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  1. #1

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    Neubau eines Einfamilienhauses

    Hallo,

    wir planen den Bau eines Einfamilienhauses mit einem Bauträger. Z. zt. stehen noch 3 BT zur Auswahl. Da unsere Kenntnisse zum Thema bauen doch sehr übersichtlich sind, haben wir uns entschlossen, das gesamte Projekt von Beginn an durch einen Sachverständigen begleiten zu lassen. Zum "Glück2 haben wir diesen recht schnell gefunden. So weit so gut.

    Nachdem unser SV das vorliegende Angebot, die Musterbaubeschreibung und den Mustervertrag durchgearbeitet hatte, gab es eine sehr lange Liste an Anmerkungen und Verbesserungsvorschlägen. Das Gespräch endete damit, dass doch alle BT Verbrecher sind und wir doch lieber mit ihm, unserem "Sachverständigen" bauen sollten. Er würde für uns das Ausschreiben der Gewerke usw. übernehmen. Wir haben uns dann sofort von unserem "Sachverständigen" verabschiedet und haben in 2 Wochen einen Termin bei einem neuen Sachverständigen.

    Allerdings haben wir nächste Woche ein Beratungsgespäch bei einem unserer möglichen BT. Hier würden wir gerne schon ein paar der Anregungen unseres ehemaligen "Sachverständigen" einfließen lassen. Allerdings ist unser Vertrauen in seine Aussagen natürlich nicht mehr das allergrößte. Somit würde es mich interessieren, wie gut die Tips des "SV" waren.

    1) Sollte man als Vertragsgrundlage nur die VOB wählen und das BGB komplett ausschließen?

    2) Ist es sinnvoll, die Gewährleistungspflichten der Gewerke vom BT auf uns zu übertragen, da diese erlöschen, wenn der BT peite geht?

    3) Sollte man einen Keller grundsätzlich immer mit weißer Wanne bauen, egal wie die Bodenverhältnisse sind?

    4) Gibt es für Rolläden keinen Preisunterschied, egal ob sie aus Kunststoff oder Aluminium sind?

    5) Welche Qualität sollten z. B: Fernseh und Antennenkabel aufweisen?



    Vorab schon mal vielen Dank
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  2. Neubau eines Einfamilienhauses

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  3. #2

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    Fangen wir mal bei 0 an.

    Geht es wirklich um einen BT?? Ich glaube (da Sie ja mit mehreren verhandeln) aher an einen GÜ.
    Wer baut mit wem?

    1) Sollte man als Vertragsgrundlage nur die VOB wählen und das BGB komplett ausschließen?
    Nein. Zumindest die Gewährleistung nach BGB.
    An sonsten eher Geschmackssache. In manchen Bereichen ist eher der BGB besser, in anderen eher die VOB.
    Die VOB kann aber nur (ausser Gewährleistung) als GANZES vereinbart werden. Rosinenpicken ist nicht.


    2) Ist es sinnvoll, die Gewährleistungspflichten der Gewerke vom BT auf uns zu übertragen, da diese erlöschen, wenn der BT peite geht?
    Jain. Da Ihr BT/GÜ Ihnen SEINE Verträge nicht zur Kenntnis geben wird, ist es nicht immer einfach, dann mit den Firmen zu verhandeln.
    Ausserdem geben Sie einen DER Vorteile des BT/GÜ-Bauens aus der Hand - den EINEN Ansprechpartner, der aufdröseln muss, wers verbockt hat.

    Denn anders als beim Bau mit Architekten wird der BT/GÜ DANN nicht helfend da sein. SIE müssen also (ggf. mit SV-Hilfe) einen Schuldigen finden und sich mit dessen Abwehrargumenten auseinandersetzen.

    3) Sollte man einen Keller grundsätzlich immer mit weißer Wanne bauen, egal wie die Bodenverhältnisse sind?
    Wenn eine Abdichtung > DIN 18195 T 4 nötig ist, ist mM - JA. Aber Achtung: Eine WW ist MEHR als nur WU-Bedong

    4) Gibt es für Rolläden keinen Preisunterschied, egal ob sie aus Kunststoff oder Aluminium sind?
    Sischer datt jibbet da eine Underschied.

    5) Welche Qualität sollten z. B: Fernseh und Antennenkabel aufweisen?
    Das ist sowas von egal. Ich hab schon so ziemlich überall heftigsten Murks gesehen. Aber Gernsehen ging immer (wenn nicht irgendein Trollo das Kabel durchgebohrt hatte - was nix mit der Qualität der Kabel zu tun hat)
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  4. #3

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    Zitat Zitat von Leffenberg Beitrag anzeigen
    1) Sollte man als Vertragsgrundlage nur die VOB wählen und das BGB komplett ausschließen?
    2) Ist es sinnvoll, die Gewährleistungspflichten der Gewerke vom BT auf uns zu übertragen, da diese erlöschen, wenn der BT peite geht?
    1) BGB komplett ausschließen? Lassen Sie den BT/GÜ ruhig die VOB stellen. Gegenüber nachteiligen Regelungen (die gibts haufenweise) können Sie sich dann immer auf eine Unwirksamkeit berufen. Noch besser wäre m.E., die VOB nicht zu vereinbaren, dann gibt es auch keinen Streit.

    2) Warum nicht, wenn der BT/GÜ trotzdem in der Gewährleistung bleibt. Aber die Abtretung könnte durch den späteren Insolvenzverwalter des BT/GÜ angefochten werden. Und: Was ist, wenn der BT/GÜ den NU nicht bezahlt hat?
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  5. #4

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    Zitat Zitat von lawyer Beitrag anzeigen
    1Gegenüber nachteiligen Regelungen (die gibts haufenweise) können Sie sich dann immer auf eine Unwirksamkeit berufen.
    So lieben wir einige Anwälte. Unterschreiben Sie mal ruhig und seien Sie hinterher Schwein. Es find sich schon ein Richter, der Ihnen da raus hilft. Suuuuuuuuuuuuuuper - ehrlich.
    Wenn ich so etwas lese, könnte ich kotzen.
    Für Anwälte solcher Denkart hatte Ingo mal einen sehr passenden Begriff.

    Und wer dazu rät, die VOB gar nicht zu vereinbaren, sollte auch auf den "kleinen" Haken hinweisen, den das in Sachen Gewährleistungsverfolgung hat!!

    @ Fragesteller:
    Was lawyer hier zu erwähnen "vergessen" hat, ist, dass bei Gewährleistungsfällen in BGB-Verträgen eine so genannte aktiver Verhandlung stattfinden muss, damit Ansprüche nicht verjähren.
    Wenn Sie also nahc 4 1/2 Jahren dem GÜ einen Mangel anzeigen und der es schafft, ein halbes Jahr zu mauern, stehen SIE im Regen, denn dann ist der GÜ oft (nicht immer) raus!!!!!
    DAS ist bei VOB-Verträgen nicht so einfach!!!
    Geändert von Ralf Dühlmeyer (24.07.2009 um 16:18 Uhr) Grund: Angabe zur "Anzahl" der RA berichtigt
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  6. #5

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    Zitat Zitat von Ralf Dühlmeyer Beitrag anzeigen
    Wenn ich so etwas lese, könnte ich kotzen.
    Nur zu!!

    Zitat Zitat von Ralf Dühlmeyer Beitrag anzeigen
    Wenn Sie also nahc 4 1/2 Jahren dem GÜ einen Mangel anzeigen und der es schafft, ein halbes Jahr zu mauern, stehen SIE im Regen, denn dann ist der GÜ oft (nicht immer) raus!!!!!
    DAS ist bei VOB-Verträgen nicht so einfach!!!
    Na und? Wer sich nicht kümmert, hat die Gewährleistungsrechte eh nicht verdient. Die Summe der Nachteile für den BH steht m.E. in keinem Verhältnis zu den Vorteilen der VOB/B. Aber das sieht jeder anders.
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  7. #6

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    Um sicher Recht zu tun, braucht man sehr wenig vom Recht zu wissen. Allein um sicher Unrecht zu tun, muß man die Rechte studiert haben. (Georg Christoph Lichtenberg)
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  8. #7
    Themenstarter

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    @ Ralf Dühlmeyer
    Vielen Dank für die schnelle Antwort. Und Asche auf mein Haupt, ich meinte einen GÜ.

    Zum Thema VOB/BGB meinte der SV noch, dass nach VOB die Gewährleistung nach Mangelbehebung wieder neu beginnt (für das fehlerhafte Bauteil), nach BGB nicht. Somit kann man getrost auf das eine Jahr längere Gewährleistung verzichten. Ansonsten werde ich dann in 2 Wochen mit dem neuen SV ein wenig tiefer in die Materie einsteigen.

    Das mit der Übertragung der Gewährleistung sehe ich ähnlich. Das war z. B. einer der Gründe warum wir mit einem GÜ bauen wollen. Denn wir wollen nur eine zentrale Anlaufstelle. Würden denn die Gewährleistungspflichten tatsächlich verfallen, wenn unser GÜ pleite geht?

    Und eine Frage ist mir noch eingefallen:

    - in der einen Baubeschreibung steht, dass der Dachstuhl aus Nadelholz, Sortierklasse S10 , Schnittklasse S erstellt wird. Unser ehemaliger SV meinte das ist ein absolutes Unding. Hier muß man auf Konstruktionsholz bestehen. Ist dem so?
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  9. #8
    MoRüBe
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    Na, das ist(war) ja ein Herzchen...

    [QUOTE=Leffenberg;384198Und eine Frage ist mir noch eingefallen:

    - in der einen Baubeschreibung steht, dass der Dachstuhl aus Nadelholz, Sortierklasse S10 , Schnittklasse S erstellt wird. Unser ehemaliger SV meinte das ist ein absolutes Unding. Hier muß man auf Konstruktionsholz bestehen. Ist dem so?[/QUOTE]

    ...

    Logo kann man S 10 benutzen...
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  10. #9

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    NEIN-die Qualität von Antennenkabel ist nicht egal- wenn ich auch mal was total nebensächliches beitrgen darf.
    Es gibt aber 1001 Dinge die sicher wichtiger in der Planung sind als die Festlegung von Qualität des Kabels, allerdings ist es mehr als ärgerlich wenn man schlechtes Kabel genommen hat, dann Probleme hat (z.B. DECT EInstrahlung) und es nicht mehr gewechselt bekommt, obwohl es eigentlich in Leerrohre gehört.
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  11. #10

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    Zitat Zitat von Leffenberg Beitrag anzeigen
    Somit kann man getrost auf das eine Jahr längere Gewährleistung verzichten.
    Na, da hätten wir doch das Gegenbeispiel für die dühlmeyersche Version. Leffenberg, was machen Sie eigentlich, wenn sich der Mangel erstmals nach 4,5 Jahren zeigt? Dann wären 5 Jahre Gewährleistung wohl doch besser gewesen.

    Übrigens: In der kommentarlosen Mangelbeseitigung liegt stets ein Anerkenntnis mit der Folge, daß die Gewährleistung neu beginnt. Also kein Nachteil des BGB.
    Aber wer in rechtlichen Dingen auf Dipl.-Ing. hört, ...
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  12. #11
    Baufuchs
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    Na ja,

    trifft bei BGB und 5,5 Jahren auch zu.

    Von kommentarloser Mängelbeseitigung war bisher keine Rede. Was, wenn bei BGB Vertrag kurz vor Ablauf der Gewährleistungsfrist ein Mangel angezeigt wird, und der BU das einfach aussitzt, sprich schweigt?
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  13. #12

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    Nachweis der Annahme einer ernsthaften und endgültigen Verweigerung der Mängelbeseitigung.
    Eine Fristsetzung mit Ablehnungsandrohung im Sinne § 634 Abs. 1 BGB a.F "könnte" entbehrlich sein.
    MfG
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  14. #13

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    Zitat Zitat von lawyer Beitrag anzeigen
    Na, da hätten wir doch das Gegenbeispiel für die dühlmeyersche Version.
    ............
    Aber wer in rechtlichen Dingen auf Dipl.-Ing. hört, ...
    , der ist vielleicht besser dran als würde er auf einen Anwalt hören, der ungenau liest
    Denn der Architekt (so viel Zeit muss sein ) schrieb oben
    Zitat Zitat von Ralf Dühlmeyer Beitrag anzeigen
    1) Sollte man als Vertragsgrundlage nur die VOB wählen und das BGB komplett ausschließen?
    Nein. Zumindest die Gewährleistung nach BGB.
    @ Leffenberg
    Ich würde NIEMALS auf das eine Jahr verzichten.

    KVH ist KEIN muss. S10 in S ist (vorbehaltlich der Statik) in der Regel ausreichend.
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  16. #14
    Themenstarter

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    Zitat Zitat von AndyAC Beitrag anzeigen
    NEIN-die Qualität von Antennenkabel ist nicht egal- wenn ich auch mal was total nebensächliches beitrgen darf.
    Es gibt aber 1001 Dinge die sicher wichtiger in der Planung sind als die Festlegung von Qualität des Kabels, allerdings ist es mehr als ärgerlich wenn man schlechtes Kabel genommen hat, dann Probleme hat (z.B. DECT EInstrahlung) und es nicht mehr gewechselt bekommt, obwohl es eigentlich in Leerrohre gehört.
    Hallo Andy AC,
    vielen Dank für die Antwort. Wahrscheinlich hast Du recht und es gibt wirklich wichtigere Sachen, aber trotzdem, was genau sollten wir denn in die Baubeschreibung reinschreiben lassen? "Qualität xy, Kabel werden in Leerrohre verlegt?"

    @all:
    Wir planen im Haus eine Fußbodenheizung mit Wärmepumpe und überlegen wie wir im Keller vorgehen sollen. Ist es möglich nachträglich Heizkörper anzubringen, auch wenn unsere Heizung eine geringere Temperatur benötigt, als dies für Heizkörper der Fall ist?
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  17. #15

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    @ rd

    MIt dem Dipl.-Ing. war der SV des Fragestellers gemeint.
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