich raus???) -
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  11. #10

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    Zitat Zitat von Ralf Dühlmeyer Beitrag anzeigen
    Zuweg zum Haus, Gartenhaus, Mülltonnenstellplatz, Weg ums Haus, Dachüberstand (Ist der wirklich raus???) -
    Zuweg zum Haus ist bei uns zugleich die Zufahrt!
    Gartenhaus gibts nicht, Garage wird dafür groß genug geplant. Sind alle Gartenhäuschen genehmigungspflichtig?

    Nochmals zu den Basics der GRZ! Was ist der Hintergrund? Bodenversiegelung? Wenn ich mir doch ein Weg durch den Garten plaster, dann hat der ja kein Wasserablauf und das Regenwasser versickert in der Erde. Sowas dürfte nach normalem Menschenverstand doch nocht zur GRZ zählen?
    Habe in dem Zusammenhang auch schon gehört, dass statt einer gepflasterten Zufahrt zwei Fahrsprustreifen nicht nur GRZ zählen.
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  12. #11

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    Nicht alle Gartenhäusel sind genehmigungspflichtig. Aber das Baurecht (GRZ) müssen sie/Sie trotzdem einhalten!!
    Zur GRZ zählen sogar (wenn man es GANZ spitz nimmt) diese saublöden "Fußabdrücke" aus Beton, die als Schrittsteine verlegt werden!!!
    Fahrweg ist Fahrweg. Wenn Sie gar nicht befestigen (so wie in Skandinavien z.B. Kies schütten), dann ist das trotzdem mitzurechnen.
    Es geht nicht nur um Versiegelung im Sinne der Versickerung, sondern darum, dass noch Grün auf dem Grundstück stattfindet/-finden kann
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  13. #12

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    Danke für deine schnelle Antworten.

    Denkst Du meine Berechung ist richtig? Wird das mit den 50% so gerechnet?
    Zitat Zitat von master1980 Beitrag anzeigen
    Grundstück: 384qm
    GRZ: 0,35 ---> somit kann 134,4qm bebauen!?

    95,20qm Haus (ohne Dachüberstand)
    12,00qm Terrasse (mit Überdachung)
    24,50qm (50% v. 49qm Garage plus Zufahrt)
    _________
    131,70qm


    Ist die Berechnung so richtig?
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  14. #13
    Avatar von Terra
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    Eine Überschreitung der in § 17 Abs. 1 BauNVO festgelegten Obergrenzen der Grundflächenzahl führt nicht schematisch und zwangsläufig zu einer Beeinträchtigung der allgemeinen Anforderungen an gesunde Wohn- und Arbeitsverhältnisse.

    Die zulässige Grundfläche darf durch die Grundflächen
    von
    - Garagen und Stellplätzen mit ihren Zufahrten,
    - Nebenanlagen im Sinne des § 14,
    - baulichen Anlagen unterhalb der Geländeoberfläche, durch die das Baugrundstück lediglich unterbaut wird

    bis zu 50 vom Hundert überschritten werden, höchstens jedoch bis zu einer Grundflächenzahl von 0,8.

    Antrag auf Überschreitung der GRZ beim Bauamt stellen!
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  15. Schau dir mal das Bauherren-Handbuch an.. Sehr viele nützliche Infos!
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  16. #14

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    Das rechnet Dein Planer aus
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  17. #15
    Avatar von Terra
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    Zulässige GRZ 0,35
    Zulässige GRZ mit 50 % Überschreitung 0,525

    Zulässige Grundfläche 0,35x384 = 134,4 m²
    Beanspruchte Grundfläche 95,2 m²
    Inkl. versiegelte Flächen = 156,2 m²

    Beanspruchte GRZ = 0,25
    Beanspruchte GRZ inkl. Versiegelte Flächen = 0,41

    Also alles in Butter!
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