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Nachbarlärm-Problem Trittschall

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  1. #1

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    Nachbarlärm-Problem Trittschall

    Hallo zusammen,

    ich bin Neuling und absoluter Laie.

    Folgendes Problem:

    wir haben Anfang 2008 eine EG-Eigentumswohnung gekauft. Das Haus ist aus den Jahr 1937 und hat Holzbalkendecken. Bei unserem Einzug waren über unserer Wohnung 2 kleinere Wohnungen (je 40-45qm), wovon eine unbewohnt und die andere von einem allein stehenden Mann bewohnt war.

    Alles war gut!!

    Dann wurden die Wohnungen verkauft und durch den neuen Eigentümer zusammengelegt. Jetzt ist es so, das der neue Nachbar/Eigentümer außer seiner Frau auch 2 kleine Kinder (2+7 Jahre) hat, die ausgesprochen agil sind. Die beiden rennen regelmäßig durch ihre Wohnung und jeder Schritt verursacht bei uns ein mächtiges Dröhnen. Vor allem abends sind die beiden in Topform und geben des öfteren nochmal alles, was dazu führt, dass unsere Tochter (3 Jahre), die früher als die beiden ins Bett geht, schlecht einschläft.
    Gespräche mit den Nachbarn gab es auch, diese sind aber der Meinung, dass sie ihren Kinder das rennen/spielen nicht verbieten wollen.
    Normales Gehen und Stimmen von oben hört man kaum, sind also kein Problem.

    Gibt es Möglichkeiten dieses Dröhnen zu mindern?

    Der Nachbar hat bei seiner Umbauphase gesehen das zwischen unserer Decke und seinem Fussboden alles hohl ist (keine Asche oder dergleichen).

    Bringt es was die Decke abzuhängenund den Hohlraum auszufüllen? Wenn ja -womit? Dämmwolle, Styropor, Schaumstoff, hab auch was von Akustikmatten gehört?

    Wir sind dankbar für jeden ernst gemeinten Tipp!!

    Ich hoffe, ihr könnt uns helfen!
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  2. Nachbarlärm-Problem Trittschall

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  3. #2
    Avatar von Anfauglir
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    Es gibt selbstverständlich Trockenbausysteme welche, unterseitig an die Holzbalkendecke angebracht, die Schalldämmung verbessern.

    Der Schallweg -> Fussboden->Deckenbalken->Auflager->Mauerwerk->Wohnraum bleibt, ->. Da hilft nur eine schwimmende Verlegung des Fussbodens über euch, ggf. einhergehend mit einer Erhöhung der Deckenmasse.
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  4. #3

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    Tja, da wurde dann wohl der Umbau oben in nicht fach- und sachgerechter Weise durchgeführt.
    Vermutlich ist auch der neue Bodenaufbau hart auf die Balken angekoppelt.

    Hattet Ihr als Miteigentümer denn überhaupt der Zusammenlegung der beiden Wohnungen zugestimmt?
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  5. #4

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    Ferndiagnosen sind immer problematisch.

    Das trifft insbesondere auch auf das beschriebene Trittschallproblem zu.

    Insofern können hier bestenfalls nur Vermutungen zu technischen Ertüchtigungsmöglichkeiten geäußert werden, die zur Verbesserung des Schalldämm-Maßes beitragen könnten.

    Spätestens bei den (auch finanziell) recht aufwendigen Sanierungsarbeiten würde wohl das nächste Problem anstehen ..!

    Wenn normales Gehen und Sprechen kaum zu hören ist, läge sogar die Vermutung nahe, dass eine im Streitfall "verordnete" Trittschallmessung keine Überschreitung der nach DIN 4109 geltenden Grenzwerte zeigen könnte!

    Es wäre kein Einzelfall, da die Messnorm alle Störfrequenzen unter 100 Hz nicht in die Beurteilung einbezieht! Aber genau dort ist Ihr Problem angesiedelt, da derartige Schwingungen schon durch Kinderfüße verursacht werden können.

    Sollte jedoch die im Rahmen der Zusammenlegung der Räume im Obergeschoss ausgeführte Arbeiten eine Verschlechterung des Schalldämmvermögens der Geschossdecke zur Folge hatten, würde das allgemein gültige Verschlechterungsverbot greifen und Sie hätten gegebenenfalls ein nettes Druckmittel !

    Ein versierter Bauakustiker sollte jedoch auf der Grundlage einer Ortsbegehung die eigentlichen Schwachstellen finden und bewerten können, so dass auch der zur Problembehebung erforderliche Aufwand konkret zu beziffern wäre.

    KPS.EF
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  6. #5
    Themenstarter

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    Hallo Julius,

    war zwar ein größerer Umbau aber am Boden selber wurde nichts gemacht (außer neuen Laminat und Fliesen in der Diele). Unter dem Laminat sind Farmacellplatten und die waren schon vorher da.

    Hatten dem Umbau nicht zugestimmt bzw. wurden gar nicht gefragt. Verwalter war aber eingeschaltet, außerdem wurde unsere Wohnung wohl auch vor Jahren zusammengelegt (glaub ich).
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  7. #6
    Themenstarter

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    Hallo KPS.EF,

    Insofern können hier bestenfalls nur Vermutungen zu technischen Ertüchtigungsmöglichkeiten geäußert werden, die zur Verbesserung des Schalldämm-Maßes beitragen könnten.

    Wären schon für Vermutungen / Tipps dankbar!


    Wenn normales Gehen und Sprechen kaum zu hören ist, läge sogar die Vermutung nahe, dass eine im Streitfall "verordnete" Trittschallmessung keine Überschreitung der nach DIN 4109 geltenden Grenzwerte zeigen könnte!

    Normales Gehen und Sprechen hört man schon, das stört uns aber nicht. Glaube aber nicht, dass da eine Überschreitung der DIN 4109 vorliegt.

    Das Störende ist halt das Rennen, das Springen von Gegenständen (=Erdbeben incl. dicker Vibration) und wenn z.b. Stühle über den Boden geschoben werden. Hab aber keine Ahnung in welchem Hz-Bereich das liegt.
    Wollten auch noch keinen Rechtsstreit, sondern erstmal selber versuchen eine Verbesserung zu erreichen.

    Was kostet eine Messung vom Bauakustiker ungefähr?
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  8. #7
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    Kosten je Trittschallmessung in D rund 300,00 € + MWSt + Anfahrt + gutachterliche Bewertung der Messungen 75,00 €/Stunde + MWSt. Der andere Wohnungseigentümer müßte zuvor der Durchführung der Trittschallmessungen in seiner Wohnung zustimmen.

    war zwar ein größerer Umbau aber am Boden selber wurde nichts gemacht (außer neuen Laminat und Fliesen in der Diele). Unter dem Laminat sind Farmacellplatten und die waren schon vorher da.
    Was war vor dem Laminat und den Fliesen auf dem Boden verlegt? Teppichboden? Ist ein schwimmender Trockenestrich vorhanden?

    Hier nachlesen: http://www.bauexpertenforum.de/showthread.php?t=12215

    Abgehängte Decke in der eigenen Wohnung bringt eine Verbesserung von max. 4 dB und ist aus Kostengründen kaum zu empfehlen.

    Der Schallgutachter sollte sich die Ausführung der Umbauarbeiten ansehen und zwar insbesondere die Laminat- und Fliesenverlegung.
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  9. #8

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    *Spekulationsmodus ON *
    Da wurde auf einen, zumindest in Bezug auf Trittschall, mangelhaften Bodenaufbau ein trittschallempfindlicher Oberbelag aufgebracht. Evtl. wurde auch der Oberbelag nicht fachgerecht verlegt was die Trittschallproblematik weiter verschärft.
    * Spekulationsmodus OFF *

    Bei Störungen jeglicher Art sollte man immer die Ursache beseitigen, und nur wenn das nicht möglich ist, kann man an den Folgen herumoperieren. Das bedeutet aber meist mehr Aufwand und geringere Erfolgschancen.
    Deswegen ist auch die Lösung mit der abgehängten Decke nicht wirklich der Bringer.

    Sinnvoll wäre zuerst einmal Fakten zu schaffen. Stichwort: Trittschallmessung

    Dann kann man vielleicht schon abschätzen was machbar ist und mit welchem Aufwand. Der Nachbar wird davon nicht begeistert sein, denn ich befürchte, daß man nur in seiner Wohnung das Problem ernsthaft und mit Erfolgsaussichten angehen kann.

    Gruß
    Ralf
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  10. #9

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    Da jedoch Eure Zustrimmung zur Zusammenlegung nicht vorliegt, könntet Ihr damit drohen, ggf. einzuklagen, daß die Wohnungen wieder getrennt werden (natürlich auf Kosten von deren Eigentümer)...
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  11. #10

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    Zitat Zitat von Julius Beitrag anzeigen
    Da jedoch Eure Zustrimmung zur Zusammenlegung nicht vorliegt, könntet Ihr damit drohen, ggf. einzuklagen, daß die Wohnungen wieder getrennt werden (natürlich auf Kosten von deren Eigentümer)...
    Puuh...ich weiß nicht ob es gut ist in diesem Stadium diese Keule zu schwingen. Erst wenn die Diplomatie nicht mehr weiterhilft, sonst könnte das eine neverending story werden und irgendwann hat man keine Nerven mehr.

    Gruß
    Ralf
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  12. #11
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    Hallo Eric,

    Was war vor dem Laminat und den Fliesen auf dem Boden verlegt? Teppichboden? Ist ein schwimmender Trockenestrich vorhanden?

    Ein schwimmender Estrich ist nicht vorhanden. Vor dem Umbau war meines Wissens auch Laminat verlegt. Da müsste ich mich aber nochmal genau erkundigen ob möglicherweise in Teilen der Wohnungen Teppich lag.

    Abgehängte Decke in der eigenen Wohnung bringt eine Verbesserung von max. 4 dB und ist aus Kostengründen kaum zu empfehlen.

    Bringt denn das Ausfüllen des bestehenden Hohlraums zwischen Boden und Decke keine Verbesserung? Wenn ja, was bringt am meisten?
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  13. #12
    Themenstarter

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    Hallo Julius

    Zitat Zitat von Julius Beitrag anzeigen
    Da jedoch Eure Zustrimmung zur Zusammenlegung nicht vorliegt, könntet Ihr damit drohen, ggf. einzuklagen, daß die Wohnungen wieder getrennt werden (natürlich auf Kosten von deren Eigentümer)...
    Zustimmung gab es definitiv nicht, wurde auch nicht auf der Eigentümerversammlung im letzten Jahr angesprochen. Möglicherweise gab es früher mal einen Beschluss, was ich aber nicht glaube da izumindest in den Protokollen der letzten 8 Jahre nix vermerkt wurde (hab die Protokolle vom Vorbesitzer bekommen). Kann es sein, dass wenn in der Vergangenheit schon mal Wohnungen zusammengelegt wurden, dann automatisch keine Zustimmung mehr erfolgen muss? Haben Firma als Verwalter, diese waren über die Umbaumaßnahmen informiert und sollten sich doch eigentlich auskennen.
    Wenn die Zustimmung hätte erfolgen müssen, wie wären unsere Chancen vor Gericht?
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  15. #13

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    Zitat Zitat von pepan71 Beitrag anzeigen
    Wenn die Zustimmung hätte erfolgen müssen, wie wären unsere Chancen vor Gericht?
    Schwierig. Zustimmung ist grundsätzlich erforderlich, darf aber auch nur aus wichtigem Grund untersagt werden. Ob die Zusammenlegung Grund der Lärmbelästigung ist...?? Vielleicht eher nicht (vielleicht aber auch doch?)

    Man weiß es nicht. Klingt auf jeden Fall nach einem aufwändigen Verfahren mit Beweissicherung, Gutachtern, Schallmessungen...jede Menge hohe Kosten, auf denen die unterliegende Partei sitzen bleibt.

    Grüße,
    moep3fx
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  16. #14
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    Klingt auf jeden Fall nach einem aufwändigen Verfahren mit Beweissicherung, Gutachtern, Schallmessungen...jede Menge hohe Kosten, auf denen die unterliegende Partei sitzen bleibt.
    Ich würde in diesem Fall den öbuv Müller aus Erkrath empfehlen. Der sollte zunächst Voruntersuchungen durchführen, damit eine weitere Einschätzung möglich wird.

    Die Flinte gleich ins Korn zu werfen, halte ich für falsch. Der Fragesteller sagt doch selbst, daß der Lärm für ihn unerträglich geworden ist. Wenn es so ist, ist die ETW praktisch wertlos, insbesondere auch nicht verkäuflich.

    Ich meinte eine abgehängte Decke mit Dämmeinlage, die angesichts des fehlenden schwimmenden Estrichs wenig bringt. Wenn überhaupt sind schwimmender Estrich/Teppichboden und abgehängte Decke in Kombination zu sehen.

    Bringt denn das Ausfüllen des bestehenden Hohlraums zwischen Boden und Decke keine Verbesserung?
    Bringt weniger als eine abgehängte Decke und wäre auch noch viel kostenaufwändiger.

    Mal hier nachlesen:

    http://www.iemb.de/moe/moe18/tennhardt.pdf

    Außerdem weiter googeln mit den Stichworten: " Holzbalkendecke und Trittschallschutz "
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