Ergebnis 1 bis 13 von 13
  1. #1

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    Chem. Holzimprgnierung ntig bei Fichtenholz-Stnderbalkon?

    Hallo, kennt sich hier jemand mit Holzschutz aus?

    Wir haben vor anderthalb Jahren einen Vorstellbalkon an der Westseite (Wetterseite) bauen lassen, Pfosten und Riegel alles aus Fichte.
    Jetzt wurden wir darauf aufmerksam gemacht, dass das Holz nicht imprgniert sei.

    Und tatschlich:

    Auf der Rechnung der Zimmerei steht:
    "Chemischer Holzschutz entfllt, dafr Anstrich mit Nadelholzeinlassgrund (Gori)"

    Der chemische Holzschutz entfllt? Darf man das im Auenbereich?
    Und was ist Nadelholzeinlassgrund "Gori"? Angeblich ein Mittel aus Dnemark?

    Danke!
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  2. Chem. Holzimprgnierung ntig bei Fichtenholz-Stnderbalkon?

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  3. #2
    Bauexpertenforum Avatar von mls
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    den "Nadelholzeinlassgrund" kann der zimmerer fr sein fichtenmoped nehmen

    du hast schon grundstzlich e. denkbar ungnstige konstellation. wenn berhaupt,
    dann knnte grundieren und deckend (!) beschichten, sowie ggfs. stellenweises
    einblechen, die lebensdauer verlngern.
    dazu mssten aber auch die konstruktiven details passen - und die kennen
    wir nicht.
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  4. #3
    Themenstarter

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    Balkon von Arch. geplant und ausgeschrieben!

    @ mls:
    Danke fr die Antwort!

    Der Balkon wurde vom Architekten geplant und ausgeschrieben. Leider gibt es Probleme mit anderen Gewerken und deshalb habe ich mir die Zimmermanns-Rechnung (vom Arch. geprft) genauer angeschaut.

    Ich war berzeugt, dass das Holz dauerhaft ist und nicht weiter behandelt werden muss. Der Arch. hat jedenfall nichts anderes gesagt.
    Die Stnderpfosten und Querriegel sind dem Wetter ausgesetzt, drber sind Bleche zum Regenwasser ableiten. Sie sind aber nicht dicht, besonders an der gedmmten Hauswand wurde nicht abgedichtet. Dort luft Regenwasser runter auf den Trger-Querbalken.

    Auf der Stein-Terrasse stehen betonierte Sttzen 30 x30 cm, ca. 18 - 19 cm hoch. Darauf sind die Holzpfosten auf verzinkten Sttzenfen ca. 8 -10 cm hoch befestigt.

    Wenn ich jetzt das Holz nachtrglich streichen muss (was ich gar nicht kann), werde ich sauer, denn allein das Holz mit Montage hat fast 9000 € gekostet.

    Meine Frage: Gibt es eine Vorschrift, wie das Fichtenholz fr den Holz-Balkon htte vom Zimmermann (Fachbetrieb) geschtzt werden mssen?
    Gendert von Roth (31.08.2009 um 18:43 Uhr) Grund: vertippt
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  5. #4
    Avatar von Anfauglir
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    Hier wirksam nachtrglich chemischen Holzschutz aufzubringen ist nicht mglich.

    Die Anforderungen an den Holzschutz fr tragende und aussteifende Holzbauteile regelt die DIN 68800. Bei Verwendung von Fichte bei freier Bewitterung wird nach dieser Norm entsprechender chem. Holzschutz gefordert.
    Darauf mal den Archi und Zimmerer ansprechen.

    Fr eine befriedigende Nutzungsdauer mssen bei einem Holzbalkon die Details bezglich des konstruktiven Holzschutzes schon richtig gut sein. Die Chemie trgt ihren Teil zur Haltbarkeit bei, kann aber auch keine Wunder vollbringen.
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  6. #5
    Themenstarter

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    Noch eine dumme Frage:

    (Aber erst mal danke fr die Antwort.)

    Drfen eigentlich Risse in den Pfosten sein?
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  7. #6
    Bauexpertenforum Avatar von mls
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    ja. bei nadelschnittholz blich, bei kvh oder gar bsh eher weniger
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  8. #7
    Avatar von jetter
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    Die Stnderpfosten und Querriegel sind dem Wetter ausgesetzt, drber sind Bleche zum Regenwasser ableiten. Sie sind aber nicht dicht, besonders an der gedmmten Hauswand wurde nicht abgedichtet. Dort luft Regenwasser runter auf den Trger-Querbalken.
    Verblechung hilft, die Haltbarkeit zu verlngern - aber nur bei fachgerechter Verarbeitung!
    So wie beschrieben lsst sich vermuten, dass die Verblechung fr die Verlngerung der Wassereinwirkung sorgt und damit eine beschleunigte Holzzerstrung frdert.

    Stichwort bei solchen Konstruktionen - Wasser fernhalten oder schnell ableiten!
    Bei falscher Konstruktion hilft chemischer Holzschutz nicht!
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  9. #8

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    @ Roth - prf mal, ob die DIN 68800 in Deinem Bundeland bauaufsichtlich eingefhrte Norm/Eingefhrte technische Baubestimmung ist.

    MfG
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  10. #9
    Themenstarter

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    Din 68800

    an Ralf Dhlmeyer und Jetter:
    Bin bin in der Bayer. Bauordnung fndig geworden:
    Die DIN 68800 ist in Bayern Eingefhrte technische Baubestimmung.

    Zur Info: Auf der Rechnung steht
    1,296 cbm KVH
    1,129 cbm BSH
    chemischer Holzschutz entfllt. 72,75 qm Anstrich mit Nadelholzeinlassgrund (Gori)

    Hilft euch das weiter?
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  11. #10
    Avatar von jetter
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    Die Konstruktionsdetails sind hier genauso entscheidend.

    Baulicher und chemischer Holzschutz mssen sich ergnzen.

    chemischer Holzschutz entfllt. 72,75 qm Anstrich mit Nadelholzeinlassgrund
    zu klren wre doch:
    Warum kann chem. Holzschutz hier entfallen(normativer Bezug?) und wenn ja - was soll der Nadelholzeinlassgrund bewirken?
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  12. #11

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    Aus einem schlauen Buch:
    [...]
    Fr eine lange Lebensdauer des Bauwerks muss das Holz vor Pilzbefall, Schimmel und Insekten geschtzt werden.
    Um das Holz zu schtzen gibt es eine Vielzahl konstruktiver Lsungen und den chemischen Holzschutz. Da in chemischen Holzschutzmitteln stets Biozide enthalten sind, die potentielle Gefahren fr Gesundheit und Unwelt darstellen, sollen die konstruktiven Lsungen dem chemischen Schutz immer bevorzugt werden. In der bauaufsichtlich eingefhrten DIN 68800-3 heit es, „chemische Holzschutzmanahmen mssen nach vorrangiger Ausschpfung der baulichen Manahmen geplant werden.“
    Ausgangspunkt fr jegliche Art von Holzschutzmanahmen ist die Gefhrdung des Holzes. In der DIN 68800-3 wird das Holz in Gefhrdungsklassen eingeteilt. Fr Holz, das der Witterung oder Kondensation ausgesetzt ist, nicht aber dem Erdkontakt gilt die Gefhrdungsklasse 3. Fr den chemischen Holzschutz werden hieraus folgende Prfprdikate der Holzschutzmittel erforderlich.
    • Iv gegen Insekten vorbeugend wirksam
    • P gegen Pilze vorbeugend wirksam
    • W fr Holz, das der Witterung ausgesetzt ist, jedoch nicht im stndigen Erdkontakt und nicht im stndigen Kontakt mit Wasser

    Die chemischen Holzschutzmittel sind in den meisten Fllen wasserlsliche oder lige Produkte. Es sind nur Mittel zu verwenden, die vom Deutschen Institut fr Bautechnik (DIBt) eine BZ sowie die erforderlichen amtlichen Prfprdikate erhalten haben. Diese Produkte sind im vom DIBt jhrlich verffentlichten Holzschutzmittelverzeichnis zusammengestellt.
    Vor den chemischen Manahmen ist jedoch durch bauliche Manahmen der Einsatz von chemischen Holzschutzmitteln zu reduzieren. Diese vorbeugenden baulichen/konstruktiven Manahmen sind:
    • Hirnholzflchen abdecken
    • Dachberstnde abdecken (bzw. groe Dachberstnde)
    • Bodenabstand von ca. 30*cm (Spritzwasserschutz)
    • Abtropfkanten ausbilden (Tropfnasen)
    • Belftung des Holzes (Luftzirkulation ermglichen)
    • Schnelle Wasserabfhrung (Wasserablaufbohrungen)
    • Waagerechte Flchen vermeiden (stehendes Wasser vermeiden)
    • Einwandfreie Dachentwsserung
    • Einlegen von Sperrpappe gegen aufsteigende Feuchtigkeit
    • Hinzu kommt die Verwendung von Holzarten mit hoher natrlicher Dauerhaftigkeit (Resistenz).

    [...]
    Also zusammenfassend kann man sagen:
    Konstruktiver Holzschutz kommt immer vor chemischem Holzschutz! Und wenn chemischer Holzschutz, dann nur mit zugelassenen Mittel(chen)! Ob da Einlassgrund (Grundierung?) allein ausreicht wage ich zu bezweifeln.
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  14. #12
    Avatar von MaMa
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    Mit Acryl und Schaum kann man ganze Huser baun.
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    442

    mmmpfh.

    Die statische Konstruktion des Balkons gehrt mind. in die Gefhrdungsklasse 3 (dauerhaft der Witterung ausgesetzt, aber kein Erdkontakt) und ergibt damit eigentlich nur zwei Varianten:
    1.) Nadelhlzer chemisch behandelt im Kesseldruckverfahren
    2.) unbehandelt, dafr hhere Widerstandsfhigkeit, bzw. Dauerhaftigkeit. Wre man in diesem Fall z. B. bei splintarmer Eiche
    Ich habe gerade die passende Literatur nicht zur Hand, aber mir ist nicht bekannt, das der Nadelholz-Einlassgrund durch das DIBt als vorbeugendes Holzschutzmittel eine bauaufsichtliche Zulassung fr die statischen tragenden Holzbauteile hat. Einerseits ich knnte mich tuschen, andererseits ist das EInbringverfahren mit streichen sowieso unzulssig fr diese Beanspruchung.
    Hier hat m. E. einiges nicht funktioniert: angefangen von der Planung, ber die Ausschreibung bis hin zur Ausfhrung.
    Ein schwacher Trost ist eigentlich nur, dass es den wahren und auf lange Zeit haltbaren reinen Holzbaubalkon so selten gibt wie ein Perpetuum Mobile.
    Gre
    MaMa
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  15. #13
    Avatar von holzfragen
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    Holz ist wunderbar - aber manchmal voller Leben...
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    noch ein Gesichtspunkt zu dem Problem...

    Martin hat es ja schon alles gesagt, ich mchte noch eines hinzufgen:
    Es wurde ja KVH und BSH aus Fichte tragend im direkt bewittertem Bereich ohne besonderen konstruktiven Schutz verbaut.
    Neben den Anforderungen aus der bauaufsichtlich eingefhrten DIN 68800-3 Absch. 1-10 kommt hier auch noch eine die Einschrnkung aus der Statik-DIN 1052-1 hinzu, die einen Verbau von keilverzinkem Holz in der Nutzungsklasse 3, auenverbaut und direkt bewittert grundstzlich verbietet.
    Ich kenne hnliche Flle aus meiner Schadenspraxis. Hier lag meistens neben Unkenntnis der Gefhrdungslage ein leider verbreiteter fascher Glaube an die Bestndigkeit von KVH und BSH zugrunde, das auf einer gewissen Portion Halbwissen beruht.
    Trfen unsere o.a. vermuteten Regelverste zu, dann ist es ein gravierender Versto gegen die die Anforderungen aus der Landesbauordnung, was hinsichtlich einer Abhilfe ein gewisser Verfahrensvorteil sein drfte und den Entwurfsverfasser/Planer dem Kreis der "blichen Verdchtigen" hinzufgt. Das kann insoweit beruhigend sein, als zumindest dieser fr diesen Fall eine Haftpflichversicherung haben mu.
    Viele Gre
    Hans-Joachim Rpke
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