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Thema: Baustahlbewehrung in Filigrandecken

  1. #1

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    Frage Baustahlbewehrung in Filigrandecken

    Hallo Zusammen!

    Bei der letzten Abschlagsrechnung für meinen Neubau habe ich bzgl. der abgerechneten Mengen an Baustahl einen Schock bekommen. Durch die Umrechnung der Statik für Filigrandecken durch das Betonwerk hat sich die Menge an Baustahl ggü. der Statik um ca. 30 % erhöht.

    Im Bauvertrag wurde mit dem Rohbauunternehmer bzgl. der Abrechnung des Baustahls Folgendes vereinbart: "Die Abrechnung der Bewehrung erfolgt nach tatsächlich eingebauten, nachgewiesenen Stahlmengen."

    Die Abrechnung der Bewehrung der Deckenplatten setzt sich aus folgenden Positionen zusammen:

    Rundstahl
    Träger
    KTS/EQ-Träger
    Bügel

    Die obere Bewehrung wurde gem. Statik eingebaut.

    Dazu nun meine Fragen:

    Ist es üblich, daß die einzubauende Deckenbewehrung durch eine Umrechnung von einer "normalen" Betondecke in eine Filigrandecke um bis zu 30 % zunimmt?

    Kann der Bauunternehmer die entstehenden Mehrkosten an den Bauherren weitergeben (Filigrandecken waren ausgeschrieben)?

    Was gehört eigentlich zur Bewehrung? Nur der Rundstahl? Oder auch die Träger und Bügel?

    Was ist mit den Abstandshaltern (sog. Schlangen) und den Drahtröllchen? Gehören die auch zur Bewehrung?

    Was sagt die VOB zur Abrechnung der Filigrandecken?

    Vielen Dank für Eure Hilfe.
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  2. #2
    Bauexpertenforum Avatar von mls
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  3. #3
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    jau ...

    die übliche Falle. Wenn das nur so global vereinbart war. Pech gehabt. Wenn nach tatsächlichen Mengen, dann ist es doch ok. Sonst muß man pauschalieren. Dann wird es in den Preis der Elemente eingerechnet.
    Und der Preis für die Bewehrung der Betonstahlwerke kann bis zum Doppelten betragen. Die rechnen mit anderen Preisen als der BU.
    Wenn nicht anders vereinbart, gehört jeder Stahlkrümel dazu. Auch die Abstandhalter - Schlangen. Die Drahtröllchen dagegen nicht. Die gehören wie die Kunststoffabstandhalter zu den enthaltenen Leistungen - Verlgen der Bewehrung.

    Allerdings Schock: um wieviel gehts? EFH ca. 10 t ca. 4 t in den Fertigteilen ca. 1,2 t mehr? Dagegen sind die Ersparnisse für das Einschalen, den Deckenputz usw. gegenzuhalten.

    Mal so nebenbei: Die Bewehrung auf den Platten kam auch vom Fertigteilwerk? Hatte der "Statiker" bereits Pläne mit Elementeinteilung, Bewehrung auf den Platten und dem Bewehrungsgehalt und den Zulagen in den Platten gezeichnet? (Packen wir in den Schalplan mit rein.) Alle Platten einachsig tragend? Dann ist das doch noch wenig. Eher harmlos einzustufen. Für ein EFH. Die Bewehrungsmenge untere Lage kann sich auch verdoppeln. Kein Thema.
    PM - Manchmal bereitet Bauen auch Spass.
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  4. #4
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    Hi PeMu,

    der Statiker hat die Decke "konventionell" gerechnet. Die Bewehrung der Filigranplatten ist durch die Umrechnung um ca. 15 % gestiegen (Größtenteils durch Träger/Bügel etc.). Weitere 15% wurden direkt auf den Filgranelementen ("Bauseitige Zulagen auf Filigrandecke") verlegt (Wurde auch vom Betonwerk vorgegeben). Dann erst wurde die obere Lage der Bewehrung (Lt. Statik) eingebaut.

    Was mich nur gewundert hat, ist, daß die Bewehrung der Kellerwandelemente sich durch die Umrechnung in Ferteigteilelemente nur marginal verändert hat (< 100 kg).

    Die 30%ige Erhöhung bezieht sich übrigens auf die insgesamt für die Decken vorgesehene Betonstahlmenge...
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  5. #5
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    Warum ...

    Kellerwände - i.d.R. Ortbeton Q188A, Q257A bewehrt. Fertigteile auch, zusätzlich Stoßfugenbewehrung, Gitterträger mit angesetzt. Die Werke haben dafür gut angepaßte Bewehrungsstufen. -> Bei EFH nicht viel mehr Bewehrung.

    Decken: hier werden alle möglichen Bewehrungsmengen benötigt. Im Werk wird die nächst größere Stufe gewählt und i.d.R. max. für die ganze Platte.
    Dann ein bischen Gitterträger, dann noch ein paar Zulagen hier und dort.
    Eine Querbewehrung muß in die Platten, zusätzlich kommt die Querbewehrung mit vergrößertem Querschnitt noch auf die Platten (wenn 2-achsig gerechnet und bewehrt). Da wird allein ca. 20-40% mehr benötigt (bei EFH Größe). Die 15% mehr auf den Platten sind nicht insgesamt mehr. Denn diese Bewehrung hatte der Statiker ja auch schon mit etwas geringerem Querschnitt.

    So kommt es dann zusammen. (Meine %-Angebaen beziehen sich immer auf die jeweilige Position - nicht auf die Summe).
    PM - Manchmal bereitet Bauen auch Spass.
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  6. #6

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    Hallo!

    Hilft jetzt nix mehr, aber wir haben den Vertrag erst unterschrieben, als die wirklich benötigte Menge Stahl, natürlich statisch berechnet, bekannt war.
    Dazu haben wir auch die Pläne des Filigrandeckenherstellers eingesehen, der die Decke ja ebenfalls statisch berechnet und auf seine Fertigung hin angepasst hat.

    Wir wollten auch den Preis einer Ortsbetondecke wissen. Bei uns gab es keinen "signifikanten" Unterschied, so dass wir uns dann doch für die Filigrandecke entschieden haben. (In der Filigrandecke ist jedoch bisserl mehr Stahl drin.) Haben sie nicht VORHER nach dem preislichen Unterschied zwischen beiden Deckenvarianten gefragt? Da wäre die Sache mit dem Stahl doch aufgefallen?

    Man sollte hier vorher aufpassen. Manche BU setzen auch im Angebot Stahl etwas "sparsam" ein und lassen Stahl bei Pauschalverträgen aussen vor und kassieren dann später nach. Bei uns war der günstigste Anbeiter nur deswegen so günstig, weil er mit 6t statt 11t gerechnet hat ;-) Und der zweitteuerste ist unterm Stich der billigste!
    Tschau,
    Reniar
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  7. #7
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    Besten Dank für die Antworten!!!
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