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Thema: Neue Heizung

  1. #1

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    Neue Heizung

    Hallo

    ich bin neu hier und hab gleich mal einige Fragen, da ich beim Thema Heizung ziehmlicher Laie bin.
    Wir besitzen ein Altbauhaus. Das Bj ist mir nicht bekannt, edoch wurde immer modernisiert und umgebaut, sodass es in einem sehr guten Zustand ist. Nun zu den Fakten: Aussenwände 40 cm Mauerwerk, keine Aussendammung, 2 OG mit Schiefertafeln verkleidet. Die neueren Zimmer wurden innen mit Rigips incl. 4 cm Styroporauflage verkleidet, teilweise auch Lehmputz ca 3 cm.
    Dachgeschoss ausgebaut mit Zwischensparrendämmung (12 cm Isofer, 2 x 2 cm Styropor). Nun ist im Haus eine Ölheizung aus dem Jahre 1988 eingebaut. Heizraum mit 2 x 1850 Ltr. Öltanks ist vom Hof aus zugänglich.Da ich die Heizung altersbedingt ersetzen will habe ich mir einige Angebote machen lassen.
    1. Öltieftemperaturkessel Viessmann Vitola 200 Tieftemperaturkessel, 160 Ltr. Wasserspeicher Vitocell 100 incl. Schornsteinerneuerung ca. 9500 € komkpl.

    2. Ölbrennwertkessel Viessmann Vitoladens 300 T, Wasserspeicher Vitocell 100 , 160 Ltr Speicherinhalt incl. Kaminrohr. ca. 12000 €.

    3. wie 2. aber mit 2 Solarfeldern für Brauchwassererwärmung und entsprechendem Wasserspeicher 300 Ltr. ca 14500 €

    Das Haus wir mit 4 Personen bewohnt und hat keine Fussbodenheizung, ist aber teilunterkellert. Die Dachrichtung währe für die Solarfelder ideal.

    Jetzt bin ich am überlegen. Abzüglich der Förderung von 750 € (laut Heizungsbauer) würde mich das Solarfeld also ca 2000 € kosten.
    Was haltet ihr davon, oder was würdet ihr empfehlen.

    Danke im Voraus für eure Meinungen

    Gruss

    mixora
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  2. Neue Heizung

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  3. #2

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    Wie hoch war der bisherige Ölverbrauch?
    Heizlast wurde sicherlich nicht gerechnet...oder?
    Mit welchen Temperaturen arbeiten die Heizkörper bisher?

    Heizwärmebedarf reduzieren sollte immer oberste Priorität haben, denn Energie die nicht benötigt wird, muss man auch nicht (teuer) erzeugen. Eine gute Energieberatung kann Schwachstellen am Gebäude aufzeigen, und evtl. ist es sinnvoller zuerst dort zu investieren.

    Ob man heute noch auf Öl als Energieträger setzen sollte, das muss jeder für sich entscheiden. Ich würde zumindest verschiedene Alternativen durchrechnen, zumal bei einem Öler Bj. ´88 wohl noch kein akuter Handlungsbedarf besteht.
    Evtl. könnte man den vorhandenen Öler auch ergänzen, beispielsweise durch einen Holzvergaser oder eine Wärmepumpe.

    Der Aufpreis von 2k€ für Solar ist OK. Man sollte jedoch die möglichen Einsparungen nicht überschätzen. Solar liefert einen Beitrag zur Energieversorgung des Gebäudes, aber dieser Beitrag ist nicht so gewaltig. Trotzdem finde ich eine Investition in Solar grundsätzlich mal gut. Einsparpotenzial liegt bei so einer Anlage, je nach Wasserbedarf, wohl irgendwie zwischen 100,- € und 200,- € pro Jahr.
    Als Alternative könnte man auch über eine BW-WP nachdenken. Bewegt sich inkl. 300Liter Speicher auch in einer Größenordnung um 2.000,- €. Montagekosten sind vom Aufwand abhängig.

    Gruß
    Ralf
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  4. #3
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    Der Heizölbedarf in den letzten Jahren lag so bei durchschnittlich 2300 Ltr. pro Jahr. WP wurden von meinen Heizungsbauern geschlossen als nicht rentabel beschrieben. Erdbohrungen sind bei uns wegen Wasserschutzgebiet nicht zulässig und eine LUftwärmepumpe würde für 3 Stockwerke und 160 m²
    Fläche nicht ausreichen. Eine Aussendämmung ist aus Bau und Kostengründen zunächtmal nicht vorgesehen.

    Gruss

    mixora
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  5. #4

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    Mißverständnis:

    Die Überlegung hinsichtlich WP betrifft NUR das Warmwasser, nicht die Raumheizung!

    Wenn man das trennt, spart man sich auch den unrentablen Teillastbetrieb des Ölers in der ganzen Sommerzeit. Und der Brennstoff ist etwas billiger.
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  6. #5

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    Zitat Zitat von mixora Beitrag anzeigen
    ....und eine LUftwärmepumpe würde für 3 Stockwerke und 160 m²
    Fläche nicht ausreichen.
    Das ist natürlich völliger Unsinn. Ich kenne Industrie- und Bürogebäude die über LWP geheizt (und gekühlt) werden, und die sind weitaus größer als nur 160 m².

    Ob man eine LWP sinnvoll einsetzen kann hängt auch von den Systemtemperaturen ab. Deswegen hatte ich oben unter anderem nach den Temperaturen für den Heizkreis gefragt.
    Es geht aber nicht darum ein bestimmtes System zu favorisieren, sondern man sollte zuerst einmal alle Möglichkeiten in Erwägung ziehen und vergleichen.
    Einen Öler einzubauen ist zuerst einmal die einfachste Lösung. Die Dinger gibt´s momentan relativ billig, da immer mehr Haushalte umrüsten. In Neubauten werden auch immer weniger Ölheizungen eingebaut, so daß der Markt für Öler ziemlich unter Druck steht (vorsichtig ausgedrückt).

    Bei einem Ölverbrauch von durchschnittlich 2.300 Litern bewegen wir uns in der 8-10kW Klasse. Da gibt es nur wenige Hersteller die Ölheizungen in dieser Leistungsklasse anbieten. Vitola bzw. Vitoladens gibt´s erst ab 18 bzw. 20kW. Natürlich wird´s auch damit warm, aber nicht gerade effizient. Die meiste Zeit des Jahres laufen die Dinger dann im Minutentakt.

    Also, nach allen Richtungen offen sein, und schauen was der Markt so hergibt.
    Die Sache mit der BW-WP hat Julius ja bereits angesprochen. Ich denke es ist geklärt was ich meinte.

    Gruß
    Ralf
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  7. #6
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    Heiztemperaturen

    Da das Haus keine Fussbodebheizung hat lauf die Heizung im Winter mit einer Vorlauftemperatur von ca. 75 Grad. Im Sommer stell ich sie dann etwas herunter auf ca. 60 Grad.

    Gruss

    mixora
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  8. #7

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    Man müsste wissen, wie hoch die Energieeinsparung sein soll (incl. Strom). Wenn du die abgezinsten Kosten einer KW-Stunde mit 2 EUR ansetzt, dann kommst du auf Energiekosten von insgesamt: 10 kWh*2300l Heizöl*2 EUR/kWh also 46 TEUR für 30 Jahre Nutzungsdauer.

    Ein System für 13750 EUR müsste also ggü der vorherigen Anlage 30 % Gesamtenergiekosten (incl. Strom) sparen wenn die bisherige Anlage nicht kaputt ist und weiter betreiben werden kann. Das ist natürlich ziemlich fragwürdig, weil das Haus ja für hohe Vorlauftemperaturen ausgelegt ist und somit der Brennwertnutzen gegen 0 tendieren kann.

    Bei Systemkosten für a) müssten immerhin 20% Gesamtenergiekosten gespart werden, damit die Anlage sich lohnt. Wenn wie von anderen Foristen empfohlen das Haus gedämmt wird, fällt natürlich die Ersparnis durch den Kessel noch viel kleiner aus. Wenn z.B. der Heizenergieverbrauch um 50% gesenkt würde, dann müsste die Anlage C) mit 13.750 EUR Kosten nach Subventionen immerhin 60% der Energiekosten sparen. Das dürfte unmöglich sein.

    Ich habe ein Super-Ur-Alt-System und trotzdem würde sich (jedenfalls nach Dämmung der meisten Umfassungsflächen) eine neue Anlage nie lohnen solange die vorherige Anlage noch funktioniert.
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  9. #8

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    Zitat Zitat von mixora Beitrag anzeigen
    Da das Haus keine Fussbodebheizung hat lauf die Heizung im Winter mit einer Vorlauftemperatur von ca. 75 Grad. Im Sommer stell ich sie dann etwas herunter auf ca. 60 Grad.

    Gruss

    mixora
    Eine Schwerkraftanlage mit großvolumigen Heizkörpern?
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  10. #9
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    War das jetzt eine Frage oder ein Vorschlag ?
    Also eine Schwerkraftheizung besitze ich nicht. Die Heizung besitzt einen Heizungsstrang teilweise neuen Flächenheizkörpern. Da die Anlage allerdings erst 1988 eingebaut wurde, sollten die anderen Heizkörper noch ok sein.

    Die Anlage funktioniert bis jetzt problemlos, ich will nur im Voraus wissen, was ich tun muss wenn diese ausfällt. Ich weis allerdings auch nicht, wie lange so eine Heizung durchschnittlich hält. Deshalb bin ich nun am überlegen, ob ich warte bis sie stehen bleibt oder ob ich schon vorher eine neue einbauen lasse.
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  11. Schau dir mal das Bauherren-Handbuch an.. Sehr viele nützliche Infos!
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  12. #10

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    Zitat Zitat von mixora Beitrag anzeigen
    War das jetzt eine Frage oder ein Vorschlag ?
    Also eine Schwerkraftheizung besitze ich nicht. Die Heizung besitzt einen Heizungsstrang teilweise neuen Flächenheizkörpern. Da die Anlage allerdings erst 1988 eingebaut wurde, sollten die anderen Heizkörper noch ok sein.

    Die Anlage funktioniert bis jetzt problemlos, ich will nur im Voraus wissen, was ich tun muss wenn diese ausfällt. Ich weis allerdings auch nicht, wie lange so eine Heizung durchschnittlich hält. Deshalb bin ich nun am überlegen, ob ich warte bis sie stehen bleibt oder ob ich schon vorher eine neue einbauen lasse.

    Nein! Natürlich kein Vorschlag, sondern eine Frage. Es ist doch wirtschaflticher Unsinn neue Heizkörper mit einer veralteten Technik zu verbauen.

    Die Anlage kann auch 100 Jahre alt werden. Da würde ich mir keine Sorgen machen solange sie nicht kaputt ist - dann kann man zügig einen neuen Kessel anschaffen; das kostet dann auch nicht die Welt wenn man billig kauft und selbst einbaut oder alternativ ausschreibt (Anlage und Arbeitsleistung NIE zusammen, sonst ist der Vergleich schwer). Nur nichts aufschwatzen lassen, sondern einfach mal rechnen, welche Maßnahmen wirtschaftlich sind und am besten möglichst wenig ändern. Jede Veränderung kostet viel Geld.


    Wenn dir keine passenden Formeln einfallen. Kannst du ja einfach mal mit dem 2EUR-Szeanrio für jede kWh probehalber rechnen. (dies bezieht sich auf 2,5% Eneriepreisinflation, einen Zins von 4% und eine Nutzungsdauer von 30 Jahren bei einem Preis von ca. 8 ct pro kWh Heizenergie). Ist also eher ziemlich energiepreispessimistisch. Aber das kann man ja beliebig abändern wenn man ein anderes Szenario (bitte keine Horror-Szenarien von gut geschulten Verkäufern) für richtiger erachtet.

    Die kWh Heizenergie, die benötigt wird, kann man mit der sehr vereinfachten Formel für jedes Bauteil ausrechnen: 66*U-Wert

    Also z.B. ein m² altes Fensterfläche Iso-Glas aus den 80ern ca. U-WErt=2. Verbesserung bei heutigem Fenster günstiger Bauart Gesamt-U-Wert des Bauteils = 1,3, also Verbesserung um 0,7 W/m²*K multipliziert mit 66 ergibt diese Verbesserungsmaßnahme: 46,2 kWh/25a*m² also demzufolge ca. eine Kosteneinsparung bei 25-jähriger Nutzungsdauer und einem sehr mäßigem Heizkessel von 92,4 EUR/a*m².

    Bei einem guten Heizkessel ist die Ersparnis natürlich kleiner. Z.B. bei einem, der um 20% besser ist nur noch 74 EUR/m²*25a

    O.K.?

    Nachvollziehbar und simpel. Kann man einfach alle Bauteile durchgehen, die für Maßnahmen in Frage kämen und dann kann man ja über die Kosten diskutieren.
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  13. #11
    Avatar von OldBo
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    Naja, das diese theoretischen Schön- oder Schlechtrechnungen sehen auf den ersten Blick schon sinnvoll aus. Leider ist es in der Praxis nicht so einfach. Die Rechengänge beinhalten nur einige Faktoren und erfassen andere evtl. wichtige Punkte überhaupt nicht. Dazu gehören u.a. das Betreiberheiz- und Lüftungsverhalten, die Vorsorge für Erneuerungen, eine fachgerechte Planung und Installation.

    Also nur ein paar Flächen zu betrachten, reichen m.M. nach nicht aus und sind für einen Laien sowieso untauglich. Bei solchen Rechnungen kann es dazu kommen, dass am Ende Öl aus dem Kessel gefördert wird.

    Gruß

    Bruno
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