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takten oder durchlaufen

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  1. #1

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    takten oder durchlaufen

    Hallo zusammen,
    erst mal viele Grüße an alle.

    Habe mich seit ca.3 Jahren nicht mehr mit unserer Junkers Cerasmart mit TA250 Regelung
    wg. Renovierung nicht mehr beschäftigt, aber jetzt will ich mich mal wieder ranmachen...

    Ich hatte damals die Regelung so weit optimiert, dass das häufige Takten nicht mehr auftrat, sondern die Heizung durchlief. So weit so gut.
    Nur kam und kommt es mir so vor, als wenn der Verbrauch seit dem gestiegen ist. Müsste das alles nochmal Tagt für Tag nachmessen.

    Aber Grundsätzlich ist ist richtig, korrekt und sparsamer wenn die Heizung nonstop (also von 06.00 - 21:00) durchläuft als wenn sie 2-3mal pro Stunde taktet?
    Denn ab uns zu mal ausgehen bedeutet ja auch zu dem Zeitpunkt keinen Gasverbrauch.
    Wie seht Ihr das?

    Gruß
    Stefan
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  2. takten oder durchlaufen

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  3. #2

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    Das altbekannte Problem mit dem Takten.

    Gleich vorweg, Takten ist ein Zeichen für eine Wärmeerzeugung die über dem aktuellen Bedarf liegt. Sie deutet also auf eine Überdimensionierung hin. Das war vor allen Dingen bei den alten Ölkesseln ein Problem, da diese teilweise 2-3 Minuten lang mit einer sehr schlechten Verbrennung zu kämpfen hatten bis sich der Verbrennungsvorgang stabilisiert hatte.

    Für einen Heizkessel ist ein möglichst kontinuierlicher Lauf also besser als Ein/Aus, aber man sollte die Kirche im Dorf lassen. Eine Heizung die ab und zu taktet ist noch lange kein Beinbruch. Wenn Du von 2 Ein-/Ausschaltvorgängen pro Stunde redest, dann ist das für mich noch kein Grund für eine weitere Optimierung. Man sollte auch die Temperaturverhältnisse und den Wärmebedarf des Gebäudes nicht aus den Augen verlieren.

    Grundsätzlich wäre es egal, ob die Wärme durch Dauerlauf oder Takten bereitgestellt wird. Es zählen nur die kWh die in´s Haus eingetragen werden. Durch möglichst lange Laufzeiten werden nur die Startverluste reduziert und die Temperaturwelligkeit in den Räumen wirkt sich nicht so stark aus.

    Was den evtl. höheren Verbrauch betrifft, so beachte bitte, daß der aktuelle Winter kälter war bzw. ist als in den Vorjahren. Ich habe auch mit einem Mehrverbrauch von fast 10% zu kämpfen.

    Gruß
    Ralf
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  4. #3
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    Hallo Ralf,

    vielen Dank für Deine rasche Antwort.
    Also im Moment läuft die Heizung von morgends bis abends durch, ohne einmal zu takten.
    Außentemp ist 5°, die Vorlauftemp. 41°.

    Mir kommen die 41° für eine Brennwertheizung etwas hoch vor - liegt das im Rahmen oder sollte man da evtl. noch weiter optimieren?
    Gibt sicherlich keine pauschale Antwort, aber so grob vieleicht?

    Problem ist, morgends sind es 19° - bis der Raum so bei 21° ankommt, ist es abend - meine Frau meckert
    Wenn ich nun schneller die 21° erreichen möchte, müßte ich ja wohl die Vorlauftemp. erhöhen, was dann wiederum einen höheren Verbrauch mit sich zieht -Richtig?

    Gruß Stefan
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  5. #4

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    Dann solltest Du entweder auf die Nachtabsenkung ganz verzichten oder diese früher beenden bzw. insgesamt vorverlegen.
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  6. #5
    Avatar von OldBo
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    Und wie hoch ist die Rücklauftemperatur? Und zum Aufheizen kann man evtl. früher anfangen

    Gruß

    Bruno
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  7. #6

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    06:00 bis 21:00 Uhr Heizzeit, da stößt eine leistungsoptimierte Heizung schnell an ihre Grenzen. Immerhin fehlen ihr 9h (mehr als 1/3 des Tages) an denen sie nicht heizen kann.

    Bei der Heizlastermittlung geht man ja auch von 24h Beheizung aus. Absenkzeiten (Wiederaufheizfaktoren) werden nur auf Wunsch berücksichtigt.

    Wenn die verfügbare Heizzeit nicht ausreicht, dann muss diese eben verlängert werden. Das Haus benötigt über den Tag verteilt xxkWh, und die müssen irgendwo herkommen.

    Ich habe bei mir zuhause den Öler ziemlich genau auf die errechnete Heizlast eingestellt. Während der Übergangszeiten wird von 23:00 Uhr bis 04:00 Uhr und von 07:00 bis 12:00 Uhr abgesenkt. Bei uns ist an den Vormittagen niemand zuhause. Fällt die Außentemperatur deutlich unter 0°C , dann werden die Absenkzeiten verkürzt (in der Nacht von 0:00 bis 03:00 Uhr), bei -5°C wird während der Nacht nicht mehr abgesenkt, nur noch die paar Stunden am Vormittag, und bei Temperaturen in Richtung -10°C läuft die Kiste 24h ohne Absenkung mit Brennerlaufzeiten von bis zu 20h.

    Mir kommen die 41° für eine Brennwertheizung etwas hoch vor - liegt das im Rahmen oder sollte man da evtl. noch weiter optimieren?
    Die VL-Temperatur ist nur ein Faktor. Ob diese ausreicht ist von den Heizflächen abhängig. Man kann also nicht pauschal sagen, die liegt zu hoch oder zu niedrig.

    Gruß
    Ralf
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  8. #7
    Themenstarter

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    Das mit der längeren Laufzeit klingt schlüssig.
    Aber irgendwie spielt da mein "Bauchgefühl" nicht mit.
    Ich habe im Kopf - Heizung früher aus - Geld gespart.
    Klar, lasse ich die Heizung statt bis 21:00 bis 23:00 laufen, ist es morgend statt 19° vielleicht
    19,5° - aber die Heizung lief ja abends auch 2H länger - das macht sich doch übers Jahr sicherlich bei der Abrechnung bemerkbar ?!

    Gruß Stefan
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  9. #8

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    Zitat Zitat von teddy101 Beitrag anzeigen
    ist es morgend statt 19° vielleicht
    19,5° - aber die Heizung lief ja abends auch 2H länger - das macht sich doch übers Jahr sicherlich bei der Abrechnung bemerkbar ?!

    Gruß Stefan
    Na ja, wenn Du die Raumtemperatur auf 10°C absenken kannst würdest Du noch mehr sparen. Die etwas höhere Temperatur hat natürlich einen etwas höheren Verbrauch zur Folge.....dafür war ja die Raumtemp. etwas höher, und diese Energie muss ja irgendwo herkommen.

    Wie soll ich das erklären?
    Vielleicht so. Jeder Raum benötigt Heizenergie um die gewünschte Ramtemperatur im Verhältnis zur Außentemperatur halten zu können. Die optimale Konstellation wäre so, daß die Heizung über 24h kontinuierlich genau die Leistung zur Verfügung stellt die benötigt wird um die Raumtemperatur zu halten.
    Das ist in der Praxis so gut wie nicht zu erfüllen. Entweder die Leistung ist zu gering, dann wird über kurz oder lang die Raumtemperatur sinken, oder die Leistung der Heizung ist zu hoch, dann wird die Raumtemperatur ansteigen. Um ein Überhitzen des Raums zu verhindern wird dann die Heizung abschalten.

    Mal ein schlechtes Beispiel, aber mir fällt gerade nichts besseres ein.

    Damit der Raum den ganzen Tag über seine Solltemperatur hält, sind 240kWh erforderlich. Ich könnte nun 24h mit einer Leistung von 10kW heizen (10kW*24h = 240kWh) oder aber mit 20kW Leistung, dann aber mit der halben Zeit (20kW*12h = 240kWh). In beiden Fällen würde die gleiche Ölmenge verbrannt, also 240kWh oder etwa 24 Liter Heizöl.

    Theoretisch wäre es auch egal, ob ich nur 1h mit 240kW heize (240kW*1h = 240kWh) anstatt 24h mit 10kW.

    In der Praxis gestaltet sich das alles aber deutlich komplizierter. Da spielen dann die Heizflächen eine Rolle, also welche Wärme können die in einer Zeit x in den Raum eintragen, die Temperaturen (bei der hohen Leistung wird es zur Temperaturüberhöhung kommen), Verluste durch schlechtere Verbrennung während der Startphase des Brenners, unterschiedlicher Wärmebedarf des Gebäudes über die 24h verteilt, usw. usw. usw.

    Man ist also bestrebt mit möglichst geringer Leistung möglichst konstant die jeweils benötigte Wärme in den Raum zu liefern. Dadurch kann man die Systemtemperaturen reduzieren, man vermeidet eine hohe Temperaturwelligkeit in den Räumen, reduziert die Verluste durch schlechte Verbrennung während der Starphase usw.

    Das funktioniert jedoch nur, wenn der Wärmeerzeuger seine Leistung an die unterschiedlichen Anforderungen des Gebäudes anpassen kann. Der Wärmebedarf des Gebäudes ist nicht konstant, dafür sorgt allein schon die schwankende Außentemperatur.

    Wenn Du, um auf Deine Eingangsfrage zurückzukommen, am Morgen nur 19°C Raumtemp. hast, und es bis in den Abend dauert bis die gewünschten 21°C erreicht sind, dann ist das sparsamer als kontinuierlich 21°C, aber natürlich nicht komfortabel. Es zeigt, daß die Leistung der Heizung ausreicht, sonst würde die Raumtemp. ja nicht steigen, sie ist jedoch zu gering um die Raumtemp. schnell auf den gewünschten Sollwert zu bringen.
    Also bleibt nur (siehe obige Formel) die Leistung zu erhöhen ODER die Laufzeiten zu verlängern.
    Die Leistung zu erhöhen (Stichwort: Wiederaufheizfaktor) ist in meinen Augen nur die zweitbeste Lösung. Ich favorisiere die längere Laufzeit.

    Gruß
    Ralf
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  10. #9
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    Hallo Ralf,

    vielen Dank für die plausible Erklärung - so wird es etwas klarer.
    Eine weitere Frage hätte ich noch. Die letzten Tage wurde es ja etwas wärmer,
    was zur Folge hat, dass das Takten wieder eingesetzt hat - so 4-5 mal die Stunde.
    Takten bedeutet ja, dass die Heizung die Wärme nicht "los wird". Demzufolge ist doch die
    Vorlauftemp. zu hoch. Also müsste das Takten doch weniger werden, wenn die VL runtergesetzt wird - sei es manuell oder halt durch Anpassen der Heizkurve . korrekt?

    Gruß Stefan
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  12. #10

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    Zitat Zitat von teddy101 Beitrag anzeigen
    ......Also müsste das Takten doch weniger werden, wenn die VL runtergesetzt wird - sei es manuell oder halt durch Anpassen der Heizkurve . korrekt?

    Gruß Stefan
    Jaein. Nur wenn der Wärmeerzeuger auch seine Leistung drosseln kann. Ansonsten kann es passieren, daß das Takten noch zunimmt weil die Kiste mehr Leistung erzeugt als auf der Heizkreisseite abgenommen wird.

    Gruß
    Ralf
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  13. #11
    Themenstarter

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    Hallo Ralf,

    runtermodulieren kann die Cerasmart doch eigentlich.

    Aber warum das Takten mehr werden soll, wenn man die VL Temperatur runterdreht, verstehe ich nicht.
    Oder warte ....der Vorlauf soll sagen wir auf 30° runter, die Cerasmart kann aber nicht so weit runter (warum nicht?) und bringt das Wasser dann mit "an und aus" auf 30° - oder?
    Also kann man das Takten in der "Übergangszeit" nicht so ohne weiteres verhindern.
    Würde es was bringen, die Heizleistung de Cerasmart zu drosseln?

    Gruß Stefan
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