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  1. #1

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    WDVS Algenbildung

    Seit Wochen habe ich mich jetzt mit dem Thema Wärmedämmverbundsystem beschäftigt. Im Zuge dessen bin ich auch auf die Internet-Seiten von Herrn K. Fischer, Prof. Meier und Herrn Ebel gestoßen und habe mich durch deren Argumentation gekämpft. Trotz der ausführlichen Diskussion dieser Herren bleiben für mich einige Fragen offen.

    Vorweg sei erwähnt, dass ich den thermodynamischen Nachweisen von Herrn Ebel glauben schenke, auch wenn ich den einzelnen Ableitungen von Herrn Ebel nicht mehr ganz folgen kann. Meine Ingenieurs-Logik sagt mir aber, dass Wärmedämmung etwas bringen muß. Darüber hinaus habe ich selber festgestellt, wie warm die Bude plötzlich wird seit wir unser Dach isoliert haben.

    Das sich ein WDVS in vertretbaren Zeiten nicht amortisiert, kann sich jeder an drei Fingern ausrechnen, da reichen als Quelle schon die an Angaben der Hersteller und ein bisschen gesunder Menschenverstand. Nichts desto trotz bin ich weiter an einer Dämmung unseres Hauses interessiert. Ich will die ganzen Diskussionen zwischen den oben genannten Herren hier und jetzt auch nicht wiederholen.

    Was für mich bei WDVS kritisch zu bewerten ist (und für diesen Hinweis bin ich den Herren Fischer und Meier wirklich dankbar), ist die Algenentwicklung an den Nordseiten der Häuser. Seitdem ich darauf aufmerksam gemacht worden bin, achte ich verstärkt darauf und ich muss feststellen, dass einige Häuser wirklich erbärmlich aussehen.

    Und jetzt endlich meine erst Frage:
    1a) Tritt die Algenbildung nur auf, wenn die Fassaden nicht gestrichen sind (dass sich die Wand-Außentemperatur dadurch nicht groß ändert ist mir schon klar, die Frage ist ob ein Anstrich die Haftung des Wasser an der Fassade verringert bzw. das Eindringen in diese verhindert) ?

    1b) Hat die Wahl des Putzes einen Einfluß auf die Algenbildung ?
    1c) Kann man irgend etwas anderes tun, damit eine Algenbildung nicht auftritt ??

    Der zweite Punkt der mich beschäftigt, ist die Dauerhaltbarkeit von WDVS. Gibt es hier Erfahrungs- bzw Erwartungswerte ?

    Wenn ich schon das Geld für WDVS ausgebe, dann möchte ich natürlich bis an das Ende meines hoffentlich noch langen Lebens meine Ruhe habe (Ich habe da so an 50 Jahre gedacht).

    Übrigens, wenn ich mir die Beiträge in diesem und in anderen Foren anschaue, dann wundert es mich, dass fast jeder Friseur diese Leistung anbietet. Für mich ist das eher eine klassische Bau-Tätigkeit, bei der man anscheinend viel falsch machen kann.



    Daten zum Haus:

    Freistehendes EFH, Bj 1958
    Vollkeller
    Kellermauerwerk, Vollziegel 30 cm
    Erdgeschoss, zweischaliges Mauerwerk, 2 x 11,5 cm Hochlochziegel mit 7cm Luftspalt, außen Unterputz und als Oberputz einen Kratzputz, mehrfach getrichen (an einigen stellen Abblätterungen)

    Obergeschoss und Spitzboden, Gasbetonsteine 20 oder 24cm



    Für konstruktive Antworten bin ich sehr dankbar

    Lorenz Rudek
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  2. WDVS Algenbildung

    Schau dir mal diesen Ratgeber an. Dort findet man Infos und Antworten.

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  3. #2

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    Temperaturschwankung

    Die Temperaturschwankung an einer WDVS-Fassade ist wegen der geringen Wärmeleitfähigkeit des Dämmmaterials größer als bei einer Massiv-Fassade. Das hat auch zur Folge, das nachts (bzw. frühmorgens) die WDVS-Fassade kühler ist, als die Massiv-Fassade. Je nach örtlichen Gegebenheiten kann!! es dewegen zu Algenbildungen kommen. Das ist ein ganz natürlicher Vorgang, wie die Algenbildung an Bäumen, die ja auch nicht geheizt werden.

    Ob bei verfärbten Fassaden immer das örtliche Klima Schuld ist, oder evtl. Pfusch kann ich nicht sagen. Ein Hinweis: Im Dezemberheft der Bauphysik ist ein Beitrag zum Thema. Die Verfasser berichten, dass sie über 80 Algen-, Flechten-, Moos- und Farnarten auf den Oberflächen von Außenbauteilen ausmachen konnten.

    Bleibt die Frage nach Abhilfen, wenn man in einer Gegend wohnt, wo das örtliche Klima entsprechend ist.

    Erste Möglichkeit: dafür sorgen, daß die Oberfläche so gut wie kein Wasser aufnimmt, damit sie nach Betauung möglichst schnell trocknet.

    Zweite Möglichkeit: Den Fassadenanstrich mit fungiziden Wirkstoffen zu machen - ist wahrscheinlich die preiswerteste Lösung, aber nicht jedermanns Sache.

    Dritte Möglichkeit: Ist aber erheblich teuerer: eine Vorsatzschale. Die reduziert die Temperaturschwankungen und es kommt seltener zum Betauen der Fassade.

    Noch zur Armortisation: Wenn im Zuge vom Aufbringen eines Putzes (Neubau, alter Putz lose usw.) nur die Zusatzkosten der Wärmedämmung kommen (Gerüst, Putz usw. müssen mit oder ohne Wärmedämmung gelöhnt werden), amortisiert sich ein WDVS in der Regel auch wirtschaftlich. Vom Nutzergefühl sowieso.
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