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explodierende Stahlpreise

Diskutiere explodierende Stahlpreise im Forum Beton- und Stahlbetonarbeiten auf Bauexpertenforum.de


  1. #1

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    Böse explodierende Stahlpreise

    Hallo Kollegen,

    Seit Februar explodieren in meiner Region die Stahlpreise.
    Hatte ich im Januar noch einen Rabattsatz von 68% auf Baustahlgewebe so ist dieser inzwischen auf 39% reduziert.
    Das heisst im Klartext der Preis für Baustahl hat sich innerhalb von 6 Wochen etwa verdoppelt.
    Erstaunlicherweise lese ich hier nichts davon.
    Ich kann mir kaum vorstellen, dass es sich hier um eine regionale Angelegenheit handelt.
    Es würde mich schon interessieren wie die Preisentwicklung bei anderen Kollegen zur Zeit ist.

    Ich mag garnicht über meine Aufträge aus dem Januar nachdenken.

    mit sauren Grüssen
    Wolfgang
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  2. explodierende Stahlpreise

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  3. #2
    bauworsch
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    Der Markt wird wohl von

    den Chinesen leergekauft.

    Mattengrundpreise von ca. 460 € to plus Zuschlag 175 - 220 € ( alles netto ) sind wohl die Tagesordnung zur Zeit. Tendenz sagt man vorerst weiter steigend....

    Wenn Du da mit den üblichen EP´s von um die 1.000 € je Tonne nen Auftrag hast, musste Dich ganz schön beeilen, dat Zeugs reinzukriegen um noch ne hellrote Null zu schreiben.

    Und das Ganze ohne Vorwarnung...
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  4. #3
    Bauexpertenforum Avatar von Josef
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    "da" irrst du Robert

    15.Februar 2004 ... ca. 200.-€ die Tonne Grundpreis Baustahlmatten zuzügl. Mattensorte
    -
    15.März 2004 ... 540.-€ die Tonne Grundpreis Baustahlmatten zuzügl. Mattensorten.
    -
    15.Februar 2004 ... ca. 300.-€ Grundpreis für den Rundstahl
    -
    15.März 2004 ... 620.-€ Grundpreis für den den Rundstahl
    -
    TENDENZ: ich denke bis in 14 Tagen wird die 600.-€ Marke geknackt ... vorraussichtlich bis August keine Besserung in Sicht ... das schlimme es steigen auch alle Produkte die mit Eisen zu tun haben ... z.b. Halfen/Isokörbe etc. etc. ... einige haben bereits Preiserhöhung bis zu 30% angekündigt.

    "ahja" die Stahlaktien sind gut gesteigen seid Februar ... daß die Stahlindustrie irre ist steht für mich sowie ausser Frage ... ich habe mich noch mit 100to. Matten/Stahl eingedeckt ... "wird" vielleicht bis August reichen "aber" danach wird´s auch für mich ein böses Erwachen geben
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  5. #4

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    Formulierung

    Ich stoße mich immer an der Formulierung: die ....preise sind gestiegen - analog die Sonne ist morgens gestiegen. Das haben doch Personen beschlossen, daß ... Also muß die Formulierung lauten: die ...preise wurden heraufgesetzt. In den Verhandlungen über Löhne und Preise wird doch auch nicht gesagt, das und das ist vom Himmel gefallen.

    Die Konzernchefs sagen (auch mit einigem Recht) man muß marktgerechte Preise erzielen - und das bedeutet so lange mit dem Preis herauf zu gehen, bis infolge der dadurch weniger verkauften Menge, der Gewinn zurück geht. D.h. bei einem Kaufboykott (der nicht immer machbar ist), werden die Preise gesenkt und zwar so lange, bis der Preis soweit heruntergesetzt wurde, daß kein Gewinn mehr zu erzielen ist.

    Wegen der "marktgerechten" Preise wird z.B. das gleiche Auto in der Regel in Portugal billiger verkauft als in Deutschland und die Konzernchefs versuchen die billigeren Re-Importe zu verhindern.
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  6. #5
    Bauexpertenforum Avatar von mls
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    schreckliche vorstellung:
    wegen der hohen stahlpreise wird die stahlextensive ortbetonmassivdecke endlich wieder gesellschaftsfähig. auf dass sich die spreu vom weizen trenne..
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  7. #6
    Themenstarter

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    schön wär es ja

    aber die Mehrzahl der Architekten und der Bauherren sowieso weiss heute doch nicht mehr, dass man eine Decke auch schalen kann.
    Wenn ich einem Architekten erzähle, dass ich prinzipiell keine Filigrandecken verarbeite werde ich angesehen als käme ich vom Mond.
    Wenn ich dann noch behaupte eine örtlich geschalte Decke sei wirtschaftlicher als eine Fertigdecke hält man mich für total durchgeknallt.
    Hauptargument ist immer der eingesparte Deckenputz und das eingesparte Honorar für den Statiker.
    Ich kann dann über soviel Dummheit immer nur staunen.
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  8. #7
    bauworsch
    Gast

    Viele Baufirmen

    sind für diese Arbeiten gar nicht ( mehr ) ausgerüstet. Bei Manchen fehlt es doch schon an ausreichend Unterstützungen für die Filigranelemente. Da wird alles an Restholz, was auf der Baustelle ist, "druntergedengelt".
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  9. #8

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    Glasfasern anstatt Stahl in Beton einlegen

    Mal ne Laienfrage:

    Es werden immer mehr faserverstärkte Verbundwerkstoffe eingesetzt.
    Ich denke hier an die Kunststoffverarbeitung ....

    Viele tragende Komponenten aus Stahl werden im Fahrzeugbau durch mit Harz verbundene Glasfasern ersetzt

    z.B habe ich schon für 40tonner LKW-Aufleger die Längs I-Träger aus harzgebundenen Glasfasern gesehen.
    War ca. 30*20cm und 12 Meter lang und hat nur ein Bruchteil vom Gewicht eines vergleichbaren Stahlträgers (und rostet nicht)

    Werden im Betonbau auch schon Träger oder Matten aus Glas eingesetzt?
    Scheiterts an der Technik ?
    Oder am Preis ?
    Oder ist noch keiner draufgekommen?

    Von der Verarbeitung her kanns ja nch so problematisch sein.
    Bei den Gipsern sind Glas-Armierungs-Gewebe ja reichlich im Einsatz.
    Warum also nicht eine Nummer grösser für den den Betonbau?

    Gruss
    Conny
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  10. #9
    bauworsch
    Gast

    Es gibt schon einige

    Entwicklungen und Projekte in diesem Bereich. Auf der Leipziger Baumesse wurden Systeme vorgestellt. Z.b. kleinere Balkon-Fertigteilplatten mit Textilbewehrung und zusätzlicher Glasfaser-Stabbewehrung.
    Schwierigkeit bei solchen Systemen ist die ewige Dauer, bis Zulassungen erteilt werden. Auch wenn heute schon in zig Versuchen die Tauglichkeit getestet und nachgeweisen wurde.
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  11. #10
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    Hallo cstueber,

    dies ist ein ähnliches Thema wie Stahlfaserbeton. Fasern sind in der Anwendung nicht einfach. So mal Fasern dazu funktioniert nicht. Für allgemeine Massenbaustoffe effektiv zu teuer.

    Die Anwendung ist teilweise problematisch. Glasfasern im Beton ist nicht einfach. Inzwischen prinzipiell gelöst. Normales Glas ist z.B. nicht Alkalibeständig. Beton ist hoch alkalisch. Das kennt jeder von Glas in der Spülmaschine oder Spritzern bei Fassadenanstrichen auf die Fensterscheiben. Glas wird angeätzt, Fasern wegen geringer Dicke so zerstört. Daher braucht es teurere alkalibeständige Glasmischungen. Daneben ist das Zeug auf der Baustelle ziemlich störrisch zu verarbeiten. ....
    Das ganze ist mit Kunststoffasern noch problematischer.

    Es bleibt bei vereinzelten Anwendungen, z.B. Faserzementplatten (Eternit), Gipsfaserplatten (Fermacell), Faserbeton als Abschalungen, Abstandhalter, verlorene Spezialschalungen, Betonkanu, Betonboote, Betonschiffe.

    Alles industrielle Anwendungen.

    Bei hochfestem Beton bringen Fasern Vorteile. Aber das ist was aus dem Brücken- und Hochhausbau.

    Die Fasern ersetzen keine statische Bewehrung. Sind also ein Goodie für die Gebrauchsfähigkeit, Rißbildung. -> hochwertiger Ersatz für unbewehrten Beton.
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  12. #11

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    War ja einfach mal so ein Gedanke.

    Das ,mit der Beständigkeit gegen Beton habe ich nicht berücksichtigt. Ist ein gutes Gegenarbument.

    Conny
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  13. #12
    Gast0815
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    Stahlpreise

    1. China hat ein kompl. dt. Stahlwerk gekauft, demontiert und per Schiff "nach Hause" gebracht
    2. Im Moment kaufen sie allen Stahlschrott dessen sie habhaft werden können. - Die Händler freut's (Schrottpreise mehr als verdoppelt)
    3. Ebenso wird in großen Mengen Rohstahl erworben
    4. Dies wird noch einige Zeit so weiter gehen, da die Volksrepublik zur Zeit - trotz gewaltig gestiegener Produktionsleistung - nicht in der Lage ist auch nur den Eigenbedarf annähernd zu decken. Aufschwung eben!
    5. @Hr. Ebel: ergo - große Nachfrage - Preisanstieg
    6. (Meine Einschätzung) Jetzt wird hierzulande der "große" Reibach gemacht - innerhalb der nächsten Jahre geht das Gejammere wieder los, von wegen Billigimporte bedrohen die heimische Stahlindustrie. China investiert jetzt vergleichsweise wenig und holt sich diese Ausgaben in ein paar Jahren wieder mehrfach zurück.
    7.@CSTUEBER : Bei einem träger dieser Größe dürften "allenfalls" so 50-70% Gewicht einzusparen sein. Schon mal nicht schlecht. Die Herstellungskosten dürften etwa 2-4mal so hoch wie bei Stahlrahmen sein, ganz zu schweigen von den einmal zu erwartenden Entsorgungskosten - ist nämlich Sondermüll.
    Lassen sie mich raten - der Hersteller argumentiert mit höherer Zuladung, Korrosionsschutz, geringerer Spritverbrauch bei gleicher Zuladung usw., usw.....
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  14. #13

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    5. @Hr. Ebel: ergo - große Nachfrage - Preisanstieg
    In Ihre Worte stecken Sie einen Automatismus, der selbst, wenn ein Computer "marktrelevante Preise" ausgeben würde, nicht existiert. Denn auch den Computer hätte jemand programmiert. Es fällen also immer ein oder mehrere Menschen die Entscheidung über die Preise.

    Dieser Egoismus wird von den denjenigen, die diese Entscheidungen fällen überhaupt nicht geleugnet, sondern etwa mit folgenden Worten umschrieben: "Der scheinbare Egoismus des einzelnen Unternehmens führt zu einem Erfolg de Gesamtwirtschaft".

    In dieser Allgemeinheit ist dieser Satz schlicht falsch, weil damit die Voraussetzungen unter denen dieser Satz seine Richtigkeit hat, ausgeblendet werden.
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  15. Schau dir mal das Bauherren-Handbuch an.. Sehr viele nützliche Infos!
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  16. #14
    Gast0815
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    @Hr.Ebel
    .....Es fällen also immer ein oder mehrere Menschen die Entscheidung über die Preise......
    Ich kann und möchte Ihnen zu Ihrer Ausführung nicht widersprechen. Und dennoch - vereinfacht ausgedrückt, Sie haben 1to Stahl, 10 potentielle Käufer - wollen Sie Auslosen?
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  17. #15

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    Das ist alles vereinfacht ausgedrückt, weil einfach nicht alle Randbedingungen betrachtet werden - wie lange laufen Verträge usw., inwieweit wird für künstliche Verknappung gesorgt ...

    Z.B. Kraftstoff: angeblich hängen die Preise von den Rohölpreisen am Rotterdamer Spotmarkt ab. Dort wird aber ein ganz kleiner Teil (es könnten 1 % sein) der gesamten Liefermenge gehandelt. Alle großen Mineralölfirmen haben aber langfristige Lieferverträge. Wieso haben dann die gewählten Preise etwas mit Angebot und Nachfrage zu tun? Nein es geht um erzielbare Preise und wenn die Leute Ostern gern ins Grüne fahren wollen, dann kann man eben hohe Marktpreise erzielen, weil die Leute sich die Osterfreude nicht verderben lassen wollen - koste es was es wolle.

    Oder wenn die Leute keine Arbeit zu Hungerlöhnen machen wollen. Dann redet von denen, die gerade von marktgerechten Preisen geredet haben, keiner auch davon. Nein, dann sind die Leute "faul", man "muß sie zur Arbeit zwingen" usw. - und dabei vergessen diejenigen, die diese Reden führen sogar, daß der Lohn sich ja in Nachfrage verwandelt: kleine Lohnsumme = kleine Nachfragesumme. Man kann nicht gleichzeitig niedrige Löhne fordern und gleichzeitig mangelnde Nachfrage beklagen.

    Das "vergessen" im vorigen Absatz ist nicht ironisch gemeint. Wenn Sie mal Arbeitsmarktliteratur lesen, werden Sie feststellen, daß in der Mehrheit und besonders von führenden Wissenschaftlern dieser Fehler gemacht wird und auch noch vehement verteidigt wird.

    Mit Ihrem Vergleich reden Sie der Erpressung das Wort. Am Deutlichsten wird das bei der Pharmaindustrie - aber da renne ich sicher offene Türen ein.
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