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Flächenkollektoren und Abstandsflächen

Diskutiere Flächenkollektoren und Abstandsflächen im Forum Regenerative Energien auf Bauexpertenforum.de


  1. #1

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    Frage Flächenkollektoren und Abstandsflächen

    Moin, moin!

    Wir (meine bessere Hälfte und ich) bauen gerade ein kleines Häuschen (genauer der GÜ bauts für uns).

    Für Heizung und WW hatten wir gedacht: Gas böse, WP gut!

    Gedacht, getan: WP mit Flächenkollektoren planen lassen. Geplante Kollektorfläche ca. 350m² für ca. 8kW.
    Meine Idee dahinter: Flächenkollektoren sind anders als Tiefenbohrungen genehmigungsfrei, also weniger Probleme zu erwarten. Noch dazu weniger teuer.

    Die notwendige Anzeige an die untere Wasserbehörde geschickt.

    Und nu kommt's: Im Bescheid sind diverse Auflagen enthalten. Neben einigen nachvollziehbaren Forderungen ist aber auch ein Hammer dabei, der faktisch Flächenkollektoren verbietet:
    Wir sollen mit den Kollektoren mindestens 5m Abstand zu den Grundstücksgrenzen einhalten.
    Bei Einhaltung dieser Forderung blieben nur 200 m² für den Kollektor übrig (bei einem Grundstück von fast 1000m²).

    Begründet wird diese Auflage mit dem Grundwasserschutz und damit, dass die "Temperaturveränderungen weitgehend auf dem Grundstück abklingen" sollen.

    Die Baufirma, der WP-Spezi und jeder andere reagierte darauf etwa so:

    Kann das so richtig sein? Wirkt der Kollektor wirklich soweit? Würden sich dann die einzelnen Schleifen (geplanter Abstand ca. 80cm) nicht gegenseitig die "Erdwärme" klauen und die ganze Anlage ad absurdum führen?!

    Interessant ist auch, dass auch im direkten Gespräch die zuständige Bearbeiterin nicht willens oder fähig war, die Quelle dieses 5m-Werts zu benennen, z.B. Gesetz, DIN, Verordnung, weiss der Geier was...

    Inzwischen haben wir erreicht, dass sich die Behörde vorstellen kann, zu den Strassenseiten (wir haben zu drei Seiten Strasse) auf bis zu 1m runterzugehen, sofern die Stadt zustimmt (und die ist sehr kooperativ). Zum Nachbargrundstück hingegen beharrt die Behörde noch auf den 5m.
    Dann würde es u.U. gerade so reichen mit der Fläche, aber jeder verfügbare m² wäre mit Kollektoren vollgestopft.

    Nu sind wir etwas ratlos, wie wir weiter vorgehen sollen/können. Einfach mal so einen Widerspruch einreichen? Kann man vll. die tatsächlichen Temperaturverläufe berechnen und so nachweisen, dass deutlich weniger Abstand nötig ist? Ist diese Forderung womöglich völlig haltlos?
    Sicherlich könnten wir auch zu einem Anwalt latschen, nur fürchten wir, dass dann im Amt die Rollläden runtergehen und die Kooperationsbereitschaft vollends auf Null geht und dann alles nur noch viel länger dauert.
    (Recht haben und Recht bekommen sind ja bekanntlich zwei Paar Schuhe)

    Ziemlich ratlos und angefressen,
    Nick30
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  2. Flächenkollektoren und Abstandsflächen

    Schau dir mal diesen Ratgeber an. Dort findet man Infos und Antworten.

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  3. #2

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    Rechtlich:
    Ich kenne Eure LBO nicht, aber in einigen steht auch was zu Grenzabständen von unterirdischen Bauwerken und dazu kann man auch Kollektoren zählen.

    Technisch:
    Bei geschätzt 700 m² verbleibender Grundstücksfläche für Kollektor UND Haus kommt Ihr so grade hin ??
    Das wäre bei einem Direktverdampfer eine Wohnfläche von 350 m² eingeschossig oder 450 m² zweigeschoßig
    Ich würde die Anlage noch mal ansehen lassen, ob die Daten wirklich so passen können.
    Und ggf auf Kollektorkörbe wechseln - wenn möglich.

    MfG
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  4. #3
    planfix
    Gast
    Euer Hausbauer will sicherlich eine Sole WP einsetzen.
    Erdkollektoren für Sole sind zum Einen Anzeigepflichtig, zum Anderen benötigen Sie ca. die doppelte Fläche einer DV WP. Da bei der DV das Arbeitsmittel im Kollektor ist, würde keine Gefahr für Grundwasser bestehen. Aber auch über Grenzabstände von Erdkollektoren sind mir nicht bekannt.
    Bei sehr kleinen Grundstücken habe ich die DV Erdkollektoren auch schon doppelstöckig verlegen lassen. Die untere Lage bei 1,50m unter Gelände (DIN 8901) und die obere Lage bei ca. 80cm unter GOK. Funzt wunderbar! Soleanlagen lasse ich nicht einbauen, da ich hier einen Kälteanlagenbauer an der Hand habe, der diese (effektiveren) Anlagen baut.
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  5. #4
    Themenstarter

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    @Ralf:
    Geplant ist kein DV, sondern Sole.

    Wohnfläche ist ca. 135 m² (lt. Wohnfl.verord.irgendwas, ENEV rechnet mit ca. 158m²)

    Wir haben ein in etwa L-förmiges Grundstück (vorne ca. 27 m breit, hinten ca. 19m, Länge ca. 40m bzw. 26m).
    Das Haus steht vorne, daneben ist für später eine Doppelgarage mit ausgebautem Dach geplant:
    von links nach rechts: 4m Abstand + 10,5m Haus + ca.3,5m Frei + 6m Garage + 3m Abstand
    von vorne nach hinten (langer Teil): 4m Abstand + 9m Haus + ca. 3m Terasse + ca. 24m Garten
    von vorne nach hinten (kurzer Teil): 4m Abstand + ca. 5m Stellfläche + 9m Garage + 8m Abstand
    Die genannten Abstände sind so vom B-Plan vorgegeben.

    Der Kollektor sollte ursprünglich hinten in den Garten, also auf eine Fläche von 19x20 (abzüglich Abstand von 1m oder so, zzgl. noch benötigter Fläche um auf die 350qm zu kommen).

    Davon bleiben bei der 5m-Auflage also noch 9x20m über. Die Abstandsflächen des Hauses zu den Strassen (4m) fallen dann natürlich auch weg.

    Ich mach nachher mal ne Skizze, damit das deutlicher wird.

    @planfix:
    Achtung, gefährliches Halbwissen: Ist DV nicht das gefährlichere fürs Grundwasser, wenn's mal rausläuft?
    In dem Bescheid steht auch was von oberflächiges Trinkwasserschutzgebiet. Ginge DV dort überhaupt?
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  6. #5

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    Zitat Zitat von Nick30 Beitrag anzeigen
    @planfix:
    Achtung, gefährliches Halbwissen: Ist DV nicht das gefährlichere fürs Grundwasser, wenn's mal rausläuft?
    Jetzt überlege ich mir, ob ich noch genügend Süßigkeiten vorrätig habe. Der thread könnte interessant werden.

    Das Thema Grenzabstände von Kollektoren zu Nachbargrundstücken hatten wir schon einmal. Die Suche sollte den thread finden. Je nach Bundesland 1m-5m wenn ich mich richtig erinnere.
    Hintergrund, der Nachbar könnte auch einen Kollektor verlegen wollen, und deswegen soll ein Abstand sichergestellt werden, der einen Betrieb der beiden Kollektoren ohne gegenseitige Beeinflussung ermöglicht.

    Sollte das mit dem Flächenkollektor nicht funktionieren, dann über Erwärmekörbe oder einen Grabenkollektor nachdenken. Man könnte auch auf 2 Etagen verlegen. Es gibt viele Möglichkeiten.

    Gruß
    Ralf
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  7. #6
    Avatar von lordbauer
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    Da kann ich nur zustimmen:

    Grenzabstände sind einzuhalten! Nachbar kann aber ja der ganzen Sache zustimmen.
    Wäre ich Dein Nachbar würde ich auf den einzuhaltenden Grenzabstand bestehen.

    Gruss
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  8. #7
    Themenstarter

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    Es geht mir nicht darum, vorgeschriebene Abstände nicht einhalten zu wollen. Das ist völlig klar, das vorgeschriebene Grenzen eingehalten werden.

    Mich irritiert nur die Tatsache, dass
    - eine derartige Auflage nicht zu erwarten gewesen sein soll (von Seiten der Baufirma/WP-Spezi)
    - in der Behörden nicht mit dem Finger auf den Paragrafen gezeigt wurde/werden konnte
    - auch andere Leute, die beruflich mit dem Thema zu tun haben, von derartigen Auflagen noch nichts gehört haben

    Nur habe ich eben keine Idee mehr, wie und wo ich noch klären lassen kann, ob diese Auflage so überhaupt korrekt ist.

    Wenn dem so ist, ist der Flächenkollektor gestorben und Alternativen müssen her.

    P.S.: Die Skizze ist in einem Fotoalbum drin, bitte auf die Großansicht gehen. Die Skizze erhebt keinerlei Anspruch auf Maßstäblichkeit! Die Maße sind in m angegeben. Ich hoffe, das hilft ein wenig die Örtlichkeiten zu verstehen.

    @lordbauer: Der Nachbar kann noch nicht zustimmen, da das betroffene Grundstück (unten rechts) noch nicht verkauft ist.
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  9. #8

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    Zitat Zitat von Nick30 Beitrag anzeigen
    @lordbauer: Der Nachbar kann noch nicht zustimmen, da das betroffene Grundstück (unten rechts) noch nicht verkauft ist.
    Aber es gibt ja sicherlich jemanden dem das Grundstück gehört (Gemeinde?).

    Zitat Zitat von Nick30 Beitrag anzeigen
    Wenn dem so ist, ist der Flächenkollektor gestorben und Alternativen müssen her.
    Alternativen wurden oben schon genannt. Wie die Alternativen dann im Detail geplant werden können, hängt von der WP-Dimensionierung ab. Um die mögliche Entzugsleistung zu ermitteln wären Infos zum Boden ganz hilfreich.

    Was sagt Dein Planer dazu?

    ICH würde zum aktuellen Zeitpunkt noch keinen Anwalt einschalten. Das könnte eine neverending story werden und Du wartest ewig bis das Haus bezugsfertig wird.

    Gruß
    Ralf
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  10. #9
    planfix
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    In dem DV Kollektor ist das Arbeitsmittel der WP, meist eine Form des FKW. Gibt es da mal ein "Entrinnen" verdampft das Zeug, da fließt nix mehr, sondern es ist gasförmig.
    Das ist übrigens ganz ähnlich dem Kühlschrankarbeitsmittel.
    Je nach dem mit welchem Druck und welcher Temperatur gearbeitet wird, werden die Arbeitsmittel und Bestandteile der WP ausgesucht. Normale Temp. bis ca. 40°C R407 oder R410, bei Temp. bis 65°C wird auch noch R134 eingesetzt und einige furchtlose Exoten verwenden sogar R290 (Propan), kombiniert mit einer Außenaufstellung, dafür aber mit einem grundwasserschädigendem Maschinenöl. Die anderen Arbeitsmittel werden mit einem biologisch abbaubarem Estheröl betrieben.
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  11. #10
    Avatar von lordbauer
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    Hallo,

    die Gemeinde kann nicht zustimmen da sie ja das Grundstück verkaufen will. Damit Du dann wirklich sicher bist müsste das ja ins Grundbuch. Anssonsten sagt der neue Eigentümer "mir sind die Vereinbarungen die der frühere Eigentümer (Gemeinde) geamcht hat egal, bitte zurückbauen".

    Mit der einen Grenze (zum Nachbarn) musst Du wohl leben (oder Bohren!).

    Gruss
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  12. #11
    Themenstarter

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    Zitat Zitat von R.B. Beitrag anzeigen
    ICH würde zum aktuellen Zeitpunkt noch keinen Anwalt einschalten. Das könnte eine neverending story werden und Du wartest ewig bis das Haus bezugsfertig wird.
    Das befürchte ich auch.

    @planfix: Danke, wieder was gelernt.

    Was mögliche Alternativen angeht, bisher sind mir bekannt:
    - DV (auch Fläche, aber weniger Platzbedarf)
    - Tiefenbohrung (wäre nach einer unverbindlichen Aussage der Behörde wohl sogar genehmigungsfähig für unser Grundstück)
    - Spiralkollektoren, (Sind diese Kollektorkörbe das gleiche?)

    Neu für mich ist der Grabenkollektor, mal schauen, was Tante google dazu meint.

    Wahrscheinlich wird aber keine der Alternativen preisneutral sein?! Das entwickelt sich langsam zum Fass ohne Boden.

    Was die Bodenbeschaffenheit angeht, da muss ich erst das Bodengutachten rauskramen. Infos reiche ich nach.

    Wahrscheinlich morgen kriege ich dann ein Angebot mit solchen Spiralkollektoren (18 Stück sollen da verbaut werden).

    Achtung, gefährliches Viertelwissen und völlig unbegründete Meinung
    Allerdings stehe ich den Spiralen etwas skeptisch gegenüber. Wenn ich mir so ausrechne, welches Erdvolumen so ein Flächenkollektor "zur Verfügung" hat, und das dann mit dem Volumen einer Spiralenkonstruktion vergleiche.
    Aber ich bin ja nicht lernresistent und lasse mir das dann mal verklickern.
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  13. #12
    Avatar von lordbauer
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    Hallo Nochmal,

    Bohrungen müssen immer genehmigt werden. Was aber in aller Regel kein Problem ist.

    Unbedingt bei den möglichen Varianten eine Kosten/Nutzung Rechnung machen. Ich bin auch Fan von Wärmepumpen aber nicht um jeden Preis.

    Vieleicht lohnt sich auch Luft/Luft -Wärmepumpe mit Solarzellen.

    Tornadosonden habe ich mich auch schon mal informiert. Sind recht schwer zu bekommen. Und bei allem was schwer zu bekommen ist sage ich: Achtung!

    Gruss
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  14. #13

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    Zitat Zitat von lordbauer Beitrag anzeigen
    Hallo Nochmal,
    Vieleicht lohnt sich auch Luft/Luft -Wärmepumpe mit Solarzellen.
    Wie soll die Konstellation aussehen?

    Photovoltaik zum Betrieb der LL-WP meinst Du ja wohl nicht, oder?
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  15. Schau dir mal das Bauherren-Handbuch an.. Sehr viele nützliche Infos!
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  16. #14
    Avatar von lordbauer
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    Nein.

    Es geht ja um warmes Wasser. Also die Solarzellen als Unterstützung für den Heizkreislauf.

    Zum Beispiel

    http://www.consolar.de/produkte/warm...g/solaera.html
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  17. #15

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    Aber Solarzellen machen eben Strom.
    Für warmes Wasser braucht man stattdessen Sonnenkollektoren!

    Im Übrigen sind Sonnenkollektoren in Verbindung mit Wärmepumpen fast immer unsinnig.
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