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  1. #1

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    Durchstanzbewehrung fehlt!

    Hallo zusammen,

    für meine Betondecke (d=20 cm) waren an zwei tragenden Betonsäulen Durchstanzbewehrungen der Firma Halfen vorgsehen, und zwar pro Säule 7 Kombinationen "Halfen 3 * HDB-10/165-2/240". Nun hat sich im Nachhinein (durch Photos) herausgestellt, daß an einer Säule statt 7 Kombinationen nur 5 Kombinationen "Halfen 3 * HDB-10165-2/240" eingebaut worden sind. Der Prüfstatiker hat bei seinem Ortstermin das Fehlen o. a. Durchstanzbewehrung nicht bemerkt. Da Filigrandecken verarbeitet wurden, hat bereits das Fertigbetonwerk vergessen die Durchstanzbewehrung einzubauen. Weiterhin ist weder dem Bauunternehmen, noch dem Prüfstatiker was aufgefallen..., obwohl bei 3 von 4 Säulen die Durchstanzbehrungen ordnungsgemäß eingebaut wurden. Die fehlenden Durchstanzbewehrungen liegen im Übrigen direkt nebeneinander, was für die Standsicherheit sicher auch eher nachteilig ist.

    Dazu nun meine Fragen:

    Handelt es sich bei dem Fehler um einem gravierenden (d. h. die Standsicherheit beeinträchtigenden) Mangel?

    Wer haftet für den Fehler?

    Muß die Standsicherheit des Gebäudes erneut gerechnet und vom Prüfstatiker überprüft werden?

    Oder müssen die fehlenden Durchstanzbewehrungen nachträglich eingebaut werden (wenn das überhaupt möglich ist???)?

    Der Bauunternehmer hat angedeutet, daß er mir bzgl. o. a. Mangels preislich entgegenkommen könnte.

    Was meint zu dem Sachverhalt. Bin mir echt unsicher, wie ich weiter verfahren soll.

    Ganz nebenbei nochmal eine andere Frage:

    Wie wird eigentlich die Fläche für Filigrandecken ermittelt? Nimmt man die Flächen, die lt. Lieferschein des Betonwerkes geliefert und verbaut werden, oder die rechnerische Gesamtfläche der Betondecke?

    Ausgeschrieben war die Position wie folgt:

    xxx m² Elementdecke in Beton, B 35 (Filigrandecke), d = 5 cm

    Was sagt die VOB dazu??

    Besten Dank für Eure Antworten schon mal vorab!!
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  2. Durchstanzbewehrung fehlt!

    Schau dir mal diesen Ratgeber an. Dort findet man Infos und Antworten.

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  3. #2
    Bauexpertenforum Avatar von Josef
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    Prüfstatiker und Bewehrungsabnahme

    "naja" andere Länder andere Sitten ... "aber" genau denn sollten Sie bzgl. der fehlenden Dübelleisten (so heissen die Dinger) befragen.
    .
    Zur Abrechnungsgeschichte ... "falls" nicht anderst ausgeschrieben dann wird die Fläche immer bis Aussenkante Aufbeton abgerechnet.

    der Elementdeckenhersteller rechnet im übrigen bis AK Bewehrung ab.
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  4. #3
    Bauexpertenforum Avatar von mls
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    den prüfingenieur zu fragen, wird nicht viel helfen.
    der prüft normalerweise die bautechnischen unterlagen "global", auf der baustelle stichprobenweise.
    verantwortlich sind statiker und baufirma.

    "preisliches entgegenkommen" ist den umständen nicht angemessen.
    entweder sind falsch und/oder in minderzahl verlegte dübelleisten in ordnung (was zu beweisen ist) oder sie sind nicht in ordnung: da hört der spass auf.

    nochmal zum statiker:
    gibt es einen, der für diesen bau verantwortlich ist und im auftrag und interesse des bauherrn tätig ist?
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  5. #4
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    Einen bauleitenden Verantwortlichen gibt es nicht. Die Bauleitung mache ich selber...
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  6. #5
    Na?
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    Wo bleibt dann die Frage?

    Sie haben selbst die Bauleitung übernommen und damit die Verantwortung.

    Das werden Sie vermutlich auch schriftlich getan haben. Natürlich sind Sie auch versichert. Aber wo ist dann das Problem?

    Was hat der Statiker und der Prüfstatiker denn schriftlich gegeben?

    Die Freg, wer verantwortlich ist, stellt sich nicht. Das sind Sie selbst.

    Herr mls: der Prüfstatiker war vor Ort! Aber was gibt es schriftlich?
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  7. #6
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    "Weiterhin ist weder dem Bauunternehmen, noch dem Prüfstatiker was aufgefallen...,"

    ... noch dem Bauleiter.

    Wer hat denn die Bewehrung abgenommen? Wenn nicht der Statiker damit beauftragt war, dann der Bauleiter?

    "Versichert?"

    Daraus wird wohl nix.
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  8. #7

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    Verantwortung

    Nachfolgend meine Meinung. Verbindlich kann Ihnen nur ein RA helfen.

    Wenn die Unterlagen in Ordnung waren, hat das Bauunternehmen nicht vertragsgerecht gefertigt. Daß mehrere Leute überprüfen sollen, ob er vertragsgerecht gebaut hat oder nicht ändert nichts an seiner Pflicht vertragsgerecht zu bauen - es ist nur eine Vorsichtsmaßnahme aus der Erfahrung.

    Deswegen ist jetzt der Statiker mit einer Nachtragsstatik zu beauftragen, die Sie dem Statiker erst mal vergüten müssen - denn der hat fast fehlerfrei (siehe unten) gearbeitet und wird mit einer zusätzlichen (nicht im Vertrag enthaltenen) Aufgabe beauftragt.

    Die Kosten dieser Statik hat der Bauunternehmer als Mangelfolgeschaden seiner Arbeit Ihnen zu erstatten. Die Kosten der evtl. notwendigen Mangelbeseitigung hat er sowieso zu tragen.

    Theoretisch könnte auch der Bauunternehmer den Statiker beauftragen, aber der Statiker ist Ihrem Interesse verpflichtet und sollte deshalb in der Regel diesen Auftrag wegen Interessenkollission ablehnen. Ihren Auftrag darf er nicht ablehnen, den er hat in dem Vertrag mit Ihnen (und nicht dem BU) die Prüfung der Bewehrung zugesagt und diese Aufgabe nicht ordnungsgemäß erfüllt. Evtl. könnten Sie deshalb die Rechnung für diesen Zusatzauftrag wegen Mitschuld kürzen - aber wieviel? Deswegen lieber nicht kürzen, da Sie dann auch nur die gekürzte Rechnung weiterreichen dürfen.
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  9. #8
    Bauexpertenforum Avatar von Josef
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    "also"

    ich hab schon ne Menge Dübelleisten eingebaut ... "drum" bin ich awengerl verwundert daß die "hier" in der Elementdecke eingebaut wurden ... "geht" des überhaupt ??? zu den Durchstanzbewehrung gehört m.e. awengerl mehr wie die paar Dübelleisten ... und des "alles" in ner Filigrandecke ????? ... "naja" vielleicht muss ich ned alles verstehn
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  10. #9
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    Hallo Ebel,

    woher die Info, dass der Statiker die Prüfung der Bewehrung zugesagt hat?

    Hallo Josef,

    das Einbauen von Dübelleisten in Elementdecken ist heutzutage kein Thema mehr. Es ist durch die Zulassungen seit einigen Jahren abgedeckt und wird von den Werken inzwischen ohne weiteres erledigt. Es gibt auch kaum noch Paßprobleme.

    Es werden fast nur noch Doppelkopfbolzen verwendet und die sind im Wesentlichen baugleich und austauschbar Halfen, Schöck, ....
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  11. #10

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    @PeMu, stimmt, es steht nirgends. Habe ich fälschlicherweise angenommen. Wenn es nicht so ist, trifft den Statiker keine Schuld, also kein Abzug für die Nachtragsstatik. Wie es mit der Pflicht zur Übernahme der Nachtragsstatik ist, weiß ich jetzt auch nicht. Aber in der Regel wird die Auftragsannahme sicher kein Problem sein.

    Über Notwendigkeit oder Nichtnotwendigkeit bestimmter Bewehrungen ist eine Ferndiagnose schwer, vor allen Dingen kennen wir ja das Tragwerkskonzept nicht.
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  12. #11
    Bauexpertenforum Avatar von mls
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    steht auch nirgends und frank sagt ja nix dazu .. aber ich tippe auf "statik vom elementdeckenhersteller".
    wenn das so ist, erklärt´s vieles.
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  13. #12
    Themenstarter

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  14. #13
    bauworsch
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    Haben die Antworten

    nun letztendlich weitergeholfen?

    Oder ist das Problem weiter vorhanden und Du traust Dich nicht mehr weiterzufragen, weil die Gefahr besteht, dass möglicherweise mit dem Finger auf Dich gezeigt wird, a la, hätteste das mal besser nicht selber gemacht, wie kann man nur eigenverantwortlich die Bauleitung für so was übernehmen, warum haste keinen Fachmann an Deiner Seite.....

    Wenn die Statik Erfordernisse bringt und diese auch vertraglich vereinbart sind, dann schuldet der Bauunternehmer die entsprechende Ausführung. Wenn er es nicht getan hat, dann hat er nicht fachgerecht gearbeitet. Das muss dem BU schriftlich angezeigt werden. Er hat nun einerseits die Möglichkeit nachzubessern ( wie immer das in diesem Fall aussehen mag ), oder nachzuweisen, dass es auch so den Anforderungen der Statik genügt.

    Tut er das nicht ( ordnungsgemäße Fristsetzungen setze ich mal voraus ) so kannst Du das nachrechnen / evtl. beseitigen lassen und die Kosten gegenüber dem BU aufrechnen, sofern Du einen entsprechenden ( möglichen ) Einbehalt aufgrund der nicht fachgerechten Ausführung getätigt hast ( und dieser letztendlich auch begründet ist ) tust Du Dir natürlich leichter mit der Durchsetzung Deiner Vorstellungen.
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  15. Schau dir mal das Bauherren-Handbuch an.. Sehr viele nützliche Infos!
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  16. #14
    Themenstarter

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    Hallo Robert,

    da in Kürze die Schlussrechnung für die Rohbauarbeiten zu erwarten ist, habe ich mich entschlossen bzgl. des Mangels dem Bauunternehmer eine schriftliche Mängelrüge mit Bitte um Stellungnahme zukommen zu lassen. Gleichzeitig würde ich die Schlussrechnung im Hinblich auf den Mangel um einen gewissen Prozentsatz kürzen. Wieviel Prozent sind da üblich??? Ich hatte an 2 % gedacht. Hast Du evtl. auch eine Vorlage, wie man so eine Mängelrüge formuliert?? Vielen Dank schon mal vorab für Deine Hilfe!
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  17. #15
    Bauexpertenforum Avatar von mls
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    Original geschrieben von mls
    "preisliches entgegenkommen" ist den umständen nicht angemessen.
    entweder sind falsch und/oder in minderzahl verlegte dübelleisten in ordnung (was zu beweisen ist) oder sie sind nicht in ordnung: da hört der spass auf.
    .. und wenn der bauunternhmer eine "angepasste" statik präsentiert, guckst du in die röhre...
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