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  1. #1

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    Was heißt eigentlich "Auslegung" einer FBH genau?

    Mal ne richtige Anfängerfrage: Was genau versteht man denn unter "Auslegung" einer Fußbodenheizung?

    Ich lese hier immer von Vorlauftemperaturen, die möglichst niedrig sein sollen usw. Die kann man doch sicher nicht frei wählen. An welchen Parametern schraubt man bei der Auslegung also alles rum?

    Gruß, Izza
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  2. Was heißt eigentlich "Auslegung" einer FBH genau?

    Schau dir mal diesen Ratgeber an. Dort findet man Infos und Antworten.

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  3. #2

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    Auslegung einer FBH?
    Na ja, also zuerst einmal hat man eine berechnete Heizlast für einen Raum die die FBH abdecken muss. d.h. die Leistung der FBH muss min. so groß sein wie die Heizlast.

    Die Leistung einer FBH wird durch mehrere Faktoren bestimmt. Das wären beispielsweise die Temperatur des Wassers, Durchflußmenge pro Zeiteinhait, aber auch der Verlegeabstand. Auch der FBH- bzw. Boden-Aufbau (inkl. Oberbelag) hat einen Einfluß auf die Leistung.

    Jetzt kann man das alles schön rechnen. Ein mit Heizwasser durchflossenes Rohr gibt über seine Oberfläche an die Umgebung Wärme ab. Dieser Wärmeübergang ist jedoch genau betrachtet ziemlich komplex. Deswegen haben die meisten Hersteller Tabellen und Diagramme veröffentlich mit denen man sich das Leben etwas leichter machen kann. Für die Praxis kommt es auch nicht auf xx Nachkommastellen an.

    Mit diesen Diagrammen versucht man nun die FBH zu optimieren, indem man alle Räume betrachtet. Der Raum mit der höchsten Heizlast/qm FBH-Fläche bestimmt die Systemtemperatur. Mit dieer Temperatur rechnet man nun die anderen Räume und kann den VA optimieren.

    Ist also alles nicht so kompliziert.

    Gruß
    Ralf
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  4. #3
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    Danke, Ralf! Also, mal angenommen ich als Bauherr habe den Bodenbelag schon festgelegt. Dann muss der Heizi v.a. Vorlauftemperatur und Verlegeabstand bzw ihr Verhältnis optimieren, richtig? Ihr schreibt hier doch immer, möglichst niedrige VT sei gut. Heißt das möglichst enger VA ist auch optimal? Macht man das eigentlich für verschiedene Räume oder sogar für verschiedene Zonen im Raum unterschiedlich? Wo sind die Grenzen nach unten bei der VT (wenn VT = gewünschte Raumtemperatur bekomme ich die Bude ja wahrscheinlich nicht mehr warm)? Und dreht man man auch an der von dir erwähnten Durchflussmenge pro Zeiteinheit?
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  5. #4

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    Zitat Zitat von izza Beitrag anzeigen
    Danke, Ralf! Also, mal angenommen ich als Bauherr habe den Bodenbelag schon festgelegt. Dann muss der Heizi v.a. Vorlauftemperatur und Verlegeabstand bzw ihr Verhältnis optimieren, richtig?
    Kurz gesagt, JA.

    Zitat Zitat von izza Beitrag anzeigen
    Ihr schreibt hier doch immer, möglichst niedrige VT sei gut. Heißt das möglichst enger VA ist auch optimal?
    Auch hier ein JA. Es gibt natürlich Grenzen der Machbarkeit.

    Zitat Zitat von izza Beitrag anzeigen
    Macht man das eigentlich für verschiedene Räume oder sogar für verschiedene Zonen im Raum unterschiedlich?
    Für verschiedene Räume auf jeden Fall. Früher hat man auch im Raum mit unterschiedlichen Zonen gearbeitet (Bsp.: im Fensterbreich eine engere Verlegung) sogenannte Randzonen. Heute ist das eher unüblich und man verlegt großflächig mit möglichst geringem VA. Ist natürlich auch eine Kostenfrage.

    Zitat Zitat von izza Beitrag anzeigen
    Wo sind die Grenzen nach unten bei der VT (wenn VT = gewünschte Raumtemperatur bekomme ich die Bude ja wahrscheinlich nicht mehr warm)?
    Die Grenze liegt meist irgendwo zwischen 30°C und 35°C.

    Zitat Zitat von izza Beitrag anzeigen
    Und dreht man man auch an der von dir erwähnten Durchflussmenge pro Zeiteinheit?
    Normalerweise nicht. Die ergibt sich aus der Planung und wird dann nur noch feinjustiert. Stichwort: Temperatur und Spreizung (Verhältnis Vor- und Rücklauf)

    Gruß
    Ralf
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  6. #5
    Avatar von OldBo
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    Richtig. Wenn der Verlegeabstand nicht stimmt, dann ist über die Durchflussmenge nicht mehr viel rauszuholen. Da hilft nur noch eine Temperaturerhöhung und die sollte so niedrig wie möglich bleiben.

    Gruß

    Bruno
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  7. #6
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    Legt man denn solche Dinge (max. VT und max. VA) vertraglich fest oder ist das unüblich? (Meistens ist ja bei solchen Fragen die Antwort "ja", ich weiss schon.) Nebenan läuft ja gerade ein Thread mit furchtbaren Bildern von einer FBH, die selbst wahrscheinlich genauso "gut" verlegt haette :-;
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  8. #7
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    selbst *ich*, war natürlich gemeint
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  9. #8

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    Legt man denn solche Dinge (max. VT und max. VA) vertraglich fest
    Wenn dann eine maximale VL Temp. festlegen. Der Rest muss sich danach richten (Heizlastberechnung muss natürlich gemacht werden). Es ist auch witzlos, überall 5 cm VA zu bauen, wenn es nur in einem Raum (meist im Bad) nötig wäre und im Rest der Wohnung (bei gleicher VLT) 15 cm reichen.
    Hängt ja immer auch noch vom Dämmstandard ab.
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  10. #9

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    Zitat Zitat von izza Beitrag anzeigen
    Legt man denn solche Dinge (max. VT und max. VA) vertraglich fest oder ist das unüblich?
    Es genügt max. VL Temp. Der Rest ergibt sich aus der Heizlast und der darauf basierenden Dimensionierung (s.o.).

    Dabei ist zu überlegen, ob man wirklich den kritischen Raum, typischerweise das Badezimmer, als Referenz heranzieht, weil dort normalerweise die kleinste Bodenfläche zur Verfügung steht. Denkbar ist auch eine Erhöhung der Flächen im Bad durch Einbindung einer Wandheizung. Dadurch lässt sich das Temperaturniveau senken, was auch den anderen Räumen zugute kommt.

    Es ergibt sich dann beispielsweise für die meisten Räume ein VA irgendwo um 10cm, im Badezimmer dann unterstützt durch zusätzliche Heizflächen.

    Gruß
    Ralf
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  11. #10
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    Vielen, vielen Dank - das sind super Infos!

    Die minimal sinnvolle VT im kritischen Raum ergibt sich dann aus den dortigen Flächen, dem Bodenmaterial, der raumspezifischen Heizlast mittels der magischen Tabellen? Die Heizlast bezieht sich schon auf eine bestimmte Wunschtemperatur, richtig? Setzt man die im Bad höher an?

    Und wenn man, wie du vorschlägst, evtl. nicht das Bad als kritischen Raum annimmt, heißt das dann, dass man dort den Heizbedarf eher unterschätzt hat - und also noch nen Elektroheizlüfter oder irgendsowas dazuplanen muss?
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  12. Schau dir mal das Bauherren-Handbuch an.. Sehr viele nützliche Infos!
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  13. #11

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    Zitat Zitat von izza Beitrag anzeigen
    Die minimal sinnvolle VT im kritischen Raum ergibt sich dann aus den dortigen Flächen, dem Bodenmaterial, der raumspezifischen Heizlast mittels der magischen Tabellen? Die Heizlast bezieht sich schon auf eine bestimmte Wunschtemperatur, richtig? Setzt man die im Bad höher an?
    JA. Bei der Ermittlung der Heizlast nimmt man beispielsweise für die Wohnräume eine Raumtemp. von 21°C an, für das Badezimmer dann 24°C.

    Die Tabellen sind nicht magisch, sondern sie erleichtern die Arbeit. Heutzutage geht´s aber noch einfacher mit einer geeigneten Software.

    Zitat Zitat von izza Beitrag anzeigen
    Und wenn man, wie du vorschlägst, evtl. nicht das Bad als kritischen Raum annimmt, heißt das dann, dass man dort den Heizbedarf eher unterschätzt hat - und also noch nen Elektroheizlüfter oder irgendsowas dazuplanen muss?
    Richtig. Man steht vor der Frage, entweder die ganze Hütte auf höherer Temperatur zu fahren, oder aber im Bad zusätzliche Heizflächen vorzusehen. Diese zusätzlichen Heizflächen können eine Wandheizung oder von mir aus auch ein Elektrolüfter oder IR-Strahler oder oder oder .....sein.

    Gruß
    Ralf
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  14. #12
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    Wobei ich immer eine Wandheizung oder einen IR-Strahler vorziehen würde, weil eine höhere Raumtemperatur nur kurzzeitig notwendig ist.

    Gruß

    Bruno
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