Ergebnis 1 bis 12 von 12

Grundstück und Haus getrennt kaufen?

Diskutiere Grundstück und Haus getrennt kaufen? im Forum Bauvertrag auf Bauexpertenforum.de


  1. #1

    Registriert seit
    04.2009
    Ort
    Bochum
    Beruf
    Öffentlicher Dienst
    Beiträge
    7

    Grundstück und Haus getrennt kaufen?

    Hallo zusammen,
    wir möchten gerne ein Reihenmittelhaus kaufen, welches noch gebaut werden soll. Das ganze Bauvorhaben von insgesamt 5 Reihenhäusern soll auf einem Grundstück realisiert werden, auf dem ein noch abzureißendes Haus steht. Das Projekt wird von einer Bauträger und Grundstücksgesellschaft vertrieben. Z.Zt. wurden noch keine Bauarbeiten begonnen und der Bauantrag soll bei der Stadt vorliegen. Die praktische Umsetzung soll so erfolgen, dass wir zunächst unser Teilgrundstück vom Bauträger erwerben und dieser dann anschließend mit uns einen Bauvertrag abschließt und das Haus baut. Das Grundstück soll pro qm ca. 560€ kosten, was trotz der guten Lage etwas überteuert erscheint. Unsere Befürchtungen gehen nun dahin, dass wir das Grundstück viel zu teuer kaufen und dann doch nicht zu den besprochenen Bedingungen das Haus gebaut bekommen.
    Ist das so gängige Praxis? Wie kann man sich absichern, dass das Haus zu den Konditionen gebaut wird, ohne vorher bereits einen Bauvertrag abzuschließen und die fällige Grunderwerbssteuer auf den letztlichen Gesamtbetrag zu zahlen?

    Vielen Dank schonmal im Voraus!
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  2. Grundstück und Haus getrennt kaufen?

    Schau dir mal diesen Ratgeber an. Dort findet man Infos und Antworten.

    Registrieren bzw. einloggen, um diese und auch andere Anzeigen zu deaktivieren
  3. #2
    MoRüBe
    Gast

    Die Grunderwerbsteuer...

    ... wird vermutlich eh auf das Ganze fällig, weils wirtschaftlich gesehen im Zusammenhang steht. So ganz doof ist das FA auch nicht. Die lesen zum einen die Zeitung mit, na ja, und spätestens wenn man feststellt, daß Grundstücksverkäufer und BT (in dem Fall dann GU/GÜ) zusammenmauscheln, bzw. die selben sind, wars das.
    Welchen Vorteil soll denn diese Konstellation bringen? Es sei denn, der BT ist kein BT
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  4. #3

    Registriert seit
    06.2005
    Ort
    Hannover
    Beruf
    Architekt
    Beiträge
    34,325
    Und wenn das FiA erst nachträglich auf eine Verbindung zwischen Grundstücksverkauf und Hausverkauf kommt, könnte es versuchte Steuerhinterziehung wittern.

    Und entsprechend handeln.
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  5. #4
    Baufuchs
    Gast

    Die

    müsssen nicht mal Zeitung lesen.

    Nach Abschluss des Notarvertrages schickt der Notar 1 Exemplar ans Finanzamt wg. Bemessung der Grunderwerbssteuer. Ist dann später der ausführende Unternehmer identisch mit dem Grundstücksverkäufer war´s das mit ersparter Grunderwerbssteuer.

    Im übrigen scheinen mir 560 € auch recht hoch. Grundstücke z.B. Nähe Gysenbergpark liegen bei ca. 260.- €.

    Nur Interessehalber:
    Hat Bauträger eine hohe Skatkarte im Namen?
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  6. #5
    Avatar von Terra
    Registriert seit
    09.2008
    Ort
    NRW
    Beruf
    Vermesser
    Beiträge
    566
    560 €

    Schonmal den Grundstücksmarktbericht der Stadt Bochum gelesen???
    Habe ihn zu Hause liegen und dort habe ich mal reingeschaut.

    Durchschnittlicher Preis für unbebaute Grundstücke incl. Erschließungsbeiträge : 252 €

    Die Spanne reicht von 134 bis 397 €uro!

    Sorry, aber das ist doch schon Abzocke!

    PS.: Die Preise sind gegenüber dem Vorjahr sogar gesunken!
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  7. #6
    Themenstarter

    Registriert seit
    04.2009
    Ort
    Bochum
    Beruf
    Öffentlicher Dienst
    Beiträge
    7
    Ersteinmal Danke für die hilfreichen Infos.
    Der Bauträger hat keine hohe Skatkarte im Namen.
    Der Grundstücksquadratmeterpreis müsste bei 270€ liegen, richtig.
    Und ich hab mir diese Praxis ja nicht ausgedacht. Ich kann auch gut und gerne darauf verzichten und die Grunderwerbsteuer auf den Gesamtbetrag zahlen. Wichtig ist mir, dass ich mich darauf verlassen kann, dass nach dem Grundstückskauf auch die Gewerke zu den dann "eher geringen Preisen" fertig gestellt werden. Dabei habe ich so meine Bedenken.
    Beispiel: Der vereinbarte Kaufpreis für Grundstück und Haus liegt bei 210.000€ Das Grundstück kostet aber schon 90.000€ Da blieben dann noch gerade 130.000€ für das Haus. (6x11m, vollunterkellert, ca. 130qm Wohnfläche, kfw 60) passt das?
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  8. #7
    MoRüBe
    Gast

    Sind 120, nicht 130...

    ... d.h. er schöpft den Rahm übers Grundstück ab. Für den Rest wirds aber verdammt knapp...
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  9. #8
    Avatar von Terra
    Registriert seit
    09.2008
    Ort
    NRW
    Beruf
    Vermesser
    Beiträge
    566
    Zitat Zitat von funmobil Beitrag anzeigen
    Beispiel: Der vereinbarte Kaufpreis für Grundstück und Haus liegt bei 210.000€ Das Grundstück kostet aber schon 90.000€ Da blieben dann noch gerade 130.000€ für das Haus. (6x11m, vollunterkellert, ca. 130qm Wohnfläche, kfw 60) passt das?
    Incl. Baunebenkosten? Incl. Keller?

    Da bleibt ja nix fürs Haus übrig, oder? Bei meiner Rechnung sind es auch nur noch 120.000, abzgl. Keller ca. 25.000, abzgl. Baunebenkosten ca. 20.000, bleibt für das Haus noch 75.000 €!

    Das ist dann aber nur der Rohbau, oder?
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  10. #9
    Baufuchs
    Gast

    @funmobil

    Was gibt denn der BT als Grund für die von ihm vorgeschlagene Konstellation an?

    Wenns denn um die Grunderwerbssteuer gehen soll, können Sie ihm ja klarmachen, dass die -weil ohnehin fällig auf Gesamtpreis-
    1.) für Sie keine Rolle spielt.
    2.) das vorgeschlagene Modell ohnehin Blödsinn ist, da Sie dann Steuer auf einen viel zu hohen Grundstückspreis zahlen würden.

    Dann dürfte eigentlich nichts dagegen sprechen, dass der BT Ihnen in einem Vertrag Grundstück und zu errichtendes Haus veräußert.

    Nur mal am Rande:

    1.) Verkauft der BT Ihnen das Grundstück vorab zum überhöhten Preis, kriegt er schnell rel. viel Geld in die Kasse. Macht er danach den Laden zu und baut das Haus gar nicht erst, hat er mehr verdient, als mit dem Bau des Hauses.

    2.) Verkauft er Grundstück und Haus getrennt, unterliegt er hinsichtlich des Hausbaus nicht mehr den Pflichten der Makler-/und Bauträgerverordnung.

    Wenn ich der Interessent wäre:

    Entweder Grundstück zum realistischen Preis von ca. 270€ getrennt erwerben, oder Grundstück und Haus in einem Vertrag beurkunden.
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  11. #10

    Registriert seit
    06.2008
    Ort
    Berlin
    Beruf
    Buchhalter
    Beiträge
    228
    Hi,

    Du musst mit 99,99%iger Sicherheit Grunderwerbssteuer auf alles bezahlen. Ich habe das auch grade alles durch, Du kriegst dann einen Fragebogen der es in sich hat, den musst Du wahrheitsgemäß ausführen. Also rechne schonmal mit 3,5% * 210TEUR = 7.350EUR Grunderwerbssteuer.

    Zu den Hauspreisen, klar kommt hin. War bei uns auch so, am Ende zahlst Du Aufpreis für:

    - höherwertige Fliesen, denn im Preis sind nur 15EUR/m² drin
    - Fliesen diagonalverlegung
    - bessere Heizungsanlage
    - bessere Badausstattung
    - extra Dachfenster
    - extra Steckdosen
    - Malerfertiger Innenputz statt Tapezierfertig
    und so weiter....
    Da holen die den geringen Hauspreis wieder rein.

    Mein Tipp, denke Dir so viel wie möglich an Dingen aus, die Du evtl. mit in Dein Haus bauen möchtest, und lass Dir vor irgendeiner Unterschrift die Preise bestätigen, mit Preisgarantie, und das Du hinterher diese Extras zu den vereinbarten Preisen mit zubuchen kannst/oder auch nicht. Wie Du willst. Und das ganze wird Bestandteil des Kaufvertrages.
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  12. Schau dir mal das Bauherren-Handbuch an.. Sehr viele nützliche Infos!
    Registrieren bzw. einloggen, um diese und auch andere Anzeigen zu deaktivieren
  13. #11

    Registriert seit
    02.2009
    Ort
    NRW
    Beruf
    Dipl.-Finw.
    Beiträge
    48
    Also ich kann für meinen Teil auch nur sagen, dass das FA sich in dieser Hinsicht nicht überlisten lassen wird ... Gesetzlich ist der Fall der wirtschaftlichen Einheit bei einem Bauträger eindeutig geregelt ... hierzu gibts auch einige BFH-Urteile (vielleicht einfach mal googeln) ...

    Klar wenn man in einer Erklärung falsche Angaben macht und hofft, es fällt dem FA nicht auf, kann man vielleicht erst einmal Glück haben ... aber es ist definitiv Steuerhinterziehung, wenn man absichtlich falsche Angaben macht ... ein sich anschließendes Verfahren kann dann schonmal unangenehm werden ...


    Gruß
    Robin
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  14. #12
    Themenstarter

    Registriert seit
    04.2009
    Ort
    Bochum
    Beruf
    Öffentlicher Dienst
    Beiträge
    7
    Nochmal Danke für die vielen und vor allem informativen Antworten. Ich muss sagen die Vertrauenswürdigkeit des BT hat doch dadurch ordentlich gelitten und ich werde die Finger von der Geschichte lassen. Es sind einfach in der Summe zu viele Unstimmigkeiten.
    Besten Dank also für die Hilfe!
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen