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  1. #1

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    Rundhaus in Holzständerbauweise Fragen zu Krümmungsradien/Befestigungstechnik/Aufbau

    Hallo!

    Ich würde gerne ein zweigeschossiges Rundhaus mit Kegeldach in Holzständerbauweise nach dem Ballon-frame-Verfahren bauen.

    Es ergibt sich dabei u.a. folgende Problematik:

    Beschreibung Tragwerk:

    Ständer der kreisrunden Außenwand (Gesamtlänge= 32 *1,08 m= 34,5 m) als tragendes Polygon mit 32 Holzstützen (t=10 cm; b=6 cm; h= 500 cm)

    Ständer der 8-eckigen Innenwand (die Innenwand befindet sich an jedem Punkt im gleichen Abstand zur Außenwand sind jeweils (t= 12 cm; b= 12 cm; h= 600 cm) und nehmen mit Balkenschuhen die Balken zwischen der Innenwand und der Außenwand auf. Ebenso dienen sie als Träger für die 8-eckige Firstpfette.


    Aufbau der Außenwand (es gibt ja nur eine) eine kreisrunde Form sowohl innen als auch außen annehmen:

    Aufbau von außen nach innen:

    WDVS-Putz 1 cm
    EPS/Neopor 8 cm (verklebt und verschraubt mit MDF-Platte)
    MDF-Platte 1,25 cm
    Holzständer/Mineralwolle 10 cm
    OSB-Platte 1,25 cm verleimt als Dampfsperre und Aussteifung
    Dachlatten waagerecht/Mineralwolle als Installationsebene 4 cm
    Gipskartonplatten 1,9 cm (zweilagig)

    Gesamtwandstärke somit ca 27,4 cm

    Dabei ergeben sich mehrere Probleme:

    von außen nach innen:

    Sind die EPS-Platten genügend biegsam, um auf einen Radius von r=550 cm gebogen zu werden?
    Ergeben sich Probleme mit den Stoßfugen der Platten, da auf einer Länge von 50 cm (Platten sollen senkrecht gesetzt werden, um Stoßfugen möglichst zu vermeiden) der Plattenabstand innen Null ist und außen bei 7 mm liegt. Kann dies dann einfach überputzt werden oder wird sich die Platte "anpassen"?

    Bei der darauffolgenden Spanplattenschicht z.B. V 100 müssten, würden auch verleimbare Plattenstöße zwischen den Ständern entstehen. Ist dies mit Problemen verbunden oder ist der geringe Krümmungsradius unproblematisch? Z.B. würde auf einer Länge von 2,50 die Differenz zwischen Innen- und Außendurchmesser lediglich bei 6 mm liegen.

    Ebenso verhält es sich mit der innen angebrachten OSB-Platte. Könnte es daher sinnvoller sein auf dünnere Platten auszuweichen und zwei Schichten aufeinander zu verkleben und zu verschrauben?

    Beim Gipskarton und bei den Dachlatten für die Installationsebene dürfte die Biegung ohne Probleme möglich sein.

    Problematik der Balkenschuhe:

    Die Decke des EG wird innen mittels Balkenschuhe auf der/den OSB-Platten bzw. Holzständern verbunden. Kann man durch Unterlegscheibenan den Balkenschuhen die Krümmung überbrücken oder ist gar keine Anpassung erforderlich?

    Noch eine letzte Frage zur Holzdecke:

    Die Holzdecke besteht aus Balken, die sich radial auf die 8-eckige Innenwand, die Treppe und Diele umschließt zu. Daher sinkt der Balkenabstand mit zunehmender Entfernung von 98 cm auf 22 cm an der Innenwand. Dürfen die OSB-Platten auf dem Balken jeweils mit den Stößen dort aufliegen oder können die Stöße auch zwischen den Balken sein ohne, dass es zu Problemen kommt?

    Bitte bringt eure Bedenken und Ideen ein!
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  2. Rundhaus in Holzständerbauweise Fragen zu Krümmungsradien/Befestigungstechnik/Aufbau

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  3. #2
    Bauexpertenforum Avatar von mls
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    Zitat Zitat von odobenus Beitrag anzeigen
    .. Ich würde gerne ein zweigeschossiges Rundhaus mit Kegeldach in Holzständerbauweise nach dem Ballon-frame-Verfahren bauen
    alles schön .. besonders balloon-frame
    Zitat Zitat von odobenus Beitrag anzeigen
    ..Bitte bringt eure Bedenken und Ideen ein!
    dafür reichen speicherplatz und zeit nicht.
    querschnitte/dicken, materialien und fügungen gefallen mir nicht - weil vieles nicht oder
    nicht gut funktioniert.

    anstatt an details rumzupfuschen, zusammenfassend:
    wenn du wirklich rund bauen willst, überlegst du dir was anderes (oder lässt überlegen).
    insbesondere für ein/zwei der grundlegendsten punkte beim planen/bauen, für standsicherheit
    und gebrauchstauglichkeit, gilt: rund ist anders als eckig. und zwar erheblich.
    dass "rund" fügetechnisch möglich ist, siehst du bei einigen bildern auf martins webseite
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  4. #3

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  5. #4
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    Zitat Zitat von candIng Beitrag anzeigen
    Das ist zwar eine nette Spielerei aber nicht gerade eine puristische Konstruktion.

    Ich dachte immer, dass sich nur verrückte Architekten soetwas errichten.


    Das Rundhaus, was ich mir vorstelle, soll absolut symmetrisch und schlicht sein sowie über keinerlei Schwindelanfälle erzeugende Technik verfügen. Für ein Lokal - wie bei Fernsehtürmen nicht unüblich - ist solch eine Lösung sicherlich interessanter.
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  6. #5
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    Zitat Zitat von mls Beitrag anzeigen
    alles schön .. besonders balloon-frame
    Besonders ungünstig? Oder meinst du das nun nicht ironisch?
    Aufgrund der statischen Gegebenheiten und der Simplizität des Tragwerk bietet sich dieses an. Da ohnehin keine Fertigteile eingesetzt werden können, dürfte dies bei der Baustellenfertigung die einfachste Lösung sein. Insbesondere auch im Bezug auf Wärmebrücken und Probleme der Dampfsperre.


    Zitat Zitat von mls Beitrag anzeigen
    dafür reichen speicherplatz und zeit nicht.
    querschnitte/dicken, materialien und fügungen gefallen mir nicht - weil vieles nicht oder
    nicht gut funktioniert.

    Die Querschnitte sind statisch vollkommen ausreichend. Es werden ja im Gegensatz zu rechteckigen Gebäuden alle Teile der Außenwand gleichmäßig und sehr gering belastet. Zudem ist die Spannweite der Deckenbalken und der Dachsparren gering und aufgrund ihrer Flächen mit sehr geringer Auflast belastet:

    Unter Nichtberücksichtigung des Ausschnitts für die Treppe ergibt sich lediglich eine Spannweite der Deckenbalken von 4 m und zudem einen Kragträger zu Innenseite (innerhalb der tragenden Innenwand). Wir haben also auf jedem Deckenträger nur eine Deckenfläche von 2,8 m² und der Schwerpunkt liegt zudem auch nicht in der Mitte, sondern näher an der Außenwand, was die Auflast auf der 4-Mal kürzeren Innenwand deutlich reduziert.

    Die größte Dachfläche pro Sparrenfeld liegt lediglich bei ca 3,1 m.

    Dies führt zu extrem geringen Vertikallasten. Durch die hervorragende Steifigkeit und gleichmäßige Auflast sowie Formgebung recht sturmfest.

    Das Problem liegt in der Gesatltung der gebogenen Flächen der Außenwand und zwar:

    Luft und Diffusionsdichte OSB- oder V100-Verglebung, die Plattenstöße der EPS- und GKB-Platten.

    Aber bitte sage mir, was an dem Aufbau nicht funktioniert? Die Stöße oder etwas anderes?



    Zitat Zitat von mls Beitrag anzeigen
    anstatt an details rumzupfuschen, zusammenfassend:
    wenn du wirklich rund bauen willst, überlegst du dir was anderes (oder lässt überlegen).
    insbesondere für ein/zwei der grundlegendsten punkte beim planen/bauen, für standsicherheit
    und gebrauchstauglichkeit, gilt: rund ist anders als eckig. und zwar erheblich.
    dass "rund" fügetechnisch möglich ist, siehst du bei einigen bildern auf martins webseite
    Was ist grundlegend unrichtig an der sehr standfesten Konstruktion und der guten Gebrauchstauglichkeit, die sich aus der besseren Raumnutzbarkeit durch die kreisrunde Form ergibt?

    Dass es erheblich anders ist, ist klar. Wo sind denn Bilder von Plattenfügungen zu finden?

    Und mit welcher Außenwandkonstruktion lässt sich die Fügeproblematik entspannen?
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  7. #6

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    Da du statisch und bauphysikalisch alles im Griff hast ist die "Fügeproblematik" nur noch ein Kieselsteinchen auf dem Weg.

    Ich bleibe gespannt
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  8. #7
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    Zitat Zitat von R.J. Beitrag anzeigen
    Da du statisch und bauphysikalisch alles im Griff hast ist die "Fügeproblematik" nur noch ein Kieselsteinchen auf dem Weg.

    Ich bleibe gespannt
    Bauphysikalisch wird es ja gerade aufgrund der Fügetechnik problematisch. Sonst ist die Kiste nicht dicht oder es bildet sich in Hohlräumen der Konstruktion Schimmel. Wobei sich Hohlräume aufgrund der geringen Krümmung nur im Bereich der EPS-Fassade bilden können. Die Mineralwolle ist genügend stauchbar.

    Vielleicht sollte man aber auch vom EPS-WDVS absehen und stattdessen, eine simple Holzschale wie bei "Schwedenhäusern" mit senkrechter Fassadenlattung montieren. Wenn die Querschnitte der Tragkonstruktion gering sind, dann gibt es auch kein Problem mit der Biegsamkeit und dauerhaften Fügung.

    Aber noch einmal allegmein zur Dampfsperre aus OSB oder V100-Platten:

    Kann man geringe "Knickprobleme nicht einfach durch festes Aufpressen von beleimten und verschraubten Dachlatten bei der Installationstragkonstruktion vermeiden?

    Wenn man die Platten waagerecht aufeinanderschichten Würde, hätte man jedoch immer noch das Problem mit den senkrechten Stößten. Oder einfach zwei deutlich dünnere Schichten OSB- oder V100 als Dampfsperre? Z.B. 2* 9,5 mm, sodass sich die Stöße überlappen?
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  9. #8

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    Einige sind der Meinung, dass V100 auf der Außenseite im letzten Jahrhundert der letzte Schrei war. Andere wiederum wollen diffusionsoffen bauen und auf Holzschutzmittel verzichten.

    Möglich ist vieles.

    Was soll das eigentlich werden, eine Gartenlaube?
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  10. #9
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    Zitat Zitat von R.J. Beitrag anzeigen
    Einige sind der Meinung, dass V100 auf der Außenseite im letzten Jahrhundert der letzte Schrei war. Andere wiederum wollen diffusionsoffen bauen und auf Holzschutzmittel verzichten.

    Möglich ist vieles.

    Was soll das eigentlich werden, eine Gartenlaube?
    Ein Wohnhaus. Umbauter Raum 540 m³. DIN-Wohnfläche 150 m²

    Zwei Etagen:
    EG: Wohnküche, Diele, HWR und Gästetoilette
    OG: 2 SZ, Büro und Bad&Sauna

    Also ein recht gewöhnliches mittelgroßes Einfamilienhaus im Stile eines eklektizistischen Brutalismus:

    Im EG: geschliffener und polierter Betonboden, und Kalksandsteinsichtmauerwerk für einen Teil der Innenwände, unverkleidete Betontreppe, raumhohe Fenster, Sichtholzbalkendecke mit von unten sichtbarer OSB-Plattierung

    Im OG: geschliffener Estrich in allen Räumen, Aufgehende Innenwände des EG ebenso Kalksandsteinsichtmauerwerk, offener Dachstuhl, sichtbare aufliegende OSB-Platten.

    Alles in allemder Versuch einer Dekonstruktion überkommener Vorstellungen des "Eigenheims". Derzeitig wohne ich in einer Pappkiste, die mir so gar nicht gefällt.

    Durch Anpassung der Haustechnik soll auch ein angenehmes Raumklima trotz der "Papphüttenbauweise" erreicht werden und zwar mit simpelsten technischen Mitteln:

    Verwendung von Speichermassen mit sehr hoher Wärmeleitfähigkeit:

    offene Thermobodenplatte: 10-15 cm Betonstärke, schwere Kalksandsteinwände hoher Wärmeleitfähigkeit, im OG durch hohe Estrichstärke hoher Wärmeleitfähigkeit und natürlich Fußbodenheizung sowie Kühlung mit Grundwasser.

    Die kurzfristig nutzbare Wärmespeichermassen erreichen damit ein Niveau, das oberhalb des von Leichtziegelkonstruktionen liegt.
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  11. #10

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    (Sorry - konnte nicht widerstehen...)
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  12. #11
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    Zitat Zitat von kalauer71 Beitrag anzeigen
    Hier gibt es zum Download eine Planungshilfe

    (Sorry - konnte nicht widerstehen...)
    Das wäre dann aber wohl eher ein Kegelstumpf mit Kegeldach. Aber die geometrische Richtung und das Bastelmaterial ist ja schon nicht sehr weit entfernt von Materialen im Wohnungsleichtbau. (Hauptbestandteil Zellulose). Daher natürlich für den Einstieg durchaus sehr geeignet.

    Zum Tragwerk:
    Die Stärke der tragenden Holzständer der Außenwand bezieht sich im Eingangsposting jedoch auf die extreme Leichtbauvariante mit leichtestrich und nicht mit schwerem Heizestrich im OG.
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  13. #12
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    Zitat Zitat von R.J. Beitrag anzeigen
    Andere wiederum wollen diffusionsoffen bauen und auf Holzschutzmittel verzichten.
    Diffusionsoffen wird aber bei heute üblichen U-Werten dann doch nicht zu leicht. Daher ganz klassisch: Dampfbremse/Sperre innen, um das jähe Ende der Wandkonstruktion zu verzögern.

    Ob das jetzt besonders giftig ist, wage ich zu bezweifeln. Wenn man jedoch auf Holzschutzmittel und andere Chemikalien verzichten will, dürfte wohl ein Massivbau - insbesondere aus Ortbeton, dann wirklich sinnvoller sein. Das ist dicht und enthält nur ungiftige Chemikalien.

    Lustig sind immer wieder diejenigen, die der Werbung der Poroton-Industrie auf den Leim gehen, da es wohl kaum etwas "unnatürlicheres" als porosierte Ziegel geben kann. Da interessiert sich dann keiner mehr für die verwendeten Treibmittel und erzeugten Stoffe im "natürlichen" Stein.
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  14. #13

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    Zum "eklektizistischen Brutalismus" (oder umgekehrt):

    Sehnsucht nach der nomadischen Jurte, dem archaischen Thingplatz mit Steinkreis und Feuer in der Mitte (Kamin muss auch in die Mitte) oder gleich nach dem Mutterleib? Die Frage ist freundlich gemeint.
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  15. Schau dir mal das Bauherren-Handbuch an.. Sehr viele nützliche Infos!
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  16. #14
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    Zitat Zitat von Torsten Stodenb Beitrag anzeigen
    Zum "eklektizistischen Brutalismus" (oder umgekehrt):

    Sehnsucht nach der nomadischen Jurte, dem archaischen Thingplatz mit Steinkreis und Feuer in der Mitte (Kamin muss auch in die Mitte) oder gleich nach dem Mutterleib? Die Frage ist freundlich gemeint.
    Es ist ja gerade das Spannungsfeld archaischer Geometrie, roher Materialien und klassischer Moderne, das hier versinnbildlicht wird.

    Das Gebäude dürfte nicht das klassische Bild von heimeliger Gemütlichkeit widerspiegeln. Die übliche EFH-Vorortarchitektur in D mit ihren Satteldächer, Gauben, versteckten Materialien etc. ist ja gerade im Gegenteil zum oben beschriebenen Rundhaus der antimoderne Gegenentwurf.

    Es ist vielleicht nicht deutlich geworden, dass die o.g. Punkte gerade die Dekonstruktion von stammesmäßiger "Gemütichkeit" darstellt. Daher eklektizistischer Brutalismus. Vielleicht wäre der Begriff der Begriff des postmodernen Brutalismus geeigneter, der seine vermeintliche Selbstdefinition und die Definition seines Umfeldes zerfallen lässt.
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  17. #15
    Themenstarter

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    Ergänzung zur Jurtenanalogie:

    Wollte man dies wiederspiegeln, so wären ja gerade Materialien einzusetzen, die sich selbst nicht wieder in einen Widerspruch zu ihrer Rohheit stellen (z.B. geschliffener und polierter Beton) oder geometrisch zwar schlicht aber keineswegs archaisch wirkendes Kalksandsteinsichtmauerwerk.

    Auch das Bild des optisch-ästhetisch "warmen" Holzhauses wird hier keineswegs gepflegt. Die Materialien stellen sich z.B. in Form der gehobelten Decke mit den sichtbaren OSB-Industrie-Platten zu gemeinen Auffassungen eines klischeehaften Holzbaus in Widerspruch.
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