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  1. #1

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    Holzschutz: Technisch getrocknet, imprägniert oder kesseldruckimprägniert?

    Ich beabsichtige, auf einer bestehenden Betondecke (Flachdach) ein Kaltdach aufzubauen.

    Konstruktion von unten nach oben:

    Alte Betondecke, ca. 15 cm.
    Dämmung aus Glaswolle neu
    aufgeständerte Holzkonstruktion, ca. 1 m hoch (Pfetten-Sparrenkonstruktion mit Rauhspund drauf.
    Dann erst mal Dachpappe, in ein paar Jahren ein Blechdach.

    Jetzt habe ich heute mit einem Holzhändler gesprochen, der meinte, ich sollte technisch getrocknetes, nicht imprägniertes Konstruktionsholz einbauen, da ich das nicht wollte, hat er mir imprägniertes Holz angeboten (nicht kesseldruckimprägniert).

    Ist imprägniertes Holz für diese Anwendung geeignet?

    Vielen Dank!
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  2. Holzschutz: Technisch getrocknet, imprägniert oder kesseldruckimprägniert?

    Schau dir mal diesen Ratgeber an. Dort findet man Infos und Antworten.

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  3. #2

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    Welche Gefahrenklasse wird die Holzkonstruktion haben???
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  4. #3
    Avatar von MaMa
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    Bei so einer Konstruktion und bei geschlossenen oder verkleideten Traufkästen würde ich auf Gefährdungsklasse (demnächst Gebrauchsklasse nach DIN EN 335) 1 tippen, d. h. Tauchimprägnierung mit Insektenvorbeugenden Wirkstoffen.
    Da die meisten Imprägnieranlagen aber standardmäßig häufig mit Holzschutzmitteln gefüllt sind, die Insekten- und Pilzvorbeugende Wirkstoffe beeinhalten, kommt meistens ein Schutz gem. GK2 raus.
    Reicht also völlig aus Vortrocknung und Tauchimprägnierung wenn die o. g. Gefährdungsklasse gegeben ist.
    KVH (Konstruktionsvollholz) aus Fichte oder Tanne dagegen ist nicht automatisch besser als jedes andere ungeschützte Holz.
    Sollte das KVH jedoch aus splintfreiem Farbkernholz (Kiefer, Douglasie, Lärche) sein und die Konstruktion ein normal übliche Wohnklima haben, zugänglich und kontrollierbar bleiben, kann auf chemischen Holzschutz verzichtet werden.
    Damit befindet sich der Vorschlag des Holzhändlers in einer ziemlichen Schräglage.
    Anmerkung am Rande für die Profis: Mit der Einführung der DIN EN 335 und der neuen DIN 68800 wird es vorraussichtlich keine Möglichkeiten mehr geben die Gefährdungsklasse 0 (also kein HSM) bei tragenden Konstruktionen auszuführen. Um den Erhalt wird gerade in den DIN-Ausschüssen gestritten.
    Grüße aus Leipzig
    MaMa
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  5. #4
    Avatar von jetter
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    GK 0 - Die Aussage ist so definitiv nicht nicht korrekt!

    mehr dazu demnächst, wenns spruchreif ist.

    @mama
    Warst du beim Vortrag der bauchemie oder was?
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  6. #5
    Avatar von MaMa
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    Welche GK0-Aussage meinst Du?

    Meinst Du unbehandeltes Tragwerk aus KVH wie vom Holzhändler angeboten:
    da bin ich mir ziemlich sicher!
    Oder meinst Du die Diskussion um GK0 in den Ausschüssen:
    Das ist Aussage aus verschiedenen Fachvorträgen vom letzten Jahr. Wer und wo kann ich bei Gelegenheit heraussuchen. Weisst Du es anders? Dann raus damit. Ich bin nur phasenweise dickköpfig und unbelehrbar.
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  7. #6
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    Zitat Zitat von MaMa Beitrag anzeigen
    Meinst Du unbehandeltes Tragwerk aus KVH wie vom Holzhändler angeboten:
    Also, ich versuche das mal wörtlich nieder zu schreiben, was mir der Holzhändler sagte:

    Er empfahl mir, getrocknetes Holz zu nehmen, das er in einer Länge von 13 m anliefern würde (verzahnt, aber keine Leimbinder). Dieses Holz wäre nur getrocknet, aber sonst ungeschützt und ich sollte es passend zuschneiden.

    Alternativ bot er mir tauchimprägniertes, nicht kesseldruckimprägniertes Holz an.
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  8. #7
    Themenstarter

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    Zitat Zitat von MaMa Beitrag anzeigen
    ... die Konstruktion ein normal übliche Wohnklima haben, zugänglich und kontrollierbar bleiben, kann auf chemischen Holzschutz verzichtet werden.
    Die Konstruktion wird nicht zugänglich sein, sie wird trocken sein und Temperaturschwankungen ausgesetzt sein.

    Man stelle sich einen Bungalow, ebenerdig, mit einer Betondecke als Dach vor. 1961 wurde auf dieser Betondecke eine Art Bitumeneindichtung aufgebracht, mit innenliegenden Abläufen.

    Seit 1961 ist an dieser Abdichtung nichts gemacht worden, das heißt, es tropft an den Betonierfugen durch die Decke durch, die Bitumeneindichtung kann man teils mit der Hand aufnehmen (darunter befindet sich als Dämmung eine Art Korkstein).

    Da die Dacheindichtung also völlig hinüber ist und die innenliegenden Abläufe ohnehin nicht akzeptabel sind, beabsichtige ich ein Kaltdach aus Holz aufzustellen, also ein Holzgerippe aus Hölzern, ca. 1 m hoch, darauf imprägnierten Rauhspund. Das ganze mit einer Neigung von 5 °.

    Die ganze Geschichte wird dann von oben zunächst mal mit Dachpappe abgedichtet, später dann mit Kalzip o.ä. Von der Seite kommt die Holzfassade dagegen.

    Die Konstruktion ist also vollständig dicht, ist Temperaturschwankungen ausgesetzt und kann später nicht mehr inspiziert werden.
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  9. #8

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    Ich wiederhol mich ja nur ungern, aber das:
    Zitat Zitat von Ralf Dühlmeyer Beitrag anzeigen
    Welche Gefahrenklasse wird die Holzkonstruktion haben???
    ist die einzig relevante Frage.
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  10. Schau dir mal das Bauherren-Handbuch an.. Sehr viele nützliche Infos!
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  11. #9

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    Auf einen chemischen Holzschutz auch bei tragenden Konstruktionen kann und soll nach DIN 68800 verzichtet werden bei:
    • Konstruktionen, die mindestens dreiseitig einsehbar und damit kontrollierbar sind (ein Befall, der bei technisch getrockneten Hölzern äußerst selten vorkommt, kann ohne weiteres behandelt werden), oder
    • Konstruktionen, die allseitig mit einer geschlossenen Bekleidung abgedeckt sind, oder wenn
    • Farbkernhölzer, wie z. B. Kiefer, Lärche, Douglasie und Eiche (Splintanteil bis 10 %), verwendet werden.
    Soll dennoch eine Holzart geringerer Resistenz eingesetzt werden, so muss ein chemischer Holzschutz erfolgen. Dabei sind Holzschutzmittel mit dem Prüfprädikat “Iv” (Insektenvorbeugend) einzusetzen.


    tolles Thema, MaMa, mir geht auch immer so, was ist an den Anschlüssen usw?
    wenn Du die Fachvorträge findest, würde ich mich über eine Mail sehr freuen
    hier würde ich sagen, GK0 fällt aus

    Gruß aus Hannover
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  12. #10
    Themenstarter

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    Zitat Zitat von Jürgen Jung Beitrag anzeigen
    Auf einen chemischen Holzschutz auch bei tragenden Konstruktionen kann und soll nach DIN 68800 verzichtet werden bei:
    • Konstruktionen, die allseitig mit einer geschlossenen Bekleidung abgedeckt sind, oder wenn
    • Farbkernhölzer, wie z. B. Kiefer, Lärche, Douglasie und Eiche (Splintanteil bis 10 %), verwendet werden.
    Soll dennoch eine Holzart geringerer Resistenz eingesetzt werden, so muss ein chemischer Holzschutz erfolgen. Dabei sind Holzschutzmittel mit dem Prüfprädikat “Iv” (Insektenvorbeugend) einzusetzen.



    Gruß aus Hannover
    Einsetzen möchte ich Fichte, Klasse A/B, frisch (nicht getrocknet), mit Tauchimprägnierung (nicht kesseldruckimprägniert).

    Das Holz wird nachher allseitig verkleidet und ist hinterlüftet, kann also austrocknen.

    Darf ich das jetzt so verstehen, daß das gewählte Holz ausreichend geschützt ist?
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