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  1. #1

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    Radondichter Keller bauen

    Hallo, ich hab leider vom Bundesamt für Strahlenschutz die Mitteilung bekommen, daß in meiner Stadt erhöhte Radenwerte auftreten können.

    Wie bekomme ich den Keller vom Aufbau so hin, daß er einigermaßen Radondicht ist???

    Hilft mir da eine weiße Wanne??

    Oder muss eigentlich nur eine Radondichte Folie unter die Bodenplatte.

    Hier mal die Ausführungen des Bundesamtes für Strahlenschutz


    In Eichstätt sind Radonkonzentrationen in der Bodenluft bis ca. 120 kBq/m³ möglich. Bei diesen Werten können bei neuerrichteten Gebäuden auch bei Einhaltung der Normen zum Feuchtigkeitsschutz häufig Radonkonzentrationen im Gebäudeinneren von mehr als 100 Bq/m³ auftreten. Hier sollten aufwendigere Maßnahmen zum Radonschutz in der Bauplanung berücksichtigt werden. Bei der Bauausführung ist beim Einbau von Dichtungsbahnen eine sorgfältige Arbeit erforderlich. Besonderes Augenmerk ist auf die Abdichtung der Übergänge zwischen den Abdichtbahnen sowie die Durchführungen von Leitungen zu legen. Im weiteren Bauverlauf darf die Abdichtung nicht beschädigt werden.
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  2. Radondichter Keller bauen

    Schau dir mal diesen Ratgeber an. Dort findet man Infos und Antworten.

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  3. #2
    Avatar von hessebub
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    Hallo - hier schon mal geguckt ???

    Geändert von hessebub (30.04.2009 um 20:42 Uhr) Grund: der 2. Link
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  4. #3

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    ... so richtig weiter kommt man mit den Hinweisen dort nicht

    Da wir momentan bei der Planung eines Einfamilienhauses sind haben wir in den dort bestehenden Gebäude im Keller eine Kurzzeitmessung bzgl. Radon vorgenommen (Ergebnis; 1000 Bq/m^3 +-20%). Das Gebäude wird abgerissen - für den Neubau (mit Keller) überlegen wir, wie und mit welchen Materialien man am besten abdichtet um zu geringen Radonwerten im Neubau zu kommen.

    Die Recherche hat für mich leider zu widersprüchlichen Ergebnissen geführt: in einem älteren Artikel von Keller [1] (auf den beruft sich auch radon-info.de) werden diverse Materialien mit Diffusionskoeffizienten < 10^-6 als radondicht bezeichnet. Diese Tabelle von Keller findet man auch an vielen Stellen im Netz.

    Die Autoren von [2] kommen dagegen zu dem Schluss, dass viele der verwendeten Abdichtmaterialien wie PP, EPDM, PVC, ECB,... sich kaum für eine effektive Abdichtung gegenüber Radon eignen. Bei den von den Autoren untersuchten Materialien schneidet Bitumen mit einer Al-Folienbeschichtung am besten ab (immerhin 2 bis 4 Zehnerpotenzen besser).

    Das bmu [3] empfiehlt: Eher Bodenplatte als Streifenfundament, Abdichtung unter der Bodenplatte und dichtes Verkleben/Verschweißen der Dichtbahnen zu den Wänden bis über das Erdreich. Alle Rohrdurchführungen luftdicht (mit möglichst Radondichtem Material) zum Baukörper abdichten.

    Wenn ich so meine bisherigen Erkenntnisse zusammenfasse, würden folgender Aufbau die Radonkonzentration also deutlich senken:

    Bitumen/Alu-Dichbahnen unter einer Fundamentplatte (verklebt/verschweißt), diese Dichtbahnen an den Übergängen zu den Wänden hochziehen bis zum Bodenniveau.

    Da stellt sich für mich die Frage: Ist sowas auch noch DIN-gerecht machbar und obendrein bezahlbar?!? Existiert überhaupt eine Bitumen/Alu-Bahn, die sich für sowas eignet?

    Hat jemand schon mal Erfahrungen mit Abdichtungsmaßnahmen bei Neubauten gemacht – sinnvollerweise mit einer Radon-Kontrollmessung nach Fertigstellung?

    [1] Gert W.Keller: “Die Strahleneinwirkung durch Radon in Wohnhäusern”, Bauphysik 15 (1993), Heft 5

    [2] Proceedings of the American Association of Radon Scientists and Technologists 2008 International Symposium Las Vegas NV, September 14-17, 2008. AARST © 2008: "RADON DIFFUSION COPEFFICIENT – A MATERIAL PROPERTY DETERMINING THE APPLICABILITY OF WATERPROOF MEMBRANES AS RADON BARRIERS"
    URL:
    http://www.aarst.org/proceedings/200...N_BARRIERS.pdf

    [3] http://www.bmu.de/files/pdfs/allgeme...rkblaetter.pdf
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  5. #4

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    Wenn Du schon so panische Angst vor Radon hast hilft nur eins: Viel Lüften. Oder Zwangsbelüften.
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  6. #5

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    Wäre "kein Keller" eine Option?

    Radon ist 8mal schwerer als Luft. Was hindert auf eurem Grundstück / in der Nachbarschaft austretendes Radon daran, sich am tiefsten lokalen Punkt - eurem Keller - zu sammeln?

    Oder eine Zwangsbelüftung?
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  7. #6

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    Den verlinkten Guide

    finde ich recht gut.
    http://www.epa.gov/radon/pdfs/buildradonout.pdf
    Es muss also nicht unbedingt auf eine 100%-ige Abdichtung rauslaufen.

    Dein Vorgehen ist im vorliegenden Fall kein Beleg für panische Angst, sondern begründete Vorsicht. Alles andere wäre Dummheit. Der gemessene Wert ist schon sehr hoch. Ich würde allerdings auch nochmal nach einer längeren kontrollierten Lüftungsphase im bestehenden Keller und auch draußen messen, um nicht nur einen (Zufalls)wert zu haben.
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  8. #7
    Wieland
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    No Panik. Radon gibt es in jedem Neubau.

    Was empfiehlt denn der Bebauungsplan?

    Safety First
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  9. #8
    Avatar von alex2008
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    Radon ist alles andere als harmlos!
    Mir erscheint eine Abdichtung in Kombination mit einer geregelten Lüftung am sinnvollsten.
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  10. #9
    Avatar von fmw6502
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    @blacksektor: geht es Dein bereits im Bau befindliche Haus d.h. nachträgliche Maßnahmen oder um ein noch zu bauendes Haus?

    Gruß
    Frank Martin
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  11. #10

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    Radon - Vorschläge EPA Teil1

    @nachttrac: Sehe nicht, dass das was mit panischer Angst zu tun hat - kannst Dich ja mal mit dem Thema befassen (z.B. Anteil der Strahlenbelastung durch Radons aus Gebäuden an der Gesamtbelastung). In anderen Ländern (z.B. USA) sind die Leute hier auch schon weiter – dort fragen wohl auch viele Hauskäufer nach der Radonbelastung. Würde mich nicht wundern, wenn solche Abdichtungsmaßnachmen bald auch hier in entsprechende Normen einfließen und die Messung im Neubau so üblich wird wie heute ein Blower-Door-Test. Die Richtwerte/Empfehlungwerte auf den verschiedenen Ebenen (EU, BRD) sind zudem stark im Fluss (nach unten) Richtung <100 Bq/m^3m

    Wenn sich das so entwickelt wie ich vermute, werden sich wohl bald alle am Hausbau beteiligten hiermit befassen müssen.

    @Stromfresser: Der Untergrund ist eher lehmig/fest nicht felsig. Das Gelände fällt zu zwei Seiten ab. Mir scheint hier eine Ausbreitung nur durch Diffusion eher wahrscheinlich. Dann würde der Verzicht auf einen Keller m.E. keinen so großen Unterschied machen – zumal das Loch da ist und sonst verfüllt/verfestigt werden müsste. Bin aber kein Geologe – keine Ahnung Infos zur unterschiedlichen Radonausbreitung je nach Bodenbeschaffenheit existieren. Aber für mein Verständniss gibt Diffusion immer und Ausbreitung durch Risse/Hohlräume im Untergrund evtl. zusätzlich.

    @KATMat: Das PDF der epa ist schon mal ganz gut – hier findet man einiges für die Detailplanung.

    Für alle, die das PDF nicht komplett lesen wollen: Die epa empfiehlt:

    - Min. 0,15 mm (besser 0,25) Polyetylen-Folie, Überlappung 30cm (idealerweise verklebt).

    - z.B. Drainagerohr als „Ringansaugung“ im Abstand von 30 cm von den Aussenwänden 2,5 cm unter dem Fundament, in einem Abflussrohr 10 cm (T-Stück) unter dem Fundament endend. Von hier aus gut abgedichtet durch das Fundament bis min. 30 über das Dach – und zwar ohne Regenschutz, der über den Rohrquerschnitt ragt. (Wenn ich das richtig verstehen, verwenden die in den USA verklebte Abflussrohre?!). Abstand des Rohraustritts min. 3 m bis zu anderen Hausöffnungen.

    - Schottergröße: knapp 2 cm, möglichst gleiche Größe

    - Zur genauen Verarbeitung an der Wand habe ich hier nichts gefunden – scheint denen nicht so wichtig zu sein?

    - Sorgfältige Abdichtung zwischen Folie und Rohrdurchtritten sowie aller weiterer Wanddurchführungen.

    - Drainage für das Wasser sollte auf keinen Fall in Abflussrohre unter dem Fundament münden.

    - Beton direkt auf die Folie – also nicht mit einer Sandschicht abdecken.

    Die nehmen auch Polyetylen als radondicht an.

    Kann man das auch hier in D so machen oder kollidiert das mit Vorschriften hierzulande?

    ... Teil 2
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  12. #11

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    Radon - Teil2...

    ...

    @Wieland: Außenbereich – kein Bebauungsplan. Es geht mit aber auch gar nicht um die Radonbelastung aus Baumaterialien (die evtl. Neubautypisch sind) sondern um die aus dem Boden (diese liegen – zumindest bei uns – um Größenordnungen darüber).

    @alex2008: Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung ist geplant – hier ist aber nach dem PDF der epa auch einiges zu beachten: Falls die Frischluft über ein Rohr durchs Erdreich angesaugt wird, sollte dies überall dicht sein und es sollte in diesem Rohr ein Überdruck bestehen. Das würde dann wohl bedeuten, dass es nicht genügt, die Luft nur anzusaugen, sondern man bräuchte einen zusätzlichen Ventilator, der die Luft an der Ansaugstelle in das Rohr drückt?! Ist wohl einfacher, wir verzichten auf die Verlegung des Rohres durch das Erdreich.
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  13. #12

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    Was soll die Ringbelüftung mit Abluft über Dach bringen, wenn Radon eine 8mal höhere Dichte als Luft hat? Da könnte ich auch Propangasflaschen im Keller lagern, wenn ich ein Abluftrohr habe.
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  14. #13

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    ein Kamin

    zieht auch entgegen der Dichte. Außerdem passt sich der Luftdruck im Boden nur verzögert an den Außenluftdruck an. Wenn nach Hochdruckperioden ein Tief folgt, hat es in der Bodenluft einen deutlich höheren Druck als z.B. im Keller. Der Kamin funktioniert dann zusätzlich als Ausgleich gegen das Druckgefälle.
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  15. Schau dir mal das Bauherren-Handbuch an.. Sehr viele nützliche Infos!
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  16. #14

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    und nun - ist das alles Normgerecht?

    Also die Maßnahmen der EPA sind ja zum Teil sehr detailliert - was da noch fehlt, wäre eine mögliche Detailausführung beim Übergang Fundament/Wand.

    Hinsichtlich einer verwendbaren Bitumen/Alu-Bahn hat sich leider auch noch niemand geäußert.

    Dann wäre immer noch die Frage, ob man das in D gemäß der EPA-Empfehlungen machen darf oder was man für eine Normgerechte Umsetzung evtl. ändern müsste?!

    Was mich beim EPA-Verfahren auch noch wundert: Die scheinen keinerlei Vlies als Schutz für die Folie auf den Schotter zu legen - hält das so eine Folie mit 0,25 mm aus ohne überall durchlöchert zu werden?
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  17. #15

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    Dichtungsbahnen

    @blacksektor.
    Das Thema ging ja kürzlich erst ganz groß durch die Presse. Ich denke, du brauchst etwas, wo das Gas nicht durchkommt. Eine Wanne hilft dir da nicht weiter. Mittlerweile gibt es da Lösungen mit Dichtungsbahnen, die aus dem Tankstellenbau kommen. Da darf ja aus den Tankstellendepots auch nichts austreten. Beim Haus ist es dann umgekehrt. Es kommt nichts in den Keller rein.
    Guck mal unter Baulinks:
    http://www.baulinks.de/webplugin/201....htm?0781.php4
    Oder falls der Link nicht funktioniert gib Radon unter Baunachrichten ein.
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