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Frage Bitumen Flachdachsanierung

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  1. #1

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    Frage Bitumen Flachdachsanierung

    Liebes Forum,

    bitte nicht böse sein, wenn meine Frage evt. anderswo bereits beantwortet wurde, ich habe, zugegebenermassen, die Zeit für eigene Recherche verbaselt...

    Bei uns wird gerade das Flachdach neu gedeckt, also alte Pappe runter, Lichtkuppeln rein, und neue Pappe wieder drauf. Der Aufbau ist so, dass es eine untere Schicht gibt, die aufs OSB genagelt wird, dann eine 2. Schicht, die aufgeschweißt wird, und dann kommt noch eine dritte Schicht drauf. Ich habe herzlich wenig Ahnung bzw. Erfahrung mit "Pappdächern", und erkläre mir den Schichtenaufbau etwa so:

    Die 1. Schicht ist die Trägerschicht. Man will ja nicht direkt aufs OSB schweißen, sonst bekommt man das Zeug nie wieder ab. Laut KV benutzt er hier G200DD, und ich glaube, er benutzt nur Bauder.

    Die 2. Schicht ist die Dichtschicht laut (lt. KV: G200S5 talkumiert)

    Die 3. Schicht ist die - ich nenne sie mal - Wetterschicht, die die 2. Schicht vor den Widrigkeiten des Lebens und des Wetters schützen soll (lt. KV: G200S5 beschiefert)

    Ist die Funktionsweise der Schichten so etwa richtig ausgedrückt? Habe mir leider nicht die Materialien gemerkt, die er tatsächlich aufgebracht hat, aber ich hoffe mal, er hat sich an seinen KV gehalten.


    Wir hatten ziemlich Ärger mit eindringendem Regenwasser während der Arbeiten. Bereits nach der ersten Schicht hat er gesagt, das sei schon dicht. Dann kam der Wolkenbruch, und wir hatten eine Pfütze im OG. Somit Wasser irgendwo im Dach, in der Dämmung, etc. Die zweite Schicht sollte natürlich auch dicht sein. Dann kam der Landregen, und wir hatten sowohl eine große Pfütze am neuen Dachfenster als auch im Bereich, wo sie vorher schon mal war.

    Nun haben wir die erste Notbremse gezogen und gesagt, dass er die dritte Schicht erst draufmachen darf, wenn die 2. dicht ist (schließlich hat er selbst gesagt, es sollte dicht sein. Das fand er nicht so richtig gut, aber im Endeffekt hat er es so gemacht. Wir sind zusammen aufs Dach, ich habe ihm alle Stellen gezeigt, wo ich als Laie der Meinung war, dass es nicht richtig verklebt war (man konnte die Pappe stellenweise leicht anheben, und darunter war es feucht...). Man kommt sich zugegebenermassen etwas bescheuert vor, wenn man dem Handwerker seines (schwindenden) Vertrauens sagt, wie er zu arbeiten hat, aber wir wollten wassermäßig kein Risiko mehr eingehen und dann eben selber gucken.

    Nun also hat es am WE fein geregnet, leider ohne Wolkenbruch, aber immerhin mit stundenlangem Landregen, und es ist nichts mehr durchgekommen. Was natürlich nicht viel heißen will...

    Soviel zur Geschichte.

    Nun zurück zu meiner Eingangsfrage:

    Ist die meine Funktionsbeschreibung der Schichten etwa richti? Kennt jemand einen Link, wo das nett einfach beschrieben ist?
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  2. Frage Bitumen Flachdachsanierung

    Schau dir mal diesen Ratgeber an. Dort findet man Infos und Antworten.

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  3. #2

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    Wie wäre es mit einer fachkundigen Planung und Bauleitung des Ganzen!!

    So mal eben ist das nicht zu beantworten, weil es Faktoren wie:
    Gefälle
    Nutzung
    "Deckschichten"
    Windsogsicherung
    Aufbau von unten
    usw
    usw.
    gibt.

    Auch wenn ein GUTER DD das hinkriegen sollte - wie man sieht, hängt es schon am handwerklichen. Wie soll da erst das planerische aussehen.
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  4. #3

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    Dach dicht?

    Moin Moin,

    den Äußerungen von Herrn Dühlmeyer ist nichts anzufügen.

    Zwischen der ersten und der zweiten Schicht darf keine Feuchtigkeit sein. Die zweite Bahn muss fest auf der ersten aufgeschweisst sein. Damit ist die Dachkonstruktion nicht dicht.

    Sie sollten sich einen Experten zur Seite nehmen, der den DD kontrolliert. Beim Flachdach können die kleinen Schummeleien verheerende Folgen haben.

    Freundliche Grüße aus Berlin
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  5. #4
    Avatar von Dachi
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    Habe jetzt keine Lust nachzuschauen.

    Steht vor den Bahnenbezeichnungen "G200...." sonst nichts mehr?
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  6. #5
    Gast360547
    Gast

    mal klarstellen muss

    Moin,

    Holzwerkstoffplatten, zu denen OSB unzweifelhaft gehört, müssen mit einer Vordeckung, hier der G200 DD, abgedeckt werden. Darauf kommt dann die 1. Lage der Abdichtung. Die wird aber nicht vollflächig aufgeschweißt, sondern ebenso wie die Vordeckung mechanisch im Überdeckungsbereich fixiert/befestigt und dann im Naht- und Stoßbereich verschweißt.

    Zur Frage von Dachi, ob vor dem G 200... noch etwas stehen würde: das bezieht sich auf die Dachneigung bzw. auf die gewünschte Anwendungskategorie K1 oder K2. Bei K2 oder Gefälle < 2% sollte da schon noch ein PYE auch bei der ersten Lage der Abdichtung vorstehen.

    Zwischen der ersten Lage ((PYE) G200 S5 und der zweiten Lage (PYE PV 200 S5 beschiefert) darf natürlich keine Feuchtigkeit verbleiben.
    Hier (zweite Lage der Abdichtung) muss der Zusatz PYE oder PYP voranstehen. Nur eine G 200 S5 beschiefert ist in keinem Fall ausreichend.

    Grüße

    stefan ibold
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  7. #6

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    Dämmung?

    Ich komme mit der Beschreibung noch nicht klar.
    Die allerste Schicht (wäre hier wohl 0) ist die Vordeckbahn.
    Dann Dampfsperre, die aber nur eine Notabdichtung ist. Die sollte aber zumindest die ersten paar Tage auch dicht sein.
    Jetzt fehlt mir die Dämmung.
    Zu den nächsten beiden Schichten: Bitumenbahnen werden immer zweilagig verlegt, und richtig: die oberste ist eine "Wetterschicht", weil sie nämlich UV-beständig ist. Das muß die erste nicht unbedingt sein.
    Aber wie meine Vorschreiber schon erklärten: so ganz einfach ist das nun auch wieder nicht. Nur zur Klärung der Fachbegriffe, die Reihenfolge von unten nach oben noch einmal:
    - Tragkonstruktion
    - Vordeckung
    - Dampfsperre
    - Wärmedämmung
    - 1. Lage der Abdichtung (nur bei Bitumenbahnen)
    - 2. Lage der Abdichtung.
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  8. #7
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    mehr Infos...

    Vielen Dank für die Antworten,

    ich war wohl etwas sparsam mit den Infos und wollte auch keine Grundsatzdiskussion anstoßen, wenngleich die immer sehr informativ sind für
    Dach-Neulinge wie mich.

    Das Kind wäre ohnehin schon im Brunnen, da die Handwerker (ich sage bewusst nicht: Dachdecker) heute fertig werden. Es ist lediglich so, dass
    ich den Eindruck habe, dass sie zwar sagen, sie wüssten, was sie tun, aber die Ausführung kommt mir als Laien merkwürdig vor. Wenn ich zum
    Beispiel Handwerker wäre, würde es mir selbst gegen die Ehre gehen, wenn ich eine Zwischenbahn (erste Abdichtung talkumiert) mit millimetertiefen
    Fußtapfen abliefern würde. Sieht einfach komisch aus. Ist evt. für die Funktion völlig egal, macht aber auf mich einen schlechten Eindruck. Ich lasse mich aber sehr gern eines Besseren belehren. Es ist nämlich überhaupt nicht so, dass es mir Spaß macht, Handwerkern auf die Finger zu schauen
    und rumzumäkeln..

    Zur Sache:

    Das Dach sieht folgendermassen aus:

    • Flachdach mit geringem Gefälle, etwa 25 cm auf 8 m, also etwa 3,1%

    • Holzbalken 18 x 10

    • darunter Lattenkonstruktion für Rigips Direkt auf dem Rigips liegt Dampfsperrfolie, allerding nicht durchgängig. Teilweise durchlöchert wegen des Einbaus von Halogenstrahlern

    • dazwischen mehrheitlich Dämmung aus Glaswolle, Steinwolle, was der Markt so hergab. Diese Dämmung ist nicht überall, und auch nicht überall
      gleich dick. Das waren wir nicht, das haben wir so gekauft...

    • darauf eine Art Verschalung aus Brettern, Multiplex, was man so sieht von unten. Ich nehme an, dass das mal die Oberseite war. Jedenfalls jetzt liegen hier nochmal 10er Balken quer zu den 18er Balken drauf, dazwischen ist wieder Dämmung aus mehrheitlich Steinwolle, aber wie oben: Nicht überall, und nicht überall gleich viel. Da wir allerdings die oberste OSB-Schicht nicht haben öffnen lassen, wissen wir nicht genau, wo was an Dämmung drunter ist.

    • Auf den 10er Balken liegt jetzt 18er OSB. Das OSB sah im großen und ganzen noch ganz gut aus, nur das 18 natürlich ziemlich wenig ist

    • Auf dem OSB war der gleiche 3-schichtige Aufbau, wie er jetzt wieder drauf gemacht wird.


    Und der ist wie folgt:

    1. G200DD gesandet aufs OSB genagelt
    2. G200S5 talkumiert draufgeschweißt. Ob flächig oder nicht, kann ich nicht sagen, da ich nicht wusste, daß das evt. wesentlich ist, habe ich nicht darauf geachtet
    3. PYE-PV200S5 (also doch)! beschiefert von Mogat als Deckschicht, vollflächig verschweißt.

    Gegebenenfalls ist es müßig, jetzt noch darüber zu reden, aber allein durch eure bisherigen Antworten, weiß ich bereits, dass ich viel zu naiv war. Unsrere Handwerker sind keine Dachdecker, sie verstehen sich eher als Allrounder, wo ja erstmal nichts gegen spricht, wenn sie denn wissen was sie tun. Sie waren bereits an anderer Stelle bei uns tätig (Dachterrasse abdichten und fliesen), und da haben sie nach unserem Ermessen gute Arbeit abgeliefert.

    Unser Dach sieht allerdings irgendwie gebastelt aus, ich kann mir nicht helfen. Vielleicht tue ich ihnen (den Handwerkern) ja unrecht, vielleicht sieht ein Bitumenflachdach mit einem Kamin und 3 Lichtkuppeln immer irgendwie gebastelt aus. Ich werde heute abend mal ein paar Fotos machen...

    Wenn wir doch gleich jemanden mit Ahnung gefragt hätten, z.B. HIER!. Ich hoffe jetzt einfach nur, dass das Dach trotzdem lange hält und wir uns nicht in 3 Jahren mit der Firma rumärgern müssen, weil sich dann erst herausstellt, ob und wie schlecht sie gearbeitet haben.

    Gruß Wolfgang
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  9. #8
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    Fotos heute nicht mehr...

    Gegen 20:00 sind sie vom Hof geritten, da war´s schon zu dunkel zum fotografieren... nun muss es bis morgen abend warten...
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  10. #9

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    Ich bin gespannt.....

    Danke für die ausführlichen Informationen. Das macht die Sache schon wesentlich klarer.
    Nur: jetzt haben Sie ein bauphysikalisches Problem. Das hätte erst durchgerechnet werden müssen, und dann evtl. oben eine Dämmung drauf (möglicherweise müssen dann die Lichtkuppeln höher gesetzt werden).
    Deswegen schrieben meine Vorschreiber von Planung- Die wird leider oft unterschätzt, da man solche Arbeiten für reine Handwerkerarbeiten hält. Gute Handwerker können auch zumindest in ihrem Fachbereich planen. Einen solchen haben Sie aber offensichtlich nicht erwischt.

    Die Raumluft kann ja jetzt an die (teilweise) vorhandene Dämmung geraten und kondensiert dann an der kalten (weil ungedämmten) Unterseite der OSB-Platten aus.
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  11. #10
    Gast360547
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    ???????

    Moin Kollege Korfmann,

    wo ist das Problem? Durchrechnen nach Glaser ist insofern korrekt, als dass der Tauwasserausfall deutlich geringer ausfallen muss als das, was möglicherweise wieder ausdiffundieren kann. Und bei dieser Konstruktion ist die Menge ohnehin zu begrenzen, klar.

    Der offensichtlich erkennbare Schaden an der Oberfläche der Platten rührt vermutlich aus einer nicht dicht verlegten Dampfsperre als Luftdichtheitsschicht her.
    Nur, weshalb soll da oben eine (zusätzliche?) Wärmedämmung angeordnet werden?

    Grüße

    stefan ibold
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  12. #11

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    Fehlende Dämmung

    Ihr Einwand ist nachvollziehbar. Nur schrieb der Fragesteller ja, daß die Wärmedämmung unregelmäßig oder auch gar nicht vorhanden ist. Und eben von unzureichender Dampfsperre (klar ist die Luftdichtigkeit wichtiger).

    Es wäre eben eine Alternative gwesen, oben eine Dämmung zusätzlich oder anstatt einzusetzen. Da ist die Luft- und Dampfdichtigkeit ja viel leichter erreichbar.

    Jetzt muß sie ja von unten eingepfriemelt werden und dann noch die Dampfsperre luftdicht angeschlossen werden. Dürfte nicht so einfach sein.
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  13. #12

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    Umkehrdach ist die Lösung und das gefriemel entfällt
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  14. #13
    Gast360547
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    tja, aber

    Moin,

    mal in Sachen Statik weiter gedacht?

    Grüße

    stefan ibold
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  15. Schau dir mal das Bauherren-Handbuch an.. Sehr viele nützliche Infos!
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  16. #14

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    Möcht es vielleicht auch sein, dass der jetztige Hohlraum belüftet ist, ergo eine Dämmung OBERHALB der OSB sinnlos wäre.
    Wäre wohl mal eine Überprüfung wert, bevor man da was fordert.
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  17. #15

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    Genau deshalb ja

    Das ist ja der Grund, warum ich von Planung schrieb. Von hier aus geht das nicht. Es war als Beispiel gedacht, ebenso wie die Umkehrdämmung eines ist.

    Und genau dazu braucht man Planung. Planung heißt eben auch Bestandsaufnahme, also erst mal ansehen.

    Von der Statik her sehe ich das Problem in jedem Fall. Ob ich von unten dämme oder von oben ist dem tragenden Holz wohl ziemlich gleichgültig.
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