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Neu oder gebraucht?

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  1. #1

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    Neu oder gebraucht?

    Hallo aus Hamburg.

    Wir sind gerade dabei, unser Geld zusammen zu halten, ja, für ein Eigenheim.

    Jetzt fragen wir uns, was sinniger ist, ein gebrauchtes oder ein neues Objekt zu kaufen. Und da wir noch keine Erfahrung haben, wissen wir auch nicht, welche Parameter eine Rolle spielen.
    Wir sind verheiratet, haben zwei Kinder ( 9 und 13 ), Ende 2011 werden wir zwischen 40.000 und 50.000 Euro Eigenkapital einbringen können.
    Unsere abgeschlossenen Riester kann man wohl mittlerweile auch als "Bau-Riester" umwandeln.

    Wenn nähere Infos benötigten werden, bitte ein kurzes Feedback posten.

    Volker
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  2. Neu oder gebraucht?

    Schau dir mal diesen Ratgeber an. Dort findet man Infos und Antworten.

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  3. #2

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    Zitat Zitat von Kreuzritter Beitrag anzeigen
    Jetzt fragen wir uns, was sinniger ist, ein gebrauchtes oder ein neues Objekt zu kaufen. Und da wir noch keine Erfahrung haben, wissen wir auch nicht, welche Parameter eine Rolle spielen.
    Ich glaube da legt jeder etwas andere Maßstäbe an. Daher ist es schwierig zu sagen, kaufe gebraucht ode baue ein neues Haus.

    Eine Frage wäre beispielsweise, ob es in der gewünschten Gegend überhaupt bezahlbare Baugrundstücke gibt. In attraktiver Lage bleibt einem manchmal nichts anderes übrig als eine Gebrauchtimmobilie zu kaufen, einfach weil es dort keine freien Grundstücke mehr gibt.

    Bei einer gebrauchten Immobilie gibt es, neben der Lage, noch weitere Kriterien die man beachten muss. Dazu gehört beispielsweise der Zustand der Immobilie, der ja maßgeblich den Wert bzw. Verkaufspreis beeinflußt. Hier ist es selbst für Sachverständige schwierig den realen Wert zu ermitteln. Man kann das Gebäude ja nicht komplett zerlegen damit auch jeder Mangel erkannt wird.
    Trotzdem sollte man sich nicht blind auf irgendwelche Wertgutachten verlassen, sondern das Objekt der Wahl vorher mit eigenen Fachleuten begutachten. Hat man sich in ein Objekt "verliebt", dann ist man geneigt Fehler/Mängel zu übersehen. Ein Fremder ist da schon hilfreich, denn er sieht die Sache nicht durch die rosa Brille und kann einem wenn notwendig wieder auf den Boden der Tatsachen zurückholen.

    Ein Neubau hat natürlich den unschlagbaren Vorteil, daß man das Haus so gestalten kann wie man es selbst möchte. Hier begrenzen nur das budget und die Bauvorschriften den Tatendrang.

    Reicht das budget nicht für einen Neubau, dann kann man unter Umständen immer noch eine brauchbare Gebrauchtimmobilie erwerben. Die Chance, daß man mit geringem budget eine gute Gebrauchtimmobilie bekommt ist jedoch gering. Die berühmten Schnäppchen gibt es nur in der Werbung. In der Realität muß man feststellen, daß es meist einen Grund gibt warum eine Gebrauchtimmobilie günstig angeboten wird.

    Je nach Zustand hat die Gebrauchtimmobilie den Vorteil, daß man quasi sofort einziehen kann (spart Mietkosten). Renovierung lässt sich dann nebenbei erledigen, aber im Falle einer Sanierung wohnt man monatelang (oder gar jahrelang) auf einer Baustelle.

    Alles in allem eine schwierige Entscheidung die von vielen Faktoren abhängt.

    Gruß
    Ralf
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  4. #3

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    Muß R.B. uneingeschränkt Recht geben.
    Wir haben letztes Jahr ein Haus mit Bj 89 gekauft.
    Gründe waren:
    - keine Renovierung nötig
    - Top Zustand (Fußbodenheizung, verklinkert; sehr gepflegte Außenbereiche, etc)

    Fazit: Möbel rein und fertig

    Nun zur Frage würd ich es nochmal machen?
    z.T. ja, je nach Lage, da du in unserer Region sonst kein Grundstück bekommst
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  5. #4

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    Ich würde das ganze mal von hinten beginnen!!
    Also erst einmal sehen was ich dauerhaft finanziel monatlich zum abzahlen inklusive des Unterhalt des Eigenheimes leisten kann und dann sehen was ich dafür bekommen werde.
    Ein vorab Gespräch mit dem Berater Deiner Bank wäre dabei sicherlich auch sehr hilfreich.
    Ein Neubau nach aktuellen Vorschriften oder eine gut erhaltene Immobilie werden sich preislich wahrscheinlich doch gut voneinander unterscheiden.
    Bei uns hier auf dem Lande würdest Du dann für Dein Eigenkapital gerade einmal ein halbes Baugrundstück von Privat bekommen.

    Gruß
    Frank
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  6. #5

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    Ende 2011, da sind noch fast 3 Jahre hin!
    Wollt ihr euch wirklich schon festlegen ob ihr Bauen oder Kaufen wollt?
    Vielleicht wollte ihr heute Bauen und entdeckt in 2 Jahren eure (fertige) Traumimmobilie.
    Oder aber es ist in 3 Jahren nichts vernünftiges zu bekommen und ihr baut dann doch. Wer Weiß?

    Und auch Förderprogramme sowie Baumaßnahmen werden sich bis dahin noch zig mal ändern.

    Dann Sinnvollste ist was ihr derzeit machen könnt ist wahrscheinlich: Geld auf Seite legen, Markt beobachten
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  7. #6

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    Ist zwar schon ein älterer Beitrag, aber immer noch aktuell.

    Wir überlegen auch hin und her.
    Grundstücke in Gegenden 1.Wahl sind nicht bezahlbar wenn noch mehr als ein Wohnwagen / Zelt drauf stehen soll.
    Alternative ist etwas länger fahren und außerhalb ein günstigeres Grundstück wo auch noch ein Häuschen bezahlbar sein dürfte.
    Gebrauchte Häuser gibt es in den Gegenden 1.Wahl, aber teilweise Baujahr 1965 und zu Preisen, wo man außerhalb ein neues Haus samt Grundstück bekommt. Beim Gebrauchten wirkt sich ganz klar die Lage auf den Preis aus.

    Was ich mich schon länger frage ist, ob bei einem älteren gebrauchten Haus mehr Kosten folgen werden auch wenn die Heizung und Fenster modernisiert sind und die Bausubstanz und das Dach i.o. ist?
    Wenn kein Murks gebaut wurde sollte man mit einem neuen Haus die nächsten 20-30 Jahre keine größeren Ausgaben (Heizung, Fenster, Dach) mehr haben. Kauft man ein gebrauchtes Haus >25 Jahre, hat man dann auch 20-30 Jahre seine Ruhe?

    Passt der Vergleich zum Auto?
    Beim Auto kommen immer wieder Reparaturen je älter das Auto wird, d.h. ab einem bestimmten Alter lohnt sich ein neues Auto.
    Falls das bei Häusern ebenso ist, ab welchem Alter (grob) ist das tendenziell so?
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  8. #7

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    Bei einem "gebrauchten" Haus wird man höhere Instandhaltungskosten haben als bei einem Neubau. Entscheidend ist der Zustand des Gebäudes und ob die Bewohner das Haus auch "gepflegt" haben. Da gibt es himmelweite Unterschied, von Top in Schuss bis völlig vergammelt.
    Der Grund für höhere Instandhaltungskosten ist der, dass in den wenigsten Fällen nach xx Jahren wirklich umfangreich modernisiert bzw. saniert wird. Da werden dann zwar neue Fenster eingebaut, aber die Fassade ist halt immer noch "alt", oder es werden neue Dachziegel auf´s Dach gelegt, aber die Unterkonstruktion stammt immer noch aus Bj. 19xx. Da wird dann ein neuer Heizkessel eingebaut, aber die Verrohrung hat trotzdem schon 50 Jahre auf dem Buckel.

    Man kann ein gebrauchtes Haus schon sanieren und modernisieren, aber wenn man das wirklich konsequent machen möchte, dann stellt man besser ein neues Haus hin, das wird günstiger. Also werden üblicherweise nur einzelne Arbeiten ausgeführt.

    Kauft man ein gebrauchtes Haus >25 Jahre, hat man dann auch 20-30 Jahre seine Ruhe?
    mit Sicherheit nicht. Selbst bei einem Neubau hat man keine 20 oder 30 Jahre "Ruhe". Ein Haus erfordert ständig irgendwelche Renovierungsarbeiten. Zu Beginn sind das nur Kleinigkeiten, aber wenn man diese vernachlässigt, rächt sich das früher oder später (meist früher). Das meinte ich oben mit "gepflegt" oder "Top in Schuss". Es gibt Hausbesitzer, die pflegen ihre Immobilie, und andere, die leben aus der Substanz (man muss ja erst einmal Kredite bedienen, und zusätzliche Kosten hat man nicht eingeplant).

    Kauft man dann so ein gebrauchtes Haus, dann kann man nicht sagen, ob es ständig gepflegt wurde, oder ob einfach vor dem Verkauf die Hütte etwas aufgehübscht wurde. Diese Unterschiede zu erkennen ist extrem schwierig, selbst für Fachleute.

    Sehen wir´s realistisch, wenn man bei einem gebrauchten Haus zum halben Preis die Qualität eines Neubaus bekäme, dann wäre es ja sinnfrei Neubauten zu erstellen. Es hat also schon seinen Grund warum diese Häuser günstiger angeboten werden. Trotzdem kann sich so ein Kauf lohnen. Das hängt halt auch davon ab, welche Ansprüche man stellt.

    Gruß
    Ralf
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  9. #8

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    Wir standen vor der gleichen Frage und haben uns letztlich für einen Altbau entschieden. Gründe für den Neubau waren eigentlich nur zwei: alles ist frisch und neu und das Haus wird so gebaut wie wir es haben wollen (dh. besonders Grundrisse, beim Altbau nimmt man zwangsläufig das was andere lange vor einem geplant haben).

    Die Gründe für einen Altbau überwogen dann bei weitem:

    - Grundstücke waren früher tendenziell größer. In Neubaugebieten hätten wir hier mit 400 qm ein Standard"handtuch" haben können. Unser Altbaugrundstück hat 700 qm und ist hier noch eher eins der kleineren.
    - ein frisches Baugrundstück ist kahl. Die Neubaugebiete hier zeigen, es bleibt meist auch kahl. Etwas Rollrasen und eine Terrasse, mehr wird hier oft nicht gepflanzt. Zusammen mit der Gedrängtheit der Grundstücke in Neubaugebieten ergibt sich die Tatsache, daß Nachbars aus jeder Richtung freie Sicht aufs Privatleben haben - und bieten.
    - die Gedrängtheit bedeutet auch mehr zu erwartende Probleme, wenn man sich auf seinem Grundstück ausleben will (einen hohen Baum pflanzen? Verschattung! Eine Voliere? Gestank! und die Optik....einen Pool? Lärm.. usw.)
    - die Baukosten! Sind auf jeden Fall deutlich höher als beim Altbau. Einen vorgeplanten Bau vom Träger inkl. Handtuchgrundstück hätten wir hier für 250.000 bekommen. Für den Altbau haben wir 140.000 bezahlt und liegen mit 200 qm Wohnfläche, Anbauten, Doppelgarage, Wintergarten und fertig angelegtem Grundstück deutlich über dem, was wir beim Neubau bekommen hätten.
    - Bauüberraschungen: abgesehen von eigenen Kalamitäten (Baupfusch, Pleiten, unvorhergesehene Schwierigkeiten) sind da ja auch noch die Nachbarn im Neubaugebiet: deren Bautätigkeiten samt Lärm zieht sich dann vielleicht noch Jahre hin, und wer weiß ob er nicht morgens aufwacht und feststellt, daß Nachbars Hauswand nun direkt vor dem eigenen Fenster steht? Verhindern kann man das kaum und wenn man protestiert, hat man gleich die Grundlage für ein gutes Nachbarschaftsverhältnis gelegt.
    - Doppelbelastung in der Bauphase: das muß man erstmal stemmen können, und kann sich gern über ein Jahr oder länger hinziehen.
    - Bei der Finanzierung eines Altbaus sind bessere Konditionen drin. Die Sanierung kann man günstig weit unterhalb von 1% finanzieren (kfw). Bei uns macht die Sanierung immerhin ein Drittel der Gesamtkosten aus.
    - Saniert man ohnehin, kann man sich das Haus auch so umbauen/ausstatten wie man möchte, da fällt also ein Grund für den Neubau wieder weg. Voraussetzung ist natürlich, man wählt einen Altbau, der es auch baulich zuläßt, daß man sich dort austoben kann. Meiner Ansicht nach ist es sogar besser wenns kein ganz junger Altbau ist. Unser Haus hatte 70er Jahre Bäder, da hat man keine Skrupel, die alten Fliesen rauszuhauen. Bei einem 90er/00er Jahre Bau mit "weißem Bad" wärs mir schon schwerer gefallen. Ich hasse zwar weiße Bäder aber wer schlägt schon relativ neue Fliesen ohne Wimpernzucken wieder raus?

    Zusammenfassend war uns wichtiger, in einem gewachsenen Wohngebiet mit Sichtschutz und genügend Abstand zu den feststehenden (!) Nachbarn zu landen. Dafür haben wir in Kauf genommen, erstmal auf einer Baustelle zu wohnen, allerdings haben wir pro Etage nun doppelt soviel Platz wie vorher in der Mietwohnung, so daß die bewohnbare Fläche immer noch ausreichend groß ist. Wir können völlig frei entscheiden wie das Haus am Ende aussieht, da wirklich alles saniert wird und am Ende haben wir trotzdem nur 2/3 der Kosten eines nackten und viel kleineren Neubaus ausgegeben (Endkosten bei uns 210k).
    Das ganze geht natürlich nur auf, wenn man sich einen soliden Altbau ohne Bauschäden oder Feuchtigkeit sucht.
    Und ich füge hinzu, daß es in unserm Fall wirklich ein Superschnäppchen war. Wenn ich jetzt nach vergleichbaren Häusern (wenigstens 70% unserer Wohnfläche und Grundstücksfläche) suche, finde ich nichts mehr unterhalb 280.000 in unserem Umkreis (Makler eingerechnet). Das ist das Doppelte dessen, was wir bezahlt haben.
    Glück gehört also auch dazu.
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  10. #9

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    Und ich füge hinzu, daß es in unserm Fall wirklich ein Superschnäppchen war. Wenn ich jetzt nach vergleichbaren Häusern (wenigstens 70% unserer Wohnfläche und Grundstücksfläche) suche, finde ich nichts mehr unterhalb 280.000 in unserem Umkreis (Makler eingerechnet). Das ist das Doppelte dessen, was wir bezahlt haben.
    Das ist eines der Hauptprobleme, welches auch wir haben. Derzeit sind die Preise selbst für Bauten aus den 60er und 70er Jahren gestiegen, dass man mit einer Sanierung on top über dem Preis eines Neubaus liegt (und oft dann auch über dem Budget). Wäre der Preisunterschied zu einem Gebrauchten in vernüftiger Lage deutlicher zu einem Neubau würden wir auch gerne was gebrauchtes nehmen wo man nur noch einziehen muss.
    Vielleicht ebbt der Immobilienhype in den nächsten 10 Jahren ab und es werden wieder vernünftige Preisunterschiede in der Masse sich einstellen, aber in 10 Jahren ist die Familie aus dem gröbsten raus, dann kann man langsam am die Immobilie für später (betreutes Wohnen) denken.
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  11. #10

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    Zitat Zitat von Shanau Beitrag anzeigen
    Wir standen vor der gleichen Frage und haben uns letztlich für einen Altbau entschieden. Gründe für den Neubau waren eigentlich nur zwei: alles ist frisch und neu und das Haus wird so gebaut wie wir es haben wollen (dh. besonders Grundrisse, beim Altbau nimmt man zwangsläufig das was andere lange vor einem geplant haben).

    Die Gründe für einen Altbau überwogen dann bei weitem:

    - Grundstücke waren früher tendenziell größer. In Neubaugebieten hätten wir hier mit 400 qm ein Standard"handtuch" haben können. Unser Altbaugrundstück hat 700 qm und ist hier noch eher eins der kleineren.
    - ein frisches Baugrundstück ist kahl. Die Neubaugebiete hier zeigen, es bleibt meist auch kahl. Etwas Rollrasen und eine Terrasse, mehr wird hier oft nicht gepflanzt. Zusammen mit der Gedrängtheit der Grundstücke in Neubaugebieten ergibt sich die Tatsache, daß Nachbars aus jeder Richtung freie Sicht aufs Privatleben haben - und bieten.
    - die Gedrängtheit bedeutet auch mehr zu erwartende Probleme, wenn man sich auf seinem Grundstück ausleben will (einen hohen Baum pflanzen? Verschattung! Eine Voliere? Gestank! und die Optik....einen Pool? Lärm.. usw.)
    - die Baukosten! Sind auf jeden Fall deutlich höher als beim Altbau. Einen vorgeplanten Bau vom Träger inkl. Handtuchgrundstück hätten wir hier für 250.000 bekommen. Für den Altbau haben wir 140.000 bezahlt und liegen mit 200 qm Wohnfläche, Anbauten, Doppelgarage, Wintergarten und fertig angelegtem Grundstück deutlich über dem, was wir beim Neubau bekommen hätten.
    - Bauüberraschungen: abgesehen von eigenen Kalamitäten (Baupfusch, Pleiten, unvorhergesehene Schwierigkeiten) sind da ja auch noch die Nachbarn im Neubaugebiet: deren Bautätigkeiten samt Lärm zieht sich dann vielleicht noch Jahre hin, und wer weiß ob er nicht morgens aufwacht und feststellt, daß Nachbars Hauswand nun direkt vor dem eigenen Fenster steht? Verhindern kann man das kaum und wenn man protestiert, hat man gleich die Grundlage für ein gutes Nachbarschaftsverhältnis gelegt.
    - Doppelbelastung in der Bauphase: das muß man erstmal stemmen können, und kann sich gern über ein Jahr oder länger hinziehen.
    - Bei der Finanzierung eines Altbaus sind bessere Konditionen drin. Die Sanierung kann man günstig weit unterhalb von 1% finanzieren (kfw). Bei uns macht die Sanierung immerhin ein Drittel der Gesamtkosten aus.
    - Saniert man ohnehin, kann man sich das Haus auch so umbauen/ausstatten wie man möchte, da fällt also ein Grund für den Neubau wieder weg. Voraussetzung ist natürlich, man wählt einen Altbau, der es auch baulich zuläßt, daß man sich dort austoben kann. Meiner Ansicht nach ist es sogar besser wenns kein ganz junger Altbau ist. Unser Haus hatte 70er Jahre Bäder, da hat man keine Skrupel, die alten Fliesen rauszuhauen. Bei einem 90er/00er Jahre Bau mit "weißem Bad" wärs mir schon schwerer gefallen. Ich hasse zwar weiße Bäder aber wer schlägt schon relativ neue Fliesen ohne Wimpernzucken wieder raus?

    Zusammenfassend war uns wichtiger, in einem gewachsenen Wohngebiet mit Sichtschutz und genügend Abstand zu den feststehenden (!) Nachbarn zu landen. Dafür haben wir in Kauf genommen, erstmal auf einer Baustelle zu wohnen, allerdings haben wir pro Etage nun doppelt soviel Platz wie vorher in der Mietwohnung, so daß die bewohnbare Fläche immer noch ausreichend groß ist. Wir können völlig frei entscheiden wie das Haus am Ende aussieht, da wirklich alles saniert wird und am Ende haben wir trotzdem nur 2/3 der Kosten eines nackten und viel kleineren Neubaus ausgegeben (Endkosten bei uns 210k).
    Das ganze geht natürlich nur auf, wenn man sich einen soliden Altbau ohne Bauschäden oder Feuchtigkeit sucht.
    Und ich füge hinzu, daß es in unserm Fall wirklich ein Superschnäppchen war. Wenn ich jetzt nach vergleichbaren Häusern (wenigstens 70% unserer Wohnfläche und Grundstücksfläche) suche, finde ich nichts mehr unterhalb 280.000 in unserem Umkreis (Makler eingerechnet). Das ist das Doppelte dessen, was wir bezahlt haben.
    Glück gehört also auch dazu.
    Ok, man kann's aber auch anders sehen.
    Ich möchte keinen Altbau weil, ich
    - keine kalten Innenwände haben möchte (kann man ändern, kostet aber Geld)
    - keine inhomogene Temperaturverteilung (Heizkörper) in den Räumen haben möchte (kann man ändern, kostet aber Geld)
    - keine Holzfenster haben möchte (kann man ändern, kostet aber Geld)
    - keinen stinkenden Öler im Haus haben möchte (kann man ändern, kostet aber Geld)
    - keine 200...300 € je Monat für Heizkosten ausgeben möchte (kann man ändern, kostet aber Geld)
    - die Raumaufteilung selten passt u. ideal ist (kann man ändern, kostet aber Geld)
    - usw.
    Wenn man einen Altbau richtig Instandsetzt und auf Vordermann bringt, reichen 70k€ (Dämmung, Dach, Fassade, Fenster, FBH, Raumaufteilung, Bad, Küche...) niemals!

    Und selbstverständlich kann man in einem NB-Gebiet auch 2 oder 3 Grundstücke kaufen, wenn man 1000...1200 qm benötigt. u. sich als Gärtner austoben.

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  12. #11

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    Ich denke, dass bei Dieser Frage auch die individuelle Lebenssituation eine Rolle spielt.
    Wir haben z.B. längere Zeit in einer "teureren" Region gewohnt, RMH 125qm (auf 400qm), BJ1980, wurden dort für 225tsd EUR verkauft.
    Daher haben wir zur Miete gewohnt und unser Geld in private Altersvorsorge gesteckt. Dann sind wir beruflich bedingt umgezogen in eine strukturschwache Region, hier konnten wir ein Haus mit 260qm Wohnfläche für 90.000 EUR kaufen (3 Etagen, 2x 85qm Wohnung in EG/OG und 2x 45qm im DG, 4 Bäder, Kunststofffenster, Pelletszentralheizung, 1 Doppelgarage, 1 Einzelgarage). Mit insg. ca. 40tsd EUR haben wir das jetzt so umgebaut, wie wir das möchten.

    Da wir 4 Kinder haben (und das 5. unterwegs ist) für uns hier optimal, auch für später können locker noch 2 Familien (unsere Kinder) mit hier wohnen, oder wir verkaufen es wieder. Finanziert wurde teilweise über zinsloses Darlehen und Zinsverbilligungsprogramm, die Gesamtbelastung liegt im Monat bei 470 EUR.

    Da ich knapp über 40 bin und meine Frau knapp unter 40, hätten wir einen Neubau bis in die Rente bezahlen müssen.
    Hätte ich mit Anfang 30 einen Job wo ich weis, dass kein Umzug mehr ansteht und entspr. EK, würde ich eher dazu tendieren zu bauen.
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  13. #12

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    Wir standen auch lange vor der Frage. Wir haben über ein bis zwei Jahre uns mit dem Thema Grundstücksuche und Neubau beschäftigt.
    Wir haben dann aber spontan doch eine Haus aus den 60er gekauft, da es aus der Familie stammt und der Preis und die Substanz gut sind. Jetzt stehen wir davor es komplett zu sanieren. Unsere Hoffnung ist, dass wir dabei günstiger rauskommen als beim Neubau. Aber da sind wir gerade noch in der Planung.
    Altbau heißt aber auch immer, dass man mit Kompromissen leben muss.
    Wir werden es zwar umbauen, aber unser Traumhaus ist es dennoch nicht. Aber glücklich werden wir damit hoffentlich schon
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  14. #13

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    Wenn man bereit ist Kompromisse zu machen, kann man den Kauf einer gebrauchten Immobilie in Erwägung ziehen. Das muss nicht einmal die schlechtest Option sein. Man sollte sich halt darüber im Klaren sein, dass sich der Preisvorteil auch im Wert widerspiegelt. Aber auch das muss kein Nachteil sein, vor allen Dingen wenn man das Haus für Jahrzehnte selbst nutzen möchte.
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  16. #14

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    Auch beim Neubau macht man Kompromisse, spätestens wenns an die Kostenberechnung geht.
    Bei den Preisen aktuell wird dann am Ende doch das Haus gebaut, was finanziell möglich ist. Der Keller wird dann ganz schnell gestrichen.

    Beim Altbau kann man viel bei der Sanierung selbst machen, dadurch sparst du Geld, kostet aber Zeit.
    Ich saniere gerade einen Altbau von 1887. Komplett entkernt. Ob ich es nochmal machen würde: Nein !
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  17. #15

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    Mein Lieblingsreim dazu: "Wer viel Geld hat und ist dumm, kauft ein Haus und baut es um."

    Entweder passt der Altbau im wesentlichen, wie er ist, und man kann mit den Kompromissen leben, oder man kann viel selbst machen. In allen anderen Fällen besteht schnell die Gefahr, dass Neubaupreise erreicht oder übertroffen werden.
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