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Zinsbindung

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  1. #1

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    Zinsbindung

    Hallo,

    im Rahmen der Finanzierung unseres Eigenheimes bin ich mir bezüglich der Zinsbindungsdauer mittlerweile unsicher geworden.

    Grundsätzlich bin ich davon ausgegangen, lieber eine lange Zinsbindung (15 - 20 Jahre) zu wählen, um mir die derzeitig günstigen Konditionen langfristig zu sichern. Nun, wo ich erste Angebote vorliegen habe, bin ich jedoch unsicher, ob es nicht doch besser ist, nur eine 10jährige Zinsbindung zu wählen und die ca. 0,5% gesparten Zinsen lieber in eine höhere Tilgung zu investieren.

    Meine Gedanken zur kurzen Zinsbindung:
    deutlich niedrigerer Zinssatz heute
    Bereits nach 10 Jahren könnten deutlich höhere Zinsen anfallen, aber: ja auf eine höhere bereits erfolgte Tilgung, wenn der ersparte Zinssatz in die Tilgung investiert wurde.

    Meine Gedanken zur längeren Zinsbindung:
    Für die nächsten 15 Jahre sind deutlich mehr Zinsen zu zahlen
    Die Annuität ist länger planbar - Sicherheit für mich
    Eventuell mache ich nach 10 Jahren von meinem Sonderkündigungsrecht Gebrauch, dann habe ich den höheren Zinssatz "umsonst" gezahlt.

    Letztendlich ist die Entscheidung ja ein Abwegen von Eventualitäten die keiner kennt, trotzdem möchte ich das Gefühl haben, mich richtig entschieden zu haben.

    Vielleicht habt Ihr bezüglich des Herausfindens der für den Einzelfall optimalen Zinsbindungsdauer ja weitere Aspekte, die mir die Entscheidung leichter machen können.

    Ich freue mich auf Eure Antworten.
    mfg Dargun
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  2. Zinsbindung

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  3. #2

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    Zinsbindung

    Hallo!

    Das kann man nicht pauschal beantworten. Neben den Zinssätzen
    kommt es vor allem darauf an, wie groß die Restschuld nach der
    Zinsbindung ist. Bei den Internetanbietern gibts verschiedene
    Rechner, die es einem erlauben, auszurechnen, bei welchem
    angenommenen Anschlußzins welche Laufzeit günstiger ist.

    Viele Grüße,
    Jens
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  4. #3
    Avatar von rainerS.punkt
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    Hi,

    letzendlich bist du bei der 10-jährigen Bindung nicht flexibel: Wenn zu dem Zeitpunkt die Zinsen exorbitant hoch sind, hast du halt Pech gehabt.

    Klar kauft man sich die Flexibiltät mit erhöhtem Zinssatz aus, aber am Ende muss die Mischung aller Optionen stimmen und mit dem eigenen Anspruch zusammenpassen. Für uns war das ein Punkt unter mehreren.

    Grüße
    Rainer
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  5. #4
    Themenstarter

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    Hallo Jens,

    der Break-Even-Point, an dem sich das längere Darlehen lohnt, liegt bei ca. 6,7 % angenommenen Anschlusszins, das habe ich bereits errechnet. Die Restschuld ist jedoch eine große Unbekannte, da wir definitiv Sondertilgen möchten. Die Planung sieht so aus:

    Kreditbetrag: 210.000 €
    anfängliche Tilgung: 1-1,5%, also möglichst geringe monatliche Rate
    Zinsbindung???
    Sondertilgung: vermutlich erst nach dem 2. oder 3. Jahr, da ich davon ausgehe, dass in den ersten Jahren noch viele zusätzliche Ausgaben kommen und man hier und da doch noch am Grundstück investiert, womit ich heute noch nicht rechne. Dann: Mindestens 5.000 €, wünschenswert 7.000 € im Idealfall sogar 10.000 Euro. Die Höhe der Sondertilgung und somit die Restschuld ist also nicht planbar.

    Auf Grund der Flexibilität, die ich mir von dem Kredit wünsche, erschwert sich natürlich der Berechnung der Vergleichbarkeit...

    vg dargun
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  6. #5

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    Hallo Dargun,

    Je mehr Du sondertilgst, desto hoeher liegt der Break-Even-Point. Wenn Du
    fest weist, dass Du regelmaessig sondertilgst, wuerde ich das mal mit einrechnen
    (lassen) und bei ein paar Tausend Euro hin oder her im Zweifelsfall die laengere
    Zinsbindung nehmen. Ein normaler KfW-Teil-Kredit koennte ggf. auch interessant
    sein, da hast Du erst verzoegert Tilgung. Zur Sicherheit solltest Du dann aber auf
    jeden Fall die Tilgungsrate beim Hauptkredit kostenlos aendern koennen. Wie Rainer kann ich
    ansonsten auch nur empfehlen, einen guten bankunabhaengigen Finanzberater
    zu konsultieren. Wir hatten das bei unserer vor 5 Jahren gekauften und jetzt
    leider vermieteten Wohnung gemacht und auch jetzt wieder bei unserem gebrauchten Reihenhaus.
    Die "Beratung" der Banken, Bausparkassen und MLP war damals mehr als duerftig.
    Da unser Finanzberater bei seiner Bank (die ueber ihn natuerlich bessere Konditionen
    rausgibt als direkt) schon mal zwischenzeitlich die Konditionen hat sichern, als wir
    in der Findungsphase noch von einem hoeheren Betrag ausgingen, sind wir jetzt auch
    wieder bei 15 Jahren.

    Viele Gruesse,
    Jens
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  7. #6

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    Zitat Zitat von JensDecker Beitrag anzeigen
    Da unser Finanzberater bei seiner Bank (die ueber ihn natuerlich bessere Konditionen
    rausgibt als direkt)
    DAS erzählen die Finanzberater gerne und auch der Banker bestätigt Dir das weil er sich weitere Kunden über den Finanzberater erhoft.

    Tatsächlich bekommst Du im Regelfall keine besseren Konditionen als ein normaler Kunde dieser Bank!!
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  8. #7
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    @Rainer: ja, das sehe ich grundsätzlich genauso. Ich stelle mir jetzt halt nur die Frage, wie wahrscheinlich ist es, dass in 10 Jahren die Zinsen um die 7% oder drüber liegen...

    @Jens: ich habe einen Finanzberater zur Seite, der bereits bei Schwiegereltern und Schwägerin die Finanzierung organisiert hat. Bei meiner Hausbank war ich auch und bin wie erwartet enttäuscht worden. Nachdem ich dem Berater, oder doch Verkäufer??, klargemacht hatte, warum ich kein Wohnriester machen möchte, so wollte er doch auf gar keinen Fall von einem Bausparer abweichen. Sondertilgungen sollen dann natürlich in den Bausparer und nicht in das Darlehen gehen... Mit ihm komme ich nicht auf einen Nenner. Ich möchte das beste für mich und er die höchste Provision... Also wird der Kredit bei einer anderen Bank realisiert.
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  9. #8
    Avatar von sk8goat
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    Zitat Zitat von derF Beitrag anzeigen
    Tatsächlich bekommst Du im Regelfall keine besseren Konditionen als ein normaler Kunde dieser Bank!!
    Irrtum!
    Es gibt natürlich schon Banken bei denen alle die gleichen Konditionen bekommen. Der Regelfall ist das aber nicht. Bei vielen Banken bekommen die Vermittler bessere Konditionen als die 'normalen' Bestandskunden der Bank. Hab ich schon oft erlebt. Am sypathichsten sind mir aber die Banken, bei denen jeder die gleichen Konditionen bekommt - egal ob mit Vermittler oder direkt. So ist es z.B. bei der DUNG iba.
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  10. #9

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    Zitat Zitat von sk8goat Beitrag anzeigen
    Der Regelfall ist das aber nicht. Bei vielen Banken bekommen die Vermittler bessere Konditionen als die 'normalen' Bestandskunden der Bank.
    Wenn dann nur deshalb, weil diese Darlehen bzw. Kunden gleich in ein Paket verpackt und am Kapitalmarkt plaziert werden. So spart man sich schließlich die Betreuungskosten über die gasamte Darlehenslaufzeit.
    Das nennt sich dann "quick and dirty"
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  11. #10

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    Hallo,

    Zitat Zitat von derF Beitrag anzeigen
    Wenn dann nur deshalb, weil diese Darlehen bzw. Kunden gleich in ein Paket verpackt und am Kapitalmarkt plaziert werden. So spart man sich schließlich die Betreuungskosten über die gasamte Darlehenslaufzeit.
    Das nennt sich dann "quick and dirty"
    Wenn ich den Zinssatz entsprechend der Dr. Klein Webseite bekomme, zweimal
    kostenlose Ratenänderung und 5% Sondertilgung wie üblich dabei sind und
    das letztlich von einer örtlichen Bank und ich vertraglich garantiert bekomme,
    daß mein Kredit nicht weiterverkauft wird, ist mir der Rest ziemlich egal bzw.
    hab ich keine Lust mir irgendwelchen Bauspar- oder Riesterkram anzuhören.
    Mag sein, daß ein langjähriger Stammkunde da anders behandelt wird, aber
    wir haben bei unserem ersten Wohnungskauf bei den Banken keinerlei
    kompetente Beratung oder kompetitive Angebote bekommen.
    Ich denke mal, daß der Hauptaspekt der ist, daß die seriös arbeitenden
    Berater einfach ein geringeres Ausfallrisiko liefern.

    Schönen Abend,
    Jens
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  12. #11

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    Zitat Zitat von dargun Beitrag anzeigen
    @Rainer: ja, das sehe ich grundsätzlich genauso. Ich stelle mir jetzt halt nur die Frage, wie wahrscheinlich ist es, dass in 10 Jahren die Zinsen um die 7% oder drüber liegen...
    Wenn ich mir die heutige Finanz- und Schuldenpolitik der wichtigsten Industriestaaten so anschaue, dann könnte der Zinssatz in 10 Jahren sogar sehr viel höher als 7% liegen. Vielleicht sogar so viel höher, wie man sich das im Moment gar nicht vorstellen kann...
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  13. #12
    Avatar von sk8goat
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    So ein Schmarrn.

    Gerade weil sämtliche Industristaaten riesige Schulden haben wird es wohl eher so sein, dass die Politik auf die Zentralbank dahingehend einwirkt, dass die Zinsen niedrig bleiben. Denn dann müssen diese verschuldeten Staaten ja auch nur niedrige Zinsen für ihre Anleihen zahlen.
    Jedenfalls hat in Zeiten hochverschuldeter Staaten die Politik kein Interesse an steigenden Zinsen. Ist doch logisch.
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  14. #13

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    Zitat Zitat von sk8goat Beitrag anzeigen
    Jedenfalls hat in Zeiten hochverschuldeter Staaten die Politik kein Interesse an steigenden Zinsen. Ist doch logisch.
    Ich vermute mal, an der jetzigen Krise hat die Politik auch kein großes Interesse gehabt. Hat aber auch nix genutzt. Übrigens ist die Zinspolitik, zumindest in Europa, politisch unabhängig...

    Fakt ist, dass der bereits heute erreichte Verschuldungsstand mittel- und langfristig mit einem deutlichen Inflationsrisiko verbunden ist. Und Inflation geht halt mit einem starken Zinsanstieg einher...
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  16. #14

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    Zitat Zitat von sk8goat Beitrag anzeigen
    So ein Schmarrn.
    Denn dann müssen diese verschuldeten Staaten ja auch nur niedrige Zinsen für ihre Anleihen zahlen.
    Jedenfalls hat in Zeiten hochverschuldeter Staaten die Politik kein Interesse an steigenden Zinsen. Ist doch logisch.
    Im Moment wird doch vom Staat jedem Pleiteunternehmen Geld "geliehen", vielleicht gibts bald wieder eine MilchMerkelRechnung und die Zinsen steigen analog der Mehrwertsteuer, wenn die Pleiteunternehmen auf einmal Gewinn machen und der Staat ein Geschäft wittert?
    Wer weiss das schon? Mir ist Zinssicherheit im Moment wichtiger und habe auf 30 Jahre abgeschlossen (Nach 10 Jahren kommt man innerhalb von 6 Monaten ja eh überall raus, oder nach 14, 13,5 oder 17 oder 23,9, wann es eben am besten ist)
    In den 80ern hat die Zinsentwicklung jedenfalls meinen Eltern fast das wirtschaftliche Genick gebrochen und soooo lange ist es nicht her.
    Aber ich bin auch weniger der spekulative Finanzierer.

    gruß
    Baldbauherr, der jetzt doch Bestandkäufer ist
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  17. #15

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    Wenn wir alle wüssten, wie die Zinsen in 5 oder 10 Jahren wären, würden wir alle nicht mehr arbeiten, sondern unser Wissen in die Anlage stekcen und uns alles dumm und dusselig verdienen (wobei das dann nicht mehr klappt, weil es ja alle wissen)
    Wenn du dir die durchschnittlichen Zinsraten der letzten Jahrzente anschaust, dann weisst du, dass wir gerade ganz tief unten sind und es wenig wahrscheinlich ist, dass es in 5-10 Jahren wieder so sein wird. Von daher ist aus meiner Sicht 5 Jahre Finanzierung Scheuklappensicht und bei einer Basisinvestition wie einem Haus sogar fahrlässig, es sei denn dir macht es nix aus, im schlimmsten Fall in 6 Jahren das Haus zu verkaufen, weil du die Anschlussrate nicht mehr zahlen kannst.
    Ich habe mich zB entschlossen, meine Finanzierung sogar über 30 Jahre fest zu machen und mich entspannt zurückzulehnen und mir sicher sein zu können, dass da nie wieder was passieren kann, höchstens es wird nochmal billiger irgendwann nach 10 Jahren. Und mit dem 1,1% Aufschlag im Gegensatz zu 5 Jahren kann ich sehr gut leben, wenn man sich den richtigen Partner sucht.
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